26.03.2016

The Wives of Henry VIII

Ich hatte ja behauptet, dass mir eine ausgewogene, irgendwie Quellenkritische Biographie im Tudor-Frauen Bereich noch fehlt, aber dann ist mir aufgefallen, dass das eigentlich so nicht richtig ist, also möchte ich (bevor das Thema dann wirklich - versprochen;-) - erstmal wieder verschwindet, kurz auf Antonia Fraser hinweisen, die es wahrhaftig ein Buch zu dem Thema geschrieben hat, dass ich für wirklich empfehlenswert halte.
Der einzige Nachteil an der Sache ist hier ein Feature und kein Bug im eigentlichen Sinne, denn wie uns der Titel - The Wives of... - schon verrät geht es hier um alle Frauen von Henry VIII und sonst niemanden. Das ist also weit entfernt von einer "Tudor Frauen" Analyse, dazu fehlen dann doch die beiden Töchter, noch so richtig eine "Biographie", die den einzelnen Personen in dem Maße Zeit widmen kann, wie das so üblich wäre.
Tortzdem kann man nicht behaupten, dass es ein dünnes Büchlein wäre, also kriegt man schon recht viel Info für sein Geld und endlich, endlich, endlich auch mal Zitate von Zeitgenossen mit Wahrscheinlichkeits- und Vorurteilshinweisen, so wie das sein muss.;-)

Hauptfokus ist dann auch ein wenig "Entzerrung" der Tarot-Karten-Archetypen, die man bei den behandelten Damen so gerne unterstellt - die betrogene Ehefrau, das böse Mädchen etc - und auch das ist nicht nur löblich, sondern auch gut gemacht.

Wenn man also erstmal irgendwas in dem Bereich lesen will, das nicht fordert jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, weil die Autorin das glücklicherweise tut, dann sollte man das lesen!;-)
4,5 French Hoods mit Minimalabzug für ein paar fehlende Hintergründe kann man da durchaus guten Gewissens ansetzen.
Und jetzt habe ich gleich mal rausgefunden, dass die Autorin auch französische Geschichte kann...mal sehen!;-)

19.03.2016

Silver Linings. Oder: Wie man seine eigene Message sabotiert.

Ich gestehe es gerne ein: Ich bin nicht so der Psycho-Drama Typ.
Die meisten "Oscar" Filme habe ich schon alleine deswegen nicht gesehen, weil sie mit Gewalt, oder Tod und Schmerz und Menschlichen Abgründen zu tun haben und ich mir das in meiner Freizeit eigentlich ungern gebe. Es gibt bestimmt einige "ernste" Filme, bei denen das mein Verlust ist, aber eigentlich neige ich dazu mich eher an Explosionen und so zu halten (was Hollywood heutzutage als Comedy oder RomCom raushaut ist mir dann auch wieder zu blöd, ich weiß, ich bin schwierig;-).

Tatsächlich lief aber Silver Linings im Fernsehen am Wochenende und irgendwie hatte ich im Kopf, dass ich den Trailer damals irgendwie schon interessant fand - nicht so interessant, als das ich dafür Kino-Geld verpulvert hätte, da bin ich auch schon wieder schwierig, aber irgendwie so "hm könnte man mal anschauen".
Also jetzt im Fernsehen, umsonst, wenn auch in deutscher Synchro, warum also nicht?

Ich spare mir mal den Spoiler Disclaimer, bei so uralt Filmen, die schon auf Pro7 laufen, seit ihrs echt selbst Schuld.;-) Also worum geht's?


Erstmal muss ich an der Stelle vermutlich unterscheiden, um was es geht, wenn man der "offiziellen" Beschreibung glauben wöllte, die (ich habe sie nicht gegoogelt) vermutlich sowas wäre, wie "Zwei Menschen, die ihre Probleme überwinden und zusammenfinden blabla". Und dann gibt es noch meine Theorie was der Film uns eigentlich sagen wollte, was in den ersten 3/4 eigentlich mehr oder minder zusammengefasst werden kann mit "Alle sind bekloppt, aber wenn du mal in der Klapse warst, meinen alle du hättest einen größeren Schaden als sie".

Dieses "Alle Bekloppt, aber die "offiziell bekloppten" haben wenigstens ne Diagnose" gefiel mir eigentlich ganz gut, auch wenn der Film mir ein wenig zu dick aufträgt, was die "psychisch labile Menschen haben wenig Impulskontrolle" Masche angeht. Es mag ja sein, dass Amerikaner Psychische Erkrankungen so sehen und vielleicht hat das Klischee auch vereinzelte Berechtigung, aber im Film läuft es doch sehr oft auf Gezeter und Geschrei hinaus, das nervt meine armen Ohren, auch weil ich nicht glaube, dass diese Art von Charakterzeichnung alternativlos ist.^^
Achso und für die Message "Alle bekloppt" hätte man auch ein wenig nuancierter vorgehen können, als einfach eine Figur mit 95 Zwangsneurosen und Co-Abhängigem Partner und einen 100% Depressiven Familienvater zu lauter Wettsüchtigen zu schmeißen, aber die leisen Töne sind in diesem Film nicht so vertreten, was schade ist, denn die vereinzelten Szenen, in denen er es versucht, sind dann wieder gut.

Das waren die ersten 3/4 des Films. Danach ging es doch dramatisch bergab, denn - und hier kommt leider der Schreiberling in mir durch und möchte irgendwas hauen - ich hasse es, wenn eine Geschichte ihre eigene Message sabotiert, ohne dafür einen wirklich guten Grund aufzuführen!
Was passiert?
Die weibliche Hauptrolle (sehr nett rotzig ansonsten), die die ersten 3/4 des Films mit einiger Berechtigung darauf herumgeritten ist, dass die offiziell diagnostiziert bekloppten wenigstens so ehrlich sind sich nicht zu verstellen und hinter irgendwelchen makellosen Fassaden zu verstecken, lügt sich die Hucke voll, um den Typen, den sie mag dazu zu bringen, zu tun was sie will.
Bäm. Muss man erstmal so verdauen, finde ich.
Nun kann man - und wird man vielleicht auch zu Recht - anführen, dass das ja eine prinzipielle Verletzlichkeit darstellt, so auf seine Prinzipien zu verzichten, weil man verzweifelt diese Beziehung irgendwie erhalten/kitten/wasauchimmer will. Hätte ich akzeptiert, wenn man es mir GEZEIGT hätte.
Aber - und Jennifer Lawrence kann sowas spielen! - das Drehbuch macht sich nicht die Mühe. In einem Moment ist Ehrlichkeit noch das höchste Gut, im nächsten haben wir kein Problem mehr damit das unseren Bedürfnissen unterzuordnen und "das Beste für ihn" zu wollen.
Ohne Reflektion darüber, dass "das Beste für andere zu wollen" der Stolperstein auf dem Weg zu Hölle ist oder so...

Ich mag gerne Happy Ends und dass die männliche Hauptrolle am Ende einsieht, dass er mit seiner Ex-Frau wohl nicht so gut bedient war wie gedacht und sich dann doch für die andere Bekloppte entscheidet, hätte mir gut gefallen, wenn dieses große ABER nicht gewesen wäre.
Unterm Strich muss ich also mal wieder festhalten: Gut, dass ich nicht im Kino war, das Geld hätte mich geärgert!;-)
2,5 von 5 Müllsäcken vergebe ich für vereinzelte nette Ideen und die Tanzszene - ich mag Tanzfilme.;-)

12.03.2016

Blog-Stöckchen Tag

Ich habe ein Blog-Stöckchen von Judith vor die Füße geworfen bekommen und wer wäre ich, es nicht zumindest brav aufzuheben und in den Blog zu stellen - mal sehen, ob ich dann noch Leute finde, denen ich was weiterwerfen kann.;-)

   
1. Wenn du ein Fate-Charakter wärst, was wäre dein Konzept?
- Hmmm das ist natürlich eine schwierige Frage, ich denke ich wäre vermutlich am besten in einem Mystery-Horror-Szenario aufgehoben, da könnte ich die historischen Recherchen zu den grausamen Morden im Dorf XY anstellen und nacher ein Buch drüber schreiben...oder ich mache sowas wie Castle, das wäre auch lustig!;-)

2. Wenn du ein Fate-Charakter wärst, was wäre dein Dilemma?
- Haha das ist einfach, ich kann nicht mit Geld. Irgendwie will ich immer lieber hübsche Dinge, oder schöne Erinnerungen sammeln, statt auf die schwarze Null zu achten...

3. Wenn du ein Fate-Charakter wärst, welchen Stunt hättest du?
- Ich kann dich mit Katzen bewerfen, wenn du mich nervst, das gibt einen Angriffsbonus von mindestens +5 je nachdem welche ich nehme!;-)

4. Welcher ist der beste Indiana Jones-Film, und warum?
- Indi 2, auf jeden Fall! Aus genau zwei Gründen: 1. Keine Nazis. Ja, Nazis machen nichts besser und außer Indi-Jones und Hellboy tolleriere ich auch keine fiktionalen Nazis.;-) 2. Die Lagerfeuer-Szene? Die Fahrt in der Mine? Die Dinner-Szene? Affenhirn auf Eis? Man muss die rassistischen Klischees kurz ausblenden, dann ist das einfach unfassbar lustig!;-)

5. In welchem Film-/Serien-/Buch-/Computerspiel-Universum würdest du am liebsten ein paar Monate Urlaub machen.
- Tatsächlich würde ich da spontan Skyrim sagen, auch wenn ich das gar nicht durchspielen konnte, weil ich es soooooo langweilig fand. Aber da war mir ja auch daran gelegen ein Held zu sein und die Welt zu retten, wenn ich einfach nur Urlaub machen soll, ist Wandersimulator mit Drachen eigentlich ganz cool!;-)

6. Deine Rollenspielcharaktere. Hand aufs Herz. Spielst du häufig eine bestimmte „Sorte“ Charakter (nicht von der Profession her, sondern insofern, dass sie sich charakterlich ähneln)?
- Meine Charaktere sind immer irgendwie ich, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich mir nie wirklich die Mühe mache Figuren anzulegen, die so gar nichts mit mir zu tun haben, einfach damit ich gleich drauflosspielen  kann. Wenn ich keinen Type-Cast will, bevorzuge ich Text zum Auswendig lernen, Impro-Theater hab ich immer schon gehasst wie die Pest!;-)


7. Welche Sportart wolltest du immer schon mal betreiben, kannst dich aber nie dazu durchringen?

- Öhhhh ich bin nicht so der sportliche Typ, meine Gewichte und ein bißchen Yoga/Pilates reichen mir.;-) Vielleicht zählt Brustschwimmen - ich kann schwimmen, auch lange wenn es sein muss, aber die Technik ist eigentlich grauenvoll, ich konnte mich nur tatsächlich nie dazu durchringen daran etwas zu tun....

8. Weil es mich gerade interessiert: Schießpulver in Fantasy – was sagen Sie dazu?
- Ich habe mich für Elysion tatsächlich dafür entschieden, zusammen mit so ein paar anderen netten Renaissance Erfindungen - wer sagt denn, dass Fantasy immer im Frühmittelalter spielen muss? Auch Leute mit Elfenohren können vermutlich Dinge erfinden!;-)

9. Welchen griechischen Gott hättest du gern als Vater oder Mutter?
- Hmm solange niemand von mir verlangt, dass ich meinen Bruder heirate, würde ich Apollo nehmen, wegen der Muse und so...;-)

10. Heute ist Weltfrauentag. Sind in deinem Alltag Frauen gleichberechtigt?
- Also ich fühle mich in meinem Haushalt höchstens mal von den Katzen mißhandelt oder zu wenig gewertschätzt, die sind großteilig männlich, aber das würde ich jetzt nicht überbewerten wollen.
Im allgemeinen Alltag muss sich glaube ich jede Frau weiterhin auch dumme Sprüche anhören, aber solange man solche Menschen zumindest aus der direkten Umgebung aussortieren kann, macht es das irgendwie besser - change your world and the world will change und so.

11. Von welchem Nicht-Rollenspiel-Charakter warst du schon mal regelrecht besessen – oder passiert dir so was nicht?
- Hmmm Besessen ist ein starkes Wort, aber als ich damals Die Herrin vom Nil gelesen habe, hat das immerhin dafür gesorgt, dass ich a) mir dachte ich will auch sowas schreiben, b) Ägypten ist total faszinierend, lass uns doch mal über Götter und Mythen nachdenken und c) Geschichte ist total spannend, lass das doch vielleicht mal studieren. Man könnte also argumentieren, dass es einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf meine Lebensplanung hatte, Besessenheit oder nicht.;-)

So damit habe ich das Stöckchen erstmal aufgeräumt, eigene Fragen denke ich mir dann aus, wenn sich noch jemand findet, der Bock hat sie zu beantworten - Stöckchen zurückwerfen ist so unfein und irgendwie redundant.;-)

05.03.2016

Plot-Driven Stories, LARP Fragebögen und Karten Zeichnen - Das "Ende" von Elysion

Wie man sieht, bin ich trotz der "Roh-Text-Beendung" noch zu keinem neuen Cover und auch zu keinem zufriedenstellenden (so es das denn gibt;-) Klappentext gekommen.

Ich habe jetzt beschlossen, dass diese Layout Fancies alle noch ein bißchen warten müssen, denn momentan bin ich noch dabei mir den Kopf über den Text-Feinschliff zu zerbrechen und dabei vor allem darüber wieviel Charakter-Dispo wohl eine Plot-Driven Story braucht.

Diese Frage kommt nicht von ungefähr, tatsächlich ist mir schon im letzten viertel von Elysion aufgegangen, dass zwar ziemlich viel passiert und die betroffenen Figuren so einiges mitmachen müssen, aber was so die Backstories, intrinsischen Motivationen und individuellen Reaktionsmuster anging, da haperte es doch noch etwas.
Also bin ich gerade dabei die Story nochmal von vorne aufzurollen und die ganzen Pappaufsteller, die momentan die Platzhalter für Charaktere sind mal mit echten Figuren zu ersetzen. Ja, manchmal war es wirklich so schlimm, auch wenn ich vielleicht ein bißchen übertreibe, weil mir die 7 Stunden Telefon Session noch in den Knochen steckt, in der der Sadistic Authors Club zumindest schonmal fast das erste Viertel des Textes durchgekaut hat...;-)

Anyway dafür heißt es ja Rohtext, aber vielleicht kann ich ja noch eine kurze (wie ich fand gute) Idee teilen - ich habe mich auch deshalb so ein wenig mit dem Backstory/Motivations-Ding schwer getan, weil ich bei Plot-Driven Stories die Frage essenziell finde wann das passt und ab wann das wirklich keine Sau mehr interessiert. Ich will nicht wieder in den Schätzing-Rant abdriften, aber Daddy-Issues-Aufarbeitung kurz vor dem Spannungsklimax ist halt leider eine Realität in manchen Geschichten und neeeeervt mich unfassbar.
Als positives Beispiel möchte ich dazu mal(wieder) Hunger Games heranziehen - wenn man mal drauf achtet, wird man feststellen, dass hier relativ früh 2-3 Backstory-Elemente eingebaut werden, auf die man sich dann dies gaaaanze Zeit berufen kann und das wird nicht langweilig, sondern funktioniert hervorragend. Sowas wollen wir!;-)

Ich habe daher ein bißchen verspätet meine Hausaufgaben gemacht und für jeden meiner "Erzähler" - es sind über 10! verschiedene! Figuren! und das sind nur die, die tatsächlich mal die Narrative in die Hand bekommen, hatte ich nicht mal gesagt, dass Fantasy mit 50.000 Charakteren nervt?! Argh!;-) - ein Charakterprofil erstellt.
Witzigerweise bin ich dabei in der LARP-Wiki gelandet, denn ich fühlte mich für die Art von Backstory, die ich wollte/brauchte bei den Rollenspielern besser aufgehoben, als bei den "literarischen" Fragebögen, die bestimmt auch nützlich sind, aber mir zu ausufernd waren für die Art von Geschichte, die ich erzählen will.

Das hat soweit hervorragend funktioniert, zumindest was das "Unterscheidungspotential" angeht, nun muss ich das nur noch im Text angemessen einbauen - mein erster Versuch dazu war bisher semi-erfolgreich, aber deswegen ja die 7 Stunden Telefon-Dauersitzung (es lebe die Flatrate...) zum ersten Teil des ersten Teils.;-)

Ganz am Ende, wenn das Papier-Baby gewindelt und zum Lektorat gebracht ist, muss ich dann außerdem noch die die Frage kontemplieren wieviel Karte so eine Geschichte wohl braucht - ich habe eine Karte, sie ist bunt und häßlich und völlig nützlich und absolut nicht druckfähig, was mich also so überhaupt nicht weiterbringt.;-)
Nun kann man das wie bei Queen of the Tearling halten und eine "Bleistift" Skizze vorne reinpappen, mit einem quadratischen Kontinent und ein paar Kreuzen wo Städte sind, oder man kann full-Tolkien-mode versuchen, wenn man denn zeichnen könnte, oder irgendwas dazwischen. Ich habe mich inzwischen von der Fantasie verabschiedet, dass es eine sinnvolle (und bezahlbare) Software gibt, die mir in 10Minuten erstellt, was ich will, also muss was auch immer ich zeichnen kann wohl ausreichen. Man kann sowas allerdings auch üben, mal sehen wieviel Zeit mir nach Cover und Klappentext Erzeugung noch bleibt, dann kann man bei Youtube zumindest schonmal echt gute Tipps finden!;-)

In diesem Sinne bis zum nächsten Zwischenstands-Post ein kleines Video-Tutorial für langweilige Sonntag-Nachmittage. Und wieder landen wir bei den Rollenspielern...Enjoy!;-)



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