2015-12-31

Berühmte letzte Worte 2015

Uuund da ist das Jahr auch schon wieder vorbei - furchtbar, dass man im Winterurlaub eigentlich immer nur von Feiertag zu Feiertag schlittert und alles so an einem vorbeischwimmt...oder auch nicht, man kann sich schlimmer beschäftigen, als mit Essen, Trinken, Schlafen, Wiederholen.;-)
Bevor aber 2015 einfach mal so in der Versenkung verschwindet, haben wir noch eine kleine Bestandsaufnahme hinter uns zu bringen!
Bring it on.;-)

Vorherrschendes Gefühl für 2016?
Undefiniert. Ich bin ausnahmsweise mal ziemlich Ereignislos durch ein Jahr gekommen - keine großen Veränderungen, Aufträge, Katastrophen, einfach mal business as usual für 12 ganze Monate. Kann wieder anders werden, vielleicht auch nicht, wir werden es erleben!

2015 zum ersten Mal getan?
Hmmmmm.... ist jetzt mit dieser Vorrade natürlich eine schwierige Frage!
Ich entscheide mich für: Dschungel-Klima ausprobiert und festgestellt, dass ich nie nie nie nie nie nie in ein Land reisen möchte, wo es dieses Klima gibt. Ist ja auch schonmal eine wichtige Erkenntnis für den weiteren Lebensweg.;-)

2015 nach langer Zeit wieder getan?
Mich mit meinen Beta-Lesers ausgetauscht - es ist wieder Überarbeitungszeit! Außerdem haben wir die Ankündigung aus 2014 endlich aufgegriffen und einen Großangriff auf IKEA gestartet. Also gibt es jetzt endlich wieder ein kleines Bastel/Näh/Schreib-Nest nur für mich. Yeiii!:-)

2015 leider nicht getan?
Viele lang anstehende Baustellen beiseitigt: Kaputte Heizung, unzuverlässiges Internet und eventueller Providerwechsel für Kabel und Telefon stehen leider immer noch auf meiner To Do Liste und weigern sich von alleine zu verschwinden...Neues Jahr neues Glück!

(Un)wort des Jahres?
Alles was mit Heizungssystemen und KfW Förderungen zu tun hat! 6 Wochen meiner Lebenszeit verschwendet, um mich durch diese !$@& Webseiten durchzuwühlen, nur um festzustellen, dass das in unserem Haus alles nicht verbaut werden kann. Groß-ar-tig. Nicht!

Allgemeinzustand?
Überraschend gut. Vor den Feiertagen musste ich Migränebedingt mal das Kino sausen lassen und den Heiligen Abend habe ich mit einer Wärmflasche auf dem ausgerenkten Steißbeinwirbel verbracht, aber an sich würde ich das unter "Zipperlein" verbuchen. Nerven einen manchmal, gehen auch nicht weg, aber könnten wirklich wirklich schlimmer sein. Nur der Magen hat mir im Winter keinen Spaß gemacht, aber die Weihnachtsfresserei hat er brav gemeistert, ich denke also wir haben diese schwierige Zeit in unserer Beziehung gut überstanden - und ein bißchen (unfreiwilliges) Fasten direkt vor Feiertagen ist ja nun auch nicht sooo verkehrt.;-)
 
Partys?
Unser Yul-Dinner muss dieses Mal nachgeliefert werden, die Geschenkezusteller haben es nicht rechtzeitig geschafft, aber Zombies, Sushi, Sensationen gab es dafür ja an Halloween!:-)

Haare länger oder kürzer?
Hmm ich würde sagen ein paar Zentimeter kürzer, aber wer kann da schon sicher sein...

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Ach ja, noch ein To Do Punkt, der sich hartnäckig geweigert hat in 2015 erledigt zu werden - mal nachsehen lassen, warum ich so schlecht auf dem Fernseher lesen kann. Kann am Fernseher liegen, aber vielleicht bin ich auch einfach Maulwurfiger geworden...;-)

Mehr Kohle oder weniger?
Glücklicherweise mehr, ansonsten wäre die kaputte Heizung nicht unter "hmpf muss ich noch machen", sondern unter Katastrophe verbucht worden.;-) Nächstes Jahr habe ich sogar die Schulden aus meinem Studium abgetragen - faszinierend, dass man noch für Sachen zahlt, die sich 20 Jahre entfernt anfühlen.^^

Mehr ausgegeben oder weniger?
Neues Schlafzimmer, IKEA, ich glaube ich brauche dazu nichts sagen.;-)

Mehr bewegt oder weniger?
Gleichbleibend 2-4 Stunden in der Woche, aber mit mehr Yoga und weniger HIIT - mein Asthma will das nicht und mein Rücken ist der Meinung, dass Beweglichkeit im Alltag eine total tolle Sache ist, während man vermutlich nie in die Verlegenheit kommt 50 Burpees für sein Überleben zu brauchen.;-)

Film des Jahres?
Ich hatte mir diese Kategorie mal offen gelassen und auf Star Wars gehofft, aber Migräne sei Dank (s.o.) muss dieser Kinobesuch jetzt vermutlich der erste in 2016 werden und wir sprechen nächstes Jahr darüber. Ansonsten bleibt mal festzuhalten, dass ich tatsächlich in 2015 nur 3 aktuelle Filme gesehen habe, von denen sich der 3. Hobbit mit Sicherheit nicht als Film des Jahres anbietet (sogar innerhalb der Hobbit Filme, war der so naja) und Jurassic World zwar nette Saurier hat, aber ein so unfassbar stumpfsinniges Drehbuch, dass es eigentlich ein "wie man es nicht macht" Beispiel sein könnte.;-) Also muss ich mich für 2015 auf die 2 Days of Ultron festlegen - da war wenigstens nur der Titel irreführend, aber die Charaktere ok.;-)

Buch des Jahres?
Im Gegensatz zu Filmen immerhin war 2015 ein gutes Jahr für Bücher. Mit den Rivers of London und dem Tearling habe ich gleich 2 Serien angefangen, die mich lange beschäftigt und gut unterhalten haben und auch im Sachbuch Bereich gab es wirklich viele Zufallsfunde, die mich sehr gefesselt haben. Ich hebe daher mal die Unterscheidung zwischen Buch und Hörbuch auf - da ich nur ungekürzte Hörbücher kaufe, ist der Inhalt ja derselbe - und vergebe mein Buch des Jahres an The Serpent Garden (suprise;-) und das Sachbuch an The Creation of Anne Boleyn (more suprise;-).

Erkenntnis des Jahres?
Manchmal kann man es nicht erzwingen. Habe ich in vielen Konfigurationen in diesem Jahr durchexerziert, sei es mental, körperlich, kreativ, motivational. Wenn man grade keine Ressourcen hat, muss man manchmal einfach damit leben, sich selbst in den Hintern treten bringt einen einfach nicht immer weiter, so gerne man das hätte.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ach, immer diese furchtbare Frage, die ich immer so schwer beantwortbar finde...Ich entscheide mich einfach mal für ein Geschenk, das ein paar Stunden Lebenszeit gekostet hat - Zeit zu verschenken, ist ja immer gut. :-)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die Krone muss leider dieses Jahr an den Ehemann gehen, der mir zu Weihnachten das unfassbar großartige Mystery Science Theater 3000 auf DVD geschenkt hat, obwohl er den Film abgrundtief hasst und meistens in ein seltsames Lalalalalala verfällt, wenn die Filmzitate anfangen zu fliegen. Etwas zu verschenken, das anderen Freude macht, obwohl man es selbst furchtbar findet - da muss einfach der goldene Gummipunkt hingehen, oder?;-)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich muss niemandem etwas beweisen, außer mir selbst.
Ging nicht um mich, aber ist einfach eine ewige Weisheit für alle Lebenslagen.

Die größte Enttäuschung?
Hmmm...ich stelle fest, dass 2015 ein Höhen- und Tiefenarmes Jahr war. Das an sich ist ja nich schlecht, aber ich denke ich entscheide mich für das Bedauern, dass unserer alten Puschelkatze nicht mehr Zeit mit uns vergönnt war (Darmkrebs) - aber ich denke mit 10 schönen Jahren und einem schnellen, aber dafür großteilig Leidensfreien Abgang muss man sich zufrieden geben.

Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Brügge zum Hochzeitstag. Reisen ist immer gut und wir hatten ein bisschen Zeit und Ruhe wirklich nötig - und außerdem können die Belgier wirklich gutes Bier und leckere Schokolade, was will man mehr?!;-)

Vorsatz fürs neue Jahr?
Ich halte ja bekanntlich nicht viel von guten Vorsätzen, außerdem habe ich irgendwie jeden Dezember dieselben (weniger Essen, Trinken, Schlafen nach dem Wintergelage z.B.;-), aber ich hoffe sehr, dass 2016 ein gutes Jahr wird, um Projekte abzuschließen, die noch so halbfertig herumliegen.:-)

2015 war mit einem Wort?
Angenehm. Kann so bleiben, muss aber nicht.;-)

In diesem Sinne ein hoffentlich glückliches und erfolgreiches Jahr 2016 für uns alle!:-)

2015-12-28

Schoko-Käsekuchen Dessert mit Wintergrütze (ohne Backen)

Man erinnert sich vielleicht noch, dass ich Backen hasse - trotzdem esse ich gerne Dessert, was manchmal ein kleines Dilemma sein könnte, wenn es nicht so viele wunderbar leckere Dinge gäbe, die man ganz ohne backen zusammenrühren kann.;-)

Dieses Jahr zu den Feiertagen haben wir uns also mal an ein Schicht-Dessert gewagt, dass man wunderbar vorbereiten, in ganz normalen Saftgläsern sehr hübsch anrichten und ganz ohne backen zusammenstellen kann.

Man braucht (für 8 normal große Saftgläser):
- 2 Packungen Schoko-Kekse (hier American Cookies)
- 400g Mascarpone
- 200g Frischkäse
Vanillezucker
Milch
- 300g Grütze (hier gab es grade Wintergrütze zu kaufen, aber Kirschgrütze oder ganz normale Rote Beeren Grütze geht bestimmt genau so gut)

Als unterste Schicht haben wir je 2EL zerbröselte Kekse in die Gläser gegeben (so ca. 3/4 der ersten Packung). Dann wird die Mascarpone mit dem Firschkäse, dem Zucker (nach Geschmack) und ein Paar EL Milch zu einer glatten Masse verührt und schon kann das Schichten beginnen:
Keksbrösel
Frischkäsemasse
Grütze
Keks
usw...

In unsere Gläser haben nur 5 Schichten gepasst, aber man hätte natürlich ein bißchen dünner schichten, oder mehr Kekse zwischenschichten können.
Das Schöne ist, dass das immer lecker ist und immer gut aussieht, egal wie mans macht.;-)

Damit die Kekse nicht so hart sind, haben wir das Dessert morgens vorbereitet und danach so 5-6Stunden in den Kühlschrank gestellt, das ergab eine gute Konsistenz. Kann man aber auch natürlich halten, wie man will.;-)

Guten Appetit!

2015-12-26

Mass Effect 2. Oder: Suicide Missions und wie man sie überlebt.

Wir sprachen doch schon häufiger davon, dass 2. Teile in der Scheiße anfangen und in der Scheiße enden, no? Ich muss sagen, diese Theorie bestätigt sich tatsächlich immer wieder, denn auch der 2. Teil von Mass Effect passt sich nahtlos in dieses Schema ein.

Wenn man immer schonmal ein Spiel spielen wollte, in dem man zu Auftakt erstmal mit seinem Raumschiff in die Luft gesprengt wird, hier ist man da richtig.;-)


Anlaufschwierigkeiten hatte ich diesmal tatsächlich kaum, an die Sache mit den Feuerwaffen gewöhnt man sich irgendwann und die bessere Menuführung und Grafik helfen auch schon - außerdem muss man nicht mehr so viel Auto fahren, das kann ich weiterhin einfach nicht.;-)

Was für mich aber Teil 2 tatsächlich zu einem signifikanten Fortschritt macht, sind die gefühlten 100 Companions, die man unterwegs so einsammelt. Endlich mal wieder ein paar interessante Leute, mit denen man sich unterhalten kann! Auch wenn die DLC companions ein wenig einseitig bleiben  - schade, ich hatte eine Schwäche für das kleine, japanische Hacker-Girl;-) - haben sich die Autoren mit dem Rest zumindest Mühe gegeben. Singende Wissenschaftler, notgeile Ingenieure und Psychotic Biotics inklusive.

Ach so ja, und die Suicide Mission, die nicht umsonst so heißt - da muss man sich tatsächlich ein bißchen Mühe geben, damit alle (incl. Hauptcharakter) das überleben, bei Dragon Age kriegt man ja teilweise eher einen Gott-Komplex, weil man irgendwann irgendwie alles übersteht, ohne ins Schwitzen zu geraten.

Was die DLCs angeht, empfehle ich vor allem den Shadow Broker Auftrag noch mitzunehmen, daran hatte ich wirklich mächtig Freude- ich sage nur Auto-Verfolgungsjagdt in einem Hover Taxi, full Fith Element Mode, ich habe noch nir soviel Geflucht während ich so viel Spaß hatte.;-)

Insgesamt haue ich nur ein halbes Pünktchen runter für die manchmal ein bißchen eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten (ehrlich, jeder hält dich für tot und du kannst nicht mal deine Mama anrufen? Im 1. Teil ging das noch für unwichtigere Dinge!;-), aber 4,5 von 5 Raum-Taxis sind ja schon in Dragon Age Größenordnungen. Mal sehen wie das große Finale sich so spielt!:-)

2015-12-21

A fucking fairytale zur Rosenhochzeit

Brügge im Winter - was soll ich sagen?
Die Bahn fuhr planmäßig, die Stadt ist einfach immer toll, und wir konnten ein neues "Türme auf die wir raufgeklettert sind" Häkchen auf unserer Urlaubsliste abhaken. A fucking fairytale halt - Beweisfotos gefällig?;-)






 Prädikat? Sieht gut aus!;-)
Noch mehr Fotos gibt es hier.

2015-12-14

Invasion of the Tearling

Ich umgebe mich momentan ein wenig mit Welt-Endzeit-Szenarien, stelle ich fest - Hunger Games auf meinem Quatschkopf, Mass Effect in der X-Box und Invasion of the Tearling auf dem Nachttisch.

Vielleicht hilft das ja alles ein wenig dabei mich auf das Ende von Elysion einzustimmen, denn wenn man was über ausweglose Situationen und wie man ihnen begegnet, lernen möchte, ist man im Tearling ganz gut aufgehoben.;-)

With each passing day, Kelsea Glynn is growing into her new responsibilities as Queen of the Tearling. By stopping the shipments of slaves to the neighbouring kingdom of Mortmesne, she crossed the Red Queen, a brutal ruler whose power derives from dark magic, who is sending her fearsome army into the Tearling to take what is hers. And nothing can stop the invasion.
But as the Mort army draws ever closer, Kelsea develops a mysterious connection to a time before the Crossing, and she finds herself relying on a strange and possibly dangerous ally: a woman named Lily, fighting for her life in a world where being female can feel like a crime. The fate of the Tearling – and that of Kelsea’s own soul – may rest with Lily and her story, but Kelsea may not have enough time to find out.
Ich muss sagen mir gefällt weiterhin sehr, dass diese "Fantasy" sich nicht um Orks und Krieg dreht, auch wenn eine riesige Armee auf die Hauptstadt zieht, sondern um die Beziehungen zwischen Figuren, in einem sehr reduzierten Cast. Da passt es dann auch irgendwann sehr gut, dass die Böse Königin sich in diese Reihe nahtlos einpasst - böse ja, aber nicht unnachvollziehbar.

Ich mag unperfekte Helden und was das angeht, kann man sich hier sehr wohlfühlen.;-) Ich bin allerdings noch nicht so sicher, ob mir diese 2. Lily-Storyline wirklich so gut gefällt - zum Ende hin wird ein bißchen Crossing Hintergrund damit eingewoben, aber zu Anfang wirkt dieses "wir erzählen jetzt mal noch eine andere, völlig unverbundene Geschichte, weil unsere Heldin einfach Schlafwandelt" etwas gewollt und fremdartig...ich denke man wird abwarten müssen, ob es einen vernünftigen Abschluss im dritten Band gibt, bevor man sich dazu ein Urteil bilden kann.
Ansonsten habe ich nur das übliche zu meckern - zuviele Geheimnisse, die auf Teufel komm raus kryptisch bleiben sollen. Tut das Not?;-)

Für den "2. Teile fangen in der Scheiße an und enden in der Scheiße" Teil vergebe ich daher mal dieselben 4 von 5 Belagerungsmaschinen, wie für den 1. Teil und beinahe aus denselben Gründen. Ich hoffe mal auf den 3. Band was ein paar Antworten angeht - ich mag es wenn wenig Hintergrundwelt erklärt wird, aber wenn zu wenig Story erklärt wird, wirds irgendwann anstrengend.;-)

2015-12-09

Listening to: Stephen King - On Writing. Oder: Noch mehr Gedanken zum Schreiben (vorsicht lang!)

Ich habe schonmal erwähnt, dass ich keine Schreibratgeber lese, weil die mir Blutdruck machen, oder?
Es zeigt sich, dass unzulässige Verallgemeinerungen immer falsch sind und ich manchmal eine Ausnahme von meinen eigenen Regeln mache.;-)
Nein, im Ernst, ich stolperte in meinem Hörbuch-Abo über das Halb-irgedwie-Biographie, halb-Schreibratgeber Buch von Stephen King, ein Mensch, den ich schon sehr oft Dinge über Schreiben und Geschichten habe sagen hören, die ich sehr nachvollziehen konnte und mit dem ich meine beinahe pathologische Abneigung für zu viel Notzien teile.
Was läge da also näher, als sich das englische Hörbuch mal von ihm selber vorlesen zu lassen?
Nicht viel, ausser, dass der Blutdruck Faktor natürlich auch wieder zugeschlagen hat, aber der Reihe nach.;-)


Erstmal hat mir der autobiographische Teil sehr gut gefallen, auch und vor allem, weil ich viele der grundlegenden Prinzipen nachvollziehen kann:
1. Schreiben ist einsam
Das mag man nicht so bedenken, wenn man grade erst anfängt, oder es mag einen nicht stören, wenn man eher der introvertierte Typ ist, aber mich hat dieser Aspekt nach meinen Jahren Schreibpause und Theaterspielen sehr hart getroffen. Ich bin nicht so der Archetyp Einsiedler Poet und so ein Theaterstück auf die Füße zu stellen, mit allem Stress und allen Disskussionen und allen ständigen "auf engem Raum mit immer denselben Leuten eingepfercht sein" hatte einfach eine ganz andere euphorisierende Wirkung, wenn man es denn dann vors Publikum trägt, als in seinem stillen Kämmerlein eine weiße Seite zu füllen. Ich versuche das heutzutage ein wenig auszugleichen, in dem ich einen Chat-Kanal für meine Beta-Leser habe, in den ich schonmal ein bißchen Kommunikation pusten kann, wenn mir allzueinsam wird, aber ich versuche das nicht überzustrapazieren.;-)
Der Punkt ist, wenn man niemanden hat, der jeden Gedanken, jede Entwicklung und jede "innere" Diskussion in einem laufenden Projekt immer mitverfolgt (Co-Autoren vielleicht, oder seeeehr interessierte Freunde, Partner, Eltern;-), dann ist es sehr schwer im Gespräch zu bleiben - je mehr man erklären muss, desto schwieriger wird das und desto seltener macht man (aka ich) sich die Mühe.
Über kurz oder lang muss man also vermutlich damit leben, dass Schreiben bedeutet vor seinem Monitor zu sitzen, während andere Kinder in der Sonne spielen. Das muss man nicht schrecklich finden (im Gegenteil, wenn man das schrecklich findet, sollte man vielleicht ein anderes Hobby suchen;-), aber man sollte sich mental darauf einstellen.

2. Man kann nicht schreiben wenn man nicht liest und wenn man nicht schreibt
Ich habe letztlich noch gesagt, dass wir Geschichten nicht nur in Büchern finden. Das stimmt! Was man aber vor allem in Büchern findet, sind Grammatik und Vokabular und Mr. King & ich sind uns immerhin in dem Punkt einig, dass man ohne Grammatik und Vokabular schwer schreiben kann. Es kann ein Stilmittel sein, wenn ein Ich-Erzähler furchtbare Grammatik hat - ich denke so an The Knife of Never Letting Go - aber um es zum Stilmittel zu machen, muss man erstmal wissen wie es richtig geht. Und der Thesaurus bringt einen nur bedingt weiter - man findet immer ein hochtrabendes Synonym, aber ist das dann noch das, was man wirklich sagen will?
Über das Learning by Doing sprachen wir ja schon - jeder Autor schreibt in seinem Leben vermutlich 5x mehr Worte, als nacher auf der Seite übrig bleiben. Das ist einfach die Realität des Lebens.;-)

3. Schreib was du kennst oder dir ausdenken kannst
 Lange Zeit hörte man ja immer nur "Schreib was du kennst" und das ist Schwachsinn, wenn man es wörtlich nimmt. Wenn man es wörtlich nimmt, könnte niemand über Science-Fiction, oder Steampunkt, oder Elfen, oder auch nur historische Figuren schreiben. Schreib was du kennst ist (und war, glaube ich, immer schon) auf die tiefen Prinzipien von Geschichten gemünzt. Wie es in dem Buch heißt: Wenn man Klemptner ist und fasziniert von Space Travel, warum nicht einen Hauptcharakter wählen, der in irgendeiner Zukunft zum Wartungsteam eines Raumschiffes gehört?
Die meisten Geschichten bestehen aus uralten Prinzipien - Liebe, Hass, Gefahr, Konflikt, Macht, Trauer und und und - wenn man weiß, oder erlebt, oder beobachtet hat, wie Menschen auf diese Dinge reagieren, dann kann man darüber schreiben was man kennt, auch wenn die Hauptfiguren in der Geschichte alle blaue Navi vom Planeten XY sind.

4. Aufschreiben ist 30%, Überarbeiten 70%
Ich fand es sehr erfrischend einen unleugbar erfolgreichen Autor mal sagen zu hören, dass man weder Symbol noch Leitmotiv braucht, wenn man eine gute Geschichte zu erzählen hat. Ich wußte das immer schon, aber als Hobbyist hat man weniger Gewicht, wenn man sowas rausposaunt.;-) Was ich interessant fand, war die Herangehensweise eine Geschichte zu erzählen, danach zu schauen, ob sich irgendwelche Symbole und Motive drin verstecken und falls nicht, ok, aber falls ja, die - wenn man denn will - noch ein wenig rauszuarbeiten. Ich bin nicht so ein großer Freund von Symbol und Leitmotiv und halte sie meistens für ziemlich überbewertet, daher würde ich jetzt nicht die Hälfte meiner Geschichte nochmal umschreiben, nur um darauf hinauszuwollen, dass der Pfannkuchen eigentlich immer schon die Metapher für Jesus war, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen.
Was ich auf jeden Fall gut kenne - vermutlich eine Krankheit von Notizenarmen Autoren;-) - ist, dass mir erst im Nachhinein auffällt wie wunderbar sich manche Dinge, die einfach so im Schreibfluss laufen, in das Große Ganze einpassen, auf vielen verschiedenen Ebenen, auch auf Motiv und Symbolebene.

Das sind die "großen" Prinzipien, an denen ich nicht rütteln kann, weil sie einfach so sind. Schwierig wird es für mich dann immer bei den "praktischen Tipps", über die ich mich unweigerlich ärgere und mich auch hier wieder geärgert habe.
Ein Beispiel? Stephen King hasst Adjektive. Man soll sowenig davon benutzen und in der Inquit schonmal bitte gar nicht. Am besten bleibt man bei Er sagte, Sie sagte, Er sagte. Wenn das Gesagte und die Situation nicht klar machen wie jemand etwas sagt, dann ist das halt schlecht und kein Adjektiv kann das retten. Und überhaupt Beschreibungen. Sowenig wie möglich und Adjektive sowieso.
Ich liebe Adjektive. Ich benutze hunderte davon, teilweise denke ich sie mir selber aus, um genau das zu beschreiben, was ich beschreiben will und meine Inquits? Haben manchmal sogar 2 davon auf einmal, weil man tatsächlich etwas amüsiert und herablassend sagen kann. Und sagen als alleinstehendes Verb? Ich hasse sagen. Niemand, in meinem Weltbild, "sagt" jemals irgendwas einfach so. Wir erklären, wir flüstern, wir stellen fest, wir beurteilen, wir lachen, weinen, schreien, zischen, bemerken, aber sagen? Nope.
Ich bilde viele meiner Figuren oft nur von außen ab und wie sie Dinge sagen, gibt wichtige Hinweise darauf was in ihren Köpfen vorgeht. Natürlich könnte ich das weglassen, damit Mr. King und Lesern wie ihm das besser gefällt, aber ich bin ziemlich sicher, dass dann hundert andere Leser die Geschichte irgendwann zur Seite legen, weil sie nicht mehr wissen was sie mit den Figuren anfangen sollen. Wörtliche Rede ohne Bühnenanweisungen ist hart, jeder der schonmal Shakespeare inziniert hat, weiß das. Und wieviele Menschen lesen zur Entspannung Shakespeare? Ok gut, ich, aber trotzdem!;-)
Und Beschreibungen? Sind mein Pride & Joy, ich bilde mir ein, dass ich ziemlich gut in sowas bin und ich liebe Bücher, die ein detailiertes Bild in meinem Kopf malen. Erinnert sich irgendwer an die Kirchentür in Der Name der Rose? Ich bin überzeugt, ich bin nicht die Einzige, die dieses Buch nicht trotz der Beschreibungen mochte, sondern wegen.

So und nun? Stepehen King sagt *haha* nicht "In meinen Geschichten mache ich das so" oder "Für mich funktioniert das so am besten" - ok doch, das sagt er manchmal, aber eben nicht gefolgt von "bei euch kann das anders sein", sondern von "also macht das so". Tut das, tut das nicht, oder sogar "Tut das um Gottes Willen nicht!".
Er sagt aber auch, dass man seinen eigenen Stil entwickeln soll und nicht versuchen wie jemand anderes zu schreiben. Hm.
Und das ist dann in jedem Schreibratgeber der Punkt, an dem unweigerlich ein kleines Mantra in meinem Kopf anfängt zu trällern, das da heißt "This is bullshit!". In Endlosschleife.
Ich denke, würde ich Mr. King jemals treffen und dürfte mich 5 Minuten mit ihm unterhalten, dann würde ich ihm genau das sagen und zu seiner Ehrenrettung (und meiner;-) denke ich sogar keiner von uns beiden hätte ein Problem damit.

Mein kleines Bullshit-Mantra zieht sich deshalb so konsequent durch den ganzen zweiten Teil des Buches, weil es - vielleicht ein Feature von Ratgebern aber für mich trotzdem ein Bug - die für mich wichtigste Regel des kreativen Arbeitens verletzt: ES KOMMT DARAUF AN!

Wenn jemand am besten arbeitet, wenn er 4-6Stunden am Tag an einem Schreibtisch mit dem Gesicht zu einer blanken Wand sitzt, jeden Tag nicht von diesem Tisch aufsteht und nicht die Tür aufschließt, bis die 2000Worte runtergerissen sind und keine größeren Schreibpausen als 1 Tag machen will, weil ihm sonst die Geschichte entgleitet und deswegen auch keine Ausnahmen für Geburtstage, Weihnachten und Trauerfälle machen kann und niemals Fernsehen würde, weil das Teufelszeug ist - ok, gut, fein, von mir aus.
Aber was hat das mit mir zu tun?
Ich bin nicht in der (glücklichen?) Lage meinen Tag frei einzuteilen, mein Arbeitszimmer hat keine Tür und eigentlich wandere ich mit meinem Rechner sowieso am liebsten von Zimmer zu Zimmer, mein Schreibtisch kukt durch ein großes Fenster in meinen Garten und feste Schreibzeiten und Wortziele bringen mir gar nichts, wenn ich keine Lust habe, kommt da nur Mist bei raus, den ich nacher unter "nutzlosem Aktionismus" verbuchen und komplett löschen kann. Schreiben ist einsam genug, ich nehme mir gerne Zeit für Geburtstage und andere Soziale "Verpflichtungen" und manchmal schwimmt mir eine Szene erst nach mehreren Wochen in den Fokus und meine Figuren und Plots kommen mir klarer vor den je. Und dieses pseudo-intellektuell-elitäre "Iih Fernsehen, wie kann man nur?" kann ich echt nicht mehr hören - wißt ihr wieviele großartig hilfreiche Ideen ich aus Serien und Dokus habe? Bleibt mir bloß mit dem Statussymbol "Fernsehablehnung" vom Leib, I know what I'm doing! (Obwohl ich zugestehe, dass in den späten 90ern, in denen dieses Buch entstand, vielleicht noch nicht sooo viel an TV Budget ausgegeben wurde, aber selbst da gab es schon den History Channel!;-)
Seine Arbeitsweise zu teilen, ist nett, aber daraus Regeln abzuleiten halte ich für tiefgreifend problematisch, denn: Es kommt IMMER darauf an.

Jede! einzlene! Regel! "wie man Dinge tut" kann und darf und muss von irgendwem irgendwo gebrochen werden, ansonsten bleibt jede Kreativität auf der Strecke.

Es fällt mir auf, dass ich sehr Beratungsresistent rüberkomme und in gewissem Sinne bin ich das auch. Der fundamentale Unterschied zwischen mir und Mr. King ist vielleicht der: Mir ist es ziemlich egal, ob jemand anderes mag was ich mache.
Ich glaube, es wäre kein großes Drama zuzugestehen, dass ich nicht mag was Stephen King schreibt (tue ich nicht und jetzt weiß ich ein wenig besser warum;-) und dass er vermutlich absolut hassen würde, was ich schreibe. Aber durch seine Ratschläge zieht sich eine generelle Leser-Orientierung, die man als Berufsautor vielleicht braucht, aber die mir komplett abgeht.
Ich sage meinen Beta-Lesern immer, dass sie nicht bis zum Ende "dranbleiben" müssen, wenn ihnen die Geschichte partout nicht gefällt. Ich muss/will meine Geschichten nicht verkaufen, was irgendein späterer Leser, irgendein Kritiker, oder irgendeine Zielgruppe, oder irgendein Zeitgeist von meinem Stil und meinen Figuren hält, ist mir ziemlich schnuppe.
Um im Wortschatz des Buches zu bleiben: Ich bin absolut überzeugt davon lieber ein mittelmäßiger Autor zu meinen eigenen Bedingungen zu bleiben, als ein "guter" oder "großartiger" nach der Definition von jemand anderem zu werden.
Und ich glaube auch damit hätte Stephen King kein Problem - das macht es besser.;-)

Unterm Strich kann ich trotzdem nur 3 von 5 Schreibmaschienen vergeben, denn außer der Erkenntnis, dass ich mit meiner im Selbstversuch entwickelten Arbeitsweise ganz zufrieden bin (das ist ja schonmal 3 Punkte wert, no?), war das nicht wirklich hilfreich und geärgert hab ich mich auch wieder, das ewige ZEN ist also mal wieder weg.*seufz*;-)

2015-12-06

Weihnachtsbäkerei 2015

Manchmal muss einfach ein Foto mehr als 100 Worte sagen - dank A.s Back-Talenten habe ich mal wieder "selbst" gebackene Kekse zu verschenken gehabt.

 Ich bitte besonders auf die Big Ben Kekse zu achten, die ganz großaritg aussehen - die Ausstechform war mein Geburtstagsgeschenk, man könnte also einen durchdachten Plan unterstellen.;-)


Schönen 2. Advent!

2015-12-02

Mass Effect 1. Oder: Das generische Lagerhaus. In Space.

Ich muss zugeben, ich leide unter extremen Entzugserscheinungen. Die letzten beiden Story DLCs für DAI sind nur und ausschließlich für die NextGen Konsolen rausgekommen - eine Entscheidung, die einigermaßen Sinn macht, wenn man sich erinnert, dass die downscale Version nicht sooo überzeugend war was die Grafik anging;-) - und nun muss ich also erstmal darauf warten, dass wir uns sowas irgendwann mal leisten können und wollen, bis ich endlich rausfinden kann wie die Geschichte ausgeht.
Ich bzw. wir haben ja auch nur...3? 4? Jahre auf diese Fortsetzung gewartet, also was solls, kein Problem, ich bin überhaupt nicht kribbelig oder ungeduldig oder so....*arrgh* ;-)

Um uns abzulenken, haben wir uns daher mal in den anderen epischen Story-Zyklus von Bioware geschmissen - Mass Effect - um mal zu sehen, ob die Storytelling und Charakterentwicklung auch drauf haben, wenn keine Elfenohren in Sicht sind.


Ich muss sagen, ich hatte extreme Anlaufschwierigkeiten mit dem Science Fiction Ding, meine bewährte Strategielose Dampfwalzen Kampfstrategie funktioniert mit einem Schwert besser als mit einer Laserkanone und ich fand die Dialoge zum Weglaufen. Das war einigermaßen ungewöhnlich, weil es wie immer bei Bioware natürlich eine riesige Hintergrundwelt gibt, etliche Comics, Bücher etc., die die Charaktere entwickeln (und die man - eine Leistung an sich - alle nicht kennen muss, um den Spielen zu folgen) - ich war also irritiert, dass das hier gar nicht klappte.
Irgendwann bin ich dann auf die glorreiche Idee gekommen mir mal ein paar Youtube Videos bei meinen bevorzugten DragonAge Kanälen anzusehen, die alle englischsprachig sind und siehe da: Die Dialoge im ersten Teil sind gar nicht so schlecht, das ist nur die Synchro.
Also haben wir die deutsche Version für ein paar Euro gegen einen gebrauchten UK Import eingetauscht und schon konnte ich ohne Gruselgefühle den Storyarcs folgen.;-)

Mit der Kampfdynamik hatte ich dann weiterhin meine Probleme, aber Übung macht den Meister und wenn die Story überzeugend ist, bin ich bereit einiges an Gedult aufzubringen - nur den Mako lenken, war bis zum Schluss eine unqualifizierte Katastrophe, ich sollte auch im Weltraum lieber nicht Auto fahren.;-) Und mit ein bißchen Gedult haben mich die Hintergrundwelt und die Charaktere dann doch irgendwann "gekriegt" - immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man aus so Fantasy lastigen Spielen kommt, sich an die ganze "Commander"-Chose zu gewöhnen, ich hatte irgendwann eine Romance Option ausgekukt, aber aus den Dialogen die daraus entstehen, hätte ich jetzt nicht geschlossen, dass diese beiden Menschen zusammen sind...muss wohl so ein Militär Ding sein.;-)

Aber eine Sache muss ich dann doch mal anmerken: Es ist mir ein ständiges Rätsel, warum DA2 so verschrien ist - meine Theorie ist, dass "Gamer" eine gute Geschichte nicht erkennen, wenn sie sie in den Arsch beißt und sich lieber darüber aufregen, dass man kein Power Gaming betreiben kann und es manche Entscheidungen gibt, in denen man nicht "gewinnen" kann, aber das mag ein böses Vorurteil sein;-) - außer dass es mich wirklich gestört hat, ständig duch das selbe generische Lagerhaus zu laufen.
Andererseits habe ich noch nie gehört, dass sich irgendwer über die generische Space Station beschwert hat und das wundert mich dann doch, denn Weltraum oder nicht, ständig durch dieselben Container zu laufen, in denen es nur den Unterschied gibt, ob der Plotpoint dieses Mal im rechten oder linken Raum ist, war jetzt auch nicht spannender.^^

Ich bleibe also bei meinem Vorurteil, dass DA2 einfach unbeliebt ist, weil Gamer keine Rollenspieler sind und ziehe trotzdem für das generische Lagerhaus in Space einen Punkt in der B-Note ab.
Aber 4 von 5 Space-Panzer sind ja auch schonmal nicht schlecht, um sich abzulenken.;-)
Ich bin schon zu ME2 übergegangen inzwischen und da scheint man sich mit dem Design ein wenig mehr Mühe gegeben zu haben, aber dazu dann mehr, wenn ich es durch habe.

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