2015-01-25

How To: Aquarell nach Vorlage

Ich bin nicht sicher, ob ich es schonmal erwähnt habe, aber ich kann wirklich nicht Zeichnen.
Immer mal wieder legt man mir nahe, dass sich sowas lernen lässt und das mag auch stimmen, aber meine Hand-Auge-Koordination ist einfach furchtbar und daher bezweifle ich einfach mal, dass sich in meinem Fall große Erfolge erzielen ließen. Man muss ja auch nicht alles können und völlig talentfrei mit Farben panschen, kann ja auch Spaß machen!;-)

Da es aber auf der anderen Seite Menschen gibt, die gerne und gut zeichnen, ergab sich bei Facebook letztlich die Idee, dass man ja Farben Matschen und Gut Zeichnen kombinieren könnte, als Gemeinschaftswerk quasi - eine Übung, die ich als Geburtstagsgeschenk gleich mal ausprobieren musste und die auch sehr lustig war, auch wenn aus mir kein großer Künstler mehr wird.;-)

Schritt 1: Arbeitsfläche vorbereiten
Ich besitze leider keinen beleuchtbaren Tisch, aber manchmal (man glaubt es kaum) scheint auch in Aachen die Sonne und dann braucht man eigentlich nur ein wenig Klebeband, die Vorlage, die man verwenden will (hier Ausdruck vom Facebook Bild, nachbearbeitet mit Kantenschäfer), ein geeignetes Papier für die Farbe, die man verwenden will (hier Aquarell) und ein erreichbares Fenster.

Schritt 2: Übertragen
Dafür kann man natürlich Bleistifte nehmen, aber Aquarellstifte haben den entscheidenden Vorteil, dass man die Linien im Wasser verwischen kann. Außerdem kann man sich so schonmal ein paar Gedanken zur Farbgebung machen, auch wenn hier am Gedanken "je bunter desto besser"nicht so viel falsch zu machen war. ;-)






Schritt 3: Malen nach Zahlen ohne Zahlen
Danach kann man eigentlich nur noch Spaß mit Farben haben - zuerst einmal mit dem Hintergrund (viiieel Wasser in dem Fall mit ein wenig grün und blau) und dann eigentlich mit allem anderen. Die Basisidee ist, dass man die Vorlage am Ende noch erkennen sollte (wozu sonst die ganze Mühe?;-), aber so ganz genau muss man es dafür dann auch wieder nicht nehmen.
Für die Linienführung kann ich übrigens auch wieder die Aquarellbuntstifte empfehlen - auf getrockneten Farben kann man ein paar "verrutschte" oder übermalte Linien damit ganz einfach wieder hervorheben.

Und schon haben wir völlig ohne Zeichentalent ein buntes Bild fabriziert - faszinierend, no?;-)

2015-01-21

Dragon Age Inquisition. Oder: Die letzen Atmenzüge der Last-Gen...

Nach ewigen Zeiten mal wieder ein Gaming-Post und dann leuten wir schon das Ende der Last-Gen Konsolen ein? Irgendwie schon, aber mit Abstrichen.

Am 20. November 2014 konnte man endlich - mit fast einem Jahr Verspätung - den nächsten Teil Dragon Age kaufen und wer sich erinnert, wie sehr ich Teil 1 (DAO) und auch Teil 2 (DA2) mochte, der wird vielleicht verstehen, warum ich nicht noch ein Jahr warten wollte, bis mein Sparschwein fett genug wäre mir eine Next-Gen Konsole UND das neue Spiel zu spendieren. ;-)
Trotzdem habe ich - gemessen daran wie unbedingt ich das Spiel spielen wollte - noch ziemlich lange gezögert die XBox360 Version zu kaufen, denn was man über Ladezeiten und Grafikdowngrades im Netz so lesen konnte, war doch einigermaßen besorgniserregend.
Am Ende war die Neugier dann aber doch stärker und wie immer muss man festhalten: Auch wenn manche Kritikpunkte schon irgendwie gerechtfertigt waren, sind Gamer doch eine Gemeinschaft von Motzpocken, die man nicht unbedingt immer ernst nehmen sollte.;-)
Ja, die Ladezeiten sind manchmal doof (vor allem für Cut-Scene-Fans wie mich) und ja, manchmal ist es etwas seltsam, wenn in Cut-Scenes noch Texturen nachladen, aber ehrlich, man kann das ignorieren, wenn es einem hauptsächlich um die Story geht.
Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Next-Gen Grafik einfach unfassbar viel besser aussieht und sich die Anschaffung derselben nicht auf ewig wird vermeiden lassen, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden. Jetzt erstmal Dragon Age Inquisition, wie wars?

1. Wir alle sind Skyrim?
Ich bin immer noch der Meinung, dass alle Motzer, die DA2 so furchtbar fanden, keine Rollenspieler sein können, aber wie man sich vielleicht erinnert, habe ich einem einzigen Kritikpunkt zustimmen müssen: Immer wieder durch dieselben Karten laufen, macht einfach keinen Spaß.
Das haben wir jetzt in Teil 3 (DAI) geändert und weil wir ja inzwischen alle Skyrim sein müssen, gibt es jetzt also auch Open-World in Minimalform - heißt große Karten, wenn auch nicht zusammenhängend, mit Springen, Klettern und Reiten, was man halt so braucht.
Ich muss sagen das Kartendesign ist wirklich gut - auf der Next-Gen noch viel mehr, aber auch in der Downgrade Grafik gibt es Wälder, Wüsten, Eisfelder, Wiesen mit Kaninchen, Rehen, Blumen, was auch immer, an denen man ziemlich lange beschäftigt sein kann. Allerdings reite ich auch nicht viel, weil das automatisch dazu führt, dass sich deine Party in Luft auflöst - was bringt denn durch die Wildnis joggen ohne lustigen Party-Banter im Rücken? Da könnte ich auch wieder Skyrim spielen und das wird sicher nicht passieren.^^ Hier hätte man sich auch was Besseres einfallen lassen können - so nett es ist mit meiner Elfe auf einem Elch durch die Gegend zu hüpfen, hätte man das meinen Gefährten nicht auch gönnen können? ;-)

2. Diversification
Kritikpunkt 2 aus DA2: Man kann nur Menschen spielen. Das hat mich nicht wirklich gestört, denn die Story in Teil 2 gehört einfach dazu - aber ich bin halt auch Rollenspieler, mir ist eine gute Geschichte im Zweifel lieber als 1000&1 Möglichkeit meinen Charackter zu gestalten. Trotzdem ist es nett, dass man jetzt wieder Elfen, Zwerge und sogar Qunari spielen kann. Grade auf den Run-Through als Qunari bin ich sehr gespannt - wenn man mich schon ein ganzes Jahr länger warten lässt, um das noch einzubauen, dass sollte es sich besser lohnen!;-)
Dafür beschweren sich jetzt natürlich wieder die Motzpocken darüber, dass es zum ersten Mal nicht nur strikt Hetero-Charaktere gibt, sondern auch stirkt Nicht-Hetero-Figuren - ein bißchen weniger Kontrollzwang und ein wenig mehr Gefühl für realistische Charaktergestaltung würde manchen Gamern da vielleicht weiterhelfen.

3. Doom upon all the World
Aus irgendwelchen Gründen fanden es viele Leute blöd, dass die Geschichte von DA2 in der Scheiße anfängt und in der Scheiße aufhört, egal was man tut. Diese Leute haben scheinbar keine Ahnung wie 2. Teile funktionieren und für konsequente Erzählweise auch keine Wertschätzung, aber ich muss sagen, mir gefällt es doch in DAI wieder mal das "große Böse" zu bekämpfen. Ich bin da halt einfach gestrickt - ich hatte auch Spaß an der Guerila-Straßenkampf Variante in 2, aber der Held sein und das Böse erschlagen ist doch etwa,s das wir alle gerne mal tun, oder?
Mit dem Bösewicht haben sie sich außerdem einen schönen "WTF??!?" Moment einfallen lassen, zumindest, wenn man den DA2 DLC gespielt hat. Dieser Moment lässt sich zwar bei den Re-Runs nicht wiederholen, war aber trotzdem super!;-)

Fazit:
Man hat offensichtlich viel getan, um die Kritikpunkte aus Teil 2 auszubügeln und meiner Meinung ist ein gutes Spiel dabei herumgekommen. Ich mag meine neuen Gefährten, die Romance-Options sind ein wenig "erwachsener" und weniger Klischeehaft als in DAO (es gibt sogar Sex ohne Unterwäsche, skandalös sowas;-) und die Verflechtung mit Handlungssträngen aus Teil 1 und Teil 2 macht das "nochmal spielen" für mich spannend. Das Dragons-Keep funktioniert gut, auch wenn die Game-Importe früher einfacher waren.
Unterm Strich kann man hier also alles haben, was man bei Skyrim nicht haben kann: Deine Entscheidungen interessieren tatsächlich wen, mit deinen Nebenfiguren kann man tatsächlich interessante Nebengeschichten verfolgen und die Cut-Scenes haben wieder diesen DAO-Epik-Faktor - Kloß im Hals und Gänsehaut inklusive, aber dafür muss man vermutlich talentiert darin sein sich in solche Geschichten ein wenig "einsaugen" zu lassen.;-)
Ich ziehe ein klitzekleines halbes Pünktchen ab, weil die Erzählweise nicht mehr so kreativ ist, wie noch in Teil 2 - scheinbar bin ich in der Minderheit, aber ich fand Varric als Erzähler und die Stilmittel dazu großartig, jetzt ist man wieder bei der "traditionellen" Teil 1-Fantasy-Erzählstruktur, die scheinbar mehr Leuten gefiel, aber das hier ist ja mein Blog, also zählt was mir besser gefiel.;-)

Ich bin mal gespannt, wie man daran anküpft - eventuell schiebe ich dann den Revisited Post hinterher, wenn es die ersten Storyrelevanten DLCs gibt.
Bis dahin vergebe ich überzeugte 4,5 von 5 Drachenschädeln für ein Spiel, dass mich die nächsten Monate glücklich und zufrieden durch faule Nachmittage bringen wird.

2015-01-16

The Magicians

Ich bin ein furchtbar langsamer Leser momentan - was man auch an der Seitenleiste absehen kann, die Skandinavische Geschichte hatte ich eigentlich auf dem Kreuzfahrtschiff lesen wollen, aber dann kam mir das doch irgendwie prätentiös vor und nun lag das Buch auch nur ein halbes Jahr im Schrank (und ich hab' dann Machiavelli auf dem Sonnendeck gelesen, über diese Logik muss ich nochmal nachdenken....;-).

Aber nach mehreren Anläufen habe ich dann doch noch "geschafft" The Magicians auszulesen - das an sich weist schon darauf hin, dass das nicht so einfach war, aber ich hatte tatsächlich einen Grund es bis zur letzten Seite zu lesen, der besser war als "jetzt hab' ich's einmal angefangen" (jeder, der mich kennt, wird wissen, dass ich keine Hemmungen habe Bücher wieder wegzulegen;-).

Aber mal von Anfang an, worum geht es denn in The Magicians von Lev Grossman?


Einen wirklichen Klappentext zu finden, der diese Frage in Ansätzen beantworten würde, ist gar nicht so einfach, man geht ja inzwischen dazu über die Back-Cover lieber mit Presse- und Review Stimmen vollzukleistern, als mir einfach zu sagen was denn der Inhalt des Buches ist und nicht nur die Meinung für mich irrelevanter Menschen (aber das ist ein Rant für ein anderes Mal;-), also versuche ich das mal anders:
Was ich denke, was sich der Autor gedacht haben könnte, als er dieses Buch konzipiert hat, war vielleicht irgendwas sowas wie "Was würde wirklich passieren, wenn ein grenzwertig depressiver und orientierungsloser Teenager rausfinden würde, dass er ein Magier ist und auf eine Magie-Eliteschule geschickt wird?".
Falls es aus dieser Art der Fragestellung nicht genügend deutlich wird: Das Ergebnis ist leicht anders, als bei Harry Potter, was übrigens als Pop-Culture Anspielung auch auftaucht.

Und damit wären wir gleich dabei warum ich das Buch zuende gelesen habe - ich liebe die Idee und ich habe absoluten Respekt vor der Kompromisslosigkeit des Autors.
Als Leser von Harry Potter und Narnia und Fan von konsequent erzählten Geschichten muss man hier einfach mal Hochachtung davor haben, wie The Magicians jedes einzelne Fantasy-Klischee unter eine sehr kalte Realitätsdusche stellt, bis wir einfach mal festhalten müssen, dass man bei fabulösen Abenteuern ganz schnell auch einfach mal tot sein kann, auch wenn man eine Hauptfigur ist und dass einem manchmal an riesigen Feuerdämonen als erstes ihr riesiges Gemächt auffällt.
Bei den Hunger Games gab es so eine ähnliche Konsequenz in der Erzählung und ich glaube dass viele Fans der Autorin ihre "Skrupellosigkeit" gegenüber liebgewonnen Hauptfiguren durchaus übel genommen haben - ich möchte mir gar nicht vorstellen, was der arme Druchschnitts-Fantasy-Fan durchmachen muss, wenn hier jede einzelne Konvention gebrochen wird. Vermutlich ein Grund warum viele Menschen dieses Buch furchtbar finden und gleichzeitig der Grund warum ich es mochte.

Aber - es kommt noch ein aber (wie immer;-). Ich fand es auch sehr anstrengend zu lesen und das hat teilweise damit zu tun, dass konsequent erzählte Figuren einem leider völlig auf die Nerven gehen können. Bei Katniss geht das ganz gut - sie nervt auch manchmal und ist oft nicht die Hellste, aber man kann sich irgendwo noch mit ihr solidarisieren - aber bei Quentin hört das wirklich auf. Depressive, quasi-allmächtige, gelangweilte Teenager ohne Ziel im Leben, aber dafür mit magischen Fähigkeiten - mir ist durchaus bewußt, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass das in Drogen, Alkohol, personal drama und willkürlichem Sex endet, aber das macht mir die Leute nicht symphatischer.;-)
Der einzige halbwegs ertragbare Charackter stirbt dann auch noch und übrig bleiben eine Menge Typen, mit denen ich wirklich nicht befreundet sein müssen wöllte und ein paar, die mir egal sind....hm!

Ich gebe dem Buch mal 4 von 5 Gänsefedern für Punkt 1, aber Punkt 2 bedingt (leider), dass ich nicht wirklich das Bedürfnis habe das Buch nochmal zu lesen, oder die Nachfolgebücher (zumindest in naher bis mittlerer Zukunft) anzufassen. Schade eigentlich nur ein einziger netter Mensch hätte mir die Geschichte vielleicht gerettet, aber konsequent erzählt ist halt nicht für jeden, das liegt im Prinzip der Sache...;-)

2015-01-11

Kommunikation für Fortgeschrittene (Zwischenstände)

Mir ist aufgefallen, dass ich lange nichts "kreatives" mehr von mir gegeben habe - wenn man mal vom Advent-Basteln absieht, das immerhin noch erhellend war. ;-) Ok schlechter, Witz, nächter bitte!

Hauptsächlich hat das damit zu tun, dass ich momentan nicht so motiviert bin kurzfristige Projekte zwischenzuschieben und "wieder eine neue Szene geschrieben" ein wenig langweilig als Update ist, oder?
Damit aber nun nicht der Eindruck entsteht, dass gar nichts passiert, sei mal vermeldet, dass ich die ersten 5 Kapitel inzwischen von allen Testlesern zurückbekommen habe und mit den aufkommenden Kommentaren sehr zufrieden war - das best-case Szenario für Feedback ist ja, dass man Hilfe für die kleinen hakenden Punkte der Erzählung bekommt und dabei vorzugsweise gleichzeitig die Rückmeldung, dass man im großen und ganzen auf einem guten Weg ist. :-)

Nun geht es darum die ersten 50% und gleichzeitig den ersten halbwegs in sich geschlossenen Teil der Geschichte abzuschließen und wie so oft im wahren Leben: Abschlüsse erreicht man oft nur mit vielen Gesprächen.
"Normale" Dialoge schreiben ist an sich eine Übung, die halbwegs gut von der Leber weg geht, man ist ja als Mensch normalerweise ein bißchen geübt in alltäglicher Kommunikation.;-) Je schwieriger das Thema allerdings wird und vor allem je mehr "Stimmen" an der Unterhaltung beteiligt sein müssen, desto schlimmer wird es (finde ich zumindest).
Und so kam es, dass ich mich tatsächlich mal hinsetzen musste, um mir einen Weg zu überlegen diese "Oh weiah wie soll ich das bloß jemals alles zusammenbringen"-Szene einigermaßen aufzudröseln.
Ich habe dabei auf 2 Prinzipien zurückgegriffen, die vielleicht auch für andere hilfreich sein könnten:

1. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
Meine Art Geschichten und Szenen zu konzipieren, würde vermutlich jeden "ernsthaften" Autoren in den Wahnsinn treiben. Meistens habe ich so ca. 1-5 Zeilen Stichworte und ein Anfangsbild im Kopf und dann lasse ich das einfach mal laufen. Meistens fällt mir dann hinterher, wenn die Szene fertig ist, auf was für viele kleine Dinge das jetzt für meinen Handlungsverlauf geregelt und gelöst hat...;-)
Und wenn mir nichts einfällt, halte ich Mittagsschlaf, im Schlaf kommen mir die besten Ideen...anyway, was ich damit sagen will: Ich bin nicht der Typ, der großartige Pläne aufschreibt und/oder sich stundenlang über irgendwelchen Notizen den Kopf zerbricht.
Aber: Ich stehe auf Diagramme! Diagramme sind super und man kann sie für fast alles gebrauchen, so zum Beispiel auch für Diskussionen mit 7 verschiedenen Personen, die alle irgendwas anderes zur Unterhaltung beitragen sollen.
Auf so einem weißen Zettel kann man zuerst mal festhalten wer die Personen sind, wo sie sich z.B. in dem Raum aufhalten, den man vielleicht konzipiert, oder aber auch wie sie sich zueinander positionieren - in einer Gruppe gibt es immer Untergruppen, dazu später. Dann brauchen wir drei Dinge:
1. Welche Stimmung bringt jede Person mit in das Gespräch (Wut, Verwirrung, Neugier, Angst...?)
2. Mit welcher Stimmung möchte ich sie aus der Situation entlassen?
3. Was muss passieren, damit wir von 1 zu 2 kommen? (Eine Entschuldigung, eine Erklärung, eine offene Auseinandersetzung usw.)

Ich habe mal versucht mein abschließendes Bild zu fotografieren, aber leider sind die Bleisiftstriche überhaupt nicht zu erkennen und am Ende waren es auch so etlich viele Pfeile, dass man mir kaum glauben würde, dass mir das wirklich weitergeholfen hat, aber es hat, ehrlich!;-)

2. Divide and Conquer
Noch so eine Beobachtung aus dem echten Leben: In jeder Gruppe gibt es Untergruppen, je größer die Gruppe, desto komplexer wird das.
Um also große, komplizierte "Wir müssen jetzt das Leben, das Universum und den ganzen Rest in einer riesen Versammlung ausdisskutieren" Szenen ein wenig überschaubarer zu machen, kann man beliebig viele Untergruppen Teile dieser Diskussionen schonmal in anderen Szenen haben lassen. Wenn keiner eine Lösung weiß, bilden wir nen Arbeitskreis oder so...;-)
Man (ich) muss sich aber überlegen, wie man dann die Einzeldiskussionen so zusammenbringt, dass das noch was wirklich "Neues" beiträgt - aber da muss ich nochmal drüber schlafen!;-)

In diesem Sinne ein schönes Restwochenende!

2015-01-04

Sea Queens. Oder: Geschichte ist das bessere Märchen!

Irgendwie tue ich mich immer schwer mit Wünschen zum Neuen Jahr - Alles Gute ist meistens mein Default, der ja auch eigentlich immer passt;-) - aber Mr. Neil ist großartig darin, daher klaue ich mir mal kurz seine Inspiration für 2015:
Be kind to yourself in the year ahead. 
Remember to forgive yourself, and to forgive others. It's too easy to be outraged these days, so much harder to change things, to reach out, to understand.
Try to make your time matter: minutes and hours and days and weeks can blow away like dead leaves, with nothing to show but time you spent not quite ever doing things, or time you spent waiting to begin.
Meet new people and talk to them. Make new things and show them to people who might enjoy them. 
Hug too much. Smile too much. And, when you can, love.
Sofern ich überhaupt sowas wie Gute Vorsätze entwickeln möchte, sollte das eigentlich ein guter Wegweiser sein und daher fange ich mal das neue Jahr mit einem Thema an, das ich noch nie hatte:
Geschichtsbücher für Kinder

Der Ehrlichkeit halber muss ich gestehen, dass der Vorschlag von Tine kam, die mich einfach zu gut kennt und genau weiß, dass ich Kinderbücher und Frauengeschichte toll finde - was könnte also besser sein, als die Kombination?;-)
Den ersten gemütlichen Samstagnachmittag in 2015 habe ich daher mit diesem wunderhübschen Buch verbracht: Sea Queens, geschrieben von Jane Yolen, illustriert von Christine Joy Pratt


Zuerst mal: Ich liebe Kinderbücher auch deswegen, weil die Illustrationen oft so hübsch sind - es gibt inzwischen Ausgaben von Ronja Räubertochter ohne Bilder von Rumpelwichten...was für einen Sinn macht das?!?
Leider gibt es bei Amazon keinen Blick ins Buch, die Holzschnitte sind nämlich sehr hübsch - ich habe mal ein paar Fotos versucht.

Ich muss zugeben ich war sehr erstaunt, dass das Thema "weibliche Piraten in der Geschichte" tatsächlich soviel hergibt, aber ich muss sagen, ich finde es super!;-)
Natürlich liest sich ein Geschichtsbuch für Kinder eher wie ein Märchenbuch und auf Fußnoten oder Quellenkunde kann man hier auch verzichten, aber wenn man seinen Kindern nette Geschichten über Piraten vorlesen will, warum dann nich mal historische belegte weibliche Piraten?

Ansonsten ist Frauengeschichte in "Märchenform" ja oft eher zwangverheiratete Prinzessinnen oder vielleicht noch weise Nonnen oder so. Aber Piratinnen? Großartig!
Wer seinen Kindern also dringend mal Geschichten vorlesen will, in denen die Frauen nicht auf irgendeinen Prinzen warten müssen, der kaufe dieses Buch, es hat hübsche Bildchen und liest sich auch nicht blutrünstiger als Grimms Märchen.;-)
Ich habe allerdings noch nicht rausgefunden, ob es eine deutsche Übersetzung gibt...

5 von 5 Rumfässern in jedem Fall!

2015-01-02

Des Hobbits Dritter Teil (bestimmt wieder irgendwo Spoiler)

Merke: Den Neujahrstag im Kino zu verbringen, ist nicht ganz so einsam, wie man sich das vielleicht vorstellt! Wir hatten darauf spekuliert, dass alle außer uns Sofa-Helden bestimmt ihren Kater auskurieren müssen, aber haben dabei ein paar soziale Gruppen vergessen - Senioren, Familien mit Kindern und Studenten im Prüfungsstress und andere IchbinzualtfürdiesenScheiß-MittDreißiger zum Beispiel...;-)

Aber was solls, ein leeres Kino ist nett, aber ein volles Kino macht normalerweise Filme auch nicht besser oder schlechter, solange sich das Publikum benimmt - ich schicke allerdings den unbestimmten Spoiler Alert voraus, da der dritte Hobbit Teil noch nicht so lange läuft und es mir zunehmend schwer fällt mich in Spoiler einzudenken (vor allem bei Verfilmungen von Büchern, die schon so uralt sind) - wer also igendwie fürchtet durch irgendwas gespoilert zu werden, der lese bitte einfach HIER nicht weiter, dann kommen mir keine Klagen und mein kleines Spoiler-Autisten-Ich muss sich nicht so verbiegen. Danke!;-)


Irgendwann nach dem ersten Film hatte ich mal angekündigt mir abschließend Gedanken zu machen, ob das mit den 3 Filmen jetzt wirklich sein musste - aber jetzt habe ich den dritten Teil gesehen und finde in dieser Art von Spekulation eigentlich gar keinen sittlichen Nährwert, also werde ich mir das sparen. Irgendwann wurde die Entscheidung getroffen die Geschichte so zu erzählen und da ich die Vorlage weder zu Ende gelesen habe, noch irgendwie toll finde, muss ich mich auch nicht mit Fan-Rage über irgendwelche Änderungen aufhalten (und mir fehlen auch mindestens 5 Nerd-Gene, um sowas wie Fan-Rage irgendwie sinnvoll zu finden;-). Ich fand manches zu lang und manches nicht gut gemacht, aber das hätte man auch besser machen können, ohne dabei 1-2 Filme einzusparen.

Aber fangen wir mal mit was Positivem an (und ich versuche mich kurz zu fassen, versprochen!;-):
- Bilbo Superstar
Martin Freeman ist und bleibt mein Lieblings-Hobbit. Es gibt ungnädige Menschen, die behaupten, er spielt Bilbo vor allem wie Martin Freeman und manchmal hat er eventuell ein bißchen was von Arthur Dent, aber was solls? Wenn man es recht betrachtet, haben Bilbo und Arthur Dent so einiges gemeinsam... Bilbo ist jedenfalls einer der weniger mehrdimensionalen Charaktere (dazu später), so eine Art Sam, Merry & Pipin in einer Person mit keinerlei Ähnlichkeit zu Frodo - kurzum best Hobbit ever!;-)
- How to kill a dragon?
Der Drache hat den schönsten Tod überhaupt - Smaug ist so eine kleine, miese Drama-Queen und der Operntod inlusive Wilhelm-Tell-Deluxe Schuss war das kleine melodramatische Tüpfelchen auf dem I - und außerdem fand ich es nett, dass der Drache noch so gefühlte 2 Filmminuten vorkommt, aber das lag vermutlich daran, dass ich das Buch nicht kenne. Trotzdem eine nette Szene und der Beweis, dass ich übertriebene Effekte nicht per se doof finde (dazu gleich mehr).
- Nicht alle Elfen sind Rassisten
Da ich Tolkien schon für einen furchtbaren Autor halte, mache ich mir eh meistens keine Freunde, da muss es mich auch nicht stören, dass Tauriel & ihr Zwerg mir den Film retten, auch wenn das allen Fangirls vermutlich die Hassröte ins Gesicht treibt. Aber ehrlich, die Elfe ist die einzige brauchbare Frau in der ganzen Reihe - nur weil bei Tolkien Frauen nicht stattfinden, muss man das noch nicht hinnehmen^^ - und neben 0-Gesichtsausdruck-Legolas und seinem überkandidelten Rassisten-Arschloch-Vater kann man die Spitzohren auch echt nur zum Abgewöhnen finden. Charakter 2, der irgendwie echt wirkt und gerade deswegen nehme ich es dem Film unfassbar übel, dass die Frau am Ende von Mr. Anti-Schwerkraft-Poser gerettet werden muss. Man hätte ihr einen Heldentod gönnen können, aber neeeeiiiin...

Und das führt uns dazu, was ich furchtbar fand:
- Warum einen Charakter haben, wir haben doch Computereffekte?
Das Motto der ganzen Reihe war Höher, Schneller, Weiter, das konnte man an den ersten beiden Filmen schon irgendwie absehen - und ich habe prinzipiell nichts gegen Effekt-Popcornkino, ich mochte sogar Iron Man 2 und der Film besteht nun wirklich nur aus Explosionen und AC/DC Musik... - aber man kann Effekte haben, um damit einen Effekt zu erzielen, oder einfach nur weil man sie bezahlen kann.
Man kann Effekte und Szenen haben, die etwas zeigen - einen Chrakterzug einer Figur, eine Dynamik zwischen zwei Figuren, ein Detail der Situation, irgendwas. Und man kann Effekte haben, die Höher, Schneller, Weiter sind und dabei die Geschichte um 0% voranbringen.
Der dritte Hobbit ist leider (noch mehr als Teil 2) mit letzteren Effekten gespickt und meine flache Hand hat sehr oft meine Stirn getroffen (zum Glück waren unsere Sitznachbarn nachsichtig;-). Vielleicht hätte es geholfen, wenn viele Dinge nicht so CGI-unecht ausgesehen hätten - Grond war ein metallbeschlagener VW-Bus, den man vor eine Holztür gedonnert hat, Thorin hat seine gefühlt 10Minuten lange Seelenkrise umgeben von einem computeranimierten Goldfußboden...sieht man was ich meine? - aber eigentlich denke ich weniger wäre wirklich mehr gewesen.
Während nämlich Legolas 5 Stunden Zeit bekommt wirklich unnötiges und dummes Elfenposing abzuziehen und wir Thorin ewig lange dabei zusehen müssen, wie er eine nicht sonderlich komplexe emotionale Krise bewältigt, bleiben alle anderen Charaktere völlig auf der Strecke.
Klar, Thranduil ist ein Arschloch, das an sich ist ja ok, aaaaber Denetor war auch ein Arschloch und dabei war er ein echtes Arschloch - man konnte nachvollziehen warum und irgendwie sogar Mitleid mit ihm haben. Boromir darf eine Seelenkrise haben und einen Heldentod sterben, der einen wirklich berührt in 50x weniger Screentime als Thorin und bei dem Zwerg fragt man sich am Ende nur warum er so dämlich sterben muss...

Das ist meine einzige, aber leider schwerwiegende Kritik, denn in diesem Punkt fällt es mir schwer den HdR-Erfahrungshorizont abzuschalten - wenn ich nicht wüßte, dass Peter Jackson eine Liebesgeschichte in 10 Sekunden Blickkontakt erzählen kann, würde ich es ihm weniger übel nehmen, dass er die Hobbit Figuren so lieblos und belanglos mit seinen tollen Computereffekten zusammenwürfelt.

Ich gebe dem Film trotzdem 4 von 5 Ork-Keulen - denn seien wir ehrlich, im Vergleich zu Blockbuster-Kino wie Transformers und ROTS sind alle Hobbit Filme wirklich, wirklich gut^^ - aber hoffe trotzdem, dass wir jetzt nicht noch das Simarillion in 7 Filmen auswalzen müssen.
Den vermutlich nie wieder erreichbaren Erfahrungshorizont der HdR-Filme ständig aktiv ausblenden zu müssen, um zu einer halbwegs fairen Bewertung zu kommen, strengt mich an und "Anstrengung" und "Popcornkino" sind zwei Dinge, die ich lieber nicht kombiniere.;-)

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