2017-04-22

A Gathering of Shadows. Oder: Vorsicht mit den eigenen "Helden"!

So das zweite Buch aus der Reihe, hat nicht lange gebraucht das zu lesen. Heißt das jetzt, dass es einfach sehr spannend war, oder nur, dass man viel ersatzlos wegblättern konnte?
Die Antwort ist, ein bißchen aus Spalte A und ein bißchen aus Spalte B.;-)

Kell is one of the last magicians with the ability to travel between parallel universes, linked by the magical city of London. It has been four months since a mysterious obsidian stone fell into his possession and he met Delilah Bard. Four months since the Dane twins of White London fell, and the stone was cast with Holland's dying body back into Black London.Now Kell is visited by dreams of ominous magical events, waking only to think of Lila. And as Red London prepares for the Element Games-an international competition of magic-a certain pirate ship draws closer. But another London is coming back to life. The balance of magic is perilous, and for one city to flourish, another must fall...
Zuerst mal das Positive aus Spalte A: Man erinnert sich an meinen Hinweis, dass Archetypen Figuren manchmal ihre Berechtigung haben, ohne dabei aber besonders spannend zu sein? Diesen Einwand kann ich zumindest nicht mehr erheben. Die Ereignisse aus Buch 1 werden in der "Brüder" Dynamik sehr nett weiterentwickelt und die verworrene Abhängigkeitsbeziehung der beiden männlichen Hauptfiguren gefällt mir ausnehmend gut, was mich über Weite Strecken des Buches getröstet hat.

Warum ich aber trotzdem denke, dass das 2. Buch hinter dem ersten zurückbleibt?
Punkt 1: Dieses ganze Jump-N-Run im Magiertunier ist mir irgendwann öde geworden, was aber nicht hätte sein müssen, wenn nicht Punkt 2 wäre: Die weibliche Hauptfigur nervt mich unheimlich und warum? Weil die Autorin (ja inzwischen hab ich's gegoogelt;-) leider total verliebt in ihre eigene Figur ist.
An dem ist prinzipiell nichts auszusetzen, auch nicht daran, dass es viel Survial Jump-N-Run gibt - ich persönlich mute meinen Figuren gerne Blut, Schweiß und Tränen zu, um sie leiden zu lassen, denn darin entwickelt sich eine Figur. Das Problem an Lila ist aber, dass ihre Autorin sie zu sehr mag, um sie wirklich leiden zu lassen und das wird irgendwann einfach öde. Hier ein paar Beispiele:

1. Lila hat ein Glasauge. Diese "Enthüllung" am Ende von Buch 1 hat mich schon da dazu verleitet mal zurückzublättern und mir anzuschauen, ob diese Einschränkung in den Passagen, die aus ihrer Sicht erzählt werden, irgendwie angedeutet werden. Spoiler: Werden sie nicht. Sie "verbrigt das so gut, dass nicht mal sie es merkt". Ähm ja. Nein!
Abgesehen davon, dass man schon "Because Magic" als Begründung braucht, um zu erklären, warum beinahe niemand ANDERES es bemerkt, dass sich nur 1 von 2 Augen normal bewegt, ist es absolut unrealistisch, dass sie SELBST nicht "bemerkt", dass sie keine räumliche Wahrnehmung hat und einen "blinden Fleck" von hier bis zur Antarktis. Spätestens in den 10.000 Kampfszenen müsste es auffallen, aber nö. Und Because Magic? Ja, könnte das alles erklären, aber kleiner Tipp: Je mehr man mit Because Magic erklärt, desto schlimmer für die Geschichte!
Außerdem braucht das Ding natürlich keine Pflege, sie muss es nie rausnehmen, es fliegt auch nicht versehentlich mal raus, wenn sie mal wieder gegen irgendwas geschleudert wird und sie hat scheinbar auch nur das eine. Gut, das könnte man jetzt noch mit "Kommt aus ärmlichen Verhältnissen" erklären, aber dann stellt sich mir die Frage: Warum hat sie dann nicht einfach eine Augenklappe, wie jeder andere Pirat auch? Die Dinger können im 19Jhd. jetzt auch nicht für 10Cent an jeder Straßenecke zu haben gewesen sein.
Kurzum: Es ist ein sinnloses, dämlich umgesetztes Gimmick, dass nur dazu dient uns im Unklaren zu lassen, ob sie vielleicht auch mal so ein schwarzes Blutmagier Auge hatte. Für diesen lahmen Suspense Moment zieht sich also ein "Charakterzug" durch die Geschichte, der mir jedes mal die Nackenhaare auftreibt, wenn er mal wieder erwähnt wird.

2. Lila ist eine Frau zwischen 2 Männern. Mal ehrlich, bei aller Verteidigung von Archetypischen Figuren und Plots, diesen kann ich wirklich nicht mehr hören. Und in diesem Fall umso mehr, denn damit der Plotpoint überhaupt funktioniert, müssen sich Kell und ihr neuer Kapitän (Alucard, darf ich mal anmerken, dass er Name übelst geklaut ist? Nicht dass ich nicht auch ständig Sachen klaue für meine Geschichten, aber Dracula lasse ich in seinem Grab;-) natürlich hassen. Und warum tun sie das? Tja Kell hasst ihn, weil er Rhy "das Herz gebrochen hat". Seriously? Den angenehm beiläufig eingestreuten Boy Romance Moment mal außer Acht lassend: Ist eine verünglückte Affaire eines Freundes/Bruders wirklich ausreichend, um jemandem wiederholt den Tod zu wünschen, ihn aus der Stadt zu verbannen und ihn mit scheinbar unversöhnlichem Hass zu verfolgen?
Ich weiß ja, dass diese DramaBaby Beziehungsklischees immer wieder gerne aufgewärmt werden, aber ich persönlich mag lieber Figuren, die ihre Zwischenmenschlichen Beziehungen irgendwie einigermaßen erwachsen regeln (und auch in YA Fiction darf man das^^), also erreicht die Autorin mit dieser unnötigen Dreiecksbeziehung nur, dass mir ihre Hauptfiguren unsymphatischer werden.

3. Lila ist "unstoppable" (Zitat der Figur selbst). Ehrlich, ist so. Sie weiß erst seit 4 Monaten, dass es Magie überhaupt gibt, was sie nicht davon abhält sich in dieses DieBestenDerBestenDerBesten Turnier einzuschleichen - und das allein bringt schon einige "Das ist aus dramatischen Gründen notwendig" Dinge mit sich, die mir die Augenbrauen auf die Stirn trreiben. Und nicht nur das, nein, sie gewinnt ihre Kämpfe auch noch. Und es dauert sehr, sehr, sehr lange, bis sie irgendwann mal ein ganz kleines bißchen leiden muss für diese bescheuerte, völlig unlogisch, realitätsferne Idee.
Und hier kommen wir dann zu dem eigentlichen Punkt: Die Autorin findet Lila so toll, dass ihr alles gelingt. Sie ist nicht nur selbsterklärt One of a Kind, sie ist ganz offensichtlich der Held ihrer Autorin und hero worship für die eigenen Figuren ist...langweilig. Denn wenn man es irgendwann nicht mehr übers Herz bringt seiner Lieblingsfigur richtig wehzutun, wenn sie was richtig Dummes tut, dann sieht es für den Leser so aus, als würde der Figur alles mit einem Fingerschnippen gelingen. Das tut nicht nur dem InTime Realismus keinen Gefallen, es führt auch dazu, dass Badassery (wo habe ich diesen Ausruck her...?) zum Alltag wird. So braucht Lila z.B. auch nur 3 Sätze, um 3 Menschen im Schlaf abzustechen. Gut, waren Böse Jungs, aber trotzdem. Macht das nichts mit der Figur? Und wenn nicht warum nicht? Nicht mal Because Magic rettet einen hier, vielleicht Because Unausgegorene Backstory, aber den Punkt hatten wir ja schon in Teil 1 ausgewalzt.

Ich hoffe wirklich wirklich wirklich, dass sich Teil 3 der Reihe wieder mehr auf die Kell-Rhy Geschichte konzentriert, dann werde ich vielleicht weniger Seiten weiterblättern und die Rezis werden wieder ein wenig kürzer.^^
Bis dahin bezähme ich mal mein Autorengemecker und gebe dem Buch trotz allem 4 von 5 Bannern, weil die Teile der Geschichte die gut waren, wirklich gut waren. Das mussten sie leider aber auch sein, denn wenn man mich kennt weiß man: So viele Worte verwende ich nur auf richtig gute Ideen, die mir verschwendet ungenügend umgesetzt vorkommen.;-)

2017-04-15

Angehört: Götter, Gräber und Gelehrte

Wie man weiß, bevorzuge ich meine Hörwolke normalerweise Englisch, aber es ergab sich zuletzt, dass mehrere Punkte auf meinem Hörbuch Abo aufgelaufen waren und da ich immer noch auf der Suche nach meinem neuen Schreibprojekt bin, habe ich diese Punkte mal in "diverse Dinge, die evt Ideen enthalten könnten, oder auch nicht" investiert.
Auf der "Leseliste" stehen also ein Buch über Tatortermittlungen, ein Wälzer zu Mythologien und dieses hübsche Annekdotenwerk über die Geschichte der Archeologie - was das mal für eine Geschichte werden soll, habe ich noch keine Ahnung, man wird es erleben müssen.

Bis dahin widmen wir uns Götter, Gräber und Gelehrte, geschrieben von C. W. Ceram, gesprochen von Frank Arnold, einfach mal ohne Hintergedanken im Hinblick auf Inspirationsfähigkeit.;-)

Versunkene Städte, sagenumwobene Schätze, rätselhafte Schriftzeichen: die Geschichte der Archäologie als packender Tatsachenroman. Wir entdecken Herkulaneum und Troja, Babylon und Ägypten, ja sogar die Stätten der Maya und Azteken. Endlich gibt es den Millionenbestseller für jung und alt in der aktualisierten Neuausgabe als ungekürztes Hörbuch. Frank Arnold (Deutscher Hörbuchpreis 2014) interpretiert den Text lebendig und mitreißend.

Ich hatte ja schon mit A Short History of Nearly Everything einen netten Abriss über die Geschichte der Physik konsumiert, wobei mir eigentlich die verqueren Annekdoten von merkwürigen Forschern eigentlich immer am besten gefielen.
Das setzt sich hier nahtlos fort, ich kann noch nicht sagen, ob ich irgendwas aus diesem Buch jetzt fiktional "brauchen kann", aber als Unterhaltung für den Abendessen Tisch eignen sich die diversen Geschichtchen über Entdeckungen und seltsame Forscher, manchmal interessante und manchmal cringeworthy (sorry dafür gibt es kein deutsches Wort, das mir grade einfiele;-) Verfahren ausnehmend gut, konnte ich schon testen.;-)
Schon alleine, das Wort "Spatenwissenschaft" muss man doch mögen, oder? Indiana Jones hätte hier bestimmt auch noch was lernen können.

Wer sich also für die Materie interessiert, aber auch ein Herz für die obskure, historische Annekdote hat, sollte hier mal reinhören. Ich ziehe einen kleinen, halben Punkt ab für die manchmal ein übertrieben verschwurbelte Ausdrucksweise (kann man mögen, ist aber ja mein Blog;-) und so bleiben 4,5 Klappspaten, was für eine kleinere Ausgrabung oder einen überzeugenden Grabraub bestimmt ausreichend wäre.;-)

2017-04-08

Im kreativen Niemandsland. Oder: Das mit dem Multitasking.

Es ist mal wieder Zeit sich mental von einem Buchprojekt zu verabschieden, was mir gerade nicht leicht fällt, und am besten funktioniert das erfahrungsgemäß, wenn man sich für etwas Neues begeistert, also sichte ich gerade meine "Geschichten auf Halde" und versuche mich zu entscheiden, welche davon der Begleiter für die nächsten 2-3 Jahre werden soll.

Ich würde ja gerne mal ausprobieren, wie es ist, wenn man einfach mal nicht so furchtbar langwierige Entscheidungen zu treffen hätte, weil man vielleicht mal irgendwas schreiben würde, was keine 400 Seiten lang ist und ewig dauert, aber aus "leidvoller" Erfahrung mache ich mir da einfach mal keine großen Hoffnungen.;-)

Die größte Entscheidung der "Winterpause" (ich glaube im November oder so ist Elysion ins Lektorat gegangen) war allerdings nicht was ich mache, sondern was ich nicht mache. Ich habe mich lange mit der Frage getragen, ob ich nicht noch irgendwas aus den 200 Seiten Notizen machen könnte, die ich noch von meinem Dissertationsprojekt "übrig" habe und/oder ob ich nicht mal meine neugewonnenen Kenntnisse in MemoQ dazu nutzen könnte, eine englische Version vom Rosenfriedhof oder von den B(r)uchstücken zu versuchen, bevor ich etwas Neues anfange.

Beides ist eine ganze Weile im Background Processing herumgewabert, aber hat sich schließlich nicht durchgesetzt.
Ich bin einfach kein Übersetzer und selbst wenn, stelle ich fest, dass vielleicht niemand seine eigenen Texte übersetzen sollte - oder zumindest sollte ich das nicht tun. Ein Übersetzer muss zu viele schwierige Entscheidungen treffen, was nicht einfacher wird, je näher man an einer Geschichte dran ist. Zusammenarbeit mit Übersetzern ja, aber Autor und Übersetzer in einer Person kommt mir ein wenig so vor, wie Hauptdarsteller und Regiseur zu sein - kann funktionieren, kann aber auch ein furchtbares Ego Ding hervorbingen.;-) Neil Gaiman hatte interessanterweise gerade einen Artikel dazu.

Und was das Dissertationsding angeht...ich muss gestehen es war schwer einzugestehen, dass ich einfach keinen Zugang mehr dazu habe, denn immerhin stecken 3 Jahre Arbeit und ein beinahe-Burn-Out-Zusammenbruch in dieser Datei, aber das macht es ja nicht besser.
Ein Buch zu schreiben, nur weil man seine Notizen nicht verschwendet sehen will, kommt mir so vor wie einen fauligen Apfel zu essen, damit man ihn nicht wegwerfen muss. Ist der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich und man sollte sich lieber eingestehen, dass man zu lange gewartet hat.;-)

Noch habe ich ja aber ein wenig Zeit, um mich mit dem Nachfolger von Elysion zu beschäftigen (eine Fortsetzung wird es schonmal nicht, ich habe Ideen dazu, aber vorerst habe ich genug von Drachen und Elfen;-), denn kreatives Multi-Tasking war noch nie meine Stärke.
Solange also die "Gefahr" besteht, dass ich mich gedanklich noch mal ganz tief in das Drachen-und-Elfen-Ding eindenken muss, um die Kritik aus dem Lektorat aufzugreifen, solange weigert sich mein Hirn sich zu ernsthaft in irgendwas anderes zu vertiefen.
Aber rauszufinden was man schon mal nicht machen will, bringt einen ja irgendwie auch voran.;-)

2017-04-01

A Darker Shade of Magic. Oder: Das mit den Archetypen.

Ich habe mich für Elysion sehr lange mit der Frage beschäftigt, wie Magie "funktioniert" und vor allem wie man dafür sorgt, dass Magier in der Welt, in der sie sich bewegen, nicht unbesiegbar sind - denn seien wir mal ehrlich, sogar Superman braucht Kryptonit, um nicht völlig öde zu sein. ;-)

Ich habe dabei schnell festgestellt, dass viele Autoren sich diese Frage stellen und es erfrischend viele Konzepte gibt, die mal mehr und mal weniger überzeugend sind - das für mich Langweiligste nenne ich mal den Gandalf-Effekt "Magie funktioniert, keiner weiß wie oder wieso, kommt damit klar". Bläh.
Magische Worte/Zeichen und daraus gewonnene Effekte sind ein weiterer guter Ansatz, der mir bei Sabriel gut gefiel und dann gibt es natürlich die Elemente, die in Elysion meine Lösung der Wahl waren.
A Darker Shade of Magic von V.E. Schwab ist eines von diesen Büchern, die aus irgendeinem Second Hand Stapel in meine To Read Liste gerutscht sind und zuerst einmal mochte ich vor allem das Cover.;-) Aber das Magiekonzept gefällt mir auch.

Most people only know one London; but what if there were several? Kell is one of the last Travelers - magicians with a rare ability to travel between parallel Londons. There's Grey London, dirty and crowded and without magic, home to the mad king George III. There's Red London, where life and magic are revered. Then, White London, ruled by whoever has murdered their way to the throne. But once upon a time, there was Black London...
Erstaunlicherweise war mir dieses "Parallelwelten" Ding erstmal nicht ganz so wichtig. Nett ausgedacht und gut erzählt, aber die Idee, dass es noch weitere unsichtbare Londons gibt, ist jetzt nicht neu, irgendwie scheint London sich dafür anzubieten.;-)
Die Idee, dass es neben Wasser, Feuer etc Magie auch noch Knochen und Blut geben müsste, war mir bei Elysion auch schon gekommen, aber hat - wie in den meisten Magiekonzepten - eine verbotene Komponente. Der "Twist", dass hier der Blutmagier der Held der Story ist, kann also mal als erfrischende Neuerung gelten.;-)

Ansonsten - ich will mal ausnahmsweise nicht zu viel spoilern - fand ich die Geschichte wirklich gut erzählt, ich wollte immer wissen wie es weiter geht und die "Survial Strecken" (im Elysion Jargon nennen wir es Jump-N-Run;-) der Plot Driven Story halten sich in Grenzen.

Tortzdem hat die ganze Zeit irgendwas an mir genagt, was ich unzufriedenstellend fand, aber ich habe tatsächlich etwas länger gebraucht, um herauszufinden was es war. Tatsächlich bin ich erst durch das Nachwort des Autors (der Autorin? Ich hab's nicht gegoogelt) drauf gekommen, in dem er/sie sich bei ihrer Lektorin bedankte, die Kell, Lila und Rhy genauso liebgewonnen hat, wie sie selbst.
Durch die Überlegung, dass diese 3 Figuren die Basis der Geschichte bilden, ist mir dann aufgefallen was mich stört: Rhy ist ein total überzeugender, aber nicht sonderlich komplexer Archetyp Charakter (weswegen ich ihn auch eigentlich nicht als Hauptfigur gesehen hätte) vom Typ Thronerbe-mit-Minderwertigkeitskomplex, was er mit Charme, Wein, Weib und Gesang zu übertünchen versucht. Nicht neu, vielleicht auch nicht aufregend, aber grundsolide und funktioniert.
Kell und Lila dagegen haben als bonding moment eine geteilte "dunkle Vergangenheit" - er mit seinen von verbotener Magie gelöschten Erinnerungen, sie mit ihrem "auf der Straße aufgewachsen, habe schlimme Dinge erlebt und getan" Ding. Trotzdem sind die beiden Figuren natürlich schon aus dramaturigscher Notwendigkeit heraus funktional in ihren Rollen, ein bißchen wie Katniss am Anfang von Hunger Games.

Während man aber Katniss im Laufe von 3 Büchern während ihres Survival Jump-N-Runs beim seelischen Auseinanderfallen zuschauen kann (einer der Gründe, warum mich die Bezeichnung "Teenie-Bücher" immer etwas gegen den Strich bürstet), haben diese ganzen "ooooh die Vergangenheit" Anspielungen bei Kell und Lila eigentlich 0 Aus- oder Einwurkungen auf die Geschichte. Und DAS war was die ganze Zeit so unzufriedenstellend an mir gezupft hat.
Wenn ich für meine Figuren eine Dunkle Vergangenheit als Gemeinsamkeit für ihr Außenseitertum bastle - und es gäbe andere Möglichkeiten eine Gruppe zusammenzuführen - dann sollte das nicht nur Mittel zum Zweck sein, sonst wirkt es psychologisch unlogisch.

Man kann mir glauben, wenn ich sage, ich weiß ganz genau wie schwierig es ist in Plot Driven Stories die Zeit zu finden und den richtigen Raum zu bemessen für "Charakterentwicklungskram". Es ist ein schmaler Grad zwischen "meine Figuren bleiben Archetypen" und "die Story wird überladen von ewigem Befindlichkeitsgedöns". Grade deswegen habe ich mir bei Elysion die Dunkle Vergangenheit für meine Hauptfiguren verkniffen, denn mir war das zu kompliziert.;-)
Aber grade deswegen behaupte ich einfach mal, ein solider funktionabler Archetyp Charakter funktioniert manchmal einfach besser, als noch 95 andere Aspekte einer Figur anzudeuten, aber nicht bis zum bitteren Ende durchzuziehen.

Aus Geschichtenerzähler-Sicht muss ich also einen Punkt abziehen, aber weil ich mich ansonsten sehr unterhalten gefühlt habe (was schon zeigt, dass der Nachfolger-Band schon auf meinem Nachttisch liegt;-), vergebe ich trotzdem mal 4 von 5 Runensteinen. Es kann halt nich jede Story Hunger Games sein.;-)

2017-03-25

Listening to: Kings and Queens of England

Noch ein kurzer Hinweis aus dem Fangirl Loch, danach gibt es erstmal eine Pause, versprochen.;-)

Hauptsächlich der Vollständigkeit meines "Fraser" Regalbrettes halber, habe ich mir The Lives of the Kings and Queens of England auf den Quatschkopf gezogen, ein ziemlich grobes Übersichtswerk, aber ich dachte vielleicht kann man auch als Amateur Monarchist noch ein paar interesannte Infos abgreifen.;-)

Das ganze ist eigentlich nur herausgegeben von Antonia Fraser, aber hat als subjektiven Bonuspunkt Wanda McCaddon als Sprecherin, die auch meine sehr geliebte Hörbuchversion von Anna Karenina spricht. Für mich waren also die groben Übersichtsfakten garniert von einer Vorlesestimme, die ich sehr angenehm finde, das hilft immer.;-)

This magnificent story of 1,000 years of English history is told through the lives and deeds of Kings and Queens, from the Normans to the Windsors. Understand how the power of the crown has changed as a result of both the character and ability of each monarch and evolving historical circumstances. Eight specialist contributors depict the whole spectrum of royal life in a succinct and fascinating way. Newly revised in 1998, this edition offers expanded coverage of the House of Windsor, including recent events that have greatly affected the Royal Family.
Was soll ich sagen? Es ist ein Übersichtswerk und viel Neues konnte ich jetzt in der englischen Geschichte nicht mehr entdecken, ich muss mir glaube ich mal ein neues Feld für meine historischen Obsessionen suchen.;-)
Aber wer immer schon mal wissen wollte was es mit William the Conqueror, oder Mad King George oder Wallis Simpson auf sich hatte, oder warum die Royals heute Windsor heißen, der ist hier ganz gut aufgehoben.

Und das ist doch immer 3 von 5 Löwen wert, oder?

2017-03-18

Mary Stuart

Das Fangirl Loch der Feiertage hat diesmal auch die Auswahl meiner Weihnachtsbücher beeinflusst, wie man sieht - nur als Hinweis "Weihnachtsbücher" sind die Bücher, die ich mir selbst von meinem Weihnachtsgeld schenke. Geschenke, die man sich selbst macht, halte ich weiterhin für sehr wichtig, aber an Weihnachten versuche ich immer auch ein wenig für Bücher auszugeben, ansonsten geht das Weihnachtsgeld immer schnell bei IKEA oder im Gartencenter drauf, irgendwas will man ja immer...;-)

In diesem Jahr habe ich meine Bibliothek um ein paar Stuarts aus der Feder von Antonia Fraser erweitert - eine Autorin, die ich immer schon mochte und die immerhin mein Sachbuch 2016 geschrieben hat. Diese Vorraussatzung fand ich ausreichend, um mich aus dem Team Tudor Konfortbereich mal ins Team Stuart zu begeben.
Wenn man sich die einschlägige Literatur ansieht, kommt man fast nicht darum herum diese Team Theorie aufzustellen, man ist entweder im Team Tudor und findet, dass Elisabeth I schon ihre Gründe hatte, oder im Team Stuart und findet Mary Stuart war eine romantisch-tragische Heldin. Ich wollte mal ausprobieren, ob es nicht einen Mittelweg gibt und daher ist mein erstes Sachbuch 2017 Mary Queen of Scots.
Mary Queen of Scots passed her childhood in France and married the Dauphin to become Queen of France at the age of sixteen. Widowed less than two years later, she returned to Scotland as Queen after an absence of thirteen years. Her life then entered its best known phase: the early struggles with John Knox, and the unruly Scottish nobility; the fatal marriage to Darnley and his mysterious death; her marriage to Bothwell, the chief suspect, that led directly to her long English captivity at the hands of Queen Elizabeth; the poignant and extraordinary story of her long imprisonment that ended with the labyrinthine Babington plot to free her, and her execution at the age of forty-four.
Schon anhand der Basisfakten kann man irgendwie nachvollziehen, dass Schiller und Co hier das Potential für eine große romantische Tragödie gesehen haben. Die junge, tragische Witwe, die vertriebene Königin, die einsam eingesperrte Heldin. Ich war eigentlich - im Team Tudor - immer der Meinung dass das sentimentaler Nonsens ist und man auch in aller Ruhe davon ausgehen kann, dass die Gute Mary Stuart sich den Großteil ihrer "tragischen Schicksalsschläge" irgendwie selber eingebrockt hat.
Und ich rechne es Ms Fraser in dieser Biographie sehr hoch an, dass sie das nicht in Abrede zu stellen versucht, obwohl man ihr eindeutig anmerkt, dass sie im Team Stuart spielt.;-)
Tatsächlich ist - wie es wohl sein muss - der Gegensatz zwischen Elisabeth Tudor und Mary Stuart auch hier eines der bestimmenden Theman, aber wird, wie ich es erhofft hatte ein wenig tiefsinniger behandelt als "die eine doof, die andere gut".

Antonia Fraser verwendet viel zeit darauf darzustellen, wie sich die Lebenswege, die prägenden Einschnitte und die Erziehung der beiden Royal Ladies grundsätzlich voneinander untersschieden und dass es so fast unausweichlich war, dass die eine sich zu einer undurchsichtigen Politikerin und die andere sich vor allem zu einer würdevollen Königin entwickeln musste, was quasi das Ergebnis des Konflikts bereits voraus nimmt. Das ist an sich keine Entschuldigungsorgie für die Fehler und Fehlentscheidungen einer Mary Stuart, aber immerhin ein wichtiger Hinweis darauf, dass die schwierigen dynastischen Verhältnisse in einem Land gespalten von der Reformation vielleicht eine etwas zu komplexe Ausgangslage waren, um mit einer traditionellen franzöischen Erziehung in Absolutismus gut klarzukommen. So hatte ich das bisher noch nicht betrachtet und ich finde den Einwand berechtigt.;-)

Lange Rede, kurzer Sinn, ich kann das Buch sehr empfehlen, allerdings muss man dicke, historische, (gut geschriebene) Wälzer mögen. Manchmal war es mir ein wenig zu langatmig, weswegen ich ein kleines Pünktchen abziehe, aber 4 von 5 Disteln sind ja nicht schlecht, wenn sie von einem Team Tudor Player kommen, no?;-)

2017-03-11

Neues Knöpfchen, kann man drücken (muss man vermutlich nicht;-)

Es mag beim Blick in die Seitenleiste schon aufgefallen sein, der (noch relativ neue) Selbstverlag meines Vertrauens, hat ein neues Widget erstellt, um von Blogs und Webseiten direkt zur Leseprobe und zum Shop zu verlinken.

Ich persönlich finde den Link zur Leseprobe fast schon spannender, weswegen ich mich für die "mittlere" Variante entschieden habe - "groß" wäre Buchcover+Klappentextanfang+Shop Button gewesen und die minimal Lösung nur der Shop Button - die man jetzt also von dieser Seite ansteuern kann oder auch eben nicht.;-)

Ich bin normalerweise eher faul was die schamlose Eigenwerbung angeht - vielleicht bin ich auch deswegen einfach noch nicht reich und berühmt, zu viel Arbeit ;-P - aber drauf hingewiesen haben wollte ich dann doch mal.
Dass sich in der Kategorie sehr viel tut, ist derweil ja nicht zu erwarten, denn als "neuste" Veröffentlichung sind die B(r)uchstücke ja nun auch schon von 2014. Irgendwann wird da dann hoffentlich Elysion auftauchen, wenn es denn fertig ist, aber wie das beim Hobby-Autorentum so ist: Es dauert halt so lange wie es dauert.;-)

Dazu könnte ich dann demnächst nochmal was erzählen eigentlich, das mache ich dann wenn ich die Gedanken sortiert habe. Bis dahin, bleibt es bei der lange Rde mit dem kurzen Sinn: Kukt mal ein neuer Button! Großartig.;-)

2017-03-04

Stolen Throne, The Calling & Asunder. Oder: Something for the Fan-Girl ;-)

Man erinnert sich vielleicht noch daran, dass ich von dem großen Fangirl-Loch sprach, in das ich irgendwie über Weihnachten gefallen bin?
Tatsächlich war es so tief, dass ich sogar....Fantasy Bücher angefasst habe. Ja, ich weiß, wer hätte vermutet, dass es so schlimm werden würde...;-)
Nein, aber mal im Ernst, komischerweise hat mich der Gedanke, dass es immer noch 3 Monate sind, bis Mass Effect Andromeda endlich erscheint, irgendwie in eine Dragon Age Spirale katapultiert, fragt mich nicht, manchmal passiert sowas einfach und ich weiß auch nicht genau warum...

Während ich also gerade meinen...5.? 6.? DAO Durchlauf angefangen habe (irgendwann habe ich mal gedacht so nach 2-3x müsste das doch elend langweilig werden, haha...hmm;-), habe ich parallel mal die Bücher aus dem To Read Stapel gezogen, die sich der Ehemann irgendwann mal so Testweise zugelegt hatte. Es gibt noch viiiiel mehr (wenn man glaubt mein Fangirl Loch wäre tief, geht besser nichts ins Internet...oder vielleicht auch schon, so manche Fan Art etc ist schon sehenswert, but beware of the Fan Rage;-), aber zum Anfang haben mir die drei hier erst mal gereicht: Stolen Throne, The Calling & Asunder
Nachdem ich also jetzt eine elend lange Vorrede gebraucht habe, nur um zu rechtfertigen, dass ich trotz meines normalerweise grenzenlosen Desinteresses nicht nur Fantasy, sondern sogar Rollenspiel Fantasy zur Kenntnis genommen habe - hat es sich denn wenigstens gelohnt?
Da muss ich mal ganz klar sagen: Jain.;-)

Das Fangirl in mir hat sich natürlich schon gefreut ein paar bekannte Namen zu lesen und ein paar Hintergrundwelt Infos präsentiert zu bekommen, aber leider ist David Gaider nicht wirklich gut darin seine Geschichten in Buchform zu binden, oder zumindest trifft der Tonnenschwere Infodump mit Schreibhandwerklichen Anfängerfehlern nicht so richtig meinen Geschmack...
Deswegen ist es vielleicht auch nicht so erstaunlich, dass ich in 3 Wochen 3 Bücher lesen konnte, oft habe ich wirklich halbe Kapitel weggeblättert, weil außer Beschreibung von Außenwelt und Befindlichkeitsreports wenig komplexer Psychodispos nicht wirklich was passiert...

Man muss ihm allerdings zugute halten, dass mein Reflex zum Weiterblättern von Buch zu Buch weniger geworden ist, man kann also schon einen gewissen Reifungsprozess erkennen - Asunder war dann tatsächlich auch eine solide erzählte Geschichte mit weniger langatmigem Befindlichkeits-Beziehungsdingsbums. Das hatte dann aber wieder zur Folge, dass einige Figuren mir nicht wirklich plausibel vorkamen...hmmm schwierig.;-)

Ich denke, ich muss die restlichen Bücher nicht wirklich haben, aber für wirklich ausgereifte Fandom Phasen kann es schon nett sein, ich einige mich mit mir also mal auf 2 von 5 Drachenschuppen für die ersten beiden und 2,5 für Asunder. Mehr wirds dann nicht, aber vielleicht bin ich auch im Fangirl-Modus immer noch nicht die richtige Zielgruppe...;-)

2017-02-25

The Secret Life of PETS

So einen Film habe ich noch aus meinem Zwischen-Feiertags Fresskoma und was schaut man sich an, wenn man mit Magen auf der Couch liegt? Kinderfilme natürlich.;-)

Meine Krankenlager Beschallung war daher PETS, einen Film, den ich schon im Kino unbedingt sehen wollte, aber natürlich wieder mal verpasst habe...


Es wird auffallen, dass ich dieses Mal nicht den Honest Trailer verlinke, weil Honest Trailers aus mir völlig unverständlichen Gründen diesen Film für sinnlose, lieblose Zeitverschwendung hält. Was für mich eigentlich nur heißen kann, dass niemand - aber auch wirklich niemand! - aus diesem ganzen Team jemals ein Haustier hatte, denn ich fand es großartig.

Ich auf dem Sofa mit dem Arschlochkater an den Füßen, dem Sargnagel Kotzekätzchen auf dem Schoß und dem dicken, Knautschnasenhund im Körbchen, fand diesen Film großartig. Daher mal der offizielle Trailer - und bitte, jeder der ein Haustier hat, erkennt sich doch hier wieder, oder?! ;-)



Ich kann also Punkt sinnlos nicht nachvollziehen. Ja ok, es ist wie Toy Story (oder ähnlich), aber so what? Beschwere ich mich über 95.000 "Boy meets Girl" Filme? Also.
Lieblos kann ich auch nicht wirklich unterschreiben - der "Cast" hätte ein wenig kleiner sein können, dann wären weniger "Abziehbildchen" Figuren dabei geweisen, von mir aus, aber ist das wirklich die Erwartungshaltung, die für einen Kinderfilm gerechtfertigt ist? Jedes der Abziehbildchen war an sich witzig genug, dass es mich nicht gestört hat. Und der Mörder Bunny ist einfach großes Kino, sorry...;-)

Das einzige, das mich als Haustierhalter ein wenig zum Stirnrunzeln gebracht hat, ist dass hier Kindern die Erwartungshaltung eingeimpft wird, dass sich neu-vergesellschaftete Haustiere erst nicht mögen, aber sich so nach einem Arbeitstag mal eben zusammengerauft haben, ohne dass Mensch dazu irgendwas beitragen musste.
Aus einem noch relativ frischen Hunde-Katzen-Haushalt und mit 20 Jahren Erfarhungswerten in der Katzen Vergesellschaftung, kann ich einfach mal sagen: Ähm Nein!
Bringt Kindern bitte nicht bei, dass quasi über Nacht während sie im Kindergarten sind, alles gut wird, dann werden das Geschrei und die fliegenden Fellfetzen der ersten...hmmm 6Wochen bis 6Monate sie nur verwirren!;-P

Mehr als ein Mini-Viertelpünkchen mag ich dafür aber nicht abziehen, denn ich fand den Film großartig, was andere Leute meinen, dass das über meinen Geschmack aussagt, ist mir auch wumpe. Also gibt es 4,75 von 5 Würstchen, basta!;-)

2017-02-18

Listening to: Mary Boleyn

Es mag beim Blick in die Seitenspalten meiner kleinen Ecke Internet aufgefallen sein, aber irgendwie haben mich die Feiertage wieder tief in ein Fangirl-Loch gezogen, was sich in neuen Tudor Biographien und ein paar Rollenspiel-Büchern niedergeschlagen hat, die nicht alle denselben Satisfaktions-Faktor hatten...;-)

Aber fangen wir mal am Anfang an, mit noch einem Buch, das ich vor allem deshalb lesen wollte, weil es in The Creation of Anne Boleyn positiv erwähnt wurde: Mary Boleyn, geschrieben von der schon öfter erwähnten Alison Weir und gelesen von Maggie Mash, die auch schon öfter vorkam und immer wieder eine angenehme Zuhör-Erfahrung ist.

Mary Boleyn was the mistress of two kings, Francois I of France and Henry VIII of England, and sister to Anne Boleyn, Henry VIII's second wife. In this astonishing and riveting biography, Alison Weir's extensive research gives a new and detailed portrayal, in which she recounts that, contrary to popular belief, Mary was entirely undeserving of her posthumous notoriety as a great whore.
Die Geschichte des "Other Boleyn Girl" nur mit Fakten diesmal - oder ohne "alternative facts", wie man ja heutzutage so schön sagt.^^
Ich weiß nicht, ob es an meinem extremen Fangirl-Modus lag, oder an der Tatsache, dass ich Maggie Mash wirklich gerne zuhöre und/oder einfach daran lag, dass ich mit der Recherche, Quellenkritik und Darreichungsform wirklich sehr zufrieden war, aber ich habe das Buch tatsächlich 2x hintereinander weg gehört und fühlte mich sehr gut unterhalten und auch erleuchtet.

Die Lebensläufe der beiden Schwestern sind natürlich ein wenig schwierig auseinanderzuhalten, daher hört man hier vielleicht ein wenig mehr "Umgebungsgeräusche", als das bei Biographien oft der Fall ist, das soll aber keine Kritik sein. Man muss halt auch das ganze Bild irgendwo betrachten und eine geköpfte Königin ergibt einfach eine komfortablere Quellenbasis, als die Ex-Mätresse.

Insgesamt möchte ich gerne 4,5 von 5 Tudor-Rosen vergeben, denn mit wenigen "das hätte man aber mal hinterfragen können" Ausrutschern, hatte ich nicht wirklich was zu meckern. Und das wird bekanntlich schwieriger, je weiter das Fantum voran schreitet...;-)

2017-02-11

Ghostbusters 2.0

Der nächste Film aus der Feiertags-Nachhol-Bewegung und wieder einer, über den so viele Menschen, so viele böse Dinge gesagt haben, dass man schon Probleme hatte unvoreingenommen heran zu gehen.
Ich möchte jetzt mal die Fan Crybabies außen vor lassen, die einfach der Meinung sind, mit Frauen könnte man keine guten Filme machen und Helden hätten halt Männer zu sein. Dieses Rumgenöle ist so albern und offensichtlich antiquiert, dass man sich da überhaupt nicht zu äußern muss.
Aber selbst wenn man diese pubertären Auswüchse mal ignoriert, waren ja noch die "Warum brauchen wir denn von allem eine Neuauflage" und die "Nur Rassistische und Sexistische Klischees" Kritiker übrig und das nicht zu knapp.

Ich halte von "warum brauchen wir das eigentlich" als Argument nichts wie man weiß. Es stimmt, dass ich manchmal wünschte Filmemacher wären etwas mutiger wenn es darum geht "neue" Geschichten zu erzählen, anstatt auf Franchises zu setzen, bei denen der Titel allein vermutlich schon verkauft, egal ob das "Produkt" dann auch gut ist, oder nicht. Trotzdem kann man auch den Impuls verstehen alte Stoffe für ein neues Publikum vorzustellen - nicht alle Filme altern gut und nur die üblichen "früher war alles besser" Grummler gehen wohl davon aus, dass wir bis in alle Ewigkeit 40, 50, 100 Jahre alte Filme wertschätzen müssen, weil Neuferfilmung = Balsphemie. Elitarismus pur, danke, ohne mich.

Und was Klischees und Qualität angeht, habe ich es mir abgewöhnt mich auf andere zu verlassen, also musste man den neuen Ghostbusters einfach erstmal eine Chance geben.


Gesagt getan und ja, mir wäre es lieber gewesen der einzige schwarze Charakter wäre ein weniger plattes Klischee gewesen. Es ist in keeping mit der "Vorlage", aber wenn man schon was Neues macht, hätte man auch da eine Änderung verkraften können, no?
Ansonsten hielten sich die Gender-Witze in Grenzen von Chris Hemsworth Charakter mal abgesehen, aber wer hier die Ironie der Darstellung sexistischer Klischees nicht versteht, weiß vermutlich nicht wie man Ironie schreibt.
Ich persönlich habe ihn um seine Rolle ein wenig beneided, denn als Schauspieler hat man damit vermutlich den Spaß seines Lebens - man kann Eye Candy Dumpfbacke und Evil Genius gleichzeitig spielen und kriegt auch noch die Tanz-Abspann Szene?? Ich hätte das sofort gemacht und ich glaube er hatte uch Spaß dran.;-)

Was die "Wissenschaft" angeht, müssen wir darüber nicht viel sagen oder? Die alten Filme sind auch schon hahnebüchen, ich kann das einfach mal so hinnehmen.;-) Ansonsten schienen mir die Figuren logisch, die Effekte waren eben 2.0 und bis auf die Tatsache, dass man den Endgegner in die Eier schießt, war auch der dumme Slapstick Humor nicht so dominant, wie ich das bei Filmen mit Melissa McCarthy ansonsten voraussetze.

Kurzum: Die alten Filme gehören zu den Highlights meiner Jugend, nichts ändert daran was, aber die neuen Ghostbusters treten ganz schön in den Arsch und das gefällt mir auch.
Im Gegensatz zu vielen Menschen denke ich nicht, dass das eine das andere ausschließt und man sich für eine "Seite" entscheiden muss.

Ich vergebe daher einfach mal 4,5 von 5 Protonenpacks für einen unterhaltsamen Film, der den ganzen Hate War wirklich nicht verdient hat, wenn man sich ansieht was für Grütze sonst als "Blockbuster" durchgeht.

2017-02-04

Curtsies and Conspiracies

Ja, man mag es kaum glauben, aber manchmal komme ich auch noch dazu "echte" Bücher zu lesen - zumindest dann, wenn ich mich nicht gerade mit den letzten Geburtswehen einer Geschichte herumschlage und außer Sachbüchern nichts ertragen kann.;-)

Um die Tatsache zu feiern, dass mein Kopf jetzt für fiktionale Einflüsse von außen wieder aufnahmefähig ist, habe ich daher mal eine Serie weiterverfolgt, die ich vor ewigen Zeiten mal angefangen hatte - was sich als etwas schwierig erwies, denn den ersten Band hatte ich nicht mehr ganz so präsent...;-)

Zum Glück ist aber Finishing School keine Serie, die unter das Problem "Serielle Unfähigkeit" fällt, also war auch der zweite Band in sich abgeschlossen genug, als das man wieder reinfinden kann.;-)


Prinzipiellfindet man hier auch nicht viel Neues: Steampunk trifft Jane Austen, trifft Vampire und Werwölfe, teilweise in mir zu "ich kann total gut schreiben wie Leute aus der Regency" verklausulierter Sprache, mit teilweise etwas flach motivierten Figuren, aber immer noch (für mich) innovativ genug, als dass ich der Geschichte bis zum Ende folgen wollte.

Schade ist nur, dass sich die Autorin zu 80% Mühe mit den Innovationen ihrer Hintergrundwelt gegeben hat und nur noch 20% für die Figuren übrig geblieben ist. Es muss ja auch nicht immer das große Psychodrama sein, aber ein bißchen mehr als "2 Männer, eine Frau" hätte ich mir dann auch schon irgendwo gewünscht - es ist eine immer wieder funktionable Geschichte, das heißt aber nicht, dass man nicht auch mal was anderes machen könnte.;-)

Die 3,5 Taschentücher aus dem ersten Teil setzen sich also fort - nicht großartig, aber nett genug, dass ich die restlichen 2 Teile mal auf die Liste gesetzt habe.

2017-01-28

Nachholbedarf: Star Trek Beyond

Film Nummer 2 aus der Feiertagsrige war dann doch eher improvisiert - das mit den improvisierten Feiertagen erwähnte ich schon, nicht...? - denn eigentlich wäre ja der Neujahrs-Kinobesuch auf der Tagesordnung gewesen.
Da der Mann aber leider bei der Zeitung arbeitet und die leider auch an Feiertagen öffnen dürfen, fiel Neujahrskino diesmal ins Wasser. Kurzfristige Überlegungen statt dessen an Silvester das Kino der Wahl aufzusuchen scheiterten daran, dass scheinbar kein Mensch an Silvester ins Kino geht, das Programm also stark eingeschrumpft war (und ich hatte keine Lust auf schon wieder Star Wars, also war's wohl meine Schuld;-).

Ein bißchen Space Action gab's dann aber doch, und wieder ein Film weniger auf der Nachholbedarf Liste: Star Treck Beyond


Abgesehen davon, dass sich mir der Titel des Films nicht wirklich erschließt - vielleicht ein Fan-Ding? - mag ich ja bekanntlicherweise Szenarien, die darauf ausgelegt sind innerhalb der ersten 15Minuten schonmal alles in Schutt und Asche zu legen.;-)

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass wer auch immer diesen Film gemacht hat, bestimmt ein Mass Effect Fan ist - angefangen bei der eskalierenden Katastrophenkurve, über die Space Station, die aussieht wie die Citadel in Rund, bis hin zum dem Planeten mit den spitzen Felsen und den komischen runden Pollendingern in der Luft. Ich bin mir ziemlich sicher, ich bin da mit dem Mako schonmal rumgefahren und von irgendeinem Berg gefallen!
Ach ja, und der weibliche Commander in Yorktown? Die Stimme von Admiral Raan, scheinbar ist man einmal Admiral, immer Admiral.;-)

Das Design des Films macht eigentlich auch schon den größten Faszinationsfaktor aus, Yorktown sieht großartig aus und die Schwarmbewegungen der "Bienen" machen echt große Kino Bilder. Außerdem gefällt mir - bei aller wissenschaftlichen Unwahrscheinlichkeit - der Gedanke, dass man das Universum mit Rockmusik retten kann. Ich mochte auch Iron Man 2, remember?;-)

Ich ziehe trotzdem einen Punkt ab, weil Kraal als Bösewicht micht echt schwer enttäuscht hat. Bei allem dummem Rumgepose mit langen schwarzen Mänteln, Khan war ein echt fieser Typ mit einer echten Backstory. Und was folgt darauf? Ein Pseudo-Zombie, der Frieden personally offensive findet, weil er als Soldat nur Krieg gelernt hat. Ähm ja. Nein. Sorry, das ist mir zu dünn.
Auch mit dem goldenen Gummipunkt für die Tatsache, dass Kirk immer noch nicht das Mädchen kriegt, bleibt der Film damit - leider! - für mich hinter den ersten beiden zurück, denn große Bilder reichen mir da irgendwie nicht. Ich mochte Iron Man 2, aber ich sage nicht, dass es ein großartiger Film war.;-)

4 von 5 Dronen kann ich mir aber trotzdem abringen, denn ich habe mich doch gut unterhalten gefühlt und mein übliches "der Bösewicht ist doof" Gejammer ist ja inzwischen auch epidemisch.;-)

2017-01-21

Winterwunderland

Wo wir gerade dabei sind die Vorweihnachts- und Feiertagszeit nachzuarbeiten, fehlt ja auch noch der "Winter" Beitrag zum Gassi-Geh-Kalender 2016, n'est pas?

 Frisch aus dem frostigen Dezember habe ich daher die Winter-Wunderland Impressionen aus dem Aachener Wald mitgebracht - allerdings kann meine Handy Kamera leider nicht annährend einfangen wie Sonnenlicht auf Eiskristallen glitzert, die jedes einzelne Blatt und jeden Zweig überziehen...man muss leider dabei gewesen sein...;-)

Hoffen wir mal auf ein wenig weniger matsch und ein bißchen mehr Winter, bis es wieder Zeit für Tulpen ist!:-)

2017-01-14

Nachholbedarf: Deadpool

Feiertagzeit war in diesem - bzw. im letzten Jahr;-) - vor allem Kinofilm Nachhol Zeit, von daher müssen wir in den nächsten Wochen so einige Rezis durchnudeln, die da noch aufgelaufen sind.
Das Problem mit Filmen - man konsumiert sie viel schneller als ein Buch oder gar ein Spiel, aber der Blogeintrag dauert genauso lange...;-)

Um mal reinzufinden, fangen wir doch mit was lustigem an: Deadpool oder auch - der Film, über den so viele Leute so viele böse Dinge gesagt haben, dass ich am Ende etwas entäuscht war.;-)

Nein, mal im Ernst, es hieß überall "haltet Kinder fern", "exessive Gewaltdarstellung", "ständiges, übelstes Gefluche", "unerträgliche Brutalität", blablabla...und dann habe ich diesen Film gesehen und die ganze Zeit quasi nur darauf gewartet, dass jetzt aber doch gleich irgendwann irgendwas passieren muss, dass diese ganzen "Warning Offensive!" Reaktionen irgendwie rechtfertigt. Und es passiert...öhm naja nichts eigentlich.

Ok, geflucht wird viel, aber fuck und shit waren jetzt so das schlimmste und selbst das kommt nicht annährend an In Bruge ran. Und die Gewaltdarstellung? Die Anfangsszene ist wohl eher over the top slapsticky gedacht und danach wird irgendwann mal ein Böser mit dem abgetrennten Kopf eines anderen Bösen abgeschossen - an schlimmere "Exzesse" erinnere ich mich jetzt nicht und Tarantino würde da nur müde lächeln.
Bleibt also festzuhalten: Ja, der Film ist nicht passend für Menschen, die einen Saubermann-Marvel-Superheldenfilm erwartet haben. Was auch schon auf dem Etikett steht. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, dann muss man sich nicht so offended aufführen.;-)

Ansonsten mag ich (manchmal) Protagonisten, die mit der 4. Wand spielen und der Film macht das eigentlich sehr charmant. Ich ziehe nur einen ganz subjektiven Punkt dafür ab, dass Ryan Reynolds auch nach seiner furchtbaren "Entstellung" irgendwie ziemlich normal aussieht - Help, he is slightly unattractive, ruuuuunnnn!! war schon beim Phantom der OperFilm irgendwie albern und wird hier nicht besser dadurch, dass eine leichte Skin Condition in meiner Welt in keinster Weise rechtfertigt, die angebliche Liebe seines Lebens JAHRElang glauben zu lassen er hätte sie verlassen und wäre gestorben. Damit diese Geschichte funktioniert, muss man seinen Partner eigentlich für ziemlich oberflächlich halten und/oder ein massives Selbstwertproblem haben. Beim Phantom ist das so. Bei Deadpool...hmmm lernen wir dazu nichts, also erklärt es sich nicht. Großes Nope.

Bleiben aber immerhin noch 4 von 5 Kugeln übrig, also genug für mindestens 12 Schergen.;-)

2017-01-07

Nachtrag: Adventbasteln 2016

Zu meinen improvisierten Feiertagen 2016 gehört irgendwie auch, dass sich der vorweihnachtliche Bastelexzess erst spontan und kurzfristig einstellte...

Aber auch was kurz währt, kann ja noch gut werden, daher teile ich kurz die Weihnachtssterne 2016 - Weihnachten ist ja schließlich jedes Jahr, kann man also alles in 2017 auch noch wiederholen. ;-)



Und wie man unten sehen kann, passen Sterne einfach zu allem - zum Buchgeschenk als Lesezeichen und als Geschenk- und Baumanhänger zu allem anderen auch.:-)

2016-12-31

Berühmte letzte Worte 2016


Was lange währt und so, aber bis Mitternacht ist ja noch etwas hin, hier also just in time, der Jahresrückblick 2016!:-)
 
Vorherrschendes Gefühl für 2017?
Eine Mischung aus Motivation und Müdigkeit - ja klingt komisch, ist aber so.;-) 2016 war das Jahr der "Dinge, die erledigt wurden", viele Termine, viele wichtige abgehakte To Do Listen, aber auch viel Terminstress, viele Sorgen und Gedanken, mentale und körperliche Energie, die in alle möglichen Richtungen fließen musste. Mit diesem Rückblick kommt die Motivation "was jetzt noch übrig ist, schaffen wir auch noch", aber auch die, ich sage mal, rechtschaffende Erschöpfung dass es danach bitte wieder etwas ruhiger werden darf an der "langweilige Dinge, um die man sich als Erwachsener leider kümmern muss" Front.;-)

2016 zum ersten Mal getan?
Das ist so das Problem wenn zu viele langweilige Erwachsenendinge zu erledigen sind, oder? Kreative und andere Abenteuer bleiben auf der Strecke. *sfz* Ich vergebe den Punkt mal an meine Fantasy Karte - sowas habe ich (zumindest in digitaler Form) noch nie vorher ausprobiert und bin immer noch ein ganz klein wenig stolz drauf. Merkt man kaum, oder?;-)

2016 nach langer Zeit wieder getan?
Gassi gehen! Viele bestehen ja darauf, dass es Katzen-Menschen und Hunde-Menschen gibt, aber ich bin ganz froh, dass wir uns diesem Trend widersetzen. Wenn man eine schnurrende Wärmflasche braucht, ist keine Katze super, aber am Strand spazieren gehen, kann man eben mit dem Hund besser.;-)

2016 leider nicht getan?
Irgendwie auch ein wiederkehrendes Thema: Elysion rechtzeitig fertig bekommen, als das ich das Weihnachtsgeschäft noch hätte mitnehmen können.;-) Ich versuche das aber wie bei den B(r)uchstücken schon positiv zu sehen - die 2-3 Monate, die ich länger gebraucht habe, als geplant, um den Text fertig zu stellen, sind in viele kleine und große Änderungen geflossen, die hoffentlich am Ende eine bessere Geschichte ergeben. Es dauert eben solange wie es dauert.:-)

(Un)wort des Jahres?
Post-Faktisch. Ja, ich weiß was es meint und nein, mir fällt auch kein besseres, nicht-konfrontationales Wort dafür ein, aber manchmal möchte ich einfach mal auf Non-Konfrontation scheißen und es "Dummheit" oder "Flasch aber Lauter als Du" nennen, das käme dem eigentlichen Problem näher.

Allgemeinzustand?
Es gibt ja Menschen, die denken genug Bewegung an frischer Luft heilt so ziemlich alles von Depressionen bis Krebs - das ist natürlich großer Mumpitz, aber ich muss sagen das mit dem flauschigen Personal-Trainer funktioniert schon auch irgendwie. Gut, dafür musste ich mir orthopädische Einlagen machen lassen, weil meine Knie die 10km Laufen zusätzlich pro Woche echt schmerzhaft übel genommen haben, aber man kann nicht alles haben.;-)
Trotz diesem kleinen Return of the Zipperlein kann ich mich im Großen und Ganzen nicht beschweren.

 
Partys?
In einem Jahr, dass mit langweiligen Erwachsenendingen vollgestopft war, sind die großen Parties leider sehr zu kurz gekommen. Dafür gab es allerdings viele kleine, gemütliche Abende, Pizza auf der Terasse, Feierabend Bier und/oder Sushi und gemeinsames Gassi Gehen (bei Kälte, Sturm, Hitzegewitter und brennender Sonne, man hat von allem was;-). Und natürlich ein sehr stimmungsvolles Halloween, das wollen wir mal nicht vergessen!:-)

Haare länger oder kürzer?
Kürzer! Man glaubt es kaum, aber zu den vielen "Dingen, die erledigt wurden" gehörte auch einen neuen Friseur zu finden und endlich, endlich, endlich mal wieder sowas wie eine Frisur zu haben (und nicht nur Haare;-). Der erste Termin war daher quasi eine katharsische Erfahrung, über die Hälfte des Kopfgemüses musste weichen und durfte auch nicht mehr in der Form zurückwachsen.
Warum? Weil es mir irgendwann komisch vorkam, so viel Zeit und Mühe in die Maintenance von langen Haaren zu investieren, die in den Längen so angegriffen waren, dass ich sie eigentlich nur noch 24/7 im Zopf tragen konnte. Und wenn man den ganzen Tag mit streng zurückgebundenen Haaren rumläuft, warum sind sie dann lang?


Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Kurzsichtiger tatsächlich, aber ein weiteres Ding, das erledigt wurde - beim Optiker des Vertrauens eine neue Brille gekauft und den Mann gleich beschwatzt sich auch eine zu gönnen. 3 Stunden Familien-Sehhilfen-Shopping, warum auch nicht?;-)

Mehr Kohle oder weniger?
Gleichbleibend, aber irgendwie wird die Liste von Dingen, die ich noch anschaffen will nicht kürzer...;-)

Mehr ausgegeben oder weniger?
Neue Heizung, neue Fenster, neues Gästezimmer, neue Hundekörbchen, neues Sofa...soll ich weitermachen...?;-)

Mehr bewegt oder weniger?
Tja schwierig zu sagen - meine "geplanten" Workouts sind ziemlich zusammengeschrumpft, was daran liegt, dass ich zwar morgens immer noch meine 15Min dafür frei halte, aber trainieren nach DVD wird quasi unmöglich, wenn man sich seine Trainingsmatte mit einer dicken Bulldogge teilen muss, die ab und zu zwischendurch einfach mal gekrault werden muss/will.;-)
Und nachmittags nach 7 Stunden Arbeit und 1-2Std Gassi Gehen nochmal Yoga? Auch eher nicht...
An diesem Punkt will ich noch arbeiten, denn 1 oder 2x Yoga in der Woche fände mein Rücken bestimmt gut, aber noch fehlt mir der Time-Slot wo es hinpassen könnte. Vielleicht wenn die Hundeschule absolviert ist...;-)

Film des Jahres?
An der Stelle hatte ich ja letztes Jahr gemutmaßt, dass wir mal über Star Wars sprechen könnten, aber auch wenn ich Thomas Recht gebe und schon aus Prinzip nicht auf diese ganzen "Brauchten wir den Film jetzt wirklich" Mumpitz einsteigen will, war ders dann einfach doch nicht. Space Action ok, aber mein Film des Jahres geht an Inside Out, weil es der einzige Film ist, an den ich wirklich oft und gerne zurück gedacht habe in diesem Jahr und der zweite Platz geht rein subjektiv an Guardians of the Galaxy - auch Space Action aber witziger.;-)


Buch des Jahres?
Geht in diesem jahr mal wieder an ein Sachbuch, Marie Antoinette - the Journey. Eines der wenigen Sachbücher, die ich ausgelesen, umgedreht und wieder von vorne angefangen habe. Sogar bei fiction passiert mir das eher selten.;-)
Wobei mir dabei auffällt, dass die fiction im Hörbuch Bereich in diesem Jahr quasi nicht stattgefunden hat...jetzt wo das Papierbaby Elysion gewindelt und auf dem Weg ist, müssen wir das mal wieder ändern, aber bis dahin vergebe ich den goldenen Gummipunkt an Mozart, weils dann trotz aller wissenschaftlichen Einwände, doch sehr amüsant war.;-)

Erkenntnis des Jahres?
Es dauert so lange, wie es dauert. Lässt sich in vielen verschiedenen Varianten durchspielen und ist immer wahr.;-)

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ach immer diese Frage, keine Ahnung! In dem Jahr, in dem Dinge erledigt wurden, hatte ich nicht wirklich die Zeit großartige Bastelorgien zu veranstalten. Ich einige mich daher mit mir selbst darauf, dass ich viel Zeit verschenkt habe, was wertvoller wird, ja weniger man davon hat. Und ein bißchen Nostalgie Basteln gab's ja auch noch.;-)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Hmmm schwierig, ich habe wir jedes Jahr viele schöne Dinge geschenkt bekommen... Ich vergebe den Punkt 2016 mal an die überraschendsten Geschenke, die ich bekommen habe: Ein Schimpf- und ein Fiese Sprüche Malbuch. Übrigens unabhängig voneinander und in keinerlei Verbindung Ich fluche eigentlich nicht so viel, aber vielleicht wollen mir Familie & Freunde damit ja mitteilen, dass ich das mal öfter tun sollte, so der emotionalen Körperpflege wegen?;-)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Hmm gerade fällt mir da kein einzelner Satz ein, der herausstechen würde, aber ich habe viele anregende Gespräche mit meinen Betas geführt, die mich alle hocherfreut haben - von Diskussionen zu Einsatzfähigkeiten und anatomischen Eigenheiten von Echsenschwänzen bis zu für und wider von Lawinen war alles dabei und ich bin im Endergebnis sehr dankbar für jede Anmerkung gewesen. :-)

Die größte Enttäuschung?
Trotz unserer besten Bemühungen hat es unser kleiner Russenkater bisher noch nicht wieder nach hause geschafft. Die Ungewissheit ist das potentielle Schicksal jeder Freigänger Katze, aber trotzdem verhindert das nicht, dass Traurigkeit bis Wut manchmal noch hochkommen, je nachdem welches Szenario sich gerade so ausmalt.

Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Das mit dem flauschigen Personal Trainer erwähnte ich schon, no? ;-)


Vorsatz fürs neue Jahr?
Entspannen, Loslassen, Atmen, Kreativ werden. In der Reihenfolge.

2016 war mit einem Wort?
Anstrengend. Im positiven wie negativen Sinn.;-)

So damit wäre das Jahr auch schon wieder gebührend verabschiedet. Ich wünsche ein angenehmes Fressgelage 2.0 und einen Guten Rutsch!

2016-12-24

Fröhliche Fress... ähm Feiertage! ;-)


Irgendwann im Erwachsenenleben muss man sich von der Illusion verabschieden, dass man "um oder zwischen den Feiertagen ja noch XYZ erledigen kann". Meine Erkenntnis dazu erreichte mich glücklicherweise schon im Studium, nachdem ich mehrere Jahre hintereinander feststellte, dass die auf die Feiertage verschobenen Hausarbeiten am 6. Januar immer noch nicht geschrieben, die Notizen für die Klausur nicht einmal angefasst und der Putzeinmer immer noch vereinsamt waren. ;-)

Zwischen "den Tagen" findet also eigentlich nur eines statt: Absolutes Food-Koma. Und eigentlich ist das doch auch mal ganz nett, oder?
Zu meinem favoritisierten Loslassen-Programm gehört es deswegen seit Jahren einfach üüüüüberhaupte keine festen Pläne für die Zeit zwischen den Fressgleagen von Weihnachten und Silvester zu machen. Das muss ja nicht heißen, dass man sich nicht trotzdem spontan zu irgendwas aufrafft, aber man muss eben nicht, wenn man lieber auf der Couch bleiben will und das ist schon mal ein gutes Gefühl!;-)

Die Blog-Posts zu Büchern, Filmen, Hörbüchern und dem All Yules Read - das sind viele Bücher, vielleicht machen wir das in mehreren Etappen...;-) - bleiben daher erstmal auf Halde liegen, auch wenn ich nächste Woche sicherlich die Berühmten letzten Worte zustande bringen werde. Traditionen müssen ja gewahrt bleiben.;-)

Bis dahin erfreue ich euch einfach mit A.'s hübschen Eindrücken von unserem Spaziergang über den Weihnachtsmarkt & wünsche erfolgreiche Fressgelage und entspanntes Uitbuiken danach!

2016-12-17

All Yules Read 2016


In diesem Jahr habe ich es nicht wirklich geschafft etwas zum All Hallows Read beizutragen, was sich nahtlos in meine Improvisierten Feiertage in diesem Jahr einpasst.;-)

Als ich allerdings letztlich in komplettem Grinch-Raaaa-kein Bock auf Weihnachtsbläch-Modus durch die Gegend lief - ja, so geht das meinstens Anfang Dezember, also kommt mir besser nicht schon im November mit "ahhh ich habe schon aaaalleee meine Weihnachtsgeschenke", wenn ihr mir nicht seriously auf die Eier gehen wollt;-) - kam mir die Idee in diesem Jahr einfach meinen eigenen All Yules Read zu veranstalten und einfach mal nur und ausschließlich Bücher zu verschenken.

Eigentlich tue ich sowas nicht, weil ich selber auch in der Hinsicht schwer zu beschenken bin, aber in diesem Fall geht es mir weniger darum Bücher für andere Menschen zu finden, sondern die Hauptidee ist eigentlich eher Bücher zu verschenken, die mir aus verschiedenen Gründen viel bedeuten, oder die mich seit langem begleiten.
Natürlich habe ich trotzdem schon darauf geachtet, dass sie dem angedachten Adressaten auch gefallen könnten. ;-) Aber selbst wenn nicht, wäre es immer noch ein Teil von mir, den ich weitergebe, das macht es leichter, denn selbst wenn dem Beschenkten das Buch überhaupt nicht gefällt, oder er/sie es vielleicht sogar schon hat, wird diese Aussage dadurch nicht geschmälert - ich will mit dem Geschenk etwas über mich erzählen und quasi ein Stück meiner Geschichte in Form einer Geschichte jemand anderem schenken.

Ich hoffe natürlich trotzdem, dass den Beschenkten ihre Bücher gefallen werden, ich habe mir in jedem Fall auch etwas dabei gedacht, aber das erzähle ich dann in einem anderen Post, nach Weihachten!;-)

2016-12-10

Ostsee Feeling und neues Jahr

Ich hatte noch versprochen Ostsee An- und Einsichten nachzuliefern und auch wenn es schon fast wieder Zeit für die nächsten Ferien ist, will ich dem dann doch noch nachkommen. ;-)

An sich gibt es von Urlaub am Meer eigentlich nur das übliche zu berichten: Meine Seele tut einfach weh, wenn ich zu lange keine Wellen gesehen habe. Was das angeht, also ein einfacher und vorhersehbarer Erfolg!;-)

Es lohnt sich aber vielleicht darauf hinzuweisen, dass Herbsturlaub an der Lübecker Bucht wettertechnisch zu empfehlen ist - bisher waren wir ja zu selber Zeit meistens Insel-gebunden auf Fehmarn, aber es hat schon auch etwas Schönes an sich, wenn man nicht gaaaaanz so abgeschieden ist.
So kann man zum Beispiel mal nach Lübeck - eine Stadt, die mir schon wengen Marzipan symphatisch ist, aber ansonsten durchaus Charme hat - und einen neuen Turm der "Aussichts-Liste" hinzufügen. Sogar mit Aufzug diesmal, also keine Panikattacken auf schmalen Mittelalter-Treppen - fast schon langweilig.;-)





Außerdem ist der Herbst weiterhin meine liebste Jahreszeit, bunte Blätter und Wasser passen einfach so gut zusammen und das Licht ist einfach schön. :-)



Und dann musste natürlich unser Hund auch noch das Meer kennen lernen...sie ist eine große Bezwingerin der Wellen. ;-P




Nur einen Vorsatz konnte ich nicht erfüllen - einen Plan fassen fürs neue Jahr. Wie man ja vielleicht weiß, ist Neujahr vor diversen Kalenderreformen eigentlich mal im November gewesen, damit man sich während der dunkelsten Tage neue Vorhaben für die lichteren Monate überlegen kann. Das war auch mein Plan für die Einkehr am Meer - aber die entsprechende Inspiration wollte sich nicht wirklich einstellen. Vielleicht hätte hier die Insel-Abgeschiedenheit doch geholfen, aber eventuell braucht mein Hirn auch einfach noch ein wenig Pause, um wieder mit kreativen Ideen um sich zu werfen.
Momentan ist das große Vorhaben daher einfach mal loszulassen - irgendwie war das letzte Jahr großteilig volgestopft mit Dingen, die zu erledigen waren, um die man sich Gedanken machen musste, die organisiert werden mussten, durchgeprügelt oder aufgegeben, nicht funktioniert haben oder verloren gegangen sind. Vielleicht ist es also einfach mal an der Zeit durchzuatmen und sich wieder Grund-Optimismus und Sorglosigkeit anzugewöhnen, die man in solchen Zeiten schnell mal verliert - und dazu zumindest ist so ein Wellenrauschen genau der richtige Sountrack! :-)

Weitere Ansichten von Strand, Meer und Knautschnase gibt es hier. :-)

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