29.08.2015

Listening to: Her Little Majesty. The Life of Queen Victoria

Ich erzählte doch von der 6 Stunden Fähre nach Helgoland, no?
So ein 6 Stunden Trip, auf dem man nichts wirklich Aktives tun kann, eröffnet einem unheimlich viele Möglichkeiten produktiv zu werden - man kann meditieren, lesen, Urlaubsfotos ansehen, Urlaubskarten schreiben, ganze Szenen plotten und wenn die Seekrankheit zuschlägt, kann man sich immer noch vorlesen lassen, zum Beispiel dieses Buch hier:  Her Little Majesty: The Life of Queen Victoria, geschrieben von Carolly Erickson, gesprochen von Nelson Runger.


Ich hatte ja angekündigt den Biographien aus der umfangreichen Sammlung von Ms Erickson mal näher nachzugehen und habe in dieser Lebensgeschichte von Queen Victoria tatsächlich wieder die interessante Feststellung machen können, dass verschiedene Sichtweisen historische Personen tatsächlich auf sehr unterschiedliche Weise darstellen können.

Im Fernsehen hatte ich letztlich eine kleine Mini-Doku-Serie zum selben Thema gesehen - Victoria & Albert, Victorias Töchter und Victorias Söhne - die wenig gute Seiten an der Über-Queen gelassen hatten. Abhängig bis zur Selbstaufgabe von ihrem Mann, dem sie das Leben vergällt, kontrollierend bis zur Pathologie bei ihren Kindern, die sie immer nur als lästiges Resutat von Sex gesehen hat und und und...

In der Erickson Biographie klingt das auch an, aber die Autorin gibt sich sichtlich Mühe auch ein paar gute Seiten der Queen herauszuarbeiten - zu ihrem Enkeln war sie beispielsweise tatsächlich nett;-) - so dass man am Ende denken kann "Ok zusammenleben mit ihr hätte ich nicht wollen, aber ein komplett schlechter Mensch war sie wohl auch nicht.";-)

Die Quellenlage der Zeit ist außerdem sehr gut, weswegen ich hier glücklicherweise keine Punkte für zuviel Küchenpsychologie abziehen muss und mir als einziger Kritikpunkt an der Hörbuch-Ausgabe nur übrig bleibt, dass ich es ein bißchen irritierend fand, dass man einen Sprecher gewählt hat. Bei soviel Ich-Perspektive aus Briefen, Tagebücherns etc., hätte mir eine Frauenstimme besser gefallen, man mag das sexistisch finden, wenn man dringend möchte.;-)

Trotzdem vergebe ich 4 von 5 Spitzentaschentüchern für interessante Einsichten und entspannsame Stunden.;-)

27.08.2015

Eleanor of Aquitaine: By the Wrath of God, Queen of England

Falls man es noch nicht gemerkt hat, ich baue gerade meine "books by the usual suspects" Liste ein wenig aus - es ist einfach manchmal nett, wenn man einen Autor / eine Autorin kennt, von deren Stil man nicht allzu genervt ist und dann mal zu sehen worüber die so geschrieben haben, um nicht immer an den selben 5 Themen hängen zu bleiben.;-)

Ich habe mich also ein wenig umgetan und versuche mein Verständnis für Mittelalter-Geschichte ein wenig auszubauen - ein Thema, das ich an der Uni vermieden haben wie der Papst die Anti-Babypille, aber das hatte vermutlich eher mit dem lehrenden Personal, als mit dem Thema zu tun, denke ich inzwischen.
Und manchmal kauft man Bücher halt auch nach dem Einband, oder auch - wie in diesem Fall - nach dem Subtitel, denn Eleanor of Aquitaine: By the Wrath of God, Queen of England (geschrieben von Alison Weir) ist einfach ein ziemlich geiler Titel, no? ;-)

Worum es geht?
Eleanor of Aquitaine was a remarkable woman. She was an important factor in the reign of four kings, lived to the ripe old age of 82, bore 10 children and outlived all but two of them. Her sons were kings of England and her daughters queens of Castile and Sicily, while her later descendants included a Holy Roman emperor and kings of France and Spain, as well as a couple of saints. In an age of men, she was indeed a powerful woman.

Born in 1122 into the sophisticated and cultured court of Poitiers, Eleanor of Aquitaine came of age in a world of luxury, bloody combat, and unbridled ambition. At only fifteen, she inherited one of the great fortunes of Europe - the prize duchy of Aquitaine - yet was forced to submit to a union with the handsome but sexually withholding Louis VII, the teenage king of France. The marriage endured for fifteen fraught years, until Eleanor finally succeeded in having it annulled - only to enter an even stormier match with Henry of Anjou, who would soon ascend to the English throne as Henry II.

With astonishing historic detail, mesmerizing pageantry, and irresistible accounts of royal scandal and intrigue, Weir re-creates not only a remarkable personality, but a magnificent past era. As Weir traces the fascinating intersection of public and private lives in Europe's twelfth-century courts, Eleanor comes to life as a complex, boldly original woman who transcended the mores of society. Later, after sixteen years of imprisonment for plotting to overthrow Henry, the humbled Queen emerged, at age sixty-seven, to rule England.

Es dürfte bekannt sein, dass ich Eleanor als historische Figur sehr interessant finde, zumindest hat ihre Geschichte sehr interessante fiktionale Ausarbeitungen hervorgebracht - siehe A Lion in Winter oder auch die Romanbiographie zum Sachbuch (warum ich dazu noch keine Rezi habe, weiß ich auch nicht...).

Das Sachbuch zum Thema hat also eigentlich alles was man sich so wünscht - ein bißchen historische Einordnung, ein paar Hinweise, dass das mit den dramatischsten fiktionalen Dramen eben auch auf künstlerischer Freiheit beruht und ein bißchen sachliche Einschätzung welcher Teil des Dramas dann aber wohl doch wahrscheinlich ist.;-)

Mein einziger Kritikpunkt ist wohl eher ein feature als ein bug, denn die Faktenlage zu Frauen im Mittelalter ist einfach erschreckend dünn und wenn über weite Teile der Geschichte nichts anderes als Einkaufslisten der Hofküche darauf schließen lassen wer sich wann wo aufgehalten hat, sind entsprechende Rückschlüsse auf irgendwas außerhalb des körperlichen Aufenthaltsortes halt eher spekulativ. Dann muss man sich wieder daran halten, was denn die Männer zu der Zeit so gemacht haben, um daraus irgendwie Analysen zu ziehen, so ist das halt leider.

Trotzdem eine gute Ergänzung zu meiner Frauengeschichte-Sammlung, kann man problemlos 4 von 5 Falken für vergeben!

22.08.2015

Listening to: The Serpent Garden

Manchmal stößt man auf Bücher (oder in dem Fall auf Hörbücher), von denen man kaum glauben kann, dass man noch nicht wußte, des es sie gibt, oder?
Naja jedenfalls ging es mir in diesem Fall so, denn eine meiner Lieblingsautorinnen hat tatsächlich ein Buch über eine meiner Lieblingsepochen geschrieben und ich wußte das nicht mal!
Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und dank meines Lieblings-Hörbuch-Abos konnte ich diese Wissenslücke schnell füllen und mir The Serpent Garden, geschrieben von Judith Merkle Riley, gelesen von Alison Larkin in meinen digitalen Bücherschrank stellen.


Hier ein Eindruck um was es geht:
In the court of Henry VIII, there are many secrets—and some people will kill to keep them hidden.Susanna Dallet is the daughter of a Flemish painter and wife to a philandering husband, living in the court of Henry VIII. When her husband is murdered, Susanna is suddenly left with a household to provide for and nothing to her name. Her days of anonymity are over when Susanna finds that guild rules preventing women from working do not apply at the king’s court, and she manages to secure a position as a miniature-portrait painter. Before long, she has not only made a name for herself, she is close to those who surround Princess Mary. But even in this lofty company, Susanna is not safe. An old manuscript that she has inherited turns out to hold the keys to an age-old mystery, and the forces that claimed her husband are closing in. As danger looms, Susanna joins with Robert Ashton, secretary to Henry’s cunning and ruthless adviser Archbishop Wolsey, and together they must fight a fearsome society in league with a demon.Combining heartpounding action, sly humor, romance, and supernatural twists, The Serpent Garden is the story of a creative and resourceful woman who unwittingly finds herself in a dangerous—and deadly—game of hide-and-seek.
Was soll ich sagen? Ich liebe es!;-)
Es hat alles, was ich an den anderen Büchern von Ms Riley schon mochte - ungewöhnliche bzw. unkitischige Love-Interests, maulige Dämonen, vorlaute Engel, lästige Geister und andere natürliche und übernatürliche Charaktere, die einfach Spaß machen.
Und das ganze noch in Tudor-England? Großartig!
Ein kleines bißchen über Kunst gelernt habe ich übrigens dabei auch noch und die Kapiteleinleitungen mit Auszügen aus Kunsthistorischen Werken gibt einen netten "Das könnte tatsächlich so passiert sein" Effekt.
Ich würde ein winziges Pünktchen abziehen, weil manchmal die Intriegenspinnerei etwas langwierig ist, aber dafür ist es viel zu lustig mitzuverfolgen, wie alle glauben zu wissen was die anderen tun, und gleichzeitig in die komplett falsche Richtung laufen.;-)

Es bleibt mir nichts anderes übrig als 5 von 5 Staffeleien zu vergeben, manchmal finde ich einfach nichts zu meckern...es geschehen noch Zeichen und Wunder!;-)

19.08.2015

Es könnte alles so einfach sein (Wochengedanke XXIV)

Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Ich stelle fest, dass ich wenig Lust habe zu bloggen, wenn ich anderweitig an einer Schreibblockade laboriere. Ich hatte kurz überlegt darüber zu schreiben, dass ich nicht weiß as ich schreiben soll - stimmt nicht, ich was genau was, ich weiß nur noch nicht wie;-) - und vielleicht mache ich das auch noch, aber für heute ziehe ich mich mit einer ganz einfachen ewigen Weiheit aus der Affäre, die in ähnlicher Form meinem Mantra für 2015 entspricht:







Egal in welcher Situation wir uns befinden, wir stecken immer in unserem eigenen Kopf und wissen oft wenig bis gar nichts von den Menschen, denen wir begegnen. Ein bißchen weniger Be/Verurteilung und ein wenig mehr Akzeptanz würde der Welt daher ganz gut tun.

Ich versuche aktiv ein akzeptierenderer Mensch zu werden und manchmal führt das zu interessanten Einsichten, meistens aber vor allem dazu, dass man sich selbst auch weniger mit negativem Denk-Müll belastet - man ist nicht nur was man isst, man fühlt sich auch wie man denkt, ist wirklich wahr und wieder mal einen Glückskeks wert, no? ;-)
Manchmal führt konsequente Akzeptanz auch dazu, dass man angefeindet wird, weil man sich nicht an gesellschaftlich "akzeptierten" (see waht I did there?;-) Verurteilungsmechanismen beteiligen will, aber dazu vielleicht dann ein andermal.

Um es mit dem Dalai Lama zu sagen: Be kind whenever possible. It's always possible.
Es könnte alles so einfach sein.

15.08.2015

Mission Lieblingsteil Teil 2 (Farben und Färben)

Urlaubszeit ist Projektabschlusszeit, also bin ich endlich mal dazu gekommen den zweiten Schwung Klamotten anzupacken, den ich auf den "zu ändern" Stapel gelegt hatte.
Es sind zwar noch ein paar Einzelteile für die Nähmaschine übrig, aber bei den momentanen Temeraturen konnte ich mich noch nicht wieder dazu überwinden mich an den Nähtisch zu setzen - mit Farben matschen in einem gut ventilierten Raum bei offener Gartentür war da schon verlockender.;-)

Für meinen als langweilig befundenen Stapel an unifarbenen T-Shirt hatte ich im Netz nach Inspiration gesucht und war schnell darauf gekommen, dass "umnähen" bei solchen Basisteilen eher unnötig kompliziert ist und das ein wenig aufpeppen mit Stofffarben ja auch "reicht".;-)
Also habe ich mir drei Sprühfarben von Marabu (petrol, bordeaux & grau) und eine Kolibri-Schablone bestellt, um das mal auszuprobieren. Mit ein bißchen Pappe kann man sich solche Schablonen aber natürlich auch selber machen - hier gezeigt am Beispiel von einem kleinen Schmetterling, Herstellungszeit ca. 10 Minuten.:-)

1. Schablonen
Bei den Schablonen wird die Farbe von weiter weg und sehr dünn aufgesprüht und dann hofft man (was bei mir nur unzureichend funktioniert hat), dass man beim Wegnehmen nicht überschüssige Farbe auf den Stoff tropft. Die Farbe wird nach dem Trocknen durch Bügeln fixiert und ich hatte gehofft, dass sich die un-fixierten Unfall-Flecken einfach wieder auswaschen - hat's bisher nicht getan, aber vielleicht muss man die Teile ein paar Mal waschen, bis dahin muss man halt damit leben.;-)




2. Batik
Batik funktioniert noch einfacher: Einfach den Stoff einrollen (entweder mittig, oder an der Schulter, der Seite, dem Saum, egal), mit den gewünschten Farben dick einsprühen, auseinanderfalten, neu einrollen, wiederholen, bis einem das Ergebnis bunt genug ist. Das "Habe ich noch nie getragen" weiße Shirt hat tatsächlich Lieblings-Teil Potential, ich denke die Farben sind echt gut geworden. :-) Man kann aber natürlich auch Ton-in-Ton Batiken, oder statt einrollen, einfach den Stoff anders raffen, um andere Muster zu erzielen - Ton in Ton hat mir so gut gefallen, dass ich das gleich noch ein paarmal gemacht habe, es peppt auf, ohne über-bunt zu werden.;-)








3. Kominationen
Der Zufall hilft ja oft ein wenig mit und so habe ich festgestellt, das noch nicht 100% trockene Stoffe die Farben ein wenig verwischen, was ich eigentlich sehr hübsch finde - außerdem kann man natürlich auch Schablonen und Batik kombinieren, was meiner Meinung nach auch ziemlich cool funktioniert hat. Noch ein Vorher-Naja, Hinterher-Cool Teil!:-)


Meine neuen Shirts sind jetzt gebügelt und ausgewaschen (färbt übrigens nicht auf andere Stoffe ab, ich hab's ausprobiert) und bereit in den Kleiderschrank re-integriert zu werden. Ich bin sehr zufrieden!
Falls es demnächst kühler wird, mache ich die angefangenen Teile noch fertig, denn danach geht es an die Blusen und das könnte echt kompliziert werden...das machen wir dann im Winter!;-)

10.08.2015

In Bremerhaven

Die Autorin Karen Blixen hat angeblich mal gesagt, dass Salzwasser ein Allheilmittel ist, entweder in Form von Schweiß, Tränen, oder der See.
Ich würde mir nie anmaßen diese Weisheit in Frage zu stellen, und unser Urlaub am Meer diesen Sommer hatte zumindest eine Menge Meerwasser und Schweiß und glücklicherweise keinerlei Tränen zu bieten.;-)

Viele Freunde und Bekannte haben uns vor unserem Trip nach Bremerhaven irgendwie viel Spaß am Strand gewünscht, oder beim Muschel suchen, Schwimmen oder so - "leider" muss ich sagen, dass wir nicht mal Schwimmsachen eingepackt haben, denn irgendwie kam mir eine Hafenstadt nicht so als der perfekte "Strandurlaub" Resort vor - in Hamburg (wo wir übrigens auf dem Rückweg auch noch vorbei geschaut haben) würde man ja auch nicht ins Wasser springen, oder?;-)

Der typische Strandurlaub ist aber auch glücklicherweise nicht so mein Ding, ein bißchen spazieren am Meer ist zwar nett, aber auf Dauer ein bißchen zu langweilig - also hier mal eine kurze Liste von Dingen, die man in Bremerhaven so unternehmen kann und die wir für gut befunden haben!;-)

Schaufenster Fischerreihafen
Der "alte Hafen" wird derzeit ziemlich aufwendig modernisiert, vor allem, weil es inzwischen eigentlich keine Fischerei mehr gibt und man sich in Bremerhaven daher der Forschung und der Grünen Energie verschreiben will. Eine kleine Rundfahrt duchr den Hafen war trotzdem sehr nett, die großen Schleusenanlagen, Trockendocks etc. sind sehr beeindruckend und über Schiffsmarkierungen und Seefahrerlatein haben wir auch ein wenig was gelernt, trotz des "früher war alles besser" Laments unseres Kapitäns - auf Dauer ein wenig ermüdent, aber wenigstens mit friesischem Akzent vorgetragen.;-)

Stadtzentrum Bremerhaven
In der Innenstadt soll man scheinbar hauptsächlich Geld ausgeben, zumindest liegen direkt am Deich gleich mehr Restaurants, als man in einer Woche testen kann - auch auf diesem Schiff kann man heute nur noch schlemmen statt fischen - sondern auch 2 große Einkaufszentren + die Einkaufsstrasse. Ein bißchen mehr Geld als geplant haben wir da schon ausgegeben (es gab einen Schottland-Laden...), auch wenn Shoppen nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört - aber die Temperaturen machten es leider notwendig noch ein paar frische T-Shirts und Socken nachzurüsten...;-)

Zoo am Meer
Da ist eigentlich drin was drauf steht - der Zoo ist recht überschaubar (und das sage ich als Aachener, mit dem winzigen Euregiozoo vor der Tür), und großteilig gibt es hier Eisbären, Robben, Pinguine, was man halt so in Wassernähe erwartet + ein neues Nordseeaquarium für die Unterwasser-Perspektiven. Aber die Aussicht von Gehegen direkt am Wasser ist schon nett und teuer ist der Mini-Ausflug auch nicht wirklich. Kurzum ein neuer Zoo auf unserer Liste.;-)

Klimahaus
Wir hatten tatsächlich mehrere "Regen-Pläne" für Besichtigungen Indoor, das Wetter in der Woche vor unserem Urlaub legte das nahe - aber am Ende haben wir nur das Klimahaus angeschaut und müssen das Schiffsmuseum oder auch das Auswandererhaus dann ein andermal besichtigen. Für einen regnerischen Nachmittag ist man aber auch hier gut ausgelastet, die "Reise" entlang des 8. Längengrads durch 8 verschiedene Klimazonen fühlt sich auch körperlich ein wenig nach Weltreise an. Zumindest haben wir einige wirklich nützliche Dinge gelernt:
1. Ich könnte nicht in der Wüste leben.
2. Ich könnte *wirklich* nicht im Dschungel leben.
3. -6Grad in der Antarktis ist im Vergleich eine angenehme Sommertemperatur.;-)
Wenn man sich an den aufwendigen Ausstellungsräumen zu Sardinien, Schweiz, Samoa, Niger und und und satt gesehen hat, gibt es auch noch weniger Showlastige Teile des Museums für Erwachsene, eine ausführliche Wettershow, eine Klimawandel Ausstellung und einen Themenschwerpunkt Grüne Energien. Ich war allerdings von den 40Grad mit 80% Luftfeuchtigkeit in Kamerun ein wenig geschlaucht (selbst nach der Antarktis Schockfrostung), daher muss ich leider zugeben, dass ich immer noch kein Experte für Windkraft bin - trotzdem macht das Spaß, sollte man mal mitgenommen haben!

Helgoland
Jeden Tag kann man einen 10Stunden Trip nach Helgoland unternehmen, der angeblich einzigen deutschen "Hochsee" Insel, wobei das auch wieder nicht stimmt, wie wir gleich mal gelernt haben, weil richtig Hochsee ist es eigentlich nicht. Trotzdem kann man Duty Free einkaufen, wenn man das denn möchte.;-) 10Stunden klingt dabei ziemlich lange für eine Insel auf deren Rundlauf-Weg man so ca. 3-4Km lang unterwegs ist, aber Boote sind nicht so fix, also fährt man insgesamt 6 Stunden auf der Fähre mit marginal mehr Komfort als in einem Bus (Plastikbänke, aber immerhin mit Café an Bord;-) und wenn man Pech hat ziemlich Seegang auf dem Weg-Drittel, das man tatsächlich auf offener See und nicht auf der Weser verbringt. An Deck lässt sich das Geschlingere aber zum Glück aushalten, auch wenn das Umschiffen auf die kleinen Nussschalen-Boote für die Hafen-Einschiffung ein bißchen was von Abenteuer hat, für Menschen wie mich, die ohne Seemansbeine und mit wenig Gleichgewicht geboren wurden.;-)
Die Feuerfelsen und das Vogelschutzgebiet sind aber trotzdem einen Ausflug wert, auch wenn ich etwas froh bin, dass man auf den Fotos nicht erkennt wie sehr es da überall nach Guano stinkt, wenn 100.000 Vögel brüten...aber man kann nicht alles haben.;-)

Containerhafen & Seehunde in freier Wildbahn
Im Gegensatz zum Fischereihafen, wo nicht mehr gefischt wird, wird im Containerhafen immer noch Containert - und eine kleine Rundfahrt zu den Überseeterminals ist nicht teuer und man kann sich diese ganze Tetris-Maschinerie mal von Nahem ansehen (und gleich mal das neu erworbene Wissen über Schifsmarkierungen testen;-). Ein paar Seehunde in freier Wildbahn haben wir auch gesehen, allerdings sollte man da nicht zu viel erwarten, denn a) schlafen Tiere viel und ständig und b) halten sich die Fähren lobenswert fern genug, um die Schlafmützen nicht zu stören.;-) Zum Zoo am Meer gehört allerdings auch eine Heuler-Station weiter draußen, die man besichtigen kann. Kleine knuffige Seehundbabys sind bestimmt einen Ausflug wert.;-)

Für unseren Abstecher nach HH hat uns das gute Wetter dann leider im Stich gelassen, aber mit der Fress-Technik - jedes Mal, wenn der Regen stärker wird in das nächste Café oder Restaurant abbiegen;-) - haben wir auch da noch einen netten Tag verbringen können.
Hätte uns die Bahn dann nicht mit 2Std Verspätung nach Hause gefahren, wäre es beinahe ein entspannter Urlaubsausklang gewesen, aber auch hier man kann wie immer wohl nicht alles haben.;-)
Alle Fotos von See, Schiff und Meer, gibt es hier.

08.08.2015

Erfindung des Monats: Ziegenkäse Dressing

Yeii, ich habe es mal geschafft nicht nur was Neues zu kochen, sondern sogar daran zu denken noch ein Foto davon zu machen...also ein Food-Blogger wird jedenfalls aus mir nicht mehr.;-)

Liegt auch daran, dass ich eigentlich nicht so zu den motivierteren Hobby-Köchen zähle. Wenn man das regelmäßig (heißt so jeden Tag oder zumindest alle 2 Tage) machen muss, um nicht zu verhungern, macht das irgendwie weniger Spaß, als das es eine Notwendigkeit ist.
Aber manchmal kann aus reiner Routine auch neue Ideen entwickeln, in dem Fall für Salat Dressing.

Ich liebe Salat, er passt zu allem und ist (wenn man die Fertig-Tüten kauft, wie meiner einer;-) auch in einem erträglichen "Feierabend, ich verhungere gleich!!!" Zeitfenster herzustellen. Nachdem wir aber in letzter Zeit X-Mal Pesto Salat hatten - Salat, Parmesanspäne drüber, grünes Pesto und Balsamico Creme, lecker und in unter 10Min fertig;-) - wollte ich mal iiiirgendwas anderes schmecken.

Während ich also so durch den Supermarkt meines Vertrauens lief, fielen mir 2 Dinge ein:
1. Ich liebe auch Obst. Süß-Herzhafte Kombos sind großartig. Es gibt grade Himbeeren im Angebot...Hmmmm.
2. Ich wollte immer schonmal ausprobieren, ob Ziegenfrischkäse schmeckt. Hmmm.

Aus diesen Denkvorgängen ist folgende Kombi entstanden:
Grüner Salat (Feldsalat ist auch lecker) mit roten Zwiebeln (weil ich die immer Zuhause habe) und Himbeeren mit Croutons und Ziegenkäse Dressing.
Ich muss sagen...ich fand mich ziemlich gut!;-)

Hier die Schnell-Anleitung für das Dressing:
1 Becher Sahne (jaja, Joghurt geht auch;-)
1 EL Ziegenfrischkäse
1 EL Feigensenf
1 TL Honig
1 Spritzer Essig
Salz, Pfeffer, Knoblauch

Zusammenrühren. Fertig! Super. :-)

05.08.2015

Got some Physics? (Wochengedanke (XXIII)

Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Ok, nochmal ein Beitrag aus der Kategorie "Was eigentlich auch mal Zwischenstände hätten sein können, wenn es sich lohnen würde" - habt ihr euch schon mal gefragt, wo in einem Fantasy/Sci Fi/Steampunkt/Whatever Universum eure Bereitschaft zur Suspension of Disbelief aufhört?

Ich habe da bisher selten aktiv drüber nachgedacht - ich fand es immer ziemlich Spaßbefreit sich darüber aufzuregen, dass Raumschiffe im Weltraum keine Geräusche machen, oder dass diese Felsenbrücke im ersten LotR niemals so umfallen könnte, aber ich hatte durchaus auch schon so "Echt jetzt?" Momente, siehe Godzilla oder auch Jurassic World.

Für Elysion wurde ich da letztlich in eine wissenschaftliche Diskussion verwickelt, die ich so eigentlich gar nicht führen kann (oder will), weil ich nun wirklich kein Naturwissenschaftler bin. Die Frage ist aber: Muss wirklich jede Erzählung (egal in welchem Medium, Buch, Serie, Film) zu 100% zu den hiesigen Naturgesetzen konform sein und falls ja, was ist die Konsequenz, und falls nein, wo zieht man so seine Grenze zwischen "alles erlaubt, weil Magie" (bin ich kein Fan von) und "alles was wir uns nicht erklären können, fällt raus" (fände ich ziemlich langweilig, dann hätte ja jahrelang keine Hummel durch ein Buch fliegen dürfen;-).

Es ist ja z.B. ein weit verbreitetes Thema, dass es große, schuppige, fliegende Drachen gibt - wird das irgendwo hinterfragt? Eigentlich nicht. Macht das physikalisch Sinn (also so Gewicht, Spannweite, Aerodynamik blabla)? Menschen, die es besser wissen sollten als ich sagen Nö. Stört mich das? Eigentlich nicht.
Eigentlich deswegen, weil ich wie gesagt immer noch kein Freund von Anything Goes bin, an einigen Stellen finde ich es daher z.B. wichtig darauf hinzuweisen, dass die humanoiden Drachen (ja die gibt's auch noch;-) nicht wirklich hoch/weit fliegen können, während die leichteren Gargoyle-"Modelle" das wegen Gleitflug schon können, dafür aber ziemlich breite Flügel brauchen. Jetzt stellt sich mir noch das Problem, dass es auf der einen Seite meiner Welt immer Dunkel ist - aus dramatischen Gründen notwendig und iiirgendwann mal aus der Überlegung entstanden wie eine Welt aussähe, die sich um eine Sonne, aber nicht um sich selbst dreht...ob die dann aber tatsächlich so halb hell und halb dunkel wäre? Keeeiiine Ahnung.;-)

Ich stelle also fest, ein bißchen Suspension of Disbelief ist schon notwendig für meine Gemütsruhe...die Grenze legt dann wohl jeder selber fest.:-)

01.08.2015

1812

Kriegsgeschichte(n) ist ja normalerweise so überhaupt nicht mein Ding, ich vermeide jede Art von "Aufarbeitungsgeschichte", die irgendwas mit Nazis zu tun hat (ok außer Indi-Jones und Hellboy, aber, hey, die Jungs sind halt cool;-) und auch ansonsten war es ein beliebter Witz unter meinen Bibliothekskollegen, dass ich von den 4 Bänden Krieg und Frieden "nur den Frieden gelesen habe", weil ich die Schlachtenbeschreibungen einfach mal ersatzlos überblättert habe.;-)

Bevor jetzt jemand Luft holt und mir irgendwas von "Vergangenheitsverleugnung" vorsalbadern will, sei daran erinnert, dass ich einen Hochschulabschluss in Geschichte vorweisen kann. Ich teile tatsächlich eine gewisse Fazination für WWI Lyrik und ich habe in meiner Schul- und Hochschul-Laufbahn genug Faktenwissen angesammelt. Es ist also nicht so, dass ich nicht wahrhaben will was Menschen sich alles so antun können, ich habe es nur schon bis zum Erbrechen durchgekaut und jetzt will ich nicht mehr, ok?

Für 1812 geschrieben von Adam Zamoyski wollte ich allerdings dann doch mal eine Ausnahme machen, denn nachdem mir uabhängig voneinander 3 Menschen von diesem Buch erzählten, war ich doch einigermaßen neugierig, was man über Napoleons Russlandfeldzug heute noch so neues und nie-dagewesenes erzählen könnte?

Hier ist was der Klappentext uns dazu sagt:
Napoleons Feldzug in Russland war eines der größten militärischen Desaster aller Zeiten und eine menschliche Tragödie von beispiellosen Ausmaßen. Für sein Epos über die Hybris eines Eroberers, den Wahnsinn des Krieges und einen der Wendepunkte der Weltgeschichte hat Adam Zamoyski eine Vielzahl von Augenzeugenberichten in französischer, russischer, deutscher, polnischer und italienischer Sprache ausgewertet. Als Leser hat man teil an den Überlegungen und Entscheidungen Napoleons, des Zaren Alexander I. und der militärischen Befehlshaber beider Seiten. Gleichzeitig kann man den Verlauf der Invasion, das Katz-und- Maus-Spiel der Strategen, die unheimlichen Tage im eroberten, aber brennenden Moskau, den unfassbar grauenvollen Rückzug der Grande Armée nachvollziehen. Nicht etwa nur der eisige Winter zwang die Franzosen in die Knie, sondern politische Fehleinschätzungen schon im Vorfeld des Feldzuges, strategische Fehler, widersprüchliches Handeln und die Unfähigkeit, Versorgung und Nachschub der Truppen zu sichern, führten die katastrophale Niederlage herbei: ein Muster, dem wir hier nicht zum letzten Mal in der Geschichte begegnen.
Ich muss gestehen, dass ich bisher auch an den "Besiegt von General Winter" Mythos geglaubt hatte und ich denke auch nach der Lektüre des dicken Wälzers immer noch nicht, dass man den Faktor Wetter unterschätzen sollte, aber das Buch gibt sich wirklich alle Mühe die verschiedenen Entscheidungs- bzw. gerade die NICHT-Entscheidungsprozesse nachzuvollziehen, die dazu führen, dass eine Operation mit hunderttausenden Menschen scheitert. Wobei es für mich als Laien auch genauso schwer nachvollziehbar ist, wie man soviele Menschen aus sovielen Ländern überhaupt dazu bringt irgendwas zu tun, vom Erfolg mal abgesehen.;-)

Ich schreibe gerade sowas wie einen Winterkrieg und daher waren diese Einsichten für mich sehr interessant, auch wenn ich die unschönsten Details (ich sage mal Erfrierungsprozesse und Kanibalismus) vielleicht nicht übernehmen werde...

Trotz aller Skepsis - und auch wenn ich bei den Taktischen Beschreibungen wieder diesen "Überspringungs-Impuls" hatte;-) - muss ich also sagen, das Buch ist doch spannend, wenn man sich ein bißchen für das Phänomen Napoleon, oder auch europäische Staatenbildungsgeschichte interessiert - Konflikte mit Russland sind ja nun nicht sooo selten, habe ich mir sagen lassen...;-)
Ich vergebe daher mal 4 von 5 Standarten für ein Buch aus der Kategorie "hätte ich nicht gedacht, dass mir das gefällt".

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