28.03.2011

Spielregeln ignorieren Teil 2. Oder: Warum Wecker nerven!

Warum Wecker nerven, muss ich glaube ich niemandem erzählen, der nicht von der Natur mit dem scheinbar vererbbaren Frühaufstehergen gesegnet wurde.
In meiner genetischen Veranlagung hätte ich tatsächlich eine 50/50 Chance gehabt, immerhin kann mein Vater morgens um 6 schon Morning Has Broken singen (was übrigens ein weiteres musikalisches Kindheitstrauma ist, aber das nur am Rande;), aber leider hat sich da meine Mutter durchgesetzt, die wie ich eigentlich vor 10Uhr morgens und ohne Kaffee nicht funktionsfähig ist.;)
Da ist es schlimm genug, wenn an 4von5 Arbeitstagen das infernalische Höllenmaschinchen zu christlichen Uhrzeiten klingelt, aber soll ich euch mal sagen was noch schlimmer ist? Wenn man eigentlich an Tag 5von5 länger schlafen könnte, aber von einem Wecker geweckt wird, der nicht mal der eigene ist!!!
In diesen Momenten lernt man Technologie hassen.
Vor allem, wenn der angetraute Schnarchbär selig weiterschläft und den Wecker noch 1,5Stunden klingeln lässt, während man verzweifelt versucht noch die letzten Fetzen Schlaf um sich herumzuwickeln und irgendwie seine verdiente Nachtruhe zu beenden...
Naja, es hat nicht sollen sein und die neue Arbeitswoche hat mich 3 Stunden früher als geplant wieder. *sfz* Um dem Schlafdefizit aber wenigsten noch ein wenig Arbeitsvermeidung abzutrotzen, gibt es jetzt doch noch früher als geplant Teil 2 der 30Song Liste.
Enjoy!;)

6. A song that reminds of you of somewhere
Ganz klar: Offenes Cabrio auf der französischen Autobahn Richtung Spanien mit Sonnenbrand und MixTape im Kassettendeck (oh ja, so lange ist das schon her!;)

Bryan Adams - Summer of 69

7. A song that reminds you of a certain event
Der war nicht einfach und dann auch doch wieder, denn manchmal muss man einfach nehmen worauf die Erinnerung gerade fällt: Death Actually, hallo S.!:)

Monty Phyton -  Always look on the bride side of life


8. A song that you know all the words to
Da gibt es tatsächlich einige, aber das hier ist einer meiner Lieblingssongs zum Mitsingen und gleichzeitig ziemlich traurig, also gleich aus zwei Gründen in meiner Playlist bemerkenswert!;)

Eva Cassidi - Fields of Gold


9. A song that you can dance to
Naja der Titel sagt es schon, no?;-)

Mando Diao - Dance with Somebody

10. A song that makes you fall asleep
Ich kann ja mit Hintergrundgeräusch eh nicht schlafen, aber wenn ich's doch müsste, würde ich mir was beruhigendes, entspannendes wünschen, daher hab ich mal einen Track aus der Meditationsliste genommen (ich hoffe so war das Thema gemeint, langweilige Songs kenn ich natürlich auch zur genüge;).

Riverdance - Instrumental

So und jetzt zurück zum Ultramontanismus...juhu...;)

26.03.2011

Wie man Spielregeln ignoriert - Teil 1;)

Das Internet ist ja immer wieder eine Brutstätte für alle möglichen und unmöglichen Spiele, Arbeitsvermeidungsstrategien und andere sinnfreie, hirnentspannende Beschäftigungen. In den letzten 2 Tagen durfte ich mich über ein Phänomen mit gefühlten 10 Leuten unterhalten: Die 30 Days Song Challange

Spätestens seit ich in einem Anfall gesitiger Umnachtung 2 komplette Staffeln GNTM gesehen habe, kann ich das Wort Challange nicht mehr hören und finde es in diesem Zusammenhang auch irgendwie sinntechnisch schwierig, aber das lassen wir mal außen vor.;) Sinn der ganzen Aktion ist jeden Tag einen Song auszusuchen, der einem bestimmten Motto folgt und diesen irgendwo - facebook o.ä. - zu verbreiten. Das Ganze natürlich als "Schauen wir mal wie ähnlich wir einander sind, oder eben auch nicht" Spiel, wie überhaupt alle Steckbriefe oder sonstige Eigenwerbungen.;)

Wie man weiß, spiele ich auch gern solche Internetspielchen mit, Steckbriefe, Freiags-Füller, was weiß ich - aber das mit dem 1-Song-pro-Tag ist mir irgendwie zu anstrengend. Ich hab ja schon manchmal keine Lust einmal die Woche einen vorgegebenen Blogeintrag zu machen, aber jeden Tag? Das wird keiner!;)

Also muss man entweder eine wunderbare Möglichkeit verstreichen lassen etwas völlig sinnloses zu tun, oder einfach seine eigenen Regeln machen! Also gibts jetzt die 30Song-Liste (die Herausforderung einmal am Tag irgendwas zu posten, habe ich ja damit umgangen, daher ist die Challange wohl weg;) Teil 1-6:

1.  Your favorite song
Schwierig, schwierig...Es gibt viele Songs, die ich wirklich immer wieder gerne hören, aber wenn ich einen All-Time-Favourite aussuchen müsste, dann wäre es leider der hier:

Beethoven - Mondscheinsonate

2. Your least favorite song
Eigentlich alles von Scooter oder Xavier Naidoo oder sonstigen deutschen Bands, die nicht Die Ärzte, Fettes Brot oder Fantastische 4 heißen, aber nur das hier ist ein Trauma meines musikalischen Lebens:

The Animals - House of the Rising Sun

3. A song that makes you happy
Da gibt es tatsächlich viele, aber der hier ist ein Klassiker;):

Huey Lewis - Back in Time

4. A song that makes you sad
Da gibt es tatsächlich nicht so unheimlich viele - ich hab ja keine Verwendung für traurige Musik, wie wir wissen;) - aber nur der hier ist irgendwo zwischen Gänsehaut und Kindheitstrauma (ja, einige wird man nie wieder los!;):

America - The Last Unicorn

5. A song that reminds you of someone
Eigentlich müsste ich hier auf Nummer 1 zurück verweisen, aber diese Hintergrundstory zu erzählen wäre zu lang, also nehme ich mal, den hier - der war auf der ersten und einzigen handverlesenen Mix CD, die mir mein Schatzi je gewidmet hat (damals war er vermutlich noch der Meinung man könnte mich zu einem Musikgeschmack erziehen, inzwischen hat er das wohl aufgegeben, weil meine erste Reaktion auf den Titel war: Ist das der Titelsong zu Per Anhalter durch die Galaxis?;D):

Coldplay - Don't Panic

Demnächst dann die nächsten 5 - irgendwann!;)

25.03.2011

Arbeitsvermeidungsstrategie

Eigentlich wollte ich ausnahmsweise mal Samstag nicht arbeiten müssen und mein Pensum heute abarbeiten - eigentlich. *sfz* Zwischen Büro, Einkaufstrip, Fitnessstudio und gleich noch Einweihungsparty lohnt es sich aber jetzt eigentlich auch nicht mehr noch irgendwas anzufangen - ganz abgesehen von der Motivation;) - und deswegen gibt es jetzt statt Arbeit Hirnentspannung aka Freitags-Füller:

1.  Tief durchatmen und kurz Füße hochlegen, dann geht's weiter!
2.  Leben ist was passiert während man Pläne macht und darum sagt man : "sag niemals nie"!
3.  Was ist wenn...? Dann!
4.  Ich kann auch ohne Schwangerschaft seltsame Gelüste haben.;)
5.  Mein Blog ist ein perfektes Arbeitsvermeidungs-Tool!
6.  Ein Tag in den Thermen ist wie ein Kurzurlaub.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf gutes Essen, morgen habe ich leider Arbeiten geplant und Sonntag möchte ich von Arbeit nichts mehr wissen!;)

Habt viel Spaß am Wochenende!

20.03.2011

Schriftstellerische Persönlichkeitsstörung. Oder: Wozu traurige Musik?

Ich habe ja bestimmt schonmal erwähnt, dass der sogenannte "kreative Schaffensprozess" so seine Tücken und Schlaglöcher hat. Nicht nur, dass man von Inspirations- und/oder Motivationslöchern hinterrücks angefallen werden kann - nein, auch wenn es grade gut läuft, ist noch nicht alles in den sprichwörtlichen "trockenen Tüchern".
Ich schaffe es beispielsweise regelmäßig mich selbst zum Weinen zu bringen - gut, das an sich ist jetzt vielleicht kein Skill, den man nur als Schreiberling entwickelt, aber an sich schon etwas nervig.;)
Trotzdem passiert es mir in regelmäßigen Abständen, dass es mir nach dem Schreiben einer Szene oder eines Dialoges richtigehend psychisch schlecht geht, entweder weil gerade etwas trauriges geschrieben werden muss, oder weil ich gerade wieder feststelle was für ungemein fiiiese Ideen und/oder Figuren ich mir ausdenken kann...wobei Letzteres wohl auch manchmal der Sorge um meine geistige Gesundheit entspringt und nicht nur darin begründet ist, dass man manchmal nur schwer den emotionalen Abstand zu seinen eigenen Ideen wahren kann...;)

Heute zum Beispiel musste ich einen "Abschied für immer" Dialog hinkriegen, was an sich schon schwierig genug ist, wenn man das Kitschometer nicht zum explodieren bringen will, aber was nicht leichter wird dadurch, dass man die ganze Zeit selber einen Kloß im Hals hat. Vielleicht bin ich doch zu nah am Wasser gebaut...T. was sagst du dazu?;)

Was mich allerdings zu der etwas konfus wirkenden Überschrift dieses seltsam unzusammenhängenden Beitrags bringt ist: Wie kommt man aus diesem finktionalen Stimmungstief möglichst schnell wieder raus?
Da wir alle keine romantic-junkie-poets sind, die sich vielleicht in so einer Situation erstmal 5Tage ihrer wohlinzenierten Weltschmerzdepression hingegeben hätten, muss man ja über sowas mal nachdenken, oder?
Ansonsten fällt es nämlich nicht nur schwer seinen Arbeitsprozess durch so lästig, notwendige Dinge, wie Wäschewaschen oder Kochen zu unterbrechen (Junkie-Poet-Emos hatten bestimmt alle Haushälterinnen^^), es tut dem Überarbeitungsprozess des Textes auch nicht gut, wenn man keine Distanz aufbringen kann. Und das sage ich, die ich sowieso schon auf eine genialistische Assistentin angewiesen bin, weil ich manchmal den Text vor lauter Satzzeichen nicht sehe!;)

Mir hilft bei sowas am besten Musik hören, darum habe ich eine "Sad" Playliste, auf der Songs sind, die ich höre, wenn ich aufgeheitert werden will. Für mich klingt das logisch, aber ich durfte letztlich feststellen, dass scheinbar viele Menschen in so einer Playliste traurige Musik erwarten...
Mir ist das nicht ganz einleutend, daher würde ich das gerne mal zur Diskussion stellen: Warum sollte ich traurige Musik hören, wenn ich eh schon traurig bin? Ich möchte ja auf dem schnellsten Weg weniger traurig sein, oder bin ich jetzt mal wieder zu einfach gestrickt?;)
Traurige Musik hören, wenn man sich eh schon schlecht fühlt, hat für mich was von Suhlen in Selbstmitleid, das mir leider ziemlich unverständlich ist, aber vielleicht übersehe ich ja eine wichtige Komponente, ich will das auf keinen Fall ausschließen...

Vielleicht verpasse ich ja auch was, denn eigentlich habe ich ja so überhaupt keinen Bedarf für traurige Musik und habe daher auch eigentlich keine...I don't see the point, wie man so schön sagt.;)
Also erleuchtet mich, bitte!

So und da ich mich jetzt erfolgreich für eine halbe Stunde ablenken konnte, werde ich jetzt mal den ersten Überarbeitungsvorgang starten - blogger sei Dank!;)

19.03.2011

Kinder, Kirche und Korsett

Manche Bücher muss man einfach wegen ihrer Titel schon ins Herz schließen, oder?;)

Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es sein kann einen vernünftigen Buchtitel zu finden, bin ich immer sehr disponiert meine Freizeitlektüre danach auszusuchen. So auch in diesem Fall: Ich wollte ein Buch über Maria Theresia lesen - eine Figur, mit der sich meine Diss nicht wirklich beschäftigt, die aber offensichtlich interessant ist - und dabei ein wenig mehr Spaß haben, als bei den durchschnittlichen Promotions-Schinken, die ich so lesen muss. Und da kam mir Kinder, Kirche und Korsett von Hannes Etzlstorfer gerade recht.


Als Biographie ein wenig ungewöhnlich dechronologisch aufgebaut, bekommt man hier einen Eindruck was im Barock-Österreich so wichtig war: Theater und Kirche, Korsetts und Kinderstube, politische Ehen und Erziehungsversuche. Man könnte vielleicht monieren, dass die "große" Politik - also alles was mit bewaffneten Truppen zu tun hat;) - hier einfach zu kurz kommt, aber mir war das eigentlich ganz lieb. Die Kriege und Aufstände kann man bei Wikipedia nachlesen, aber wenn es um die Person Maria Theresia geht, ist man hier eigentlich ganz gut aufgehoben, was auch die exessiven Briefzitate zeigen.

Ich vergebe mal 3,5 von 5 Fischbeinstäbchen für ein solides, wenn auch nicht wirklich fesselndes Buch.

18.03.2011

Neue Musik

an glaube es oder nicht, aber es begab sich letzte Woche tatsächlich, dass ich einen Artikel in einer der Visions las, die seit einiger Zeit in unserer Wohnung viele, kleine Ablegerstapel produzieren.
Normalerweise habe ich keine Gewissensbisse zuzugeben, dass mich Musik nur sehr am Rande interessiert - ich glaube meine Playlisten haben sich in den letzten 10Jahren nicht großartig verändert;) - aber manchmal ist ein bißchen was Neues eben doch ganz nett.
Und da ich ja im letzten Jahr die Dropkick Murphys für mich entdeckt habe, weil sie zwei Elemente verbinden, die bei mir eigentlich immer gehen (Punk und Dudelsäcke;), konnte ich mich tatsächlich aufraffen mir einen Artikel über das neue "Konzeptalbum" zu Gemüte zu führen.
Spaßmusik und Konzeptalbum schließen sich ja in meiner vorurteilsbehafteten Einschätzung schon fast aus, aber die Hörproben bei iTunes waren nicht verkehrt, also habe ich mal meinen Obulus zur Unterstützung der Musikindustrie geleistet und mir das Album zugelegt.
Und weil es das gerade im 2-für-15€ Paket gab, ist das Live on Lansdowne 2010 Album auch gleich noch mit auf der Festplatte gelandet, auch wenn ich die meisten Songs schon in der Studioversion hatte.

 Ich sag' mal zuerst was zum Live Album, weil das einfacher ist: Meiner Meinung nach kann eine Band, oder ein Musiker im Studio noch so gut sein, vor Publikum entscheidet sich dann eben doch, ob man es bringt oder nicht - und das Album bringts!;) Ich habe das bei den Ärzte-Live-Alben schon festgestellt, dass es sich durchaus lohnen kann einen Song sowohl in der Studio, als auch in der Live Fassung zu haben - gut bei BelaFarinRod kommt noch dazu, dass die Live-Texte teilweise nicht mehr viel mit den Originalen zu tun haben.;) So extrem sind die Unterschiede bei den Murphys nicht, aber trotzdem lohnt es sich die Live-Atmosphäre mitzunehmen. Meine besonderen Highlights sind die Live-Versionen von State of Massachusetts und das Baba O'Riley Cover (die CSI NY Titelmusik, für alle, die mit dem Titel nix anfangen können;).

Was das vielgerühmte Konzeptalbum Going Out in Style angeht, musste ich mich daran erstmal gewöhnen - im Gegensatz zu den Live-Songs kann man hier durchaus die Songs erst bei 2. oder 3. Mal Hören gut finden.;) Ich will mir nicht anmaßen ich könnte feststellen woran das liegt, aber ich denke teilweise ist der "Aufbau" der Songs ein wenig komplexer als bei früheren Alben - zum Glück aber nicht zu komplex, soll ja noch Spaßtauglich sein!;)
Meine bisherigen Favoriten sind Deeds not Words und der Headtrack Going Out in Style, den ich glücklichweise dann auch mal bei youtube gefunden habe - es ist schnell und irisch, was will man mehr?!?
Ich will mir mal völlig unbeleckt von Geschmack und Ahnung kein zu großartiges Urteil zumuten, aber in meinem subjektiven Erleben bekommt das Live-Album für den Ich-glaub-ich-will-auch-mal-auf-so-ein-Konzert-Effekt 5 Dudelsäcke und das Studioalbum 4. Is ja keine schlechte Ausbeute für 15€, oder?;)

Hallooo Springfield!

Eigentlich müsste ich ganz tief in meiner Literaturrecherche stecken, aber gerade laufen die Simpsons im Fernsehen, da kann man nicht einfach abschalten.;)
Also zum Zeitvertreib erstmal der Freitags-Füller:

1. Die Ereignisse in Japan zeigen wieder einmal, dass Restrisiko eben auch Risiko ist.
2. Zum Glück hab' ich nicht mehr soviel Kopfweh wie gestern.
3.  Energiesparen ist leichter gesagt als getan - unsere Stromrechnung verstehe ich schon lange nicht mehr...
4. Sunshine Highway von den Dropkick Murphys ist mein aktueller Lieblingssong im Radio (ich nix hören Radio, Musik zu schlecht;).
5. Zur Einstimmung auf den Frühling habe ich mir ein neues Notizbuch gekauft - jetzt kann ich intellektuell wertvoll im Café schreiben!;)
6. Essen sollte man immer mit Leib und Seele.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Rückkehr meines WLAN, morgen habe ich Tappas&Cocktails geplant und Sonntag möchte ich einfach tun wonach mir gerade ist!

Ein schönes Wochenende allerseits!:)

10.03.2011

Nachtruhe revisited

So und jetzt versuche ich das mit der Nachtruhe nochmal und diesmal nehme ich mir ein gutes, historisches Sachbuch mit - bestimmt voller leckerer Fremdworte und Adjektive!:)

Aber den Guten Vorsätzen gemäß erstmal noch ein Klassiker der sprachlichen Missverstädnisse:


Enjoy!:)

Deutsch fürs Leben. Oder: 10.000 Zeichen Groll (Vorsicht lang!)

Es passiert heutzutage tatsächlich selten, dass mich ein Buch von meiner Nachtruhe abhält. Mit 10 oder 11 konnte man sich noch schwer von den Helden seiner Kindheit (in meinem Fall Asterix und Winnetou;) losreißen und hat dafür in Kauf genommen nur mit 5 oder 6 Stunden Schlaf zur Schule zu wanken. Heutzutage muss allerdings schon viel zusammenkommen, damit ich meinen wertvollen Schönheitsschlaf opfere. Gestern allerdings wollte ich zum Entspannen nach einem langen Tag noch kurz ein paar Minuten in eines meiner Weihnachtsgeschenke hineinlesen: Deutsch fürs Leben von Wolfgang Schneider
Dieser Versuch einer entspannenden Bettlektüre ging gründlich daneben, denn ich fand das Buch....grauenhaft.

Ich sage das ungern, weil ich natürlich weiß, dass es mir in der Hoffnung geschenkt wurde, dass es mir gefällt, aber ich hoffe auf Vergebung dieser, meiner unversöhnlichen Ablehnung aus 2 Gründen:
1. Habe ich ich ja über das Geschenk an sich und den Gedanken dahinter schon gefreut - und das ändert sich auch nicht mehr!:)
2. Werde ich mir im Folgenden Mühe geben zu begründen, warum es mir nicht möglich war mehr als 50 Seiten zu lesen und danach auch noch mein Nachtschlaf in Eimer war, weil ich mich erstmal furchtbar aufregen musste.

Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß., wie der volle Titel liest, macht sich auf den Deutschen die Liebe zu ihrer Sprache wieder beizubringen. Soweit ist an dieser Absicht nichts auszusetzen, auch wenn ich mich mit Ratgebern zum Schreiben immer sehr schwer tue. Nicht, dass ich nicht denke, dass man einen eigenen Stil entwickeln sollte - ich glaube nur nicht, dass man mir das beibringen kann.

Natürlich gibt es gewisse Grundhandwerksregeln, die man auch beim Texten beachten sollte  - nicht umsonst findet sich eine Rubrik "Schreibtipps" in den Perlen;) - aber den Instinkt, die Inspiration und die Freude am Schreiben kann man nicht erlernen und das ist der Grund warum bei "Schreibratgebern" eigentlich automatisch eine kleine, rote Lampe in meinem Kopf angeht auf der in Großbuchstaben DAGEGEN steht. Damit das jetzt nicht ungemein arrogant klingt, was nicht meine Intention ist, hilft vielleicht ein Gleichniss, dass sich in Anna Karenina findet:
Ein Amateur-Maler, der nach dem theoretischen Studium von Stilen und Techniken zu passablen Ergebnissen gekommen ist, was die Reproduktion großer Werke angeht, führt seine Arbeit einem Künstler vor, der mit der Malerei tatsächlich sein Geld verdient. Dieser ist dadurch sehr unangenehm berührt.
Tolstoij vergleicht dieses unangenehme Gefühl mit dem Unbehagen, dass ein verliebter Mann fühlen muss, wenn ein anderer ihm seine weibliche Wachspuppe vorführt und anfängt vor seinen Augen die Puppe zu liebkosen, wie er seine Frau liebkosen würde.

Diese kleine Geschichte zeigt recht gut, worum es geht - natürlich muss man lernen, wie man den Pinsel hält und die Leinwand zimmert, aber die Inspiration muss von alleine kommen, wenn tatsächlich nicht nur eine schale Imitation dabei herauskommen soll.
(Ich möchte trotzdem erwähnen, dass ich das Buch in der vollen Absicht aufgeschlagen habe, es auch zuende zu lesen, nur damit da nicht der Eindruck geweckt wird, ich hätte schon von Anfang an sämtliche Schalter auf Vernichtung gestellt!;)

Herr Schneider gibt sich mit praktischen Tipps allerdings nicht zufrieden - er stellt Regeln auf, die den Sprachgebrauch verständlicher und gefälliger machen sollen (was er genau darunter versteht, ist mir in den ersten 6 Regeln nicht klar gewoden). In der Einleitung bezieht er sich dabei noch auf Redakteure, Journalisten und Nachrichtensprecher, aber seine Überzeugung, dass diese, seine Überzeugungen eigentlich jedem Schüler vermittelt werden sollten, ergeben einen Universalanspruch, der hoffentlich meine Einwände noch unterstreicht:

1. Kürze heißt Kraft (S. 40). Das ist das Kredo der ersten Regelsätze und heißt nicht anderes, als das jeder geschriebene Satz von seinem unnötigen Balast befreit werden muss. Adjektive zum Beispiel sind zu vermeiden (Faustregel: 2 von 3 streichen - S. 31), bei zwei synonymen Worten ist das silbenärmere zu verwenden und überhaupt sollten sowenig Worte wie möglich verwendet werden.

Für einen Nachrichtentext der dpa mag das ja ein guter Hinweis sein und sicherlich sollten man einen Text auch nicht mit gespreizten Formulierungen und Adjektiven überladen - aber die extreme Konsequenz, die hier in den präsentierten Beispielen verfolgt wird, würde jeden erzählenden Text (und auch die meisten wissenschafltichen) auf ein absurdes Gerüst zusammenschrumpfen.
So wird in den Rubriken "Geblähte Floskeln" und "Gequälte Schein-Aussagen" (S. 26ff.) gelehrt Formulierungen wie "Zu diesem Zeitpunkt" unbedingt mit "Jetzt" zu ersetzen, oder Sätze wie "In der Mitte der Stadt lädt ein großer Park zum Verweilen ein." durch die verständlichere, gefälligere Version "In der Stadtmitte liegt ein großer Park." zu ersetzen.

Nicht nur fallen mir spontan mindestens 20 literarische Situationen und Textabläufe ein, in denen diese Regeln nur zu unnötigen Wortwiederholungen oder abgehaktem Hauptsatzsalat führen würden. Was noch schlimmer ist, ich empfinde es außerdem als paradox und fast schon beleidigend, dass mir der Gebrauch von Formulierungen wie "schwere Verwüstungen" verboten wird (S. 31), weil eine Verwüstung ja wohl offensichtlich schwer sei (die Unmöglichkeit nach dieser Regel Differenzierungen auszudrücken, lassen wir mal außen vor), aber der Autor sich herausnimmt geblähte Floskeln einzuführen. Wer sich an seine eigenen Regeln nicht halten will, sollte keine aufstellen.

2. Stillehre hat scheinbar nichts mit Stilmitteln zu tun. In diesem Kontext verteufelt Deutsch fürs Leben vor allem a) zusammengezogene Substantive (z.B. Frustrationstoleranz;) und konstruierte Adjektive (das Beispiel ist hier gleichverteilungsunfähig - S. 31) und b) Fremdworte und Fachausdrücke. Es sei - so der Autor - eine Erbsünde der deutschen Sprache, dass man von Pankreas reden muss, wenn man auch das gute deutsche Wort Bauchspeicheldrüse verwenden kann (S. 33). Diese Art von Fachausdrücken diene also nur dem Zweck den Laien zu verunsichern und ihn vom Verständnis des Textes auszuschließen - wie ja scheinbar  überhaupt alle Formulierungen, die sich nicht auf Subjekt-Prädikat-Objekt beschränken ja nur unnötige Steine in den Weg der Verständigung legen.

Mit diesen beiden Maximen verstößt der Autor gegen die wichtigste Regel des Textens überhaupt: Es kommt darauf an! Natürlich mag das Beispiel des Fußballtrainers, der seinen Spielern rät "die Impulse im Bereich der vorwärtsgerichteten Bewegung zu verstärken" besser daran täte einfach ein "Lauf nach vorn!" über den Platz zu brüllen. Diese Situation ist aber nur eine von vielen möglichen Situationen, die den Gebrauch von Sprache ausmachen.
Wie würde denn ein wissenschaftlicher Text aufgenommen, der sich dieser Art von Kindergartensprache bedient? Sicher, ein paar Bildzeitungskonsumenten (ohhh böses zusammegesetztes Substantiv und dann auch noch eingeklammert) werden sich davon vielleicht weniger eingeschüchtert fühlen, wenn sie denn überhaupt auf die Idee kämen sich für das Thema eines noch so simpel geschriebenen Essays zu interessieren.

Und dann wäre da noch die Tatsache, dass es gillt den Fachjargon zu zerschlagen und ausgelutschte, schwammige Worte wie Ebene oder Sektor zu vermeiden - also Verwaltung statt administrativer Bereich (S. 27). Andererseits finden sich ein paar Seiten später Formulierungen, wie diese hier im Bereich "Schlechte Verben": Wer refelktieren, sensibilisieren, instrumentalisieren schreibt, teilt vor allem mit, daß er sich dem akademisch-bürokratischen Komplex zugehlrig fühlt. (S. 54)
Entschuldigung? Akademisch-bürokratisch? Komplex??? Selbst wenn man von der völlig absurden Ablehnung sämtlicher ungermanischen Wortstämme mal ganz absieht, finde ich es interessant, wie man innerhalb von 30 Seiten seine eben aufgestellten Maxime (ohhh böses lateinisches Wort) schon wieder vergessen kann.

Aber  noch viel schlimmer finde ich es, dass ein Buch, dass sich die Reichhaltigkeit der deutschen Sprache aufs Cover schreibt, mal eben die Hälfte unseres Wortschatzes und die Wandlungsfähigkeit und Kombinationsmöglichkeiten eben jener Sprache radikal ablehnt.
Wir sagen also "jener Person, die die Prinzipien der Gleichverteilung nicht zu verstehen im Stande ist" statt gleichverteilungsunfähig - wenn das Stil ist, möchte ich keinen haben!

3. Last but not least möchte ich euch noch das Beispiel vorführen, das mich kurzfristig mit Gedanken spielen ließ dem Autoren eine Briefbombe zu schicken. Wir sprechen von der Vermeidung von Modewörtern und der neugefundenen Schlichtheit (auch das noch ein Beispiel gegen den Fachjargon, aber so unglaublich, dass es einen eigenen Punkt verdient hat;).
Da lesen wir auf Seite 38 unter "Modewörter vermeiden", dass das sogenannte Modewort (doppeltes Substantiv) optimal heutzutage in einer völlig verfremdeten Bedeutung verwendet wird. Semantisch müsste man es benutzen als "unter den gegebenen Umständen bestmögliches Ergebnis", die populäre Benutzung heutzutage setzt es aber "maximal mögliches/bestes Ergebnis" ein.

Die Rückkehr zur sprachlichen Richtigkeit wird also ganz klar gefordert und an sich hätte mich das nicht weiter interessiert, wenn nicht...ja wenn wir nicht auf Seite 33/34 lesen würden, dass Popularität ein wichtiger Faktor zur Verständigung ist: Redakteure haben beispielsweise Angst, an die Stelle des amtlichen Wortes Niederlande das deutsche Wort Holland zu setzen. [...] In beiden Sprachen also ist Holland das populärere Wort, und wenn deutsche Zeitungen trotzdem noch von den <<Niederlanden>> sprechen, erfüllen sie ein bürokratisches Übersoll. [...] Es hat jedem Volk egal zu sein, wie es in jeder anderen Sprache heißt.

Mal abgesehen vom "bürokratischen Übersoll", das dem Autor bestimmt nur aus Versehen herausgerutscht ist, ist diese Aussage so absolut hahnebüchen, dass es schon unfassbar ist. Während also "optimal" nicht populär benutzt werden sollte, weil es sprachlich falsch ist, darf und soll die inhaltlich falsche Bezeichnung Holland von öffentlichen Medien verbreitet werden, weil es die Volksstimme so macht?!?

Vielleicht ist das ja ein wunder Punkt für mich, da sich meine Doktorarbeit leider mit diesem Kulturkreis beschäftigt und ich seit Monaten mit den Bezeichnungen Holland, Zeeland, spanische Niederlande, Republik Niederlande, südliche und habsburgische Niederlande hantiere, um Missverständnisse zu vermeiden. Und da soll es ein Argument sein, dass der Slogan "Käse aus Holland" ja schließlich auch aus den Niederlanden kommt? Kann das nicht damit zu tun haben, dass besagter Käse vielleicht tatsächlich aus der Provinz Holland kommt?

Inhalt und Kontext dürfen also ruhig vor die klischeehaften Hunde gehen, aber Hauptsache die Semantik stimmt? Und da soll man jetzt als Mensch, der nicht (nur) Sprache, sondern TEXTE liebt keine Erstickungsanfälle bekommen.
Und übrigens, nein Herr Schneider, auch wenn es das vielleicht sollte, wäre es mir Mitnichten egal, wenn Fox News anfangen würde Bayern synonym für Deutschland zu verwenden, weil ja eh jeder weiß, dass alle Deutschen Gamsbarthüte und Lederhosen tragen. Ich bin überzeugt unpatriotisch in meinem Sprachgebrauch und verwende ungermanische Fremdworte, und auch ansonsten möchte ich nicht mit einem Bayern verwechselt werden, vielen Dank!

Zusammenfassend habe ich mir die Mühe gemacht den schlussendlichen Beweis anzutreten, dass Deutsch fürs Leben leider nicht für Kinder und überhaupt alle Menschen geeignet ist, die mit Sprache noch etwas anderes tun wollen als Slogans ala "Wir sind das Volk.", "Die Mauer muß weg." oder "Nicht sauber, sondern rein."  zu entwickeln.
Hier die einleitende Passage meiner neuen Kurzgeschichte "Therapiesitzung":
An diesem kalten, grauen, unbedeutenden Morgen hetzte ich, wieder einmal viel zu spät, die nassen Stufen der U-Bahnstation hinunter und stellte erfreut fest, dass meine Linie gerade mit quietschenden Bremsen in den Bahnhof einfuhr. Ich beschleunigte meinen Schritt und erreichte die Bahnsteigkante im selben Moment, in dem ein leerer Wagon direkt vor mir zum Stehen kam. Angenehm überrascht stieg ich ein, ließ mich in einen der bunt bezogenen Plastiksitze fallen und kramte in meiner Aktentasche nach der Morgenzeitung. Vielleicht würde ich sogar noch Zeit haben mit meiner Sprechstundenhilfe Elaine die Sitzungen der letzten Tage durchzusprechen, bevor Mr. Parker zu seiner wöchentlichen Beichte erschien. Schon in diesem Moment hätte ich wissen können, dass soviel Glück nicht mit rechten Dingen zuging.
Mit einem Ruck setzte sich die U-Bahn in Bewegung. Einen Moment später verschwanden Station, U-Bahn, Tunnel und Wagon, wie ein verschwommenes Dia in einer wackeligen Projektion.


Und hier was davon übrig bliebe, nach Anwendung von nur 6 der 47 Regeln:

Früh Morgens ging ich zum U-Bahnhof. Die Bahn fuhr ein, gerade als ich am Bahnsteig ankam. Dann war ich in Italien.

Es bleibe jedem Leser selbst überlassen zu entscheiden, welches die gefälligere Version ist.

08.03.2011

Making Money

Meine Güte, mit diesen Hörbuchrezis hab ich mir ja was aufgebürded - mir was bisher nicht so ganz klar, dass ich teilweise 2-3 von denen in einer Woche durchnudle, wenn ich grade viel Trainiere, Haushalte oder Handarbeite...oder einfach mal 2-3Stunden geistigen Leerlauf brauche.;)
Andererseits wird das ja nur in der Anfangszeit anstrengend, da ich auch oft dieselben Bücher immer und immer wieder hören kann.;)

Jetzt aber erstmal die Beschallung meines Wochenendes (Nähen, Bügeln, Sims2 spielen;):
Making Money von Pratchett&Briggs als logische Fortsetzung von Going Postal


Ich will mich mal kurzfassen, da Vieles was man (ich) über den ersten Band sagen kann, auch auf die Fortsetzung zutrifft. Mit persönlich gefällt der erste Band ein ganz winzig kleines bißchen besser, weil die Kuriositätensammlung an Charakteren in der Poststelle ein wenig mehr persönlichen Appeal hat, als die harte Realität von Bänkern - aber dieser Abzug ist so minimal, dass ich dafür nicht mal einen halben Punkt veranschlagen möchte.

In diesem Fall ist also die Fortsetzung mit 4 von 5 Sparschweinen genauso gut, wie das "Original" - und das an sich findet man ja auch nicht immer!;)

07.03.2011

Jane Austen

Um eine wirklich gute Biographie zu schreiben, muss man die Veranlagung haben, sich in einen lange verstorbenen Menschen zu verlieben. Ich weiß nicht, wo ich das mal gehört habe, aber ich denke es stimmt - und ist vermutlich der Grund warum ich noch nie den Impuls hatte eine Biographie über irgendwen zu schreiben, auch wenn ich gerne welche lese!;)

Warum ich mir ausgerechnet Jane Austen ausgesucht habe, weiß ich aber ehrlich nicht mehr genau - außer einer fond memory für unsere Inzenierung von Pride&Prejudice habe ich eigentlich nicht viel für die englische Regency Provinz übrig - die Leute sind mir zu wohlerzogen.;)

Trotzdem muss man der Biopgraphie von Elsemarie Maletzke (ob das ein Künstlername ist? ich glaube nicht, Tim...) lassen, dass sie die notwendigen Begeisterung für ihr Thema in jedem Fall mitbringt.


Der Funke beim Lesen ist bei mir allerdings nicht wirklich übergesprungen - trotz aller kreativen Erzählversuche, für dich ich aber zugegebenermaßen bei Sachbüchern auch wenig empfänglich bin...
Jane Austen war scheinbar ihr eigenes Rollenvorbild - nett, adrett und rational mit ironischen Einschlägen, aber wenig Spannungskurven in ihrem Leben.
Vielleicht hätten ein paar Gerüchte dem Buch ganz gut getan - unglückliche Liebesgeschichten, Familienauseinandersetzungen oder tragische Affären, sowas in der Art. Statt dessen hällt sich die Autorin an die überlieferten - und von den Nachkommen teilweise gnadenlos zensierten - Quellen, ohne auch nur die leiseste Andeutung hinzuzufügen, dass das Leben der Jane Austen irgendwann mal nicht aus einer endlosen Reihe von Teegesellschaften und alten Tanten bestanden haben könnte.

Von mir gibt es dafür leider nur 2 von 5 Schreibfedern.

06.03.2011

Kreatives Arbeiten, Alternativen zu

Der Karneval hat uns erreicht und heute durfte ich schon in den Genuss kommen von einer dieser enthusiastischen Blaskapellen geweckt werden, die das kulturelle Leben in Deutschland bereichern.
Das kann morgen eigentlich nur noch schlimmer werden und daher war es an der Zeit sich eine Beschäftigung im stillen Kämmerlein zu suchen.

Das mit dem Kreativen Arbeiten und der Motivation hatte ich ja schon angerissen - heute stellte sich mir noch ein verwandtes, aber nicht grundsätzlich zusammenhängendes Problem:
Was tun, wenn der Umgebungslärm die notwendige Konzentration unmöglich macht?
Wie ich gerade bereits sagte, habe ich manchmal das dringende Bedürfnis mich mit einem guten Hörbuch in ein stilles Eckchen zu verziehen und Dauerbeschallung mit Karnevalsmusik ist genau so ein Auslöser dieser Crusoesken Impulse. Nun lässt es sich aber dummerweise nicht gut schreiben oder lernen mit einem kleinen Vorlese-Mann im Ohr, also musste ein anderes Projekt her, dass ja nun auch schon seit Ewigkeiten vor sich hindümpelt - der Arbeitstitel ist bisher "Miss Melly" und man muss glaube ich zumindest den Film Gone with the Wind gesehen haben, um wirklich zu wissen worum es geht.;)

Civil-War Kleider haben gleich mehrere Vor- und Nachteile: Zum einen bestehen sie aus vielen Einzeleilen (Kragen, Ärmel, Oberteil, Rock, Petticoat, Reifrock und evt. Kopfbedeckung) und ersparen es einem daher 10m Stoff auf seinem Schoss zu balancieren, um einen Kopf anzunähen. Zum anderen bestehen sie aber - und da gerade der Rock - aus Metern und Metern von meist unifarbenem Stoff, der einfach ziemlich langweilig ist...
Die große Glockenform macht zwar eine nette Taille - auch wenn man nicht auf die legendären 50cm kommt;) - aber trotzdem ist die Frage zu lösen, wie sich 6-8m Umfang irgendwie interessant aufhübschen lassen.

Ich muss gestehen, dass es sich in diesem Fall für mich nicht gelohnt hat mir die Stoffe, Miederstäbchen etc. zu besorgen und 50Stunden Arbeit in das Simplicity Schnittmuster zu investieren - statt dessen konnte ich davon profitieren eine "Grundgerüst" Kleid beim Kostüm-Shop (siehe Linkliste) meines Vertrauens zu ersteigern und kann mich jetzt sofort mit den entscheidenden Änderungen anfangen - wie ja bei Miss Tudor schon demonstriert!;)

Schritt 1 ist daher: Resteverwertung
Wer irgendwelche Handarbeiten mag und/oder schonmal Kostüme genäht hat, wir schnell feststellen, dass man irgendwann unglaubliche Fundgruben von Resten und/oder Dingen ansammelt, die man mal gekauft, aber dann doch nicht verwendet hat.
Von Miss Tudor war z.B. dieses hübsche Stück Spitze übriggeblieben, dass eigentlich eine Verzierung für die Haube werden sollte, dann aber doch nicht passte. Leider kann man mit 10cm Laufspitze ansonsten auch nicht viel anfangen, aber wer ein wenig Geduld aufbringt, kann aus floraler Spitze tatsächlich ein paar schöne Verzierungen machen - es ist ein bißchen fiddlig, aber es lohnt sich!:)

Schritt 2: Klein aber fein
Das Gerüstkleid, mit dem ich arbeite ist in großen Teilen aus schokobraunem Taft mit weißer Spitze, was einen recht schönen Kontrast gibt, aber doch ein wenig eintönig aussieht - und wohl auch bleiben sollte, nimmt man das Motto zu ernst, aber ein wenig Glamour muss dann doch sein;) - und daher ein paar stilvolle Glanzreflexe bekommen soll. Borte und Spitze ist dazu natürlich prädestiniert, aber vermutlich kann man auch über Perlen nochmal nachdenken. Bisher gefällt mir der Kragen schonmal ganz gut und auch die Ärmel sind, denke ich auf einem guten Weg!:)


Nun brauche ich nur noch eine Idee für den Hut...ein großer Hut zu einem großen Kleid versteht sich ja wohl irgendiwe von selbst, oder?!?;)

Going Postal (schon wieder;)

Es mag vielleicht ein wenig eintönig erscheinen, aber ja, manchmal bringt mich eine Buch-VerFilmung dazu, das eigentliche Buch nochmal lesen zu wollen - oder mir zumindest vorlesen zu lassen!;)

Leider kämpfe ich immer noch mit meinem Konzentrations- und Motivationstief - siehe unten - aber immerhin habe ich eine gute Alternativbeschäftigung gefunden - siehe oben.
Und ich empfinde es als unglaublich entspannend mich in eines meiner kleinen Arbeitsnester zurückzuziehen (ich glaube ich muss da demnächst wirklich nochmal Fotos machen;), mir ein Hörbuch vorlesen zu lassen und ein paar Stündchen einfach meine Ruhe zu haben. Es gibt Menschen, die sich Hörbücher zum Einschlafen vorlesen lassen, aber für mich ist das eher eine quasi-meditative Beschäftigung.

Diese Woche also auf meinen Ohren: Going Postal geschrieben von Terry Pratchett und gelesen von Stephen Briggs.

 Letztlich musste ich auf einer Party noch darüber diskutieren, ob Pratchett tatsächlich so tiefsinnig und/oder lustig ist - ich finde schon, aber man muss dem nicht zustimmen. Es gibt auch Menschen, die den Humor der Simpsons für flach halten, da kann man einfach nichts machen.;)

Sollte man aber den Stil und die Zwischentöne der Scheibenwelt mögen, wird man Going Postal einfach lieben müssen. Von den tieferen Wahrheiten über Wirtschaft und Finanzwesen mal ganz abgesehen, bilden der Hauptcharakter, sein Love-Interest und sein Golem-Bewährungshelfer einfach ein wunderschönes Ensemble gut durchdachter, witziger Figuren.
Auch wenn ich prinzipiell die etwas düsteren Pratchetts noch ein wenig lieber mag, ist die Lipwig Mini-Reihe doch einer meiner Hörbuch-Favoriten. Man merkt Stephen Briggs als Performer vor allem an, dass er in seiner Amateur Theatertrupper den Lord Vetenari Part gepachtet hat, aber auch viele andere Charaktere sind sehr schön moduliert.
Nigel Planer, oder Tony Robinson (Baaldrik!) mögen ein wenig mehr Variationen hinbekommen, aber die sind ja nun auch ausgebildete Sprecher und Schauspieler und mit 10 Jahren Amateur-Theater Background kann man da nur ein gnädiges Auge zudrücken!;)

Buch und Hörbuch bekommen daher von mir 4 von 5 Kakadus!

Wachablösung

Jedes Jahr kommen irgendwelche Vögel auf die Idee, dass das alte Nest vor unserem Fenster doch ein super Nistplatz wäre...

Vielleicht machen sie das auch absichtlich, um sich an dem Cat-tainment zu erfreuen - was auch immer der Grund sein mag, eine Scheibe Glas und 50cm Luftlinie zwischen einer Taube und 2-3Katzen ist tatsächlich mehr als unterhaltend!

Wie immer weiß ich nicht, wie Menschen ohne Haustiere überhaupt Spaß haben können!;D

05.03.2011

Kreative Motivationslöcher - schlimmer als Schreibblockade!

Eigentlich hasse ich Menschen, die auf hohem Niveau Jammern, aber ab und zu muss ich mir auch mal eine Selbstdisziplin Pause gönnen...;)

Interessanterweise ist ja das Thema "Writer's Block" eine große, viel diskutierte Kontroverse in Literatur und Pop-Kultur - was allerdings kaum mal jemand beleuchtet: Was tue ich denn, wenn ich eigentlich total viele Ideen habe, aber mein Leben irgendwie im Weg ist?!?

Autoren in den Schreibblockade Geschichten sind irgendwie immer seltsame, sozial wenig angepasste Individuen, die sich in die Wildness zurückziehen, um ihren Kreativen Flow wiederzufinden. Aber wo ist denn bitte die Selbsthilfegruppe für "Menschen, die zuviel anderen Kram zu tun haben und nicht zum Schreiben kommen"? Das würde mir mal weiterhelfen!;)

Seit ungefähr über 2 Wochen befinde ich mich jetzt schon in dem Dilemma, dass sowohl das Background Processing, als auch das eigentliche Aufschreiben von Ideen (ich will jetzt nicht behaupten es wären hunderte, aber immerhin ein paar;) in meinem "Zuviel Arbeit, Parties, Freunde und Müde" Motivationsloch verschwindet...was tut man da?
Weniger Arbeit haben ist nicht einfach, weniger Freunde haben irgendwie nicht meine bevorzugte Option und weniger müde sein eine bisher lebenslange Aufgabe, an der ich regelmäßig scheitere!;)
Prioritäten setzen wäre vielleicht ein nachvollziehbarer Ratschlag, aber weder Arbeit, noch Freunde, noch Schlaf lassen sich manchmal so einfach auf nächste Woche verschieben...Also muss das kreative Arbeiten wohl drunter leiden, denn zumindest habe ich noch keinen Ansatzpunkt gefunden wirklich irgendwas Brauchbares zu produzieren, wenn ich eigentlich keine Lust habe. Vielleicht ist das der Unterschied von kreativer Arbeit zu...Arbeit!;D

Bisher habe ich den festen Vorsatz morgen was gegen das Motivationsloch zu tun - aber diesen Vorsatz habe ich schon seit 2 Wochen, wir werden es also erleben.;)

Frühling!

 Ist es nicht herrlich? Grade haben wir Lichtfest gefeiert, schon werden die Tage heller, die Luft - zumindest in der Sonne - wärmer und die Blumen und Bäume bunter. Jahreszeiten - ist works!;)

Trotz der unvermeidlichen bald einsetzenden Triefnase, muss ich mich doch einfach mal freundlich über den Frühling äußern - wie wir letztlich bei Bier und Obstsalat feststellten: Winter macht nur bis Silvester Spaß, wenn alles heimelig und voller Weihnachtslichter ist. Ab Januar reicht's dann auch!;)
Also willkommen Frühling und hallo Wochenende!

1. Es riecht nach frisch gewaschener Wäsche - es ist Samstag!;)

2. Morgen früh werden wir wieder von Karnevalsmusik geweckt, ich kann das nicht ausstehen!

3. Wie habe ich es geschafft so viele Tafeln Schokoladen anzusammeln? Wer beim Vernichten helfen möchte, immer melden!;)

4. Dass ich irgendwann mal so gut-bürgerlich sein würde, hätte ich mir nicht träumen lassen.

5. Ich freu mich auf mein erstes Spaghetti-Eis!

6. Mit meiner Motivation geht es wie immer rauf und runter.;)

7. Was das Wochenende angeht, heute gestern Abend freue ich mich habe ich mich auf gutes Essen in guter Gesellschaft gefreut, morgen heute habe ich Billard spielen geplant (wir werden grandios verlieren!;) und Sonntag möchte ich mein kreatives Motivationsloch bekämpfen!

01.03.2011

Lost in a Good Book

Ja, ich weiß, so langsam wird es unübersichtlich mit den ganzen Büchern, aber ich habe eine einfache Erklärung:
Prinzipiell "lese" ich immer mind. 3 Dinge gleichzeitig: Mein Nachttisch-Buch, mein aktuelles Hörbuch auf dem iPod und unser gemeinsames "Vorlese" Buch.
Nun mag man das spießig finden, wenn sich erwachsene Menschen noch Geschichten vorlesen, aber ich kann dem nicht zustimmen. Vorlesen ist eine kultivierte Alternative zu sinnlosem Fernsehkonsum und in einer Frendsprache vorlesen tut dabei auch noch was für die Bildung - so!;)

Momentan lesen wir - auch weil es bei so unterschiedlichen Geschmäckern manchmal schwierig ist, einen gemeinsamen Nenner zu finden... - die Thursday Next Reihe und sind (oh Wunder!) in 6 Monaten tatsächlich schon bei Ende Buch 2 angekommen. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber was tut man nicht alles für den gemeinsamen Zeitvertreib!;)

Lost in a Good Book ist also die Fortsetzung von Eyre Affair und knüpft eigentlich genau da an, wo Buch 1 aufgehört hat. Der Krim-Krieg ist 1985 mal vorbei, aber der Big Brother Konzern immer noch sauer und Thursday Next plötzlich ein Medienstar. Außerdem erwartet sie ein Baby, dessen Vater aber dummerweise gerade aus der Zeit radiert wurde...
 
Und dann kommen noch wandernde Mammuts, depressive Neanderthaler, und mysteriöse Mordanschläge dazu - man gönnt sich ja sonst nichts!;)
Auch um Literatur geht es natürlich wieder, aber statt dem grummelig, gutausehenden Rochester, ist diesmal die skurile Miss Havisham aus Great Expectations die Nebenheldin der Geschichte. Die kann nicht nur nach Belieben in Büchern und Realität aus- und einsteigen, sondern rast nebenher auch gerne mit fremdem Autos durch Tempo 50 Zonen und verfolgt ihre Blutsfeindschaft mit der Roten Königin aus Alice in Wonderland.
Und wem das immer noch nicht schräg genug ist, der addiere noch einen fiktionalen Präsidentschaftskandidaten, eine endlose Bibliothek unter Aufsicht der Grinsekatze und die verschlugenen Pfade der Jurisfiction dazu und ich bin sicher man wird sich amüsieren!;)

Ich würde gerne wieder 5 von 5 Dodoeiern vergeben, aber weil Band 2 im Verleich zum ersten Band dann doch ein paar winzig kleine Längen hat, muss ich mich auf 4,5 verlegen.
Band 3 liegt schon bereit, es kann sich also nur noch um Monate handeln!;)

Inception

Tag 1 meiner To Do Liste in Punkto Oscar Filme nachholen, ist erfolgreich beendet - mal ehrlich ich bin ja an sich nicht so der Film Fan, aber das ich von den diesjährigen Oscar Filmen so eigentlich gar keinen gesehen habe, dem musste dann doch mal angeholfen werden.;)
Also gab es gestern zur entspannten Abendunterhaltung also Inception, den 2. Film innerhalb von 2 Wochen, in dem Leo di Caprio einen kaputten Typen mit kaputter Familie spielt...mal ehrlich, er sollte sich über seine Rollenauswahl echt mal Gedanken machen, mich würde das nachdenklich stimmen!;)

 Ich habe ja durchaus geteilte Vormeinungen zu Inception gehört, das reichte von "Noch verwirrender als Matrix" bis zu "Sinnlose Aneinanderreihung von Action Szenen". Eins mal vorneweg: Ich mag Actionszenen! Große Kaliber, Explosionen und Feuerwalzen sind genau mein Ding, Baby.;)
Ich kann aber verstehen, wie man auf den Matrix-Vergleich kommt, allerdings gibt es ein paar Punkte, die Inception tatsächlich besser macht:
1. Die Idee hinter dem Film ist tatsächlich clever und nicht nur aufgewärmter 80ger Jahre Skeptizismus.
2. Man braucht hier keine schlecht animierten Aliens oder Weisheiten aus dem Hausfrauen-Aphorismen-Kalender - die Untiefen der rein menschlichen Psyche sind tief und böse genug.;)
3. Die visuelle Umsetzung kommt ganz ohne schwarzes Lackmantel-Gepose aus und wirkt trotzdem noch besser!
4. Leonardo di Caprio ist tatsächlich ein guter Schauspieler und nicht nur ein Gesicht, auf dem eine Sonnenbrille hält.

Schwer zu verstehen fand ich die Storyline im Übrigen eigentlich nicht, solange man noch weiß wer gerade auf welcher Ebene rumturnt und die Sache mit der Zeitverschiebung im Hinterkopf behält, ist eigentlich alles in Butter.;) Einen einzigen Abstrich muss ich dann allerdings doch machen und zwar beim Aufbau der Spannungskurve - wer sein Publikum schon gegen Mitte des Films so angespannt auf den Erfolg oder Misserfolg der Mission warten lässt, sollte gegen Ende vielleicht auf die eine oder andere Schießerei doch verzichten. Sonst fällt man aus der schönen Erwartungshaltung irgendwann raus und kann sich nicht einmal mehr richtig an den Explosionen erfreuen, weil man nur noch denkt "Wie zur Hölle geht es denn nun aus?!?!".;)

Das Ende - und ich will mal nicht zuviel verraten, falls ich doch nicht die Letzte gewesen sein sollte, die den Film noch nicht gesehen hatte;) - war dagegen ganz schön gemein. Ich bin der Überzeugung, dass das Ding noch umfällt, weil ich an Happy Ends glauben möchte, aber ich bin vermutlich sehr naiv...;)

Insgesamt komme ich also auf 4 von 5 Schachfiguren für gut durchdachted Popcorn-Kino mit dem "Ooooh ich will auch mal ein ganzes Set in die Luft jagen dürfen!" Bonus!:)

Als nächstes auf der Liste warten jetzt unter anderem noch Alice in Wonderland, Tangled, Black Swan und The King's Speech...es wird also noch Einiges zu berichten geben!

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