30.04.2014

Du bist was du isst?

Es mag schon aufgefallen sein: Normalerweise halte ich mich in diesem meinem Blog aus allen Politischen, Religiösen oder sonstwie gearteten Gesellschaftlichen Grabenkämpfen so ziemlich heraus. Mein Leben ist zu kurz für Internet-Trolle, selbsternannte Missionare und andere Menschen, die ihre eigene Meinung für den einzig wahren Glauben halten.
In der letzten Woche habe ich aber einen interessanten Artikel im Spiegel zum Thema Diäten und Ernährung gelesen, der mich dann doch angestupst hat, mal ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Ich weiß, dass Ernährungsweisen gerade ein Thema sind, dass viele Menschen umtreibt - ich erlebe das zumindest in meiner Familie, im Büro und im Freundeskreis immer wieder. Meistens halte ich mich aus diesen Disskusionen ziemlich heraus, was hoffentlich nirgendwo als böse Absicht interpretiert wird, aber es ist nunmal leider so, dass ich mich schon seit fast 10 Jahren mit meiner Schilddrüse herumschlage und in dieser Zeit sicherlich mehrere Bibelumfänge an Artikeln, Empfehlungen und Ernährungskonzepten durchexerziert habe - ich habe also meistens einfach das Gefühl, ich habe alles zu diesem Thema schon mal gehört und das Meiste auch schonmal gesagt...;-)

Während dieser 10 Jahre Trial and Error habe ich eines gelernt: Es gibt nicht die einzig wahre Wahrheit!
Und wer etwas anderes behauptet, lügt und/oder will etwas verkaufen. So einfach ist das.
Es ärgert mich daher immer wieder ungemein, wenn mir Artikel unterkommen, die behaupten "Mein Konzept macht dich fit" oder "So wie ich es geschafft habe, kann es jeder schaffen."
So sehr ich Menschen bewundere, die ihr Leben umgekrempelt haben, fit und gesund geworden sind, aber das stimmt einfach nicht! Kein Mensch ist wie der andere. Kein Organismus ist wie der andere, jeder Stoffwechsel hat seine Eigenheiten und so kann ein Konzept nicht für alle nutzbar sein.
Im besten Fall funktioniert also ein Ernährungskonzept wie ein Horoskop in einer Zeitschrift: Wenn man es allgemein genug hält, wird schon eine große Schnittmenge Nutzbarer Information dabei herauskommen und der Rest ist eine Frage des Glaubens.

Ich habe schon viel ausprobiert - Low Carb, Low Fat, Vegetraiertum, Paleo, Felxitariertum (was neudeutsch ist für: Weniger Fleisch essen, aber klingt vermutlich cooler;-) und und und - zu jedem einzelnen Suchbegriff kann man sich im Internet inzwischen geühlte 10.000 Artikel ansehen, die das bestehende Konzept verteidigen oder verdammen. Für jede Studie, die etwas als gesund herausstellt, gibt es 5, die das Gegenteil behaupten und umgekehrt. Davon bleibt kein einziges Lebensmittel verschont - Milchprodukte machen fett, oder sind lebensnotwendig für die Knochen, Rohkost macht Athrose, oder ist der perfekte Schlankmacher, Weizenprodukte machen Allergien, oder helfen dem Energiestoffwechsel, Fleisch macht Herzprobleme, oder hilft beim Muskelaufbau und und und und...

Hier kommt die Glaubensfrage ins Spiel: Natürlich kann ich mich dazu entscheiden immer nur eine Seite der Medaille zu betrachten, aber dann sind wir in den Spähren von Theologie angekommen und so verhalten sich leider auch viele Food-Fundamentalisten. Irgendwann ging es mal um Wissenschaft, aber inzwischen geht es scheinbar mehr um Egos.

Und historisch betrachtet, kommt noch eine andere Erkenntnis hinzu: Jedes dieser Ernährungskonzepte ist ein absolutes Luxusproblem!
Und sich darüber zu streiten eine fast unerträgliche Ignoranz der Tatsache, dass heutzutage immer noch große Teile der Weltbevölkerung essen müssen, was sie kriegen können, um überhaupt zu überleben. Statt sich also über Milch und Gemüse die Köpfe einzuschlagen, sollten wir eigentlich jeden Tag dem Schicksal unserer Geburt auf Knien dafür danken, dass das tatsächlich unsere wichtigstesn "Probleme" sind!
Wir können es uns leisten über Veggie-Days zu streiten, aber das heißt noch lange nicht, dass das deswegen ein gewinnbringender Einsatz unserer Zeit und Energie ist.

Was will ich mit dieser ellenlangen Vorrede jetzt aber sagen?
Eigentlich nur dieses eine: Ich habe schon vieles ausprobiert, mich über vieles geärgert und das allermeiste nach einer Weile wieder verworfen, weil mir ein Aspekt in allen "Plänen", "Konzepten" und "Diäten" (im englischen Sinn) immer zu kurz kam: Das Selbst.
Selbst-Wahrnehmung, Selbst-Vertrauen, Selbst-Bestimmung - kurzum die reflektierte und überlegte Wahrnehmung dessen was mein Körper braucht, will und für gut befindet.
Statt feste Essenpläne auszugeben, sollten sich also Ernährungs"experten" meiner unbedeutenden Meinung nach zunächst mal darauf konzentrieren den Menschen wieder beizubringen, was Selbstwahrnehmung ist!
Wir sind einer der ersten Generationen, die nie Hunger oder Mangel erleben musste - auch dafür müssten wir eigentlich jeden Tag auf den Knien liegen - nur hat man es versäumt uns beizubringen, dass wir nicht alles haben müssen, nur weil wir es haben können.

Der treffende Satz aus dem am Anfang erwähnten Artikel ist für mich daher: "Ich höre jetzt auf, gegen mich selbst zu kämpfen."
Das ist auch meine Erkenntnis aus 10 Jahren Probieren, Testen und Verwerfen: Ich will nicht gegen mich kämpfen, ich will mich nicht quälen und ich will mir auch nicht bis ans Ende meiner Tage irgendwas verbieten.
"Achtsamkeit" im buddhistischen Sinne hilft dabei. Wer bewußt isst, hört damit auf, wenn er satt ist - und nicht erst wenn nichts mehr da ist. Keine Argumente wie "aber ist grad so lecker" oder "das muss noch weg", nein, unser Körper sagt "ich habe genug" und mit genügend Selbstwahrnehmung  hören wir auch darauf.
Selbstvertrauen - Vertrauen in den eigenen Organismus -  hilft dann dabei auch mal zu sagen "Wenn ich jetzt Steak will, esse ich eben eins" - vielleicht braucht man grade die Proteine. An anderen Tagen gibt man dann eben dem Salat-Hunger nach - gerade im Sommer kommt der bei mir schonmal öfter vor.;-)
Was immer man tut, man sollte es bewußt tun, dann braucht man vielleicht auch niemanden mehr, der einem erklärt, dass Gemüse gesünder ist als Fast Food.

Und wen es interessiert, unsere Gesundheit hat von der "Umstellung ohne Umstellung" schon sehr profitiert. Wir essen alles worauf wir Lust haben - und das ist erstaunlich oft Gemüse, Obst und Vollkorn - nur eben nur soviel, bis wir satt sind und nicht darüber hinaus. Da muss schonmal ein "Reste-Essen Tag" her, denn manchmal ist es schwer so passend zu kochen, aber was lecker ist, schmeckt am nächsten Tag meistens auch nochmal gut!:-)
Es gibt auch mal Ausnahmen, aber Ernährung ist ja auch nicht der 1 Tage im Monat, an dem man mal grillt, oder zum Geburtstag eingeladen ist, sondern die "Alltage" dazwischen. Bei mir hat das in 1 Monat schon 2cm Bauchumfang gefressen - ein bißchen Bewegung muss auch noch, aber da sind wir wirklich moderat, mehr als 2-3Stunden in der Woche + Gartenarbeit hab' ich dazu keine Lust;-) - und was noch wichtiger ist: Von Tag 1 an habe ich mich besser gefühlt!
Weniger vollgestopft, weniger schwer und vor allem weniger fremdbestimmt und weniger Schuldbeladen!

Natürlich gelingt das anderen Menschen auf andere Weise, ohne Fleisch, ohne Brot, ohne Milch, wie auch immer. Das ist völlig ok, solange sie und ihr Körper damit glücklich sind. Ich war nur nie mit irgendeinem Konzept wirklich glücklich, auch das ist eine Selbst-Erkenntnis, denn was immer wir tun, wir sollten es lassen, wenn es uns nicht glücklich macht!:-)
Essen ist Lebensfreude, das sollten sich so eingige Experten auch mal hinter die Ohren schreiben!

Soviel zum Wort vom Sonntag, Kommentare wie immer unten und Hatemail bitte unversendet löschen, wenn ihr nicht meine und eure Zeit verschwenden wollt!;-)

28.04.2014

Frozen

Lustig, irgendwie könnte man vom Titel her fast meinen, es käme jetzt die Fortsetzung zum Winter Solider - erst Winter dann gefroren, oder so...hmmm...naja irgendwie dann doch nicht so lustig. Aber  egal!;-)

Wer mich kennt, oder aufmerksam lesen kann, wird wissen, dass ich Disney-Filme einfach mag. Immer mal wieder versucht man mir das zwar auszureden, z.B. weil die "alten" Filme ja ein total falsches Weltbild verbreiten (bla) und "unseren Kindern" ein total doofes Frauenbild einpflanzen (blabla) und die "neuen" Filme so mit Animation und so ja eh nicht mehr so toll sind wie früher.
Ich halte Beides für Mumpitz - ich habe als Kind jeden einzelnen Prinzessinnen-Film gesehen und aus mir ist auch kein nutzloses, dummes Männer-Anhängsel geworden und "damals" war sowieso alles besser, das ist ein Totschlagargument, dass ich eigentlich nie gelten lasse!
Man sollte also seine Erwartungen und Befürchtungen was fiktive Kinderunterhaltung angeht nicht zu hoch schrauben und den Tempel auf dem Berg lassen, oder so.;-)


Zumindest aber die "Frauen sind bei Disney alle doof"-Franktion sollte aber an Frozen ihre Freude haben - nicht nur sind hier die Frauen eindeutig die "Guten", nein, ausnahmsweise sind sogar mal die Männer das unnütze Beiwerk. Gleichbereichtigung sieht auch anders aus, aber als Meta-Humor und Spiel mit der Erwartungshaltung an "Happily Ever After" Stories funktioniert das schon ganz gut.;-)

Natürlich wird in dem Film viel gesungen - es wurde bei Disney immer schon viel gesungen - und die "neue Disneys sind alle doof" Franktion wird sich daran wohl wieder stören. Ich gebe zu, die neueren Filmsongs sind eher Glee und nicht mehr so wirklich Probier's mal mit Gemütlichkeit, ich gehe aber davon aus, dass das vor allem einen Zeitgeschmack wiederspiegelt und tatsächlich eine Qualitative Verbesserung sein soll. Lustige Texte und 80erJahre-Kindheits-Nostalgie mal beiseite waren die Songs muskalisch früher einfach nicht sonderlich gut gemacht - da kann man bei Frozen in den Duetten schon eher Musical Feeling bekommen und der Titelsong (Oscar prämiert) gefällt mir ausnehmend gut.

Insgesamt kamen mir die lustigen Nebencharaktere ein wenig zu kurz - der Filmtrailer hat 1-2 lustige Szenen mit Schneemann und Rentier, die aus dem eigentlichen Film scheinbar aus "zu viel Kontrast" Gründen rausgefallen sind. Das kann ich einerseits verstehen, weil die Geschichte an sich schon trauriger ist, als das z.B. bei Rapunzel noch der Fall war. Aber ich mag halt auch gerne mal lachen zwischendurch, daher gönne ich mir den subjektiven Punktabzug. (Und Rapunzel hatte die schlimmeren Pop-Songs, kommt auch wieder auf's selbe raus;-).

Also bleiben auch hier 4 von 5 Eiszapfen übrig für lustige Trolle, Fjorde, Eis und Schnee - ich erwähnte es glaube ich schonmal, aber das zumindest trifft in mein nordisch-affines Herz!;-)

24.04.2014

Aquarellmalen der 1. Versuch

Eigentlich denke ich ja man muss nicht alle seine mehr oder minder gewagten Selbstversuche ins Netz pusten, aber da sonst noch der Eindruck entstehen könnte, dass ich außer Fernsehen gerade nichts auf die Reihe bekomme, teile ich doch einfach mal mein neustes "Farben-Matsch-Experiment" mit der Welt.;-)

Irgendwann im letzten Jahr hatte ich angefangen meine Mal-Utensilien zu durchwühlen, irgendwie sammelt sich ja immer so viel Kram an, den mal "im Winter" mal benutzen könnte.;-)
Ein paar meiner Leinwände konnte ich ja schon verweden, aber die Stapel Aquarellpapier liegen leider immer noch herum und verstauben. Aus diesem Grund habe ich mir zu meinem Frühjahrsurlaub ein paar neue Bleistifte und eine kleine Palette Aquarellfarben gegönnt.


Schritt 1: Warum eigentlich Dom?
Tja, auf die Frage weiß ich so richtig auch keine Antwort, irgendwie kam mir bei einer Stadtführung mit meinen Kollegen die Idee mal ein Urlaubsfoto zu verkünstlern...und was Urlaubsfotos angeht sind bei mir Kirchen und Kirchenfenster ganz weit vorne, wie man weiß.;-)
Ohne jetzt über die Implikationen von Kirchenaustritt und architektonischer Begeisterung abzuschweifen, ließ sich aber erschreckenderweise kein Foto in meiner Sammlung finden, bei dem es irgendwie Klick gemacht hätte...
Also dachte ich, ich versuche es mal mit Lokalbezug und Wikipedia hatte das linksseitige nette Bildchen dazu. Die Menschen und Eiscremebuden have ich allerdings weggelassen, das Motiv war für Anfänger eh schon gewagt genug...;-)

Schritt 2: Viele, viele, schwarze Bleistifte...
Ich liebe Bleistiftzeichnen - ich kann es nicht, aber ich finde es toll!;-)
Und als stolzer Besitzer von einem neuen Bleistiftset durch alle Stärken, konnte ich mich da auch mal austoben - man verzichte bitte an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass mir jegliche Perspektivische Genauigkeit abgeht, das weiß ich schon...*sfz* ;-)

Schritt 3: Ähmm...schwarz?
Man hätte es aus dem Amazon Kommentaren herauslesen können, aber da habe ich nicht genau genug hingeschaut: Die Cotman Aquarellfarben haben eine schöne Auswahl an Basisfarben zum mischen und sich daran erfreuen, inklusive weiß...aber kein Schwarz...
Was ich erst für Schwarz hielt, stellte sich als Dunkelblau und - besonders witzig - Hellgrün heraus. Also stand die weitere Arbeit an diesem Bild unter dem inoffiziellen Motto "50 Ways to Shade Grey" - denn natürlich kann man grau, sogar auch dunkelgrau mischen, wenn man alle Grundfarben zusammen hat...aaaber das wird doch etwas uneinheitlich, wie man sieht, vor allem, wenn man über einen längeren Zeitraum arbeitet (die megafeine-Pinsel-strichel-Technik macht zwar nette "Mauerwerk" Effekte, aber auch einen steifen Nacken...;-).

Schritt 4: Weiß + Wasser = Fenster
Eigentlich war mein Plan bei den Kirchenfenstern mal in die Vollen zu greifen, was die knalligeren Farben des Kastens angeht - immerhin ist das hier alles noch ein "Wir testen das Equipment" Bild und keine große Plankunst. Aber irgendwie gefiel mir das Ergebnis nicht...ich fand das sah so nach "Grundschulbildern aus meiner Stadt" aus und auch als unbegabter Mensch darf man schon ein paar Ansprüche haben.;-)
Also den guten Cutter rausgeholt, die Flächen ausgeschnitten und nochmal von vorne - etwas gewagt vielleicht, aber sämtliche "In ein fertiges Bild schneiden"-Ängste habe ich mir bei den Patchwork-Bildern abgewöhnt. Negative Verbesserung hilft!;-)
Die "Löcher" im Bild habe ich dann mit feinen Bleistiftstrichen auf ein leeres Blatt übertragen - man hätte auch ein ganzes Blat bemalen können, wäre bestimmt auch spannend gewesen, aber ich wollte mit den neuen Farben nicht gleich wieder nachkaufen müssen...
Für die neuen Fenster habe ich ein anderes Aquarellpapier genommen, dass ein wenig stärker gemustert war - kommt auf den Fotos nicht so raus, aber hat wegen der größeren Dichte sehr geholfen, mit viiiiiieeeel Wasser zu arbeiten.
Dann noch ein paar "Scheiben" mit der weißen Farbe angedeutet, trocknen lassen, aufeinander kleben, ein paar Tage pressen (ein Glück, dass wir so viele dicke Bücher haben;-) und dann den weißen Rand abschneiden - schon fertig.

Große Kunst ist es immer noch nicht und das mit den Proportionen üben wir nochmal, aber als Test für die Farb-Palette auf jeden Fall brauchbar. Und der unfreiwillige 3d Effekt gefällt mir eigentlich sogar fast am Besten - unverhofft kommt oft!
Nächstes Mal kann man dann ja mal wieder "Was mit Blumen" machen, oder so...;-)


 

21.04.2014

Cpt. America - The Winter Soldier (vorsicht Spoiler)

Ich muss gestehen, ich finde nicht viel an Superhelden, wie Cpt. America oder Superman, sie sind mir zu...Charackterlos. Irgendwie eine Funktion ohne viel dahinter.
Im Rollenspiel finde ich diese Schwarz-Weiß Malerei manchmal ganz entspannend - wir sind die Helden, da sind die Bösen, hingehen, platt machen, fertig. Aber das hat den Bonus von Produzieren vs. Konsumieren und macht Spaß - aber als Film ist es mir doch ein wenig dünn...und wenn ich das schon sage, heißt das ja was!;-)

Den ersten Cpt. America Film fand ich daher auch ungewöhnlich schwach für die Avenger Serie, die eigentlich die Entwicklung ihrer Characktere und Handlungsstränge ganz nett umsetzt - immer im Umfeld eines Popcorn-Actionsfilms, aber immerhin.;-) Vielleicht war die Vorgeschichte zu Cpt. America da ein wenig undankbar, weil man 60 Jahre zurück gehen und sich wieder mal mit Nazis rumschlagen musste, aber man hatte sich ja mit Stark Sen. schon eine nette Zusatzfigur ausgedacht, da hätte man sich ruhig auch noch ein paar vernünftige Dialoge gönnen können...


Anyway, die Vorerfahrung bedingte es jedenfalls, dass ich mich zum Kinobesuch für den 2. Teil nur schwer entschließen konnte, aber Menschen, deren Filmgeschmack meinem normalerweise entspricht, hatten mir gesagt der zweite Teil sei besser als der erste, also hab' ich mich dann mal einladen lassen.;-)
Und wie war's nun?
Ich muss gestehen die letzten 30Minuten des Films habe ich nicht mehr wirklich aufmerksam verfolgt, weil neben mit unter der Stoffbespannung des Kinosaals irgendein Viech meinte die Wände rauf und runterkrabbeln zu müssen, das fand ich etwas ablenkend...aber zu diesem Zeitpunkt waren wir glaube ich auch schon bei den "Viele Dinge explodieren auf einmal" Showdowns angekommen, da verpasst man gewöhnlich an treibender Handlung nicht mehr so sonderlich viel.;-)
Prinzipiell kann man aber festhalten - ja, der zweite Film ist besser als der erste.

Robert Pferdeflüsterer Redford gibt tatsächlich einen besseren Bösewicht ab, als Plastik-Elrond im ersten Film (und das an sich sagt viel über den ersten Film aus;-) und das Prinzip "nehmen wir dem Helden fast alles weg, was er kann und ist und dann lassen wir ihn mal sehen wie er zurecht kommt" hat schon im dritten Iron Man gut funktioniert. Der prinzipielle Charackterkonflikt (Wer sind die Bösen, bei den Nazis war das einfacher) und die versuchte Gesellschaftskritik ("Sicherheit" vs. Freiheit) waren mir immer noch ein wenig zu sehr Holzhammer, aber wenn man schon einen Hollywood Film macht, in dem Amerikaner die Bösen sind, dann kann das scheinbar nicht subtil ablaufen. Und eigentlich sind es ja auch wieder nur die bösen Terroristen, die aber irgendwie auch Amerikaner sind, also irgendwie auch egal...
Und dann gibt es noch ein wenig Amnesie-Freundschaft und Weltkriegsnostalgie, warum auch nicht - Gemetzel war viel schöner, als die Bösen noch wirklich böse waren.

Einen Pluspunkt bekommt der Film für Black Widow - in Actionfilmen kommen selten irgendwelche interessanten, nützlichen Frauen vor, da muss man für jede Minute Screentime dankbar sein - die ein paar der weniger holzhammerigen Momente bekommt. Und der neue Sidekick ist zwar auch so ein "die besten der besten der besten, Sir" Army-Typ, aber steuert dabei wenigstens ein bißchen Galgenhumor bei.

Unterm Strich vergebe ich mal 3,5 von 5 Panzerfäusten und setze meine Hoffnungen für die nächsten 5 von 5 auf den nächsten Avengers Film.;-)

17.04.2014

Peer Gynt. Oder: Klangkonzept gesucht...!

Gerade läuft wieder Snuff in meinem iPod (oder Quatschkopf, wie ich ihn liebevoll nenne;-) und einer der ersten Lacher in diesem Buch ist für mich immer die Überlegung, dass wenn ein Apfel von einem Baum auf mich herunterfällt, das zwangsläufig zur Folge haben muss, dass die Welt gefährlich aus der Balance gerät, wenn alles immer nach unten fällt - es sei denn (und das konnte hier nachgewiesen werden;-) es fällt im gleichen Moment auch ein Apfel nach oben!
Man kann jetzt über Newton-Anspielungen lachen oder auch nicht, aber beim dieswöchigen Ausflug ins Theater stand mir diese Theorie unweigerlich wieder vor Augen. Keine Sorge in weniger als 5 Zeilen macht das bestimmt gleich alles Sinn!;-)

Ich hatte doch mal die Erfahrung gemacht ein Theaterstück ansehen zu wollen und statt dessen Schauspiel mit Oper serviert zu bekommen - das war unerwartet, aber in der von Erwartungshaltung ungetrübten Sicht nicht schlechter. So und am Sonntag wollte ich ein vertontes Gedicht zu sehen bekommen und bekam ein Theaterstück mit 3-Tracks Hintergrundmusik.
Schon macht die Einleitung voll Sinn, oder?;-)

Also trotz angekündigtem "innovativen Klangkonzept" kein Orchester, keine Morgenstimmung und nur ein bißchen Hintergrundbeschallung aus dem Lautsprecher. Hm.
Meine Erwartungshaltungsungetrübte Einstellung musste sich da aber mächtig anstrengen!;-)

Falls irgendwer den Ibsen nochmal kurz zusammengefasst sehen will, die Theaterhomepage sagt dazu Folgendes:
Der norwegische Bauernsohn Peer Gynt will: ALLES! Er träumt sich in seiner Phantasie in hohe Sphären, bricht kopflos zu einer Weltreise auf, nicht ohne vorher seine Mutter Aase zu verprellen und kurz noch die Braut
eines anderen zu entführen, um sie dann achtlos zurückzulassen. In seiner Lebensgier treibt er sich in Trollwelten, in der heißen Wüste Afrikas und auf den Meeren herum, kommt zu Reichtum, verarmt, ist Frauenverführer, Sklavenhalter, Schatzjäger, gibt sich als Kaiser und als Prophet, lässt über all die Jahre seine große Liebe Solveig immer wieder warten – und muss am Ende von ihr aus den Fängen des Knopfgießers befreit werden, der ihn zum Mittelmaß umschmelzen will. »Sei du selbst!« war immer der Anspruch gewesen, doch Peer kommt sich am Ende vor wie eine Zwiebel, die nichts ist, wenn man Schale um Schale entblättert.

Ibsens dramatisches Gedicht ist phantastisches Märchen und Gesellschaftskritik zugleich. Der Anti-Held Peer Gynt sprengt in seiner Hybris alle Maßstäbe und wird erst im Scheitern wieder Mensch.

Soweit so gut, das mit dem Looser-Megalomanen haben sie zumindest schonmal gut gemacht und die erste Hälfte von immerhin 3,5 Stunden Theater ging auch erstaunlich schnell vorbei, während wir noch dabei waren die absolut geniale Drehbühne zu bestaunen. Peer und seine Mama, Peer und die Frauen inklusive Troll-Prinzessin und pornösen Waldnymphen, alles soweit in Ordnung. Dass der Hauptdarsteller schonmal in 5-6 Menschen gleichzeitig dargestellt wurde, war eigentlich auch eine nette Idee, gut choreographiert und so als Bild des "Über-Egos" auch ganz machbar.

Die Aachner Trolle waren leider extrem fremdschäm-verdächtig - die Maskenabteilung muss sich da nochmal bei den Eisbären was abschauen, Gummimasken, die auf den Gesichter verrutschen und Schauspieler zum Nuscheln nötigen sind wenig künstlerisch wertvoll. Und wer auch immer dem Trollkönig gesagt hat, er muss einfach Mussolini mit Rattenschwanz sein, gehört auch geschlagen, das war peinlich!

Hälfte 2 ließ dann leider in Dynamik und Gusto sehr schnell nach. Ich mochte die teilweise grotesken, verdrehten Gestalten aus den "Halluzinationen", das hatte was von Bosch oder Giger, aber leider waren einige der "tatsächlichen" Menschen genauso überzeichnet. Es gibt scheinbar immer noch Regisseure, die nach dem Motto agieren "wer brüllt hat Recht" - habe ich noch nie geglaubt und facettenreiches Spielen erschöpft sich auch nicht darin, dass man die Lautstärke variieren kann. Für jemanden, der es noch nie ausprobiert hat, mag das total extrovertiertes Charakterdarstellen sein, wenn jemand seine "Emotionen" rausbrüllt - aber eigentlich ist es die einfachste Variante, dafür muss man sich nur ein wenig enthemmen. Subtil und dabei gut ist unfassbar viel schwieriger.

Der Tod als Knopfgießer gefiel mir hier gut - auch ein geiles Kostüm;-) - aber die Abziehbildchen Kolonialisten waren wieder extrem peinlich - fast noch schlimmere Nationalitätenklischees als bei der Eisprinzessin, findet das tatsächlich immer noch irgendwer lustig?

Ich bleibe mal dabei, dass sich meine Erwartungshaltung nicht wirklich objektivieren lassen wollte und vergebe für die wirklich genial umgesetzte Bühne einen goldenen Gummipunkt. Mit den Abzügen für "viel zu lang(atmig)" und "teilweise peinlich" kommen aber mehr als 3 von 5 Wünschelruten trotzdem nicht zustande.
Demnächst also wieder die Musik ohne störende Schauspieler!;-)

14.04.2014

Die zerbrochene Puppe

Ich habe es vielleicht schon mal erwähnt, aber ich sage es lieber nochmal: Die "Bücher von Freunden" Liste, die ich noch abzulesen habe, wird langsam aber stetig länger und länger...
Ich empfinde das durchaus als positiv, auch wenn mich manchmal ein wenig das schlechte Gewissen plagt - soviele Bücher und so wenig Zeit...und dabei lese ich momentan auch noch so furchtbar langsam...
Naja, machen wir's im Winter, stimmt bestimmt auch hier, kommt die kalte Jahreszeit, werden die Abends mit Buch und warmer Decke auch wieder mehr werden!

Bevor es wieder zu diesen wohligen Umständen kommt, habe ich aber zumindest schonmal mein signertes Leseexemplar (endlich) feierlich ins "Gelesen"-Regal einräumen können! (Und ich darf es sogar auch behalten, weil ich inzwischen die Widmung entschlüsseln konnte. *yei*;-)

In den letzten Wochen auf meinem Nachttisch also (die Seitenleiste hat es angekündigt):
Die zerbrochene Puppe von Judith & Christian Vogt, ausgezeichnet mit dem Deutschen Phantastikpreis 2013, ich finde das darf man nochmal sagen.

Abgesehen von dem großartigen (wie ich finde) Coverbild, verrät uns der Umschlag zur Handlung außerdem folgendes:
Die Physikerin Æmelie von Erlenhofen stellt auf einer Konferenz in Venedig den Prototypen einer Brennstoffzelle vor. Kurz darauf dringen wandelnde Tote in ihre Unterkunft ein und töten die Wissenschaftlerin, der es gerade noch gelingt, ihrem Mann Naðan die Flucht zu ermöglichen. Das Letzte, was sie ihm mit auf den Weg gibt, ist ihre alte Porzellanpuppe, die von nun an Naðans beste Freundin wird, da sie mit der Stimme seiner verstorbenen Frau spricht. Die sterblichen Überreste Æmelies indes verschleppen die wandelnden Kadaver. Die Polizei kann der Spur bis nach Æsta, einer schwimmenden Stadt auf einem Eisberg, folgen, wo sie sich verliert. Naðan beschließt, weiter nach Æmelies Leiche zu suchen. Mittellos fahndet er zwischen Gewerkschaftlern, Huren und Opiumsüchtigen nach dem Täter. Eine Odyssee beginnt, in deren Verlauf Naðan zahlreiche Irrungen und Wirrungen durchleben muss, ehe er einem schrecklichen Geheimnis auf die Schliche kommt.

Was die Geschichte als solche angeht, sind wir mit dieser Zusammenfassung schon nach 3-4Kapiteln wieder auf uns gestellt, aber man soll ja auch nicht zuviel verraten, also werde ich mein Bestes geben einen Spoilerfreien Post hinzubekommen (ob ich das schaffe...?;-).
Als Allererstes möchte ich mal lobend erwähnen, dass die Geschichte einen sehr nachvollziehbaren und interessanten Ich-Erzähler hat. Ich-Erzähler Bücher sind immer ein wenig tricky, zu langweilige Typen machen furchtbare Ich-Erzähler, zu unsymphatische Typen auch und zu sehr von sich überzeugte Typen sind irgendwann auch langweilig. Aber dem guten Nathan (man verzeihe mir die Nachlässigkeit nicht nach Sonderzeichen zu suchen) hört man gerne zu und man versteht ihn und leidet mit ihm - gut, außer vielleicht bei den Sex-Szenen, da leidet er aber auch nicht sonderlich, möchte ich behaupten.;-)
Die Kapitelüberschriften in "Gemälde"-Form sind ein Stilmittel, das mir ausnehmend gut gefällt, die "künstlerische Beschreibung" hätte von mir aus noch dominanter eingebaut werden dürfen, aber ich verstehe auch, dass das eventuell vom Adventure Charakter der Geschichte abgelenkt hätte - die Steampunk Perspektive eines technisch nicht so sehr begabten Künstler-Ich-Erzählers ist in jedem Fall ein sehr gelunger Spagat.

Ich bin an einigen Stellen über recht "fantasy-eske" Sprachwendungen ein wenig mental gestolpert, aber das ist wohl eher ein Feature als ein Bug, weil ich kein Fantasy-Leser bin - man mag es nicht glauben, aber es stimmt...das wird spannend, wenn ich demnächst selber welche schreiben will...;-) Wo ich mich sprachlich aber sehr wiedergefunden habe, waren die Nordküsten - die ganze Ästhetik von Nordland, Eis, Meer, Sturm und Steilküste ist einfach genau mein Ding und ich konnte mich da sofort Zuhause fühlen - ein paar nordische Götter dazugarniert, was will das Heidenkind mehr?;-)

Insgesamt also ein eisiger, aber spannender Ausflug in die Alternative Reality, mit Piraten, Luftschiffen, Gewerkschafter-Straßenkämpfen, mechanischen Menschen, grausigen Experimenten, wandelnden Toten, großen Gefechten und allem was das Steampunk-Herz begehrt - ich konnte die Verfilmung quasi vor dem geistigen Auge sehen, vielleicht kommt es ja mal dazu.:-)

Als einzigen, winzigen Kritikpunkt (ja, irgendwas ist immer, ich weiß;-) muss ich vermerken, dass der Ich-Erzähler für meinen Geschmack gerade am Begin der Geschichte zuviel "erklärt". Natürlich muss man sich bei Ich-Erzählern immer fragen, wer denn der Angesprochene ist - eine Figur aus derselben Umgebung, "in-time" quasi, der die Erklärung nicht braucht, oder der "out-time" Leser, der diese und jede Erklärung zu Sitten, Hintergrundwelt etc etc vielleicht dankbar aufnimmt. Mir persönlich gefällt die in-time Lösung immer besser, gerade weil Einblicke in das Drumherum so eigentlich nur auf das beschränkt bleiben, was man in der Geschichte "zeigen" kann, ohne zu erklären und ich lieber frangend zurückbleibe und meine eigenen Antworten suche - mir ist aber bewußt, dass ich damit nicht den Allgemeingeschmack ausdrücke, mir erklären Autoren sehr oft zu viel, wo andere gerade das toll finden.;-) Das Ende der Geschichte aber zum Beispiel lässt grandios viel offen, das ist dann eher meins.

Insgesamt ziehe ich also ein halbes Pünkthen ab und lande bei hervorrangenden 4,5 von 5 Zahnrädern!
Mal sehen, ob die Zombies, die jetzt auf dem Nachttisch liegen, da mithalten können...

11.04.2014

Dinge in Planung. Oder: Immer wieder Freitags...

Immer wieder freitags stellt sich (mir) die Frage: Was von dem Berg aus gefühlten 100 Dingen, die ich noch zun muss/will/möchte, kann ich an diesem Wochenende wohl realistischerweise anpacken?
An diesem Wochenende stellt sich die Frage eventuell ein klein wenig entspannter, da ja nächste Woche (endlich!) wieder die "Sommer-Feiertags-Saison" anfängt und man für die nächsten 3 Wochen mit ein paar längeren Wochenenden rechnen kann...
Das ist auch gut so, denn es liegen doch erstaunlich viele Dinge halbfertig herum!;-)

Zum ersten möchte ich den Blick gerne mal auf die Seitenleiste lenken, in der sich seit ca. 2Wochen testweise zwei neue Kategorien finden, die (hoffenlich dauerhaft) aktuell darstellen, was an Literatur gerade so auf Nachttisch und iPod zusammenkommt. Die Kategorie "Bücherregal", die vorher mit der LibraryThing App realisiert wurde, ist dafür weggefallen, da der Dienst ab 200Büchern jetzt kostenpflichtig ist...und ehrlich mal, 200 Bücher?? Da lacht unsere 3x5m Bücherwand doch nur mal müde.;-)
Ich hoffe also die neue Aufteilung wird den einen oder anderen interessanten Einblick geben - ich gehe dabei natürlich einfach mal frecherweise davon aus, dass was ich lese, auch andere interessant finden. Man möge mir die Hybris nachsehen.;-)

Für die nächsten Posts habe ich außerdem ein bißchen Film und Kultur in Planung, außerdem habe ich mir neuen Malkram gekauft und ca. 300€ werden dieses Jahr auch im Garten verbaut, da muss dann mal ein Vorher/Nacher her (und sei es auch nur, um zu zeigen, dass Gartenmaterial für 300€ sogar in einem Mini-Gärtchen wie unserem eigentlich nichts ist^^), außerdem sind die "großen Pläne 2014" - Gartenweg anlegen und Keller entrümpeln - auf einem guten Weg, Urlaubsplanung steht an, ich habe ganz hervorragend tolle Wolle gefunden, die dringend zu irgendwas werden muss...achso ja und nebenbei muss ich mir außerdem langsam mal Gedanken machen, was denn als nächstes geschrieben werden will...die Korrekturphase der B(r)uchstücke habe ich mir da ja "denkfrei" genommen, aber nun ist das Papier-Baby in die Welt entlassen und die Regeneration entgültig beendungswürdig...

Man darf also gespannt sein, ob ich das überhaupt alles in den Blog kriege vor dem St. Nimmerleinstag, aber bis dahin gönne ich mir jetzt noch ein wenig Entspannung mit dem Freitags-Füller und dem Video der Woche:

1.  Auf einmal ist es schon wieder fast Mai - nur noch 11 Arbeitstage und ansonsten viel Feiertag, so wie das sein muss!;-) Und dann ist bestimmt auch schon bald Juni und mein erster Sommerurlaubstag in diesem Jahr ist *zufällig* mein Geburtstag *yeiii*.:-)

2.  Ich gebe es ja gerne zu: Geld ausgeben hat selten soviel Spaß gemacht. Die Dingen, die im Garten noch fehlen sind überschaubar und abgesehen von den "großen Vorhaben", wie Fassade-Streichen, Geländer erneuern oder Mauern ausbessern, die eigentlich schon eher Gebäudesanierung sind, bleibt nach diesem Frühling hoffentlich erstmal nicht mehr so viel zu tun. Überschaubare Grünoasen haben ihre Vorteile!;-)

3. Wenn ich nach unten schaue, fällt mir siedend heiß auf, dass in diesem Sommer vor dem Urlaub auf jeden Fall noch neue Sneaker gekauft werden müssen...Ich kaufe meine Schuhe da ja eher Marke Billig, weil Turnschuhe mich nur von A nach B tragen sollen und ansonsten nichts, aber meine momentanen Treter haben ja schon die Kasematten nicht unbeschaded überlebt und das war immerhin schon 2012...

4.  Aber wir wollen bestimmt auch diesen Sommer wieder viel sehen, egal wo/wie lange wir uns irgendwohin absetzen und deshalb sollte man immer nett zu seinen Füßen sein - wer mich 10Std. am Tag durch die Gegend tragen soll, hat sich jede Zuneigung verdient.;-)

5.  Wer sagt eigentlich, dass Urlaub am Meer immer was mit Süden zu tun haben muss? Als ich letztlich meinte, ich fände eine Kreuzfahrt mal einen tollen Urlaub, hatte ich dabei Norwegen, Schweden oder Schottland im Sinn und meine Kollegen gingen automatisch von Karbiki oder Mittelmeer aus...ich bin halt eher der nordische Typ, spart an den Palmen und gebt mir ein paar Steilküsten, dann bin ich glücklich!;-)

6.   Eigentlich finde ich die neue "Bücher-Kategorie im Blog" jetzt noch besser. In der alten hatte man zwar wechselnd alle Bücher vor der Nase, die ich so eingepflegt hatte, aber so kann man tatsächlich sehen was ich gerade neu oder auch wieder lese...ich besitze bestimmt auch Bücher, die ich nicht so oft oder nicht mehr als 1x lese, das darf man dann schon als subjektives Qualitätsurteil werten...;-)

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf frischen Spargel, morgen habe ich geplant mit irgendwas von oben genannter Liste ein wenig voran kommen und Sonntag möchte ich hoffentlich eine bessere Oper sehen, als letztes Mal!;-)

Und apropos Oper, hier schonmal ein Vorgeschmack auf mein Wochenende:


Einen schönen Rest-Freitag allerseits!!

05.04.2014

Thor - The Dark World

Manchmal ist mir nicht ganz klar, wie Film-, Serien-, Buch- und sonstige Titel für den deutschen Markt übersetzt werden. In den letzten Jahren ist das ja ein wenig besser geworden, weil jetzt oft die Originaltitel - wenn sie denn einen gewissen Grad an fremdsprachlicher Komplexität nicht überschreiten - oft auch einfach mal belassen werden.
Die Zeiten von Übersetzungen wie "Mo' Money - Meh' Geld" sind also hoffentlich vorrüber.
Warum man aber Englische Titel mit anderen Englischen Titeln ersetzt, ist mir nicht ganz einsichtig?
So wurde aus dem zweiten Thor Film "The Dark World" im Deutschen "The Dark Kingdom"...ist das jetzt wirklich entscheident?
Irgendwie schon, weil es im Parallelwelten und nicht so wirklich um Krieg der Königreiche geht, aaaber wer würde schon diese bestimmt nach höchsten kritischen Maßstäben getroffenen Entscheidungen deutscher Marketingmenschen in Frage stellen wollen?;-)


Beeilen wir uns also mal über den Film zu sprechen!
Der erste Thor - man wird sich vielleicht erinnern - war ja noch ein wenig...hmmm...sagen wir mal symphatisch naiv.;-) Ich hatte meinen Spaß, ich könnte Chris Hemsworth auch 90Minuten beim Duschen zukuken und die Dialoge waren sehr lustig. Die Kostüme waren furchtbar, die weibliche Hauptrolle (Nathalie Portman hat irgendiwe nachgelassen seid Eve Hammond, oder?) war mir zu nutzlos, aber trotzdem ein brauchbarer Actionfilm.

Danach durften wir Thor & Loki bei den Avangers wiedertreffen und das funktionierte schon besser - also war immer noch lustig, aber in einem besser verpackten Film.;-)

Bei Dark World dagegen kann man sich über das Drehbuch eigentlich nicht mehr beschweren - drama of the year ist es sicherlich nicht, aber es gibt 2 Dinge, die hier einfach sehr lobend zu erwähnen sind:

1. Die Bruderdynamik funktioniert einfach. Laut Backstage-Dokumentation in den Special Features könnte das daran liegen, dass die beiden Hauptdarsteller auch privat gut auskommen - das hilft ja auch bei Supernatural sehr weiter - aber für mich liegt es vor allem daran, dass hier ein Drehbuchschreiber wirklich verstanden hat was eine Trickster Gottheit ausmacht. Loki ist einfach großartig geschrieben und Tom Hiddelston hat schon dieses ur-fiese Grinsen, das man ihm eigentlich gerne aus dem Gesicht prügeln würde.;-) Erschreckenderweise war er laut Kommentar eigentlich für den Thor vorgesehen...diese Probeszenen waren irgendwie...absurd. Nochmal Glück gehabt!;-)

2. Im Gegensatz zum ersten Film haben sich die Kostüm- und vor allem die Set-Designer endlich mal Mühe gegeben. Gut, Capes sind immer noch out, gehört leider nunmal dazu, aber die Plastik-Qualität der Rüstungen hat doch stark nachgelassen (schlimmer ging ja auch kaum;-)!
Mir persönlich hat allerdings das Set am meisten Spaß gemacht - Walhalla ist einfach eine sehr gelungene und interessante Mischung aus dreckig-feuchtem Mittelalter, großen Wikingerhallen und futuristisch, weißen Räumen und Oberflächen. Dieses Nebeneinander so zu inzinieren, dass beides glaubhaft wirkt, ist nicht so selbstverständlich.

Und natürlich ist Dr. Who als Bösewicht auch nicht zu verachten! Und Chris Evans hat einen der besten Chameos der letzten Zeit;-)
Jane finde ich allerdings weiterhin lahm, auch wenn sie hier wenigstens durch die Walhalla-Damen ein wenig ergänzt wird, so dass wir nicht ganz ohne interessante Frauen zurückbleiben müssen.

Unter dem Strich vergebe ich daher mal 4,5 von 5 Donnerpfeile - schonmal ein guter Fortschritt, mal sehen was da noch so geht!:-)

02.04.2014

Phonophobia

Ich habe es bestimmt schon mal erwähnt und man merkt es vielleicht auch - der Geek an sich ist meinem Wesen und meinem Herzen nicht fremd.;-)
Trotzdem bin ich höchstens sehr begrenzt geekig, will heißen es gibt nur eine sehr überschaubare Anzahl von Themen, die ich mit der notwendigen Passion verfolge. Scheinbar reicht diese minimale gemeinsame Basis aber aus, als dass ich in größeren Geek-Ansammlungen nicht unangenehm auffalle, solange niemand mich irgendwie ins Kreuzverhör nimmt - ich habe ja schon einen kompletten Nachmittag der Dr. Who Locations Tour in einem Bus mit 30 Hardcore Doctor-Fans hinter mich gebracht, ohne durchblicken zu lassen, dass ich (zu diesem Zeitpunkt) nicht eine einzige Folge gesehen hatte.
(Heutzutage wäre die Situation vielleicht potentiell sogar noch gefährlicher, inzwischen habe ich so ca. 2,5 Staffeln gesehen und müsste verstecken, dass ich die Serie gar nicht mal so toll finde...Glück gehabt also!;-)

Also war ich ziemlich zuversichtlich, dass ich auch bei den Hardcore ???-Fans nicht auffallen würde, auch wenn der Besuch der Live Tour wieder mal ein Geschenk für den Göttergatten war - er hätte auch jemand anderen mitnehmen dürfen, aber ich gewinne natürlich auch gerne Good Wife Punkte dazu!;-)

Ich muss sagen, dass mir das Konzept einer Hörspiel-Live-Aufführung einerseits absurd, andererseits ziemlich clever vorkommt. Welche "Szenische Lesung" könnte ansonsten wohl die Kölnarena annährend füllen (zumindest zu 2/3 wie letzte Woche gesehen)?
Und man muss sagen, dass Live-Band und vor allem der Live-Geräuschemacher schon auch irgendwie geniale Stilmittel sind - vielleicht sollte man das für andere Szenische Inzenierungen mal übernehmen??;-)

 Ich kannte bisher nur den Audio-Mitschnitt der ersten Live-Tour Master of Chess - zugleich die einzige "Folge" ???, die ich überhaupt kenne, aber immerhin!;-) - und finde den nach wie vor sehr empfehlenswert, weil äußerst unterhaltsam und auch für Nicht-Kenner der Serie bestimmt lustig.

Bei Phonophobia allerdings muss ich sagen hat sich die Priorität ganz klar verschoben - ich glaube als reiner Audiomitschnitt funktioniert diese "Folge" überhaupt nicht, dafür gab es zu viele, teilweise Minutenlange visuelle Spielereien und Gimmicks, die für mich aber auch ruhig weniger exessiv ausgenudelt hätten sein dürfen - Nasenlöcher in Großaufnahme als visuelles Gimmick zu "ich kuke mal durchs Schlüsselloch" sind 10 oder vielleicht auch 20 Sekunden lustig, aber wenn der Witz 2Minuten läuft, ermüdet mein Eifer dann doch....;-)

Überhaupt hatten Story, Spannungsaufbau und Dialog-Griffigkeit 0% Priorität, es ging hauptsächlich um Lacher und Fanservice. Das mag nett sein, wenn man die Insider erkennt, aber selbst dann wird es mir persönlich irgendwann langweilig, wenn Spannungsbögen (so sie denn überhaupt ins Rollen kommen) ständig für 10 Minuten "wir spielen mit Soundeffekten rum, weil wirs können" unterbrochen werden.

Insgesamt also eine interessante Erfahrung, wenn man sieht wie 10.000 Menschen drei ältere Herren in schwarzen Anzügen abfeiern, die ein Skript vorlesen (teilweise für jeden einzelnen Satz - der Fanservice bei Fans funktioniert also scheinbar wenigstens;-), aber für die "Folge" an sich lohnt das nicht. Und die Witze hätten weniger breit ausgewalzt sein drüfen - weniger ist eben manchmal doch mehr!;-)
Insgesamt verständige ich mich mal mit mir selbst auf 2,5 von 5 Klangschalen.

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