30.01.2013

- o + Teil 39


Unser Büro ist oft ein wunderbares Beispiel für die universelle Wahrheit, dass man im Leben nicht alles haben kann - zwar haben die Kollegen in der 1. Etage einen klaren "Helligkeits-Vorteil" durch ihr nettes Oberlicht und im Winter frieren sie auch weniger; dafür läuft im Sommer schon bei Außentemperaturen von 25Grad die Klimaanlage, da sich besagtes Oberlicht wunderschön aufheizt und bei so nettem Dauerregen wie heute, kann man leider auch sein eigenes Wort nicht mehr verstehen...

In unserer halbdunklen, kühlen Unteretage dagegen ist der Sturm mehr ein kontinuierliches Rauschen - hat fast ein wenig Zen-Qualität!;-)

Bevor wir aber jetzt die Mittagspause mit noch mehr sinnlosen Alltagsbetrachtungen rumbringen, hier schnell und zwischendurch der - o + Füller!

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1. Eigentlich habe ich mir ja eine "kreative Auszeit" redlich verdient, wenn man sich mal anschaut, was ich im November und Dezember an Bastelmarathons hinter mich gebracht habe, aber meinen kleinen Zensor interessiert das leider ü-ber-haupt nicht. Die kleine, penetrante Stimme meines Unterbewußtseins hat irgendwie zuviel Kaffee mitbekommen in letzter Zeit und ist ständig der Meinung ich müsste doch noch dieses, jenes und welches erledigen. Hat jemand vielleicht ein gutes Gegenmittel gegen nervige Mitbewohner im Kopf - also eines, das nichts mit Alkohol oder Holzhammer zu tun hat?;-)

2.  Bei einem kontinuierlichen Kritikpunkt meines kleinen Peitschenschwingers, muss ich ihm aber leider Recht geben - die Trainingseinheiten der letzten 3Monate kann ich bequem an meiner rechten Hand abzählen. Das soll natürlich nicht sein und muss dringend geändert werden, da möchte ich mal mit allen Persönlichkeitsanteilen zustimmen.
Nachdem mich aber Bodyrock endgültig vergrault hat - furchtbar langweilige Trainings, konfuse neue Webseite und diese seltsame Silikonfrau... - habe ich zumindest inzwischen eine neue Home-Workout Seite (www.lovingfit.com) aufgetan, die mir besser gefällt. Außer dem inneren Schweinehund steht also eigentlich nichts mehr im Wege...

o
3.  Spät am Abend hat man bekanntlich die besten Ideen - da ist es in letzter Zeit öfter vorgekommen, dass ich ein wenig innerlich geflucht habe, weil mir eine gute Idee aus reinem Motivationsmangel verloren gegangen ist - nochmal aufstehen und irgendwas aufschreiben, wenn man schon so schön eingemummelt ist, ist eben nur was für "harte Kreative"!;-) Manchmal merke ich mir aber auch Dinge, kann ich zufrieden vermelden, die ersten Ideen 2013 haben sich daher auch schon eingestellt! To be continued...;-)

4.  Je länger ich mich daran gewöhne mit meinem persönlichen Hi-Wi zu arbeiten, desto mehr finde ich es schade, dass ich sowas nicht für mein privates Leben auch haben kann...Mein Schreibtisch ist jetzt oft total aufgeräumt, weil ich alles einfach zum Abarbeiten, Abheften, Weiterleiten woanders lagern und wieder irgendwas Sinnvolles machen kann...Vielleicht sollte ich das mal beantragen und sehen was passiert...andererseits wenn das Leben leicht wäre, könnte ja jeder eins haben!

+
5.  Das Jahr 2012 entschwindet so langsam und das ist auch gut so! Endlich vorbei der ganze Mist und jetzt nochmal auf Anfang und mit Gefühl!;-)

6.  Du weisst, dass du alt bist, wenn es dich nicht mehr stört? Ich bin unsicher, denn auch wenn die "große" 30 immer näher rückt, kann ich mich noch nicht aufraffen das irgendwie schlimm zu finden...manchmal ist es allerdings schon ganz praktisch sagen zu können "Ich krieg' den Sitzplatz, ich bin alt!"...klappt aber auch nur, wenn man mit so Jungspunden arbeitet!;-)
Mal sehen ob sich der Gemütszustand bis Juni noch verschlechtert - gehe ich aber weniger von aus - aber bis dahin kann man sich ja mit Geburtstagsplänen die Zeit vertreiben. Nur das man runde Geburtstage nicht schlimm findet, heißt ja nicht, dass man sie nicht feiern soll!

In diesem Sinne eine schöne Restwoche allerseits und viel Spaß mit dem Video der Woche:

24.01.2013

Listening to: The Borgias

Ich möchte mich mal kurz als großer Fan "historischer Frauen" outen - nicht weil da die Kampfemanze in mir durchkommt, die irgendwas über Jahrhundertelande Unterdrückung und Rache an den Penisbesitzern brabbeln möchte, sondern weil ich es bewundernswert finde, sich ohne Rücksicht auf Leib und Leben für irgendetwas einzusetzen.
(Natürlich gillt das genauso heute für Demonstranten in Diktaturen, Homosexuelle in Gottestatten etc. etc., aber ich hab' nunmal Geschichte und nicht Politik studiert.;-)

Einer meiner Lieblinge ist bekanntlich Anne Boleyn, ich glaube aber Lukretia Borgia könnte auf Nummer 2 nachrücken - wie man sieht: Frauen, die in einer von mir befürworteten Art und Weise denken und handeln, sind meist bei ihren Zeitgenossen nicht besonders beliebt...hat vermutlich einen direkten Zusammenhang!;-)

Ursprünglich kam ich auf die Idee mir mal ein Sachbuch zu diesem Thema zu gönnen, weil ich die TV-Serie ganz gerne mag - und das nicht nur wegen der hübschen Kostüme oder Jeremy Irons, was aber schon zwei gute Argumente sind.
Das an sich ist schonmal erwähnenswert in obigem Kontext, denn The Tudors fand ich un-er-träg-lich - schlechte Geschichtsperzeption, schlecht präsentiert, reden wir nicht mehr davon! (Zugegeben über 2halbe Folgen bin ich auch nicht rausgekommen, das reichte mir schon...;-)
Nun mag das natürlich ein Phänomen sein ähnlich dem "Lies nie das Buch, bevor du die Verfilmung gesehen hast" - vielleicht kann man so eine Serie nicht mögen, wenn man ein "Tudor-Regalbrett" in seinem Sachbücherschrank hat, aber dennoch kam es mir aus meiner relativ wenig informierten Sicht zunächst so vor, als hätte sich The Borgias weniger weit von den belegbaren Fakten entfernt - ich finde das indessen nicht völlig ablehnungswert, aber grade bei den beiden Clans muss man eigentlich nichts mehr dazuerfinden, manchmal ist das Leben schon bunt genug!;-)

Nachdem ich mir das sehr unterhaltsam - und trotz des etwas reißerischen Covers, erfreulich "neutrale" - Hörbuch The Borgias von Christopher Hibbert (gelesen von John Telfer) habe vorlesen lassen, muss ich das ein wenig revidieren - Serienhandlung ist eben doch gestrafft und nicht immer vollig zutreffend, aber es hält sich noch im Rahmen (bisher zumindest, die 3. Staffel kenne ich noch nicht).


Im Großen und Ganzen konnte ich aber sehr viele "Bilder" aus der historischen Analyse wiederfinden, die sich (wie der Autor auch nett herausstellt) im letzten Jahrhundert ein wenig von dem "Mörder & Huren"-Bild der Borgias entfernt hat. Vielleicht nicht einmal so sehr, weil es nicht stimmt, sondern eher, weil es im historischen Kontext nicht so ausßergewöhnlich ist, wie es gerne dargestellt wird...

Mal ganz davon abgesehen, dass man sich heute schon fragen muss, ob es wirklich ihre 3-4 "belegten" Liebhaber waren, die Lukrezia ihren schlechten Ruf eingetragen haben (wenn man mit 13. das erste Mal verheiratet wird, hat man ja aber auch früh angefangen) - ich gehe mal mit der Serie konform und unterstelle, dass diese böse Nachrrede eher eine Reaktion auf den unerhörten Umstand war, dass sie von ihrem Vater (der sich auch noch weigerte seine Kinder als "Nichten &Neffen" auszugeben...) nicht nur mit der Verwaltung des Vatikanstaats beauftragt wurde, wenn er auf Reisen war...nein, sie war gut darin!

Verständlich, dass mit der Frau irgendwas nicht stimmen konnte - eine Männeraufgabe besser machen als die Männer muss ja von dämonischen Kräften zeugen. I'm loving it!;-)

Einen kleinen Abzug gebe ich für die Hörbuchversion, weil mich John Telfer mit seiner überkorrekten italienischen Aussprache nervt und gleichzeitig Burckard konstant als Burchard, Bürk'art oder Bukkart ausspricht. Wenn man schon so überkorrekt sein will, hätte man den einzigen deutschen Namen, der auch noch ständig vorkommt bitte auch noch lernen können!;-)

Prinzipiell fühlte ich mich aber gut unterhalten und gut informiert und vergebe daher überzeugte 4,5 von 5 Mitren (Mitras?;-).

Und hier noch was zum Lachen...nicht das wir Vorurteile kolportieren wollen...Nein!;-)

23.01.2013

Habsburgs schwarze Schafe

Es hat etwas länger gedauert, aber schlussendlich habe ich es doch noch geschafft eines meiner "Geschenk-Bücher" zu lesen!
Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass ich dafür meine französische Lektüre in der Mitte pausieren musste, sonst käme der Post wahrscheinlich erst nächstes Weihnachten...merke: Französisch lesen geht seeeeehr laaaangsaam.

Es ist ja bekannt, dass ich gerne Menschen mit Annekdoten...ich würde sagen "bereichere", andere würden vielleicht von "quälen" sprechen.;-) Insofern sind natürlich Lektüren mit neuem Annekdotenstoff für den nächsten Wien-Besuch natürlich auch immer gern genommen - wie zum Beispiel diese hier:


Was lustige "historische Annekdotenbücher" angeht, muss ich sagen, war das hier ein wenig traurig...
Zugegeben Geschichte ist oft nicht besonders "lustig" im eigentlichen Sinne - an Cleopatra kann man zum beispiel so Einiges tragisch oder gruselig finden - aber aus irgendeinem Grund deprimieren mich die rohen Sitten der Antike irgendwie weniger, als Gottesgnadentum im 20. Jahrhundert...
Vielleicht bin ich einfach immer so naiv zu glauben in den letzten 4-5000Jahren müsste sich die Zivilisation intellektuell und moralisch irgendwohin entwickelt haben!;-)

In diesem schmalen Büchlein findet man also ziemlich viele Unsymphaten - nicht zuletzt übrigend Franz & Sissi, die ich persönlich nicht hätte näher kennen wollen, egal was mir der Heimatfilm verspricht;-) - und Beispielfälle der hochherrschaftlichen Inzuchtpolitik (mal im Ernst, wo soll das denn hinlaufen, wenn du nichtmal "normale" Aristokraten heiraten darfst, sondern nur "regierende Herrscherhäuser"? Gehts noch versnobter??;-).

Ein oder zwei positive Lichtblicke sind aber dann doch noch dabei, was wiederum ganz spannend ist, da sich der Autor auf die "neueste" Geschichte beschränkt - hier geht es also nicht um Deppen, die vor 300Jahren noch ihre Hausmeister zum Abschuss freigegeben haben, sondern um ganz aktuelle Entwicklungen, bis hin zur "lebenden Generation".

Ich würde sagen, ich vergebe mal 3 von 5 Nerd-Gummipunkten, ich glaube wenn man sich nicht für das Thema Habsburg an sich erwärmen kann, wird man hier trotzdem nicht glücklich!;-)

11.01.2013

- o + Teil 38

Hmm...irgendwie stelle ich fest, dass nach der Blogging-Frenzie aus der letzten Urlaubswoche die Informationsdichte wieder ziemlich nachgelassen hat...
Das heißt natürlich nicht, dass nichts erzählenswürdiges mehr passiert, sondern nur, dass uns der normale Arbeitsalltag wieder hat und gerade keine größeren Buch, Film, Bastel, Hobbie-Dinge zu berichten sind.;-)

Also machen wir es uns zur letzten Mittagspause der Woch mal ein wenig gemütlich und geben uns den - o + Füller!

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1.  Wäre es nicht schön, wenn wir unseren Garten endlich mal wieder für uns haben dürften? Entgegen der Aussage aus dem letzten Jahr ("In Woche 50 ist das alles fertig.") basteln und fräsen die lieben Bauarbeiter-Jungs jetzt ab Montag wieder/immer noch an den Balkonen, die niemand bei uns im Haus so wirklich haben will. Zuerst hatten sie nicht alle Messungen beisammen, dann mussten sie die Tragestützen nochmal neu verbauen (ohne Messungen mal drauflos hat nicht funktioniert - shocking!), jetzt basteln sie noch an den Aufbauten, was bedeutet jeden Morgen ab 7Uhr leuchtet uns ein heimeliger Scheinwerfer ins Küchenfenster. Bin ich froh, dass wir nicht die Zimmeraufteilung der Vormieter übernommen haben - dann würden die Fratzen jeden Tag vor unserem Schlaf- und Wohnzimmer rumlaufen, statt vorm Arbeitszimmer & der Küche...

2.  Hat jemand zufällig einen Tipp für sterbende Paradiesvogelblumen? Ich fürchte mein Setzling verkümmert im Wohnzimmer.Das ist der Nachteil daran, dass unser Wohnzimmer nicht zum Garten rausgeht...

o
3.  Ich denke darüber nach, mir "schon wieder" ein neues Notebook zum Arbeiten zu kaufen. Zwar bin ich mit meiner Uralt Gurke 10Jahre lang ausgekommen, aber nachdem mein 2010 erstandener "Dissertations-"Dell inzwischen als allgemeiner Familienrechner zweckentfremdet wurde, macht das irgendwie auch keinen Spaß mehr...Ich will ein kleines Rechnerchen nur für mich, das mehr als 20Min ohne Akku überlebt und das man auch mal mit in den Garten nehmen kann. Außerdem muss ich mich dann nicht immer darüber ärgern, dass meine Tastatur mit fremden Frühstückskrümeln verschandelt wird!;-)

+
4.  Als ich jünger war dachte ich,  wenn man erstmal "alt" ist, hätte man außer Familie und Arbeit nicht mehr viel zu tun - niedlich ich weiß!;-) Da sagte doch letztlich meine Französischlehrerin zu uns, sie würde keine Haushaltsroboter oder sowas haben wollen, weil man ja nur noch rumhängt, wenn sich im Haus quasi alles von alleine regelt...Irgedwie macht es mich sehr fröhlich, dass mir spontan mindestens 15Dinge einfallen, für die ich ohne Haushaltskram mehr Zeit hätte...alles andere fände ich erschreckend!;-)

5.  Vielleicht wird es ja bei uns irgendwann nochmal was mit der Putzfrau - mal im Ernst ich halte das für eine realistische Option! Man sagt zwar immer gutes Personal ist schwer zu finden, aber mir wäre mehr Lebenszeit für Dinge, die ich tatsächlich gerne tue schon einiges wert, auch wenn ich mir natürlich darüber im Klaren bin, dass das der pure Luxus ist...;-)

In diesem Sinne ein schönes Wochenende und viel Spaß mit dem Video der Woche (apropos Luxusprobleme der Neuzeit;-):



05.01.2013

Robin Hood & Prometheus. Oder: 2x Ridley Scott (vorsicht Spoiler!)

Falls man sich über den Titel wundert: Stimmt schon, normalerweise bin ich nicht wirklich gut informiert darüber welcher Regisseur welchen Film gemacht hat - oft genug (er)kenne ich ja nicht mal die Schauspieler...;-)

In diesem Fall war es aber ein lustiger Zufall, dass wir zur Weihnachtszeit gleich 2Filme von einem der wenigen Regisseure zu sehen bekamen, die mir tatsächlich was sagen - oder von dem ich zumindest weiß, dass er den Original Alien und Gladiator gemacht hat, schon haben wir also den Zusammenhang zum "Alien-Prequel" und Russel Crowe hergestellt.

Was erwarten wir also aufgrund dieser Vor-Assoziationen von den "neueren" Filmen? Dreckige Raumschiffe, alptraumhafte Monsterviecher, epische Schlachten, Helden und Schurken? Starke Bilder jedenfalls.

Was das angeht muss ich sagen, dass sowohl der neue Robin Hood und noch mehr Prometheus auf jeden Fall liefern, was erwartet war. Massig Statisten, große Bilder, fiese Aliens und aufwendige Effekte findet man ohne Probleme.
Dummerweise kommt aber bei all dem "großen Kino" bei beiden Filmen die Story ziemlich zu kurz - und ja, auch Mittelalter/Alien-Actionfilme dürfen ruhig eine halbwegs überzeugende Geschichte haben, wenn man schon den Ansatz dazu legt - irgendwas anfangen und dann einfach liegen lassen hat noch nie irgendwas gut gemacht!;-)

Bei Robin Hood kann man schon ziemlich früh erkennen, was hier passieren soll - statt immer wieder dieselbe Geschichte um den Sherrif und King John zu erzählen, sollen wir hier mal erfahren "wie alles began". Soweit so gut. Außerdem bekommen wir schnell mit, dass der Held in diesem Film gar nicht so heldenhaft ist - immerhin beginnt er seinen Kampf gegen das Böse unter falschem Namen und klaut noch ein paar toten Rittern die Rüstung, um vom Schlachtfeld zu flüchten...
An sich habe ich mit dieser Art von Re-Visioning überhaupt kein Problem, ich bin sogar ein großer Fan von ent-heldeten Helden, aber mit einer netten Idee alleine macht man leider noch keinen guten Film. Und leider endet die nette Idee schon genau hier. Kaum wieder in England entwickelt sich die Handlung so rasent schnell in die "und jetzt bist du unser Held, mein Sohn" Fahrrinne, dass man sich den Prolog auch hätte sparen können. Innerhalb von gefühlten 30Minuten ist man also doch wieder der große, rechtschaffende Held, hat das Mädchen, die Fieslinge sind einem wieder unwohl gesonnen, Endschlacht, Versteck im Wald - fertig.
Das dieses Gebilde trotzdem ein abendfüllender Film ist, liegt nur an der Zeit, die oben erwähnte Effekte, Massenszenen etc. brauchen - zumindest davon gibt es eine Menge. Leider wird man das Gefühl nicht los, dass man zwischen den "wichtigen Szenen" immer irgendwas verpasst hat. Menschen wissen oder können plötzlich Dinge, von denen vorher nie die Rede war, die Bösen haben plötzlich den totalen Durchblick, was die ganze "Namens- und Rüstungsklau-Geschichte" betrifft und "auch bekannt als Robin Hood" wird einfach mal in die letzte Minute Film gezwängt, obwohl niemand vorher irgendwann dieses Alter Ego mal erklärt, eingeführt oder auch nur verwendet hat...Muss man das lieblos nennen? Ich fürchte ja.

Ich würde daher gerne sagen, dass Prometheus das alles besser macht, aber auch wenn die Bilder und Effekte hier naturgemäß noch effektvoller gestaltet sind...irgendwie kann man dasselbe Prinzip erkennen.
Was wir in den ersten 10Minuten des Film geboten bekommen, erzählt eigentlich schon die ganze Geschichte - auf der Erde gibt es Höhlenmalereien und alte Steintafeln aus allem möglichen Kulturen, die dasselbe Sternbild zeigen und nun möchte man herausfinden warum. Soweit so gut. Die Idee "Aliens haben unsere antiken Kulturen besucht/gefördert" gibt es ja nicht erst seit gestern, also hätte man den Film meinetwegen gerne darauf aufbauen können. Was wir aber nach dem Sprung in die "In-Time-Jetzt-Zeit" erfahren, ist Folgendes: Wir sind auf einer Mission die Aliens zu finden, die die Menschheit erschaffen haben. Erschaffen? Ja, erschaffen. Woher wir das wissen wollen? Antwort der Medizinischen Leiterin: "Weil ich es gerne glauben will."
Äh...meine ich das nur, oder ist das das dümmste Argument für eine Weltraum-Mission ever?
Anyway, außer mir hat sich scheibar niemand über diese völlig haltlose Behauptung gewundert, also steuern wir weiter den Alienplaneten an, um unsere Götter zu treffen, ewige Jugend zu erhalten und das Geheimnis unserer Existenz zu ergründen - ich fühlte mich sehr an Star Trek V erinnert, die Story hat da auch schon nicht funktioniert...
Als wir dann die Aliens "treffen" stellen wir fest, dass die (mit einer Ausnahme) wohl schon seit ein paar tausend Jahren nicht mehr atmen - die Steintafeln nach denen man navigiert sind ja auch schon 38.000 Jahre alt, mehr als genug Zeit um auszusterben, aber das hat irgendwie auch keiner bedacht. Also löst sich ein Hauptcharakter schonmal in Alkohol und Selbstmitleid auf, weil seine Götter ihm jetzt nicht mehr erklären können warum er existiert (selber nachdenken liegt niemandem in diesem Film;-), die anderen finden noch raus das die DNA der Aliens tatsächlich übereinstimmt und dann greifen zum Glück endlich die Face-Hugger an und bringen in paar Leute um.
Diese "Die Menscheit ist ein Alien-Ableger" Bestätigung nehme ich dem Film etwas übel, denn eigentlich empfand ich die ansonsten konsequente Nicht-Erfüllung der Erwartungen als einziges Hochgefühl der Handlung - wir reden nicht mit unseren "Göttern", wir finden nicht heraus warum sie uns erschaffen haben, sie erfüllen keine Wünsche und wir erfahren auch nicht warum sie die Menschen wieder auslöschen wollten und jetzt versuchen uns umzubringen. Wäre der dumme DNA-Abgleich nicht gewesen, hätte ich hier glatt einen Konsequenz-Gummipunkt vergeben...;-)
Am Ende gibt es wie immer nur 1,5Überlebende und wir finden noch heraus, dass der Heimatplanet der Götter-Aliens wohl woanders zu suchen ist - dazu meine letzte Frage: Warum zeigen dann antike Kulturen-Steinplatten auf einen leeren Planeten mit Massenvernichtungswaffen?
Beantwortet wird das leider auch nicht - vielleicht ja in Teil 2...

Unterm Strich bin ich von beiden Filmen recht enttäuscht gewesen - wobei ich Robin Hood für den schlechteren Film halte, mir aber von Prometheus mehr versprochen hatte, weswegen ich von der völlig dämlichen Göttersuche-Story noch viel enttäuschter bin...Logisch, oder?;-)

Die Effekte und Bilder retten das Popcorn-Kino für mich daher nur mittelmäßig, was beiden Filmen eine Bewertung von 2,5Langbogen bzw. Rettungskapseln beschert - also das Equivalent zu "Hmm...naja ganz ok". Soweit so gut.;-)

04.01.2013

Listening to: Pride and Prejudice and Zombies

Ich erwähnte es ja schonmal, glaube ich: Ich bin nicht wirklich ein Fan von Empire-Romanzen.
Zugegebenermaßen ist das Original in diesem Fall weniger romantisch, als mehr bitter-böse, aber irgendwie konnte mich das auch nie so wirklich überzeugen...

Vielleicht fällt es leichter sich über kaputte Familien voller unsympathischer Charaktere zu erheitern, wenn man wenig bis gar nicht darüber nachdenkt wie traurig das Leben dieser Menschen eigentlich sein muss, um sie so zynisch zu machen, aber Hirn abschalten fiel mir beim Lesen immer schon schwer und ist auch irgendwie nicht Sinn der Sache, oder?

Da ist es ja ein Glück, dass zu den unglücklichen Zweck-Ehen, dem Liebeskummer und den nervigen Nebencharakteren in der "Weiterentwicklung" Pride and Prejudice and Zombies von Seth Graham-Smith (gelesen von  Katherine Kellgren) noch Zombies dazukommen. Zombies machen machmal eben doch alles besser!;-)


Ich hatte meinen Spaß an dieser Parodie, da tatsächlich an vielen Stellen viele Elemente des Originals erhalten geblieben sind - was die Änderungen umso lustiger macht.
Ich bin trotz aller Vorbehalte zwar ganz froh, dass wir damals keine Zombie-Version aufgeführt haben - Mr. Darcy barbrüstig beim Schwert-Drill im Mondschein war mir dann doch etwas viel des Guten!;-) - aber im Gegensatz zum Original werde ich mir die Zombie-Version bestimmt nochmal vorlesen lassen.

Die Hörbuch-Version mit Katherine Kellgren ist sehr gut gelesen -  nur manchmal etwas ins hysterische abdriftent, was zwar der Vorlage geschuldet ist, aber trotzdem einen Minimalabzug bekommt - und teilweise sogar musikalisch untermalt. Das muss man zwar nicht haben, stört aber auch nicht.;-)

Insgesamt verbleiben also überzeugte 4,5 von 5 Katana für eine unterhaltsame Version eines alten Klassikers.

03.01.2013

Merida. Oder: Schottisch für Anfänger

Auch wenn es mir auch in England und Wales gut gefallen hat, eines muss ich dann doch mal festhalten: Ich liebe den Schottischen Akzent!:-)

Wie könnte man also einen ganzen schottischen Film nicht mögen?
Als Ausgleich zu dem düsteren Alienhorror aus der Videothek - dazu dann später mehr - kam ein netter Pixar daher gerade recht.

Die Story von Merida (im englischen Original "Brave") ist jetzt nicht gerade das Neu-Erfundene Rad - Prinzessin, Sinnsuche, Teenager-Probleme usw. - aber auch eine Disney-Prinzessinnen-Geschichte kann man gut oder schlecht erzählen.
Und was das angeht, kann ich sagen: Merida käme in meinem Prinzessinnen-Ranking ziemlich weit vorn - schon allein wegen dem Akzent und den Haaren.;-)
(Ich weise darauf hin, dass ich keine Ahnung habe, wie sie das in die deutsche Synchro gerettet haben...ich befürchte schlimme Dinge, wie Bayrisch, oder sowas, daher bezieht sich meine Empfehlung ausdrücklich auf die Originalversion!)

Aber auch was die allgemeine Stimmung des Filmes angeht, hat man sich hier Mühe gegeben ein wenig Highland-Feeling und Mythologie einzusammeln - wenn auch natürlich in der unblutigen Light-Version für Kinder, ich glaube die meisten keltischen Legenden sind dann doch nicht so sehr Disney-Material...
Abgesehen davon erinnern allerdings viele der Nebencharaktere ein wenig an die...ich sage mal absurderen Disney-Filme a la Emperor's New Groove, was aus meinem Munde durchaus als Kompliment zu verstehen ist!;-)

Übrigens wird auch nicht einmal unnötig gesungen - ich finde das muss auch mal lobend erwähnt werden...

 Mit einem minimalen Abzug, den ich gebe, weil ich glaube die Geschichte hätte an einigen Stellen ohne großen Aufwand weniger vorhersehbar sein können, bleiben also trotzdem noch unter dem Strich 4,5 von 5 Irrlichtern für empfehlenswerte Abendunterhaltung!:-)

02.01.2013

How To: Origami für den Frühling

Einen letzten Bastelpost hab' ich dann doch noch, auch wenn es etwas länger gedauert hat - da wir aber heute Frühlingsblumen basteln, ist das ja noch immer aktuell!

Es gibt jede Menge Origami-Blüten, Lilien, Tulpen, Jasmin und und und - das es diesmal ausschließlich Narzissen sind, lag eher an der Präferenz der Beschenkten und nicht daran, dass die Anleitung für andere hübsche Blümchen nicht funktioniert...;-)

Schritt 1: Die Blüten
Ersteinmal zum "einfachen", weil vorhersehbaren Teil - man nehme buntes Papier und die untige Anleitung und bastle soviele Blüten wie gewünscht. Das Ganze ist allerdings etwas kompliziert, wenn man also erstmal nur irgendwie sowas Ähnliches machen möchte, sollte man vielleicht eher mit den Tulpen Vorlieb nehmen!:-)





Schritt 2: Stengel und Blätter
Hier musste ich etwas improvisieren, denn die ürsprüngliche Idee, die ich aus einem anderen "Narzissen-Video" hatte, funktionierte nicht wirklich für die Form der Blüten oben.
Die Idee mit den Post-Its funktioniert aber trotzdem - man nehme also 2-3grüne Post-Its, klebe sie zusammen und falte den zusammengeklebten Papierstreifen einmal mittig. Danach falte man den Streifen wieder auf und falte die rechte wie linke Hälfte zur Mitte. Das wiederhole man sooft es geht und schon haben wir eine Art Papier-Strohhalm hergestellt.

Ich habe ein bißchen geschummelt und den Papierstengel mir Tesafilm an 2-3Stellen umwickelt, damit er stabiler wird - wenn man nicht ganz so wiederspenstiges Papier hat, mag es aber auch ohne gehen.:-)

Bei den Blättern habe ich sogar noch mehr geschummelt und aus 2 aneinandergeklebten Post-Its einfach die entsprechende Form ausgeschnitten - man muss sich ja das Leben nicht unnötig schwer machen.

Schritt 3: Wie man das zusammen bringt...
 Das war zunächst mal ziemlich knifflig und man sollte die Stabilität der fertigen Blumen auch nicht überstrapazieren - in der Vase stehen funktioniert, aber rumwerfen sollte man sie nicht!;-)

Zunächst einmal halten wir den Stengel fest zwischen zwei Fingern und drücken eine obere Partie nach unten, so dass ein Winkel mit einer Art "Führungsrinne" entsteht.




Dann nehmen wir - wie so oft - ein Stück Holzspieß und führen es durch die Blüte in diese Rinne - fixiert wird das Ganze dann indem wir den abgeknickten Teil des Stengels fest mit Garn oder Tesa-Film umwickeln.
Die Blüte steckt also nur lose auf dem Holzstab, sollte aber nicht herunterfallen, wenn der Winkel nicht zu groß gewählt ist - in dem Fall sollte man das aber noch korrigieren können.





Jetzt  nur noch eine Vase finden, ein wenig blaues Papier als "Wasser-Ersatz" und schon haben wir einen bunten Blumenstrauß für das Ganze Jahr!:-)


01.01.2013

- o + Teil 37. Angekommen in 2013






Geschafft! 2013 ist erreicht und nach ein paar Schwierigkeiten haben wir es sogar gestern Abend geschafft noch ein Taxi nach Hause zu bekommen - einer der Nachteile, wenn man ausnahmsweise mal nicht in die eigenen 4Wände einläd...;-)

Da aber noch Restalkohol auszuschwitzen ist und morgen auch schon wieder für 50% des Haushaltes (zum Glück nicht meine 50%;-) der Arbeitsalltag wieder losgeht, hier die Stimmungslage am ersten Tag 2013 in Kurzfassung:

- Ich hasse krank sein im Urlaub! Das braucht doch echt niemand, oder? Zum Glück hatte ich Schlafen sowieso auf meiner To-Do Liste für diese Woche, sonst würde ich mich vermutlich noch mehr ärgern...;-)

o  Ich hinke mit meiner Blog-Aufarbeitung aus den letzten Dezemberwochen immer noch hinterher, aber hoffe noch vor Ende der Woche alle Filme, Bücher, Bastelkram und sonstiges nachzuliefern - stay tuned!:-)

+ Etwas Lustiges hat dieses Jahr schon gebracht - das Ende von Supernatural Staffel 7 auf unserem DVD-Player, einen neuen Ohrwurm für meine Playliste und damit auch endlich das Staffel 7 Gag-Reel-Video der Woche.
Natürlich könnte man sich den Gag-Reel auch ansehen, bevor man die Staffel zuende geschaut hat, aber...das wäre doch irgendwie falsch, oder?;-)



In diesem Sinne viel Erfolg, Glück und was auch immer ihr sonst noch gebrauchen könnt für das neue Jahr!

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