2017-06-24

Waistcoats & Weaponry (Finishing School III)

Eigentlich wollte ich ja sehen, ob das dritte Buch von Ms Schwab mich weniger ärgert, als das zweite, aber aus verschiedenen Gründen bekomme ich momentan nicht genug Schlaf und auch wenn das bedeutet, dass meine Lese-Geschwindigkeit drastisch zugenommen hat, sinkt meine Gedult mit unzufriedenstellend umgesetzten Ideen meist rapide, wenn ich müde bin.;-)
Aus diesem Grund habe ich mich für eine Nervenschonendere Variante entschieden und erstmal eine der anderen Serien weiterverfolgt, die grade so offen sind: Finishing School Teil 3

Sophronia continues her second year at finishing school in style--with a steel-bladed fan secreted in the folds of her ball gown, of course. Such a fashionable choice of weapon comes in handy when Sophronia, her best friend Dimity, sweet sootie Soap, and the charming Lord Felix Mersey hijack a suspiciously empty train to return their chum Sidheag to her werewolf pack in Scotland. But when Sophronia discovers they are being trailed by a dirigible of Picklemen and flywaymen, she unearths a plot that threatens to throw all of London into chaos. With her friends in mortal danger, Sophronia must sacrifice what she holds most dear--her freedom.
Und was soll ich sagen? Die Entscheidung war goldrichtig, denn sie hat meinen Glauben an die schreiberische Menschheit insofern wieder hergestellt, als dass es eben auch immer wieder mal Serien gibt, die besser werden, je länger sie laufen.;-)

Man mag sich ja erinnern, dass meine Einschätzung der Serie "nett, spannend, nur nicht besonders tiefsinnig" sich eigentlich kontinuierlich fortgesetzt hat. Und dann natürlich die Frau zwischen 2 Männern - ehrlich manchmal muss man denken, dass es keine anderen Plotpoints mehr gibt...

Trotzdem muss ich meine eigenen Worte insofern fressen, als dass in Teil 3 von Finishing School diese Dreiecks-Geschichte mir dann doch plötzlich wieder Spaß gemacht hat, was aber auch daran liegt, dass die Autorin sich in diesem Fall wirklich was dabei gedacht hat.

Sophronia ist auch eine Heldin, der vieles gelingt, aber das liegt daran, dass sie talentiert ist und clever und gut in der Ausbildung, die sie unterläuft und nicht einfach nur daran, dass sie sich irgendwas in den Kopf gesetzt hat. Außerdem sind ihre beiden Männer mit ihr in einem Beziehungsgeflecht verwickelt, das Dinge mit ihr macht, pendelnde Loyalitäten, Unsicherheit bezüglich der eigenen Gefühle und diverse komplizierende äußere Einflüsse inklusive.
Sowas finde ich dann wieder spannend, denn es trägt zur Entwicklung des Hauptcharkters bei, was der Tiefe der Geschichte hilft und es hat tatsächlich Auswirkungen und Wechselwirkungen auf die Figurenkonstellation.
Es ist nicht einfach nur ein dummer Plotpoint, der dem leser hingeworfen wird, weil man zu faul ist sich eine vernünftige Backstory auszudenken...aber ich meckere schon wieder.;-)

Bleiben wir mal beim eigentlichen Thema und halten fest: Je länger die Autorin in diesem Fall Zeit hat ihre Figuren zu entwickeln, desto mehr Spaß machen sie mir und desto weniger kommt das "ist platt, aber nimmt sich halt auch nicht so furchtbar ernst" Thema zum Tragen.

Ich fühle mich daher völlig wohl damit 4 von 5 Brieföffner zu vergeben. Teil 4 habe ich mir schon geordert und bin sehr gespannt auf das Finale!:-)

2017-06-17

Sing

So Film 2 aus dem Film Mittwoch und wie ich schon sagte, kann man sich vermutlich schon irgendwie denken wer welchen Film sehen wollte...;-P

Ich muss gestehen, ich wollte den Film vor allem deswegen auf meiner Watchlist, weil ich es lustig fand, dass der Gorrilla Panzerknacker Gang-Leader einen so fetten britischen Akzent spazieren führt. Keine Ahnung warum, aber ich fand das schon großartig lustig...rettet sich vermutlich nur nicht in die deutsche Synchro...



Trotzdem fand ich Sing sehr unterhaltsam, auch wenn alle Rezis, die ich so konsumiert habe, in dem Punktabzug "platte Story" vermutlich Recht haben. Ja, die Geschichte Theater pleite, richtet Gesangwettbewerb aus, läuft etwas aus dem Ruder, lässt sich tatsächlich in so wenigen Worten zusammenfassen und die Figuren sind auf ihre Art natürlich auch die typischen Casting-Show-Archetypen, aber irgendwie hat mich das überhaupt nicht gestört.

Eine rudimentäre, aber wenigstens glaubhafte Story ist ja besser als 95 Twists, die nur da sind, damit sie da sind, oder Logikkrater aufreißen, wo keine sein müssten.;-) Und ansonsten geht's eben vor allem darum dass lustige animierte Tiere Pop-Songs zum Mitswingen zum Besten geben und das funktioniert für mich total. Habe mir gleich am nächsten Tag den Soundtrack runtergeladen und auf meine Playliste gepackt für den garantierten Gute Laune Faktor.

Hier zu sehen im Trailer:


Ich denke ein Film der Gute Laune herstellt, muss schon einen goldenen Gummipunkt bekommen und deshalb komme ich trotz überschaubarem Plot und Figuren-Reichtum auf 4 von 5 Tintenfische. Für die Background Beleuchtung sollte das reichen.;-)

2017-06-10

Norse Mythology

Ich hatte ja schon angekündigt, dass zu meiner Serendipity Inspirationsauswahl für ein eventuelles neues Projekt auch Mythologie gehört, auch wenn ich noch nicht so genau weiß, was man damit anfangen könnte. Tatsächlich habe ich mir Norse Mythology aber vor allem wegen dem Cover gekauft, das mal wieder großartig ist.;-)

Introducing an instant classic master storyteller Neil Gaiman presents a dazzling version of the great Norse myths. Neil Gaiman has long been inspired by ancient mythology in creating the fantastical realms of his fiction. Now he turns his attention back to the source, presenting a bravura rendition of the great northern tales. In Norse Mythology, Gaiman fashions primeval stories into a novelistic arc that begins with the genesis of the legendary nine worlds; delves into the exploits of the deities, dwarves and giants; and culminates in Ragnarok, the twilight of the gods and the rebirth of a new time and people. Gaiman stays true to the myths while vividly reincarnating Odin, the highest of the high, wise, daring and cunning; Thor, Odins son, incredibly strong yet not the wisest of gods; and Loki, the son of giants, a trickster and unsurpassable manipulator. From Gaimans deft and witty prose emerges the gods with their fiercely competitive natures, their susceptibility to being duped and to dupe others, and their tendency to let passion ignite their actions, making these ancient myths breathe pungent life again.
Ich muss gestehen, dass ich mir ein dickeres Buch vorgestellt hatte, was aber vor allem daran liegt, dass ich auch die Erwatung hatte, dass hier die einigermaßen (zumindest im "schon mal sowas ähnliches gehört") bekannten Edda Sagen irgendwie fiktionalisiert als tatsächliche Kurzgeschichten umgestaltet werden würden.
Irgendwie passiert das aber nicht, der Text liest sich sehr wie typische Märchen, inklusive des Abriss von Ragnarok "Dann kamen A, B und C zum Schlachtfeld und kämpften, am Ende waren alle tot". Hm. Ja, im Märchen erzählt man das so und Mythologie ist der Sage und damit den Märchen natürlich eng verwandt.
Ich kann mir nicht helfen, aber ich war trotzdem irgendwie ein bißchen enttäuscht. Märchen sind zum 99% Tell, weil halt Erzählungsüberlieferung und so bleiben die Geschichten (für mich) immer ein wenig platt und eindimensional, es gibt wenig Spannungsaufbau oder sowas wie Atmosphären- oder Charakterentwicklung. All das hatte ich mir jetzt mal einfach so versprochen, wenn man Neil Gaiman bittet Mythen "umzuschreiben". Ohne jetzt andere Übersetzungen und Neuinterpretationen der Edda zu kennen, kann ich jetzt nicht unbedingt sagen wo hier der einzigartige Stil des Autors durchschlagen soll...

Trotzdem sind die Geschichten an sich natürlich - wie viele Märchen - trotz aller "das muss man halt einfach mal so hinnehmen" Elemente und Dinge, die einfach mal in einem Nebensatz passieren, ohne irgendwie erklärt zu werden, an sich unterhaltsam.
Vor allem das Dreieck Odin-Thor-Loki ist hier um einiges interessanter als in der heute gängigeren  Marvel-Variante. Odin als weiser, gütiger König, Thor als der starke Held und Loki als Proto-Bösewicht ist eben doch eine sehr stark vereinfachte Vision von Göttern, die im Altertum erfrischend menschlich mehrdimensional sein durften, was die Dynamik viel spannender macht.;-)

Unterm Strich hat man hier einen netten Schmöker mit dem man ein sonniges Wochenende im Strandkorb verbringen kann - länger als 2 Nachmittage hält das Buch nicht, ich lese nicht sooo schnell;-) - und sich dabei bestimmt nicht langweilt. Nett, aber ich hatte mir mehr davon erhofft, ergibt also mal solide 3 von 5 Schachfiguren - das Wikingergötter schon Schach gespielt haben, war mir z.B. neu, man lernt also doch nie aus.;-)

2017-06-03

Mass Effect Andromeda. Oder: Time for a new type of hero.

Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz der modernen Technologie zu sein: Never buy a game on bug-day. Will sagen, neu auf den Markt kommende Titel sind heutzutage oft noch so Feintuning Bedürftig, dass man zumindest den ersten oder zweiten Patch abwarten sollte.

Ich möchte jetzt mal nicht in die Diskussion verfallen, ob das eigentlich nur heißt, dass Entwickler-Studios sich heute auf der Tatsache ausruhen, dass es die Technologie gibt noch "nachzubessern", was vor Internet und Always-On halt auf Anhieb fertig sein musste, oder ob es einfach mit immer komplexeren Spielen, immer besserer Grafik, immer mehr von allem einfach unvermeidbar ist, dass auch die Fehleranfälligkeit steigt. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen und ohne irgendeine Ahnung vom Programmieren, Spiele-Entwickeln etc. fühle ich mich nicht berufen da Stellung zu beziehen.

Fest steht aber, dass es schon ganz gut war, dass ich bei meinem ersten Durchlauf von Mass Effect: Andromeda noch nicht so wirklich weit gekommen war, bis der erste Patch die teilweise echt unfreiwillig komischen "Gummi-Gesichter" Effekte behoben hat.
Es mag Leute geben, die das anders sehen, aber für mich sind die Figuren und Interaktionen beinahe das spannendste an Rollenspielen, da kann die Land-Map noch so toll aussehen, wenn meine Figur aussieht als wäre sie aus irgendeinem Igor Labor entkommen kann ich mich da nicht so ganz drauf einlassen.;-)
Berechtigte Beschwerden wegen unreifer Grafik aber mal außen vor gelassen (Patch 2 soll das noch ein wenig verbessert haben, ich bin auf den 2. Durchlauf gespannt!:-), sind die Land-Maps schon großartig. Man hat sich hier ausnahmsweise mal was Gutes bei Skyrim abgekukt, ohne dass der Wandersimulator Faktor zu schlimm wird, weil man ja wieder Panzer (sorry Erkundungsfahrzeug;-) fahren darf.
Ich kann zwar das Ding immer noch nicht steuern und denke eigentlich wäre es lustig, wenn die Insassen ab und zu ein paar Kotzgeräusche machen würden, wenn so Deppen wie ich fahren, aber vielleicht kommt das ja noch...;-)
Ansonsten ist für jeden Geschmack was dabei, Urwald, Wüste, Arktis und was alles dazwischen:
Jetzt macht eine super Grafik noch kein gutes Spiel, aber ich finde es einigermaßen atmosphärisch gelungen, wenn man nicht (siehe ME 1) immer durch dieselben 3 Hintergründe läuft.;-)

Das einzige, was für mich leider ein wenig hinter den Vorgängern zurück bleibt, ist der Soundtrack. Es gibt in dem ganzen Spiel nicht einen Track, der sich mir auf Anhieb eingeprägt hätte und meistens hab ich gar nicht gemerkt, dass da irgendwelche Untermalung ist. Das mag jetzt soweit ok sein, man muss ja nicht immer den Mega Bombast und die Lady of Soundtrack Sorrow rausholen, aber es wundert mich ein wenig, denn die letzten Bioware Installments ME3 und DAI sind da ganz weit vorne dabei und als Soundtracks fast zur Gänze auf meiner Playlist gelandet. Und wenn der Shuffel diese Tracks auswirft, dann weiß ich genau wo die herkommen und es entstehen sowas wie Erinnerungen, Emotionen und so ein Gedöns. Man kann also mit ein bißchen Musik viel machen, tut MEA aber nicht...schade!

So jetzt bin ich auf den Gummi Gesichtern rumgeritten und auf der fehlenden Musik und das einzige was dem bisher entgegen steht ist ein netter Umgebungs-Look. Muss ja trotzdem einen Grund haben, dass ich das Ding nochmal spielen würde, nicht?;-)

Und da muss ich sagen, ich bin wirklich tief beeindruckt von der Grundidee einen kompletten Bruch mit Allem Was Vorher War zu vollziehen. Wirklich, komplett, eigentlich beinahe alles (ein paar dünne Informations Ausläufer werden gestreut, vielleicht für die Fortsetzung) was in den ersten 3 Spielen lief, ist sowas von egal, dass es egaler beinahe gar nicht geht.
Das ist nich nur im Zeitalter von Fan-Rage ziemlich mutig, sondern für mich funktioniert es auch gut.

Dazu trägt auch mein Haupt-Lob-Punkt bei: Ryder ist ein völlig anderer Typ Held als Shepard es jemals war. Das muss man nicht mögen, aber es passt einfach nahtlos in die Wir Machen Alles Anders Philosophie und ich stehe ja bekanntlich auf stringente Story und Charakterentwicklung.;-)
Statt militärisch-strammer Typen trifft sich hier ein Sammelsurium an "Abenteurern" im tatsächlichen Rollenspiel Sinn. Menschen ohne Plan und eigentlich auch ohne so furchtbar festgelegte Kommando-Struktur landen in der Scheiße und müssen improvisieren.

Mir hat das sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wieder alle (ein bißchen nachvollziehbarer Weise) darüber meckern, dass der Ich Will Das Ganze Universum Beherrschen Bösewicht ein wenig altbacken daherkommt.
Ich kann Bösewicht-Meckerei fast immer nachvollziehen, aber hier spare ich mir mein endgültiges Urteil mal auf, bis man evtl. im nächsten Teil rausgefunden hat, ob diese ganze Böser Kult statt Imperiale Armee Idee vielleicht noch ein paar nette Ausläufer in Petto hat.

Alles in Allem wird es schwer ME3 für mich zu toppen, aber das sollte (siehe Wir Machen Alles Anders und so) vielleicht auch nicht der Maßstab sein. Der fehlende Soundtrack ist mir allerdings sehr wichtig und daher ziehe ich mal für kleinere WehWehchen, nicht so ganz großartigen Bösewicht und den Punkt Musik einen ganzen Punkt ab.
4 von 5 Makos ist für ein Bioware Spiel schon fast eine schlechte Bewertung von mir, aber es kann ja wieder aufwärts gehen, DLC kommt ja vielleicht auch noch. Wir werden es erleben! :-)

2017-05-27

Team Stuart 2: King Charles II

Ich musste mich nach meinem Ausflug in mir ungenügend gut umgesetzte Fiction mal entspannen, also habe ich mir das dickste Sachbuch auf den Nachttisch gelegt, das ich gerade verfügbar hatte.;-)

Natürlich fehlen mir ein paar Stuarts zwischen Mary und King Charles II und Cromwell könnte man sich Biographiemäßig vielleicht auch noch mal genauer ansehen, aber ich war sehr neugierig in diesem Fall, denn bisher beschränkte sich mein gesamtes Vorwissen auf den Inhalt des Horrible Histories Songs...der allerdings auch ziemlich großartig ist...;-)



Das Buch ist nicht ganz so lustig, was allerdings auch zu erwarten war... ;-)

Following a youth of poverty and bitter exile after his father's execution, the ousted king first challenged, then made his magnificent escape from, Cromwell's troops before he was eventually restored to his throne in triumph in 1660. Spanning his life both before and after the Restoration, Antonia Fraser's lively and fascinating biography captures all the vitality of the man and the expansiveness of the age.
 Ich muss sagen, ich bin mit diesem Team Tudor Kandidaten nicht ganz so warm geworden, wie mit seiner illustren Vorfahrin, was aber auch einfach daran liegen kann, dass Sex, Intrigen und Mord ein wenig spannender zu erzählen sind als die Ausformung der Parlamentarischen Monarchie...

Man kann es dem Buch also eigentlich nicht wirklich zum Vorwurf machen, dass es sich ein wenig in Politik und Argumentationen verliert, denn das scheint einfach das Thema der Zeit gewesen zu sein.

Ich werde es bei Gelegenheit sicherlich noch mal lesen und mir die Feinheiten der politischen Auseinandersetzungen antun, bei denen ich jetzt immer mal wieder abgedriftet bin, aber für den spannenden Lesespaß würde ich dann doch eher Mary Stuart oder Marie Antoinette empfehlen.

3 von 5 Spaniel ist das aber immer wert und das reicht ja schonmal für ein kleines königliches Rudel.;-)

2017-05-20

Movie Mittwoch: Dr. Strange

Wir stellten letztlich fest, dass unsere Watchlist von Filmen, die wir im Kino mal wieder verpasst haben, leider nicht kürzer wird, also versuchen wir jetzt einen Abend in der Woche dem gepflegten Heimkino zu widmen. Teil des Plans ist auch, dass wie abwechselnd wöchentlich die Filme aussuchen, was uns hoffentlich um das Problem herumbringt, dass wir uns nicht entscheiden können...;-)

Ich verrate jetzt einfach mal nicht wer welche Filme aussucht, ich denke leider wird das selbsterklärend, aber unser erster Movie Mittwoch (Denglische Alliteration anyone?;-) verlief bis auf ein paar Probleme mit dem Internet Streaming recht erfolgreich und zeigte uns Dr. Strange, oder auch Sherlock mit Superkräften.;-)

Das klingt jetzt evt ein wenig despektierlicher als es gemeint ist, aber man kann schon irgendwie sehen warum sie Sherlock Cumberbatch besetzt haben. Zumindest vor dem New Age Selbstfindungstrip ist der Charakter so nah an Cumberbatch Sherlock, dass man eigentlich nur durch das OPoutfit merkt welchen Film man grade sieht.
Das ist jetzt ein bißchen Jammern auf Hohem Niveau, ich hoffe halt nur, dass dem armen Mr. Cumberbatch diese Art von Type Casting jetzt nicht ewig hinterherläuft (Khan in Star Trek ging ja auch schon so in Richtung Soziopath und das mit dem langen Mantel gab's da auch schon mal...).

Ansonsten entwickelt der Film vor allem das Set von Inception nett weiter und es gibt von mir einen ganz subjektiven goldenen Gummipunkt für Tilda Swintons Energie-Kampf-Fächer-Technik. Very nice, auch wenn sie vermutlich vor allem deswegen kein alter Tibeter ist, weil die Produzenten den Film auch in China zeigen wollten...

Der Bösewicht ist auch recycelt - abtrüniger Schüler wird von Angst vor der Sterblichkeit auf die Seite eines dunklen Overloards gezogen, nur leider ohne Lichtschwert diesmal - aber hatte wenigstens ein kleines bißchen mehr Charisma als Anakin...gut, aber Hefe hat mehr Charisma als Anakin, also auch egal.;-P

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und fand die Bilder und Sets recht beeindruckend. Für das Thema und Plot recycling ziehe ich daher nur ein kleines Pünktchen ab, denn immerhin sucht sich der Film funktionierende Ideen zusammen und meine vielzitierten Boy-Meets-Girl Filme werden ja auch immer noch produziert, obwohl da seit Jahren dieselbe Grütze gerührt wird.;-)

Mit 4 von 5 Teetassen kann man also den Start vom Movie Mittwoch als gelungen bezeichnen. mal sehen was wir nächste Woche als Kontrastprogramm auflegen.

2017-05-13

Die Freuden von Packpapier ;-)

Bekanntermaßen habe ich ja diverseste Buntstifte zu Weihnachten bekommen, zusammen mit netten Ausmalbildchen für den Frustabbau.;-)

Man mag es jetzt für Faulheit, oder aber für ein gutes Zeichen halten, aber bisher hielt sich meine Motivation zum künstlerisch vorgegebenen Frustabbau in Grenzen, weswegen ich auch noch keine netten Beileidigungskunstwerke vorzuweisen habe...
Andererseits kam ich letztlich zu einer fast vollen Rolle Packpapier und habe wieder festgestellt, dass Packpapier eigentlich mein liebstes Geschenkpapier ist.

Gut, gekauftes Papier hat sattere Farben und Muster und glitzert und glänzt evt auch, aber für den individuellen Touch und die Zenhafte Freizeitbeschäftigung geht nichts über Packpapier!;-)

Und mit sehr wenig Aufwand macht so ein "langweiliges" Buchpaket gleich viel mehr her.;-)

Vielleicht verlege ich mich zum Adventbasteln dieses jahr auf Geschenkpapier Design...mal sehen ob ich mir die Idee bis zum Winter merken kann...

2017-05-01

The Dance of Lifey Death

Es ist bestimmt nicht das erste und bestimmt auch nicht das letzte Mal, dass ich einen Blog Titel von Neil Gaiman klauen möchte, aber ich hoffe man möge es mir verzeihen, es passte gerade so gut.

Blog und andere Schreibereien liegen momentan etwas brach, weil der Tanz von Leben und Tod ein wenig zu viel Zeit und Energie frisst - Sorgen muss man sich aber keine machen, alles soweit in Ordnung und ich hoffe der ausgedehnte Eskapismus der "Zwischenzeiten" der letzten Wochen wird sich in ein paar neuen Blogeinträgen niederschlagen, sobald ich dazu komme.

In der Zwischenzeit sei darauf hingewiesen, dass der 1. Mai nicht immer ein Tag für Demos und schlechte Hausdekorationen war - die Freudenfeuer galten statt dessen dem erruptiven Ausbrechen von neuem Leben in der Natur, das sich in den letzten Tagen schon angedeutet hat, siehe Beweisfoto unten!

Es ist also nicht nur ein Tag, an dem manche Menschen gerne Fenster einschmeißen, sondern auch ein Tag der neuen Anfänge und der freudigen Erwartung. Das an sich ist ja vielleicht schon ein gutes Omen für die nächste Zeit!:-)


2017-04-22

A Gathering of Shadows. Oder: Vorsicht mit den eigenen "Helden"!

So das zweite Buch aus der Reihe, hat nicht lange gebraucht das zu lesen. Heißt das jetzt, dass es einfach sehr spannend war, oder nur, dass man viel ersatzlos wegblättern konnte?
Die Antwort ist, ein bißchen aus Spalte A und ein bißchen aus Spalte B.;-)

Kell is one of the last magicians with the ability to travel between parallel universes, linked by the magical city of London. It has been four months since a mysterious obsidian stone fell into his possession and he met Delilah Bard. Four months since the Dane twins of White London fell, and the stone was cast with Holland's dying body back into Black London.Now Kell is visited by dreams of ominous magical events, waking only to think of Lila. And as Red London prepares for the Element Games-an international competition of magic-a certain pirate ship draws closer. But another London is coming back to life. The balance of magic is perilous, and for one city to flourish, another must fall...
Zuerst mal das Positive aus Spalte A: Man erinnert sich an meinen Hinweis, dass Archetypen Figuren manchmal ihre Berechtigung haben, ohne dabei aber besonders spannend zu sein? Diesen Einwand kann ich zumindest nicht mehr erheben. Die Ereignisse aus Buch 1 werden in der "Brüder" Dynamik sehr nett weiterentwickelt und die verworrene Abhängigkeitsbeziehung der beiden männlichen Hauptfiguren gefällt mir ausnehmend gut, was mich über Weite Strecken des Buches getröstet hat.

Warum ich aber trotzdem denke, dass das 2. Buch hinter dem ersten zurückbleibt?
Punkt 1: Dieses ganze Jump-N-Run im Magiertunier ist mir irgendwann öde geworden, was aber nicht hätte sein müssen, wenn nicht Punkt 2 wäre: Die weibliche Hauptfigur nervt mich unheimlich und warum? Weil die Autorin (ja inzwischen hab ich's gegoogelt;-) leider total verliebt in ihre eigene Figur ist.
An dem ist prinzipiell nichts auszusetzen, auch nicht daran, dass es viel Survial Jump-N-Run gibt - ich persönlich mute meinen Figuren gerne Blut, Schweiß und Tränen zu, um sie leiden zu lassen, denn darin entwickelt sich eine Figur. Das Problem an Lila ist aber, dass ihre Autorin sie zu sehr mag, um sie wirklich leiden zu lassen und das wird irgendwann einfach öde. Hier ein paar Beispiele:

1. Lila hat ein Glasauge. Diese "Enthüllung" am Ende von Buch 1 hat mich schon da dazu verleitet mal zurückzublättern und mir anzuschauen, ob diese Einschränkung in den Passagen, die aus ihrer Sicht erzählt werden, irgendwie angedeutet werden. Spoiler: Werden sie nicht. Sie "verbrigt das so gut, dass nicht mal sie es merkt". Ähm ja. Nein!
Abgesehen davon, dass man schon "Because Magic" als Begründung braucht, um zu erklären, warum beinahe niemand ANDERES es bemerkt, dass sich nur 1 von 2 Augen normal bewegt, ist es absolut unrealistisch, dass sie SELBST nicht "bemerkt", dass sie keine räumliche Wahrnehmung hat und einen "blinden Fleck" von hier bis zur Antarktis. Spätestens in den 10.000 Kampfszenen müsste es auffallen, aber nö. Und Because Magic? Ja, könnte das alles erklären, aber kleiner Tipp: Je mehr man mit Because Magic erklärt, desto schlimmer für die Geschichte!
Außerdem braucht das Ding natürlich keine Pflege, sie muss es nie rausnehmen, es fliegt auch nicht versehentlich mal raus, wenn sie mal wieder gegen irgendwas geschleudert wird und sie hat scheinbar auch nur das eine. Gut, das könnte man jetzt noch mit "Kommt aus ärmlichen Verhältnissen" erklären, aber dann stellt sich mir die Frage: Warum hat sie dann nicht einfach eine Augenklappe, wie jeder andere Pirat auch? Die Dinger können im 19Jhd. jetzt auch nicht für 10Cent an jeder Straßenecke zu haben gewesen sein.
Kurzum: Es ist ein sinnloses, dämlich umgesetztes Gimmick, dass nur dazu dient uns im Unklaren zu lassen, ob sie vielleicht auch mal so ein schwarzes Blutmagier Auge hatte. Für diesen lahmen Suspense Moment zieht sich also ein "Charakterzug" durch die Geschichte, der mir jedes mal die Nackenhaare auftreibt, wenn er mal wieder erwähnt wird.

2. Lila ist eine Frau zwischen 2 Männern. Mal ehrlich, bei aller Verteidigung von Archetypischen Figuren und Plots, diesen kann ich wirklich nicht mehr hören. Und in diesem Fall umso mehr, denn damit der Plotpoint überhaupt funktioniert, müssen sich Kell und ihr neuer Kapitän (Alucard, darf ich mal anmerken, dass er Name übelst geklaut ist? Nicht dass ich nicht auch ständig Sachen klaue für meine Geschichten, aber Dracula lasse ich in seinem Grab;-) natürlich hassen. Und warum tun sie das? Tja Kell hasst ihn, weil er Rhy "das Herz gebrochen hat". Seriously? Den angenehm beiläufig eingestreuten Boy Romance Moment mal außer Acht lassend: Ist eine verünglückte Affaire eines Freundes/Bruders wirklich ausreichend, um jemandem wiederholt den Tod zu wünschen, ihn aus der Stadt zu verbannen und ihn mit scheinbar unversöhnlichem Hass zu verfolgen?
Ich weiß ja, dass diese DramaBaby Beziehungsklischees immer wieder gerne aufgewärmt werden, aber ich persönlich mag lieber Figuren, die ihre Zwischenmenschlichen Beziehungen irgendwie einigermaßen erwachsen regeln (und auch in YA Fiction darf man das^^), also erreicht die Autorin mit dieser unnötigen Dreiecksbeziehung nur, dass mir ihre Hauptfiguren unsymphatischer werden.

3. Lila ist "unstoppable" (Zitat der Figur selbst). Ehrlich, ist so. Sie weiß erst seit 4 Monaten, dass es Magie überhaupt gibt, was sie nicht davon abhält sich in dieses DieBestenDerBestenDerBesten Turnier einzuschleichen - und das allein bringt schon einige "Das ist aus dramatischen Gründen notwendig" Dinge mit sich, die mir die Augenbrauen auf die Stirn trreiben. Und nicht nur das, nein, sie gewinnt ihre Kämpfe auch noch. Und es dauert sehr, sehr, sehr lange, bis sie irgendwann mal ein ganz kleines bißchen leiden muss für diese bescheuerte, völlig unlogisch, realitätsferne Idee.
Und hier kommen wir dann zu dem eigentlichen Punkt: Die Autorin findet Lila so toll, dass ihr alles gelingt. Sie ist nicht nur selbsterklärt One of a Kind, sie ist ganz offensichtlich der Held ihrer Autorin und hero worship für die eigenen Figuren ist...langweilig. Denn wenn man es irgendwann nicht mehr übers Herz bringt seiner Lieblingsfigur richtig wehzutun, wenn sie was richtig Dummes tut, dann sieht es für den Leser so aus, als würde der Figur alles mit einem Fingerschnippen gelingen. Das tut nicht nur dem InTime Realismus keinen Gefallen, es führt auch dazu, dass Badassery (wo habe ich diesen Ausruck her...?) zum Alltag wird. So braucht Lila z.B. auch nur 3 Sätze, um 3 Menschen im Schlaf abzustechen. Gut, waren Böse Jungs, aber trotzdem. Macht das nichts mit der Figur? Und wenn nicht warum nicht? Nicht mal Because Magic rettet einen hier, vielleicht Because Unausgegorene Backstory, aber den Punkt hatten wir ja schon in Teil 1 ausgewalzt.

Ich hoffe wirklich wirklich wirklich, dass sich Teil 3 der Reihe wieder mehr auf die Kell-Rhy Geschichte konzentriert, dann werde ich vielleicht weniger Seiten weiterblättern und die Rezis werden wieder ein wenig kürzer.^^
Bis dahin bezähme ich mal mein Autorengemecker und gebe dem Buch trotz allem 4 von 5 Bannern, weil die Teile der Geschichte die gut waren, wirklich gut waren. Das mussten sie leider aber auch sein, denn wenn man mich kennt weiß man: So viele Worte verwende ich nur auf richtig gute Ideen, die mir verschwendet ungenügend umgesetzt vorkommen.;-)

2017-04-15

Angehört: Götter, Gräber und Gelehrte

Wie man weiß, bevorzuge ich meine Hörwolke normalerweise Englisch, aber es ergab sich zuletzt, dass mehrere Punkte auf meinem Hörbuch Abo aufgelaufen waren und da ich immer noch auf der Suche nach meinem neuen Schreibprojekt bin, habe ich diese Punkte mal in "diverse Dinge, die evt Ideen enthalten könnten, oder auch nicht" investiert.
Auf der "Leseliste" stehen also ein Buch über Tatortermittlungen, ein Wälzer zu Mythologien und dieses hübsche Annekdotenwerk über die Geschichte der Archeologie - was das mal für eine Geschichte werden soll, habe ich noch keine Ahnung, man wird es erleben müssen.

Bis dahin widmen wir uns Götter, Gräber und Gelehrte, geschrieben von C. W. Ceram, gesprochen von Frank Arnold, einfach mal ohne Hintergedanken im Hinblick auf Inspirationsfähigkeit.;-)

Versunkene Städte, sagenumwobene Schätze, rätselhafte Schriftzeichen: die Geschichte der Archäologie als packender Tatsachenroman. Wir entdecken Herkulaneum und Troja, Babylon und Ägypten, ja sogar die Stätten der Maya und Azteken. Endlich gibt es den Millionenbestseller für jung und alt in der aktualisierten Neuausgabe als ungekürztes Hörbuch. Frank Arnold (Deutscher Hörbuchpreis 2014) interpretiert den Text lebendig und mitreißend.

Ich hatte ja schon mit A Short History of Nearly Everything einen netten Abriss über die Geschichte der Physik konsumiert, wobei mir eigentlich die verqueren Annekdoten von merkwürigen Forschern eigentlich immer am besten gefielen.
Das setzt sich hier nahtlos fort, ich kann noch nicht sagen, ob ich irgendwas aus diesem Buch jetzt fiktional "brauchen kann", aber als Unterhaltung für den Abendessen Tisch eignen sich die diversen Geschichtchen über Entdeckungen und seltsame Forscher, manchmal interessante und manchmal cringeworthy (sorry dafür gibt es kein deutsches Wort, das mir grade einfiele;-) Verfahren ausnehmend gut, konnte ich schon testen.;-)
Schon alleine, das Wort "Spatenwissenschaft" muss man doch mögen, oder? Indiana Jones hätte hier bestimmt auch noch was lernen können.

Wer sich also für die Materie interessiert, aber auch ein Herz für die obskure, historische Annekdote hat, sollte hier mal reinhören. Ich ziehe einen kleinen, halben Punkt ab für die manchmal ein übertrieben verschwurbelte Ausdrucksweise (kann man mögen, ist aber ja mein Blog;-) und so bleiben 4,5 Klappspaten, was für eine kleinere Ausgrabung oder einen überzeugenden Grabraub bestimmt ausreichend wäre.;-)

2017-04-08

Im kreativen Niemandsland. Oder: Das mit dem Multitasking.

Es ist mal wieder Zeit sich mental von einem Buchprojekt zu verabschieden, was mir gerade nicht leicht fällt, und am besten funktioniert das erfahrungsgemäß, wenn man sich für etwas Neues begeistert, also sichte ich gerade meine "Geschichten auf Halde" und versuche mich zu entscheiden, welche davon der Begleiter für die nächsten 2-3 Jahre werden soll.

Ich würde ja gerne mal ausprobieren, wie es ist, wenn man einfach mal nicht so furchtbar langwierige Entscheidungen zu treffen hätte, weil man vielleicht mal irgendwas schreiben würde, was keine 400 Seiten lang ist und ewig dauert, aber aus "leidvoller" Erfahrung mache ich mir da einfach mal keine großen Hoffnungen.;-)

Die größte Entscheidung der "Winterpause" (ich glaube im November oder so ist Elysion ins Lektorat gegangen) war allerdings nicht was ich mache, sondern was ich nicht mache. Ich habe mich lange mit der Frage getragen, ob ich nicht noch irgendwas aus den 200 Seiten Notizen machen könnte, die ich noch von meinem Dissertationsprojekt "übrig" habe und/oder ob ich nicht mal meine neugewonnenen Kenntnisse in MemoQ dazu nutzen könnte, eine englische Version vom Rosenfriedhof oder von den B(r)uchstücken zu versuchen, bevor ich etwas Neues anfange.

Beides ist eine ganze Weile im Background Processing herumgewabert, aber hat sich schließlich nicht durchgesetzt.
Ich bin einfach kein Übersetzer und selbst wenn, stelle ich fest, dass vielleicht niemand seine eigenen Texte übersetzen sollte - oder zumindest sollte ich das nicht tun. Ein Übersetzer muss zu viele schwierige Entscheidungen treffen, was nicht einfacher wird, je näher man an einer Geschichte dran ist. Zusammenarbeit mit Übersetzern ja, aber Autor und Übersetzer in einer Person kommt mir ein wenig so vor, wie Hauptdarsteller und Regiseur zu sein - kann funktionieren, kann aber auch ein furchtbares Ego Ding hervorbingen.;-) Neil Gaiman hatte interessanterweise gerade einen Artikel dazu.

Und was das Dissertationsding angeht...ich muss gestehen es war schwer einzugestehen, dass ich einfach keinen Zugang mehr dazu habe, denn immerhin stecken 3 Jahre Arbeit und ein beinahe-Burn-Out-Zusammenbruch in dieser Datei, aber das macht es ja nicht besser.
Ein Buch zu schreiben, nur weil man seine Notizen nicht verschwendet sehen will, kommt mir so vor wie einen fauligen Apfel zu essen, damit man ihn nicht wegwerfen muss. Ist der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich und man sollte sich lieber eingestehen, dass man zu lange gewartet hat.;-)

Noch habe ich ja aber ein wenig Zeit, um mich mit dem Nachfolger von Elysion zu beschäftigen (eine Fortsetzung wird es schonmal nicht, ich habe Ideen dazu, aber vorerst habe ich genug von Drachen und Elfen;-), denn kreatives Multi-Tasking war noch nie meine Stärke.
Solange also die "Gefahr" besteht, dass ich mich gedanklich noch mal ganz tief in das Drachen-und-Elfen-Ding eindenken muss, um die Kritik aus dem Lektorat aufzugreifen, solange weigert sich mein Hirn sich zu ernsthaft in irgendwas anderes zu vertiefen.
Aber rauszufinden was man schon mal nicht machen will, bringt einen ja irgendwie auch voran.;-)

2017-04-01

A Darker Shade of Magic. Oder: Das mit den Archetypen.

Ich habe mich für Elysion sehr lange mit der Frage beschäftigt, wie Magie "funktioniert" und vor allem wie man dafür sorgt, dass Magier in der Welt, in der sie sich bewegen, nicht unbesiegbar sind - denn seien wir mal ehrlich, sogar Superman braucht Kryptonit, um nicht völlig öde zu sein. ;-)

Ich habe dabei schnell festgestellt, dass viele Autoren sich diese Frage stellen und es erfrischend viele Konzepte gibt, die mal mehr und mal weniger überzeugend sind - das für mich Langweiligste nenne ich mal den Gandalf-Effekt "Magie funktioniert, keiner weiß wie oder wieso, kommt damit klar". Bläh.
Magische Worte/Zeichen und daraus gewonnene Effekte sind ein weiterer guter Ansatz, der mir bei Sabriel gut gefiel und dann gibt es natürlich die Elemente, die in Elysion meine Lösung der Wahl waren.
A Darker Shade of Magic von V.E. Schwab ist eines von diesen Büchern, die aus irgendeinem Second Hand Stapel in meine To Read Liste gerutscht sind und zuerst einmal mochte ich vor allem das Cover.;-) Aber das Magiekonzept gefällt mir auch.

Most people only know one London; but what if there were several? Kell is one of the last Travelers - magicians with a rare ability to travel between parallel Londons. There's Grey London, dirty and crowded and without magic, home to the mad king George III. There's Red London, where life and magic are revered. Then, White London, ruled by whoever has murdered their way to the throne. But once upon a time, there was Black London...
Erstaunlicherweise war mir dieses "Parallelwelten" Ding erstmal nicht ganz so wichtig. Nett ausgedacht und gut erzählt, aber die Idee, dass es noch weitere unsichtbare Londons gibt, ist jetzt nicht neu, irgendwie scheint London sich dafür anzubieten.;-)
Die Idee, dass es neben Wasser, Feuer etc Magie auch noch Knochen und Blut geben müsste, war mir bei Elysion auch schon gekommen, aber hat - wie in den meisten Magiekonzepten - eine verbotene Komponente. Der "Twist", dass hier der Blutmagier der Held der Story ist, kann also mal als erfrischende Neuerung gelten.;-)

Ansonsten - ich will mal ausnahmsweise nicht zu viel spoilern - fand ich die Geschichte wirklich gut erzählt, ich wollte immer wissen wie es weiter geht und die "Survial Strecken" (im Elysion Jargon nennen wir es Jump-N-Run;-) der Plot Driven Story halten sich in Grenzen.

Tortzdem hat die ganze Zeit irgendwas an mir genagt, was ich unzufriedenstellend fand, aber ich habe tatsächlich etwas länger gebraucht, um herauszufinden was es war. Tatsächlich bin ich erst durch das Nachwort des Autors (der Autorin? Ich hab's nicht gegoogelt) drauf gekommen, in dem er/sie sich bei ihrer Lektorin bedankte, die Kell, Lila und Rhy genauso liebgewonnen hat, wie sie selbst.
Durch die Überlegung, dass diese 3 Figuren die Basis der Geschichte bilden, ist mir dann aufgefallen was mich stört: Rhy ist ein total überzeugender, aber nicht sonderlich komplexer Archetyp Charakter (weswegen ich ihn auch eigentlich nicht als Hauptfigur gesehen hätte) vom Typ Thronerbe-mit-Minderwertigkeitskomplex, was er mit Charme, Wein, Weib und Gesang zu übertünchen versucht. Nicht neu, vielleicht auch nicht aufregend, aber grundsolide und funktioniert.
Kell und Lila dagegen haben als bonding moment eine geteilte "dunkle Vergangenheit" - er mit seinen von verbotener Magie gelöschten Erinnerungen, sie mit ihrem "auf der Straße aufgewachsen, habe schlimme Dinge erlebt und getan" Ding. Trotzdem sind die beiden Figuren natürlich schon aus dramaturigscher Notwendigkeit heraus funktional in ihren Rollen, ein bißchen wie Katniss am Anfang von Hunger Games.

Während man aber Katniss im Laufe von 3 Büchern während ihres Survival Jump-N-Runs beim seelischen Auseinanderfallen zuschauen kann (einer der Gründe, warum mich die Bezeichnung "Teenie-Bücher" immer etwas gegen den Strich bürstet), haben diese ganzen "ooooh die Vergangenheit" Anspielungen bei Kell und Lila eigentlich 0 Aus- oder Einwurkungen auf die Geschichte. Und DAS war was die ganze Zeit so unzufriedenstellend an mir gezupft hat.
Wenn ich für meine Figuren eine Dunkle Vergangenheit als Gemeinsamkeit für ihr Außenseitertum bastle - und es gäbe andere Möglichkeiten eine Gruppe zusammenzuführen - dann sollte das nicht nur Mittel zum Zweck sein, sonst wirkt es psychologisch unlogisch.

Man kann mir glauben, wenn ich sage, ich weiß ganz genau wie schwierig es ist in Plot Driven Stories die Zeit zu finden und den richtigen Raum zu bemessen für "Charakterentwicklungskram". Es ist ein schmaler Grad zwischen "meine Figuren bleiben Archetypen" und "die Story wird überladen von ewigem Befindlichkeitsgedöns". Grade deswegen habe ich mir bei Elysion die Dunkle Vergangenheit für meine Hauptfiguren verkniffen, denn mir war das zu kompliziert.;-)
Aber grade deswegen behaupte ich einfach mal, ein solider funktionabler Archetyp Charakter funktioniert manchmal einfach besser, als noch 95 andere Aspekte einer Figur anzudeuten, aber nicht bis zum bitteren Ende durchzuziehen.

Aus Geschichtenerzähler-Sicht muss ich also einen Punkt abziehen, aber weil ich mich ansonsten sehr unterhalten gefühlt habe (was schon zeigt, dass der Nachfolger-Band schon auf meinem Nachttisch liegt;-), vergebe ich trotzdem mal 4 von 5 Runensteinen. Es kann halt nich jede Story Hunger Games sein.;-)

2017-03-25

Listening to: Kings and Queens of England

Noch ein kurzer Hinweis aus dem Fangirl Loch, danach gibt es erstmal eine Pause, versprochen.;-)

Hauptsächlich der Vollständigkeit meines "Fraser" Regalbrettes halber, habe ich mir The Lives of the Kings and Queens of England auf den Quatschkopf gezogen, ein ziemlich grobes Übersichtswerk, aber ich dachte vielleicht kann man auch als Amateur Monarchist noch ein paar interesannte Infos abgreifen.;-)

Das ganze ist eigentlich nur herausgegeben von Antonia Fraser, aber hat als subjektiven Bonuspunkt Wanda McCaddon als Sprecherin, die auch meine sehr geliebte Hörbuchversion von Anna Karenina spricht. Für mich waren also die groben Übersichtsfakten garniert von einer Vorlesestimme, die ich sehr angenehm finde, das hilft immer.;-)

This magnificent story of 1,000 years of English history is told through the lives and deeds of Kings and Queens, from the Normans to the Windsors. Understand how the power of the crown has changed as a result of both the character and ability of each monarch and evolving historical circumstances. Eight specialist contributors depict the whole spectrum of royal life in a succinct and fascinating way. Newly revised in 1998, this edition offers expanded coverage of the House of Windsor, including recent events that have greatly affected the Royal Family.
Was soll ich sagen? Es ist ein Übersichtswerk und viel Neues konnte ich jetzt in der englischen Geschichte nicht mehr entdecken, ich muss mir glaube ich mal ein neues Feld für meine historischen Obsessionen suchen.;-)
Aber wer immer schon mal wissen wollte was es mit William the Conqueror, oder Mad King George oder Wallis Simpson auf sich hatte, oder warum die Royals heute Windsor heißen, der ist hier ganz gut aufgehoben.

Und das ist doch immer 3 von 5 Löwen wert, oder?

2017-03-18

Mary Stuart

Das Fangirl Loch der Feiertage hat diesmal auch die Auswahl meiner Weihnachtsbücher beeinflusst, wie man sieht - nur als Hinweis "Weihnachtsbücher" sind die Bücher, die ich mir selbst von meinem Weihnachtsgeld schenke. Geschenke, die man sich selbst macht, halte ich weiterhin für sehr wichtig, aber an Weihnachten versuche ich immer auch ein wenig für Bücher auszugeben, ansonsten geht das Weihnachtsgeld immer schnell bei IKEA oder im Gartencenter drauf, irgendwas will man ja immer...;-)

In diesem Jahr habe ich meine Bibliothek um ein paar Stuarts aus der Feder von Antonia Fraser erweitert - eine Autorin, die ich immer schon mochte und die immerhin mein Sachbuch 2016 geschrieben hat. Diese Vorraussatzung fand ich ausreichend, um mich aus dem Team Tudor Konfortbereich mal ins Team Stuart zu begeben.
Wenn man sich die einschlägige Literatur ansieht, kommt man fast nicht darum herum diese Team Theorie aufzustellen, man ist entweder im Team Tudor und findet, dass Elisabeth I schon ihre Gründe hatte, oder im Team Stuart und findet Mary Stuart war eine romantisch-tragische Heldin. Ich wollte mal ausprobieren, ob es nicht einen Mittelweg gibt und daher ist mein erstes Sachbuch 2017 Mary Queen of Scots.
Mary Queen of Scots passed her childhood in France and married the Dauphin to become Queen of France at the age of sixteen. Widowed less than two years later, she returned to Scotland as Queen after an absence of thirteen years. Her life then entered its best known phase: the early struggles with John Knox, and the unruly Scottish nobility; the fatal marriage to Darnley and his mysterious death; her marriage to Bothwell, the chief suspect, that led directly to her long English captivity at the hands of Queen Elizabeth; the poignant and extraordinary story of her long imprisonment that ended with the labyrinthine Babington plot to free her, and her execution at the age of forty-four.
Schon anhand der Basisfakten kann man irgendwie nachvollziehen, dass Schiller und Co hier das Potential für eine große romantische Tragödie gesehen haben. Die junge, tragische Witwe, die vertriebene Königin, die einsam eingesperrte Heldin. Ich war eigentlich - im Team Tudor - immer der Meinung dass das sentimentaler Nonsens ist und man auch in aller Ruhe davon ausgehen kann, dass die Gute Mary Stuart sich den Großteil ihrer "tragischen Schicksalsschläge" irgendwie selber eingebrockt hat.
Und ich rechne es Ms Fraser in dieser Biographie sehr hoch an, dass sie das nicht in Abrede zu stellen versucht, obwohl man ihr eindeutig anmerkt, dass sie im Team Stuart spielt.;-)
Tatsächlich ist - wie es wohl sein muss - der Gegensatz zwischen Elisabeth Tudor und Mary Stuart auch hier eines der bestimmenden Theman, aber wird, wie ich es erhofft hatte ein wenig tiefsinniger behandelt als "die eine doof, die andere gut".

Antonia Fraser verwendet viel zeit darauf darzustellen, wie sich die Lebenswege, die prägenden Einschnitte und die Erziehung der beiden Royal Ladies grundsätzlich voneinander untersschieden und dass es so fast unausweichlich war, dass die eine sich zu einer undurchsichtigen Politikerin und die andere sich vor allem zu einer würdevollen Königin entwickeln musste, was quasi das Ergebnis des Konflikts bereits voraus nimmt. Das ist an sich keine Entschuldigungsorgie für die Fehler und Fehlentscheidungen einer Mary Stuart, aber immerhin ein wichtiger Hinweis darauf, dass die schwierigen dynastischen Verhältnisse in einem Land gespalten von der Reformation vielleicht eine etwas zu komplexe Ausgangslage waren, um mit einer traditionellen franzöischen Erziehung in Absolutismus gut klarzukommen. So hatte ich das bisher noch nicht betrachtet und ich finde den Einwand berechtigt.;-)

Lange Rede, kurzer Sinn, ich kann das Buch sehr empfehlen, allerdings muss man dicke, historische, (gut geschriebene) Wälzer mögen. Manchmal war es mir ein wenig zu langatmig, weswegen ich ein kleines Pünktchen abziehe, aber 4 von 5 Disteln sind ja nicht schlecht, wenn sie von einem Team Tudor Player kommen, no?;-)

2017-03-11

Neues Knöpfchen, kann man drücken (muss man vermutlich nicht;-)

Es mag beim Blick in die Seitenleiste schon aufgefallen sein, der (noch relativ neue) Selbstverlag meines Vertrauens, hat ein neues Widget erstellt, um von Blogs und Webseiten direkt zur Leseprobe und zum Shop zu verlinken.

Ich persönlich finde den Link zur Leseprobe fast schon spannender, weswegen ich mich für die "mittlere" Variante entschieden habe - "groß" wäre Buchcover+Klappentextanfang+Shop Button gewesen und die minimal Lösung nur der Shop Button - die man jetzt also von dieser Seite ansteuern kann oder auch eben nicht.;-)

Ich bin normalerweise eher faul was die schamlose Eigenwerbung angeht - vielleicht bin ich auch deswegen einfach noch nicht reich und berühmt, zu viel Arbeit ;-P - aber drauf hingewiesen haben wollte ich dann doch mal.
Dass sich in der Kategorie sehr viel tut, ist derweil ja nicht zu erwarten, denn als "neuste" Veröffentlichung sind die B(r)uchstücke ja nun auch schon von 2014. Irgendwann wird da dann hoffentlich Elysion auftauchen, wenn es denn fertig ist, aber wie das beim Hobby-Autorentum so ist: Es dauert halt so lange wie es dauert.;-)

Dazu könnte ich dann demnächst nochmal was erzählen eigentlich, das mache ich dann wenn ich die Gedanken sortiert habe. Bis dahin, bleibt es bei der lange Rde mit dem kurzen Sinn: Kukt mal ein neuer Button! Großartig.;-)

2017-03-04

Stolen Throne, The Calling & Asunder. Oder: Something for the Fan-Girl ;-)

Man erinnert sich vielleicht noch daran, dass ich von dem großen Fangirl-Loch sprach, in das ich irgendwie über Weihnachten gefallen bin?
Tatsächlich war es so tief, dass ich sogar....Fantasy Bücher angefasst habe. Ja, ich weiß, wer hätte vermutet, dass es so schlimm werden würde...;-)
Nein, aber mal im Ernst, komischerweise hat mich der Gedanke, dass es immer noch 3 Monate sind, bis Mass Effect Andromeda endlich erscheint, irgendwie in eine Dragon Age Spirale katapultiert, fragt mich nicht, manchmal passiert sowas einfach und ich weiß auch nicht genau warum...

Während ich also gerade meinen...5.? 6.? DAO Durchlauf angefangen habe (irgendwann habe ich mal gedacht so nach 2-3x müsste das doch elend langweilig werden, haha...hmm;-), habe ich parallel mal die Bücher aus dem To Read Stapel gezogen, die sich der Ehemann irgendwann mal so Testweise zugelegt hatte. Es gibt noch viiiiel mehr (wenn man glaubt mein Fangirl Loch wäre tief, geht besser nichts ins Internet...oder vielleicht auch schon, so manche Fan Art etc ist schon sehenswert, but beware of the Fan Rage;-), aber zum Anfang haben mir die drei hier erst mal gereicht: Stolen Throne, The Calling & Asunder
Nachdem ich also jetzt eine elend lange Vorrede gebraucht habe, nur um zu rechtfertigen, dass ich trotz meines normalerweise grenzenlosen Desinteresses nicht nur Fantasy, sondern sogar Rollenspiel Fantasy zur Kenntnis genommen habe - hat es sich denn wenigstens gelohnt?
Da muss ich mal ganz klar sagen: Jain.;-)

Das Fangirl in mir hat sich natürlich schon gefreut ein paar bekannte Namen zu lesen und ein paar Hintergrundwelt Infos präsentiert zu bekommen, aber leider ist David Gaider nicht wirklich gut darin seine Geschichten in Buchform zu binden, oder zumindest trifft der Tonnenschwere Infodump mit Schreibhandwerklichen Anfängerfehlern nicht so richtig meinen Geschmack...
Deswegen ist es vielleicht auch nicht so erstaunlich, dass ich in 3 Wochen 3 Bücher lesen konnte, oft habe ich wirklich halbe Kapitel weggeblättert, weil außer Beschreibung von Außenwelt und Befindlichkeitsreports wenig komplexer Psychodispos nicht wirklich was passiert...

Man muss ihm allerdings zugute halten, dass mein Reflex zum Weiterblättern von Buch zu Buch weniger geworden ist, man kann also schon einen gewissen Reifungsprozess erkennen - Asunder war dann tatsächlich auch eine solide erzählte Geschichte mit weniger langatmigem Befindlichkeits-Beziehungsdingsbums. Das hatte dann aber wieder zur Folge, dass einige Figuren mir nicht wirklich plausibel vorkamen...hmmm schwierig.;-)

Ich denke, ich muss die restlichen Bücher nicht wirklich haben, aber für wirklich ausgereifte Fandom Phasen kann es schon nett sein, ich einige mich mit mir also mal auf 2 von 5 Drachenschuppen für die ersten beiden und 2,5 für Asunder. Mehr wirds dann nicht, aber vielleicht bin ich auch im Fangirl-Modus immer noch nicht die richtige Zielgruppe...;-)

2017-02-25

The Secret Life of PETS

So einen Film habe ich noch aus meinem Zwischen-Feiertags Fresskoma und was schaut man sich an, wenn man mit Magen auf der Couch liegt? Kinderfilme natürlich.;-)

Meine Krankenlager Beschallung war daher PETS, einen Film, den ich schon im Kino unbedingt sehen wollte, aber natürlich wieder mal verpasst habe...


Es wird auffallen, dass ich dieses Mal nicht den Honest Trailer verlinke, weil Honest Trailers aus mir völlig unverständlichen Gründen diesen Film für sinnlose, lieblose Zeitverschwendung hält. Was für mich eigentlich nur heißen kann, dass niemand - aber auch wirklich niemand! - aus diesem ganzen Team jemals ein Haustier hatte, denn ich fand es großartig.

Ich auf dem Sofa mit dem Arschlochkater an den Füßen, dem Sargnagel Kotzekätzchen auf dem Schoß und dem dicken, Knautschnasenhund im Körbchen, fand diesen Film großartig. Daher mal der offizielle Trailer - und bitte, jeder der ein Haustier hat, erkennt sich doch hier wieder, oder?! ;-)



Ich kann also Punkt sinnlos nicht nachvollziehen. Ja ok, es ist wie Toy Story (oder ähnlich), aber so what? Beschwere ich mich über 95.000 "Boy meets Girl" Filme? Also.
Lieblos kann ich auch nicht wirklich unterschreiben - der "Cast" hätte ein wenig kleiner sein können, dann wären weniger "Abziehbildchen" Figuren dabei geweisen, von mir aus, aber ist das wirklich die Erwartungshaltung, die für einen Kinderfilm gerechtfertigt ist? Jedes der Abziehbildchen war an sich witzig genug, dass es mich nicht gestört hat. Und der Mörder Bunny ist einfach großes Kino, sorry...;-)

Das einzige, das mich als Haustierhalter ein wenig zum Stirnrunzeln gebracht hat, ist dass hier Kindern die Erwartungshaltung eingeimpft wird, dass sich neu-vergesellschaftete Haustiere erst nicht mögen, aber sich so nach einem Arbeitstag mal eben zusammengerauft haben, ohne dass Mensch dazu irgendwas beitragen musste.
Aus einem noch relativ frischen Hunde-Katzen-Haushalt und mit 20 Jahren Erfarhungswerten in der Katzen Vergesellschaftung, kann ich einfach mal sagen: Ähm Nein!
Bringt Kindern bitte nicht bei, dass quasi über Nacht während sie im Kindergarten sind, alles gut wird, dann werden das Geschrei und die fliegenden Fellfetzen der ersten...hmmm 6Wochen bis 6Monate sie nur verwirren!;-P

Mehr als ein Mini-Viertelpünkchen mag ich dafür aber nicht abziehen, denn ich fand den Film großartig, was andere Leute meinen, dass das über meinen Geschmack aussagt, ist mir auch wumpe. Also gibt es 4,75 von 5 Würstchen, basta!;-)

2017-02-18

Listening to: Mary Boleyn

Es mag beim Blick in die Seitenspalten meiner kleinen Ecke Internet aufgefallen sein, aber irgendwie haben mich die Feiertage wieder tief in ein Fangirl-Loch gezogen, was sich in neuen Tudor Biographien und ein paar Rollenspiel-Büchern niedergeschlagen hat, die nicht alle denselben Satisfaktions-Faktor hatten...;-)

Aber fangen wir mal am Anfang an, mit noch einem Buch, das ich vor allem deshalb lesen wollte, weil es in The Creation of Anne Boleyn positiv erwähnt wurde: Mary Boleyn, geschrieben von der schon öfter erwähnten Alison Weir und gelesen von Maggie Mash, die auch schon öfter vorkam und immer wieder eine angenehme Zuhör-Erfahrung ist.

Mary Boleyn was the mistress of two kings, Francois I of France and Henry VIII of England, and sister to Anne Boleyn, Henry VIII's second wife. In this astonishing and riveting biography, Alison Weir's extensive research gives a new and detailed portrayal, in which she recounts that, contrary to popular belief, Mary was entirely undeserving of her posthumous notoriety as a great whore.
Die Geschichte des "Other Boleyn Girl" nur mit Fakten diesmal - oder ohne "alternative facts", wie man ja heutzutage so schön sagt.^^
Ich weiß nicht, ob es an meinem extremen Fangirl-Modus lag, oder an der Tatsache, dass ich Maggie Mash wirklich gerne zuhöre und/oder einfach daran lag, dass ich mit der Recherche, Quellenkritik und Darreichungsform wirklich sehr zufrieden war, aber ich habe das Buch tatsächlich 2x hintereinander weg gehört und fühlte mich sehr gut unterhalten und auch erleuchtet.

Die Lebensläufe der beiden Schwestern sind natürlich ein wenig schwierig auseinanderzuhalten, daher hört man hier vielleicht ein wenig mehr "Umgebungsgeräusche", als das bei Biographien oft der Fall ist, das soll aber keine Kritik sein. Man muss halt auch das ganze Bild irgendwo betrachten und eine geköpfte Königin ergibt einfach eine komfortablere Quellenbasis, als die Ex-Mätresse.

Insgesamt möchte ich gerne 4,5 von 5 Tudor-Rosen vergeben, denn mit wenigen "das hätte man aber mal hinterfragen können" Ausrutschern, hatte ich nicht wirklich was zu meckern. Und das wird bekanntlich schwieriger, je weiter das Fantum voran schreitet...;-)

2017-02-11

Ghostbusters 2.0

Der nächste Film aus der Feiertags-Nachhol-Bewegung und wieder einer, über den so viele Menschen, so viele böse Dinge gesagt haben, dass man schon Probleme hatte unvoreingenommen heran zu gehen.
Ich möchte jetzt mal die Fan Crybabies außen vor lassen, die einfach der Meinung sind, mit Frauen könnte man keine guten Filme machen und Helden hätten halt Männer zu sein. Dieses Rumgenöle ist so albern und offensichtlich antiquiert, dass man sich da überhaupt nicht zu äußern muss.
Aber selbst wenn man diese pubertären Auswüchse mal ignoriert, waren ja noch die "Warum brauchen wir denn von allem eine Neuauflage" und die "Nur Rassistische und Sexistische Klischees" Kritiker übrig und das nicht zu knapp.

Ich halte von "warum brauchen wir das eigentlich" als Argument nichts wie man weiß. Es stimmt, dass ich manchmal wünschte Filmemacher wären etwas mutiger wenn es darum geht "neue" Geschichten zu erzählen, anstatt auf Franchises zu setzen, bei denen der Titel allein vermutlich schon verkauft, egal ob das "Produkt" dann auch gut ist, oder nicht. Trotzdem kann man auch den Impuls verstehen alte Stoffe für ein neues Publikum vorzustellen - nicht alle Filme altern gut und nur die üblichen "früher war alles besser" Grummler gehen wohl davon aus, dass wir bis in alle Ewigkeit 40, 50, 100 Jahre alte Filme wertschätzen müssen, weil Neuferfilmung = Balsphemie. Elitarismus pur, danke, ohne mich.

Und was Klischees und Qualität angeht, habe ich es mir abgewöhnt mich auf andere zu verlassen, also musste man den neuen Ghostbusters einfach erstmal eine Chance geben.


Gesagt getan und ja, mir wäre es lieber gewesen der einzige schwarze Charakter wäre ein weniger plattes Klischee gewesen. Es ist in keeping mit der "Vorlage", aber wenn man schon was Neues macht, hätte man auch da eine Änderung verkraften können, no?
Ansonsten hielten sich die Gender-Witze in Grenzen von Chris Hemsworth Charakter mal abgesehen, aber wer hier die Ironie der Darstellung sexistischer Klischees nicht versteht, weiß vermutlich nicht wie man Ironie schreibt.
Ich persönlich habe ihn um seine Rolle ein wenig beneided, denn als Schauspieler hat man damit vermutlich den Spaß seines Lebens - man kann Eye Candy Dumpfbacke und Evil Genius gleichzeitig spielen und kriegt auch noch die Tanz-Abspann Szene?? Ich hätte das sofort gemacht und ich glaube er hatte uch Spaß dran.;-)

Was die "Wissenschaft" angeht, müssen wir darüber nicht viel sagen oder? Die alten Filme sind auch schon hahnebüchen, ich kann das einfach mal so hinnehmen.;-) Ansonsten schienen mir die Figuren logisch, die Effekte waren eben 2.0 und bis auf die Tatsache, dass man den Endgegner in die Eier schießt, war auch der dumme Slapstick Humor nicht so dominant, wie ich das bei Filmen mit Melissa McCarthy ansonsten voraussetze.

Kurzum: Die alten Filme gehören zu den Highlights meiner Jugend, nichts ändert daran was, aber die neuen Ghostbusters treten ganz schön in den Arsch und das gefällt mir auch.
Im Gegensatz zu vielen Menschen denke ich nicht, dass das eine das andere ausschließt und man sich für eine "Seite" entscheiden muss.

Ich vergebe daher einfach mal 4,5 von 5 Protonenpacks für einen unterhaltsamen Film, der den ganzen Hate War wirklich nicht verdient hat, wenn man sich ansieht was für Grütze sonst als "Blockbuster" durchgeht.

2017-02-04

Curtsies and Conspiracies

Ja, man mag es kaum glauben, aber manchmal komme ich auch noch dazu "echte" Bücher zu lesen - zumindest dann, wenn ich mich nicht gerade mit den letzten Geburtswehen einer Geschichte herumschlage und außer Sachbüchern nichts ertragen kann.;-)

Um die Tatsache zu feiern, dass mein Kopf jetzt für fiktionale Einflüsse von außen wieder aufnahmefähig ist, habe ich daher mal eine Serie weiterverfolgt, die ich vor ewigen Zeiten mal angefangen hatte - was sich als etwas schwierig erwies, denn den ersten Band hatte ich nicht mehr ganz so präsent...;-)

Zum Glück ist aber Finishing School keine Serie, die unter das Problem "Serielle Unfähigkeit" fällt, also war auch der zweite Band in sich abgeschlossen genug, als das man wieder reinfinden kann.;-)


Prinzipiellfindet man hier auch nicht viel Neues: Steampunk trifft Jane Austen, trifft Vampire und Werwölfe, teilweise in mir zu "ich kann total gut schreiben wie Leute aus der Regency" verklausulierter Sprache, mit teilweise etwas flach motivierten Figuren, aber immer noch (für mich) innovativ genug, als dass ich der Geschichte bis zum Ende folgen wollte.

Schade ist nur, dass sich die Autorin zu 80% Mühe mit den Innovationen ihrer Hintergrundwelt gegeben hat und nur noch 20% für die Figuren übrig geblieben ist. Es muss ja auch nicht immer das große Psychodrama sein, aber ein bißchen mehr als "2 Männer, eine Frau" hätte ich mir dann auch schon irgendwo gewünscht - es ist eine immer wieder funktionable Geschichte, das heißt aber nicht, dass man nicht auch mal was anderes machen könnte.;-)

Die 3,5 Taschentücher aus dem ersten Teil setzen sich also fort - nicht großartig, aber nett genug, dass ich die restlichen 2 Teile mal auf die Liste gesetzt habe.

2017-01-28

Nachholbedarf: Star Trek Beyond

Film Nummer 2 aus der Feiertagsrige war dann doch eher improvisiert - das mit den improvisierten Feiertagen erwähnte ich schon, nicht...? - denn eigentlich wäre ja der Neujahrs-Kinobesuch auf der Tagesordnung gewesen.
Da der Mann aber leider bei der Zeitung arbeitet und die leider auch an Feiertagen öffnen dürfen, fiel Neujahrskino diesmal ins Wasser. Kurzfristige Überlegungen statt dessen an Silvester das Kino der Wahl aufzusuchen scheiterten daran, dass scheinbar kein Mensch an Silvester ins Kino geht, das Programm also stark eingeschrumpft war (und ich hatte keine Lust auf schon wieder Star Wars, also war's wohl meine Schuld;-).

Ein bißchen Space Action gab's dann aber doch, und wieder ein Film weniger auf der Nachholbedarf Liste: Star Treck Beyond


Abgesehen davon, dass sich mir der Titel des Films nicht wirklich erschließt - vielleicht ein Fan-Ding? - mag ich ja bekanntlicherweise Szenarien, die darauf ausgelegt sind innerhalb der ersten 15Minuten schonmal alles in Schutt und Asche zu legen.;-)

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass wer auch immer diesen Film gemacht hat, bestimmt ein Mass Effect Fan ist - angefangen bei der eskalierenden Katastrophenkurve, über die Space Station, die aussieht wie die Citadel in Rund, bis hin zum dem Planeten mit den spitzen Felsen und den komischen runden Pollendingern in der Luft. Ich bin mir ziemlich sicher, ich bin da mit dem Mako schonmal rumgefahren und von irgendeinem Berg gefallen!
Ach ja, und der weibliche Commander in Yorktown? Die Stimme von Admiral Raan, scheinbar ist man einmal Admiral, immer Admiral.;-)

Das Design des Films macht eigentlich auch schon den größten Faszinationsfaktor aus, Yorktown sieht großartig aus und die Schwarmbewegungen der "Bienen" machen echt große Kino Bilder. Außerdem gefällt mir - bei aller wissenschaftlichen Unwahrscheinlichkeit - der Gedanke, dass man das Universum mit Rockmusik retten kann. Ich mochte auch Iron Man 2, remember?;-)

Ich ziehe trotzdem einen Punkt ab, weil Kraal als Bösewicht micht echt schwer enttäuscht hat. Bei allem dummem Rumgepose mit langen schwarzen Mänteln, Khan war ein echt fieser Typ mit einer echten Backstory. Und was folgt darauf? Ein Pseudo-Zombie, der Frieden personally offensive findet, weil er als Soldat nur Krieg gelernt hat. Ähm ja. Nein. Sorry, das ist mir zu dünn.
Auch mit dem goldenen Gummipunkt für die Tatsache, dass Kirk immer noch nicht das Mädchen kriegt, bleibt der Film damit - leider! - für mich hinter den ersten beiden zurück, denn große Bilder reichen mir da irgendwie nicht. Ich mochte Iron Man 2, aber ich sage nicht, dass es ein großartiger Film war.;-)

4 von 5 Dronen kann ich mir aber trotzdem abringen, denn ich habe mich doch gut unterhalten gefühlt und mein übliches "der Bösewicht ist doof" Gejammer ist ja inzwischen auch epidemisch.;-)

2017-01-21

Winterwunderland

Wo wir gerade dabei sind die Vorweihnachts- und Feiertagszeit nachzuarbeiten, fehlt ja auch noch der "Winter" Beitrag zum Gassi-Geh-Kalender 2016, n'est pas?

 Frisch aus dem frostigen Dezember habe ich daher die Winter-Wunderland Impressionen aus dem Aachener Wald mitgebracht - allerdings kann meine Handy Kamera leider nicht annährend einfangen wie Sonnenlicht auf Eiskristallen glitzert, die jedes einzelne Blatt und jeden Zweig überziehen...man muss leider dabei gewesen sein...;-)

Hoffen wir mal auf ein wenig weniger matsch und ein bißchen mehr Winter, bis es wieder Zeit für Tulpen ist!:-)

2017-01-14

Nachholbedarf: Deadpool

Feiertagzeit war in diesem - bzw. im letzten Jahr;-) - vor allem Kinofilm Nachhol Zeit, von daher müssen wir in den nächsten Wochen so einige Rezis durchnudeln, die da noch aufgelaufen sind.
Das Problem mit Filmen - man konsumiert sie viel schneller als ein Buch oder gar ein Spiel, aber der Blogeintrag dauert genauso lange...;-)

Um mal reinzufinden, fangen wir doch mit was lustigem an: Deadpool oder auch - der Film, über den so viele Leute so viele böse Dinge gesagt haben, dass ich am Ende etwas entäuscht war.;-)

Nein, mal im Ernst, es hieß überall "haltet Kinder fern", "exessive Gewaltdarstellung", "ständiges, übelstes Gefluche", "unerträgliche Brutalität", blablabla...und dann habe ich diesen Film gesehen und die ganze Zeit quasi nur darauf gewartet, dass jetzt aber doch gleich irgendwann irgendwas passieren muss, dass diese ganzen "Warning Offensive!" Reaktionen irgendwie rechtfertigt. Und es passiert...öhm naja nichts eigentlich.

Ok, geflucht wird viel, aber fuck und shit waren jetzt so das schlimmste und selbst das kommt nicht annährend an In Bruge ran. Und die Gewaltdarstellung? Die Anfangsszene ist wohl eher over the top slapsticky gedacht und danach wird irgendwann mal ein Böser mit dem abgetrennten Kopf eines anderen Bösen abgeschossen - an schlimmere "Exzesse" erinnere ich mich jetzt nicht und Tarantino würde da nur müde lächeln.
Bleibt also festzuhalten: Ja, der Film ist nicht passend für Menschen, die einen Saubermann-Marvel-Superheldenfilm erwartet haben. Was auch schon auf dem Etikett steht. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, dann muss man sich nicht so offended aufführen.;-)

Ansonsten mag ich (manchmal) Protagonisten, die mit der 4. Wand spielen und der Film macht das eigentlich sehr charmant. Ich ziehe nur einen ganz subjektiven Punkt dafür ab, dass Ryan Reynolds auch nach seiner furchtbaren "Entstellung" irgendwie ziemlich normal aussieht - Help, he is slightly unattractive, ruuuuunnnn!! war schon beim Phantom der OperFilm irgendwie albern und wird hier nicht besser dadurch, dass eine leichte Skin Condition in meiner Welt in keinster Weise rechtfertigt, die angebliche Liebe seines Lebens JAHRElang glauben zu lassen er hätte sie verlassen und wäre gestorben. Damit diese Geschichte funktioniert, muss man seinen Partner eigentlich für ziemlich oberflächlich halten und/oder ein massives Selbstwertproblem haben. Beim Phantom ist das so. Bei Deadpool...hmmm lernen wir dazu nichts, also erklärt es sich nicht. Großes Nope.

Bleiben aber immerhin noch 4 von 5 Kugeln übrig, also genug für mindestens 12 Schergen.;-)

2017-01-07

Nachtrag: Adventbasteln 2016

Zu meinen improvisierten Feiertagen 2016 gehört irgendwie auch, dass sich der vorweihnachtliche Bastelexzess erst spontan und kurzfristig einstellte...

Aber auch was kurz währt, kann ja noch gut werden, daher teile ich kurz die Weihnachtssterne 2016 - Weihnachten ist ja schließlich jedes Jahr, kann man also alles in 2017 auch noch wiederholen. ;-)



Und wie man unten sehen kann, passen Sterne einfach zu allem - zum Buchgeschenk als Lesezeichen und als Geschenk- und Baumanhänger zu allem anderen auch.:-)

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