07.06.2010

Wie war das nochmal mit dem Musical?

Damit man mich gleich zu Anfang richtig versteht: Ich mag Musicals...naja, sagen wir lieber es gibt ein paar Musicals, die ich mag.;)
Ich bin da eher Traditionist, will heißen, ich habe nichts gegen Musicals solange sie nicht nur eine kitschige Geschichte erzählen, in der ständig irgendwelche Leute unmotiviert das Singen anfangen. Für Manche mag jetzt der Unterschied nicht klar werden, aber es gibt tatsächlcih Musicals, die das Medium Gesang sinnvoll einbauen - siehe z.B. Moulin Rouge oder auch das gute alte Phantom, da geht es nun mal um Gesang - oder auch eben nur und ausschließlich aus Gesang und Musik bestehen - wie z.B. Cats oder Riverdance.
Wir breiten mal die gnädige Decke des Schweigens über die Rocky Horror Show, die mag ich trotzdem sie nicht in das Schema passt.;)

Als wir aber gestern unseren Tagesausflug zu John Malkovich und der Infernal Comedy: Confessions of a Serial Killer antraten, dass uns als Musical angepriesen worden war, hatte ich mir irgendwie was anderes darunter vorgestellt - was jetzt nicht negativ gemeint sein soll.;)
Ich werde mich mal zurückhalten in die Tiefen der Materie einzudringen - das überlasse ich meinen Theatergebildeteren Freunden;) - aber ich fand es schon ein wenig despektierlich eine fast 2stündige Mischung aus "John Malkovich erklärt uns das Wesen der Lüge" und Opernarien zweier sehr talentierter junger Sopranistinnen als Musical zu bezeichnen - wie gesagt, ich mag Musicals, aber Oper ist dann eben doch Oper - ich glaube wenn Operette auf dem Programmzettel gestanden hätte, wäre ich mit sehr anderen Erwartungen aufgelaufen.;)

Ich möchte die "Handlung" sowenig wie möglich totinterpretieren - erzählt wird die Geschichte von Jack Unterweger, die man "in the land of truth, which is called Wikipedia" tatsächlich nachlesen kann, der sich aus dem Fegefeuer nach seinem Selbstmord an sein Publikum wendet, um seine komplette, wahrhafte Biographie zu verkaufen - und sich zwischendurch in unzensierter Manier über Lektoren, Verleger und Macs aufzuregen (ich hätte beinahe spontan gejubelt, aber habe mich gerade noch zurückhalten können;). Das Ganze wird durchsetzt mit Opernarien verschiedenster Opern und so kommt durch die holde Weiblichkeit auch einges an Interaktion in die ansonsten statische Erzählsituation.
Alles in allem war mir die Oper etwas zu dominant, was aber an meinen fehlgeleiteten Erwartungen gelegen haben kann - immerhin befanden wir uns laut John im Woodstock of the Rhine Area;) - aber für eine gut gemachte Geschichte ohne störende End-Moral, dafür mit Sex, Mord und Charisma fahre ich auch nächstes Jahr wieder 4Stunden Zug an einem Tag.;)

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