2017-02-18

Listening to: Mary Boleyn

Es mag beim Blick in die Seitenspalten meiner kleinen Ecke Internet aufgefallen sein, aber irgendwie haben mich die Feiertage wieder tief in ein Fangirl-Loch gezogen, was sich in neuen Tudor Biographien und ein paar Rollenspiel-Büchern niedergeschlagen hat, die nicht alle denselben Satisfaktions-Faktor hatten...;-)

Aber fangen wir mal am Anfang an, mit noch einem Buch, das ich vor allem deshalb lesen wollte, weil es in The Creation of Anne Boleyn positiv erwähnt wurde: Mary Boleyn, geschrieben von der schon öfter erwähnten Alison Weir und gelesen von Maggie Mash, die auch schon öfter vorkam und immer wieder eine angenehme Zuhör-Erfahrung ist.

Mary Boleyn was the mistress of two kings, Francois I of France and Henry VIII of England, and sister to Anne Boleyn, Henry VIII's second wife. In this astonishing and riveting biography, Alison Weir's extensive research gives a new and detailed portrayal, in which she recounts that, contrary to popular belief, Mary was entirely undeserving of her posthumous notoriety as a great whore.
Die Geschichte des "Other Boleyn Girl" nur mit Fakten diesmal - oder ohne "alternative facts", wie man ja heutzutage so schön sagt.^^
Ich weiß nicht, ob es an meinem extremen Fangirl-Modus lag, oder an der Tatsache, dass ich Maggie Mash wirklich gerne zuhöre und/oder einfach daran lag, dass ich mit der Recherche, Quellenkritik und Darreichungsform wirklich sehr zufrieden war, aber ich habe das Buch tatsächlich 2x hintereinander weg gehört und fühlte mich sehr gut unterhalten und auch erleuchtet.

Die Lebensläufe der beiden Schwestern sind natürlich ein wenig schwierig auseinanderzuhalten, daher hört man hier vielleicht ein wenig mehr "Umgebungsgeräusche", als das bei Biographien oft der Fall ist, das soll aber keine Kritik sein. Man muss halt auch das ganze Bild irgendwo betrachten und eine geköpfte Königin ergibt einfach eine komfortablere Quellenbasis, als die Ex-Mätresse.

Insgesamt möchte ich gerne 4,5 von 5 Tudor-Rosen vergeben, denn mit wenigen "das hätte man aber mal hinterfragen können" Ausrutschern, hatte ich nicht wirklich was zu meckern. Und das wird bekanntlich schwieriger, je weiter das Fantum voran schreitet...;-)

2017-02-11

Ghostbusters 2.0

Der nächste Film aus der Feiertags-Nachhol-Bewegung und wieder einer, über den so viele Menschen, so viele böse Dinge gesagt haben, dass man schon Probleme hatte unvoreingenommen heran zu gehen.
Ich möchte jetzt mal die Fan Crybabies außen vor lassen, die einfach der Meinung sind, mit Frauen könnte man keine guten Filme machen und Helden hätten halt Männer zu sein. Dieses Rumgenöle ist so albern und offensichtlich antiquiert, dass man sich da überhaupt nicht zu äußern muss.
Aber selbst wenn man diese pubertären Auswüchse mal ignoriert, waren ja noch die "Warum brauchen wir denn von allem eine Neuauflage" und die "Nur Rassistische und Sexistische Klischees" Kritiker übrig und das nicht zu knapp.

Ich halte von "warum brauchen wir das eigentlich" als Argument nichts wie man weiß. Es stimmt, dass ich manchmal wünschte Filmemacher wären etwas mutiger wenn es darum geht "neue" Geschichten zu erzählen, anstatt auf Franchises zu setzen, bei denen der Titel allein vermutlich schon verkauft, egal ob das "Produkt" dann auch gut ist, oder nicht. Trotzdem kann man auch den Impuls verstehen alte Stoffe für ein neues Publikum vorzustellen - nicht alle Filme altern gut und nur die üblichen "früher war alles besser" Grummler gehen wohl davon aus, dass wir bis in alle Ewigkeit 40, 50, 100 Jahre alte Filme wertschätzen müssen, weil Neuferfilmung = Balsphemie. Elitarismus pur, danke, ohne mich.

Und was Klischees und Qualität angeht, habe ich es mir abgewöhnt mich auf andere zu verlassen, also musste man den neuen Ghostbusters einfach erstmal eine Chance geben.


Gesagt getan und ja, mir wäre es lieber gewesen der einzige schwarze Charakter wäre ein weniger plattes Klischee gewesen. Es ist in keeping mit der "Vorlage", aber wenn man schon was Neues macht, hätte man auch da eine Änderung verkraften können, no?
Ansonsten hielten sich die Gender-Witze in Grenzen von Chris Hemsworth Charakter mal abgesehen, aber wer hier die Ironie der Darstellung sexistischer Klischees nicht versteht, weiß vermutlich nicht wie man Ironie schreibt.
Ich persönlich habe ihn um seine Rolle ein wenig beneided, denn als Schauspieler hat man damit vermutlich den Spaß seines Lebens - man kann Eye Candy Dumpfbacke und Evil Genius gleichzeitig spielen und kriegt auch noch die Tanz-Abspann Szene?? Ich hätte das sofort gemacht und ich glaube er hatte uch Spaß dran.;-)

Was die "Wissenschaft" angeht, müssen wir darüber nicht viel sagen oder? Die alten Filme sind auch schon hahnebüchen, ich kann das einfach mal so hinnehmen.;-) Ansonsten schienen mir die Figuren logisch, die Effekte waren eben 2.0 und bis auf die Tatsache, dass man den Endgegner in die Eier schießt, war auch der dumme Slapstick Humor nicht so dominant, wie ich das bei Filmen mit Melissa McCarthy ansonsten voraussetze.

Kurzum: Die alten Filme gehören zu den Highlights meiner Jugend, nichts ändert daran was, aber die neuen Ghostbusters treten ganz schön in den Arsch und das gefällt mir auch.
Im Gegensatz zu vielen Menschen denke ich nicht, dass das eine das andere ausschließt und man sich für eine "Seite" entscheiden muss.

Ich vergebe daher einfach mal 4,5 von 5 Protonenpacks für einen unterhaltsamen Film, der den ganzen Hate War wirklich nicht verdient hat, wenn man sich ansieht was für Grütze sonst als "Blockbuster" durchgeht.

2017-02-04

Curtsies and Conspiracies

Ja, man mag es kaum glauben, aber manchmal komme ich auch noch dazu "echte" Bücher zu lesen - zumindest dann, wenn ich mich nicht gerade mit den letzten Geburtswehen einer Geschichte herumschlage und außer Sachbüchern nichts ertragen kann.;-)

Um die Tatsache zu feiern, dass mein Kopf jetzt für fiktionale Einflüsse von außen wieder aufnahmefähig ist, habe ich daher mal eine Serie weiterverfolgt, die ich vor ewigen Zeiten mal angefangen hatte - was sich als etwas schwierig erwies, denn den ersten Band hatte ich nicht mehr ganz so präsent...;-)

Zum Glück ist aber Finishing School keine Serie, die unter das Problem "Serielle Unfähigkeit" fällt, also war auch der zweite Band in sich abgeschlossen genug, als das man wieder reinfinden kann.;-)


Prinzipiellfindet man hier auch nicht viel Neues: Steampunk trifft Jane Austen, trifft Vampire und Werwölfe, teilweise in mir zu "ich kann total gut schreiben wie Leute aus der Regency" verklausulierter Sprache, mit teilweise etwas flach motivierten Figuren, aber immer noch (für mich) innovativ genug, als dass ich der Geschichte bis zum Ende folgen wollte.

Schade ist nur, dass sich die Autorin zu 80% Mühe mit den Innovationen ihrer Hintergrundwelt gegeben hat und nur noch 20% für die Figuren übrig geblieben ist. Es muss ja auch nicht immer das große Psychodrama sein, aber ein bißchen mehr als "2 Männer, eine Frau" hätte ich mir dann auch schon irgendwo gewünscht - es ist eine immer wieder funktionable Geschichte, das heißt aber nicht, dass man nicht auch mal was anderes machen könnte.;-)

Die 3,5 Taschentücher aus dem ersten Teil setzen sich also fort - nicht großartig, aber nett genug, dass ich die restlichen 2 Teile mal auf die Liste gesetzt habe.

2017-01-28

Nachholbedarf: Star Trek Beyond

Film Nummer 2 aus der Feiertagsrige war dann doch eher improvisiert - das mit den improvisierten Feiertagen erwähnte ich schon, nicht...? - denn eigentlich wäre ja der Neujahrs-Kinobesuch auf der Tagesordnung gewesen.
Da der Mann aber leider bei der Zeitung arbeitet und die leider auch an Feiertagen öffnen dürfen, fiel Neujahrskino diesmal ins Wasser. Kurzfristige Überlegungen statt dessen an Silvester das Kino der Wahl aufzusuchen scheiterten daran, dass scheinbar kein Mensch an Silvester ins Kino geht, das Programm also stark eingeschrumpft war (und ich hatte keine Lust auf schon wieder Star Wars, also war's wohl meine Schuld;-).

Ein bißchen Space Action gab's dann aber doch, und wieder ein Film weniger auf der Nachholbedarf Liste: Star Treck Beyond


Abgesehen davon, dass sich mir der Titel des Films nicht wirklich erschließt - vielleicht ein Fan-Ding? - mag ich ja bekanntlicherweise Szenarien, die darauf ausgelegt sind innerhalb der ersten 15Minuten schonmal alles in Schutt und Asche zu legen.;-)

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass wer auch immer diesen Film gemacht hat, bestimmt ein Mass Effect Fan ist - angefangen bei der eskalierenden Katastrophenkurve, über die Space Station, die aussieht wie die Citadel in Rund, bis hin zum dem Planeten mit den spitzen Felsen und den komischen runden Pollendingern in der Luft. Ich bin mir ziemlich sicher, ich bin da mit dem Mako schonmal rumgefahren und von irgendeinem Berg gefallen!
Ach ja, und der weibliche Commander in Yorktown? Die Stimme von Admiral Raan, scheinbar ist man einmal Admiral, immer Admiral.;-)

Das Design des Films macht eigentlich auch schon den größten Faszinationsfaktor aus, Yorktown sieht großartig aus und die Schwarmbewegungen der "Bienen" machen echt große Kino Bilder. Außerdem gefällt mir - bei aller wissenschaftlichen Unwahrscheinlichkeit - der Gedanke, dass man das Universum mit Rockmusik retten kann. Ich mochte auch Iron Man 2, remember?;-)

Ich ziehe trotzdem einen Punkt ab, weil Kraal als Bösewicht micht echt schwer enttäuscht hat. Bei allem dummem Rumgepose mit langen schwarzen Mänteln, Khan war ein echt fieser Typ mit einer echten Backstory. Und was folgt darauf? Ein Pseudo-Zombie, der Frieden personally offensive findet, weil er als Soldat nur Krieg gelernt hat. Ähm ja. Nein. Sorry, das ist mir zu dünn.
Auch mit dem goldenen Gummipunkt für die Tatsache, dass Kirk immer noch nicht das Mädchen kriegt, bleibt der Film damit - leider! - für mich hinter den ersten beiden zurück, denn große Bilder reichen mir da irgendwie nicht. Ich mochte Iron Man 2, aber ich sage nicht, dass es ein großartiger Film war.;-)

4 von 5 Dronen kann ich mir aber trotzdem abringen, denn ich habe mich doch gut unterhalten gefühlt und mein übliches "der Bösewicht ist doof" Gejammer ist ja inzwischen auch epidemisch.;-)

2017-01-21

Winterwunderland

Wo wir gerade dabei sind die Vorweihnachts- und Feiertagszeit nachzuarbeiten, fehlt ja auch noch der "Winter" Beitrag zum Gassi-Geh-Kalender 2016, n'est pas?

 Frisch aus dem frostigen Dezember habe ich daher die Winter-Wunderland Impressionen aus dem Aachener Wald mitgebracht - allerdings kann meine Handy Kamera leider nicht annährend einfangen wie Sonnenlicht auf Eiskristallen glitzert, die jedes einzelne Blatt und jeden Zweig überziehen...man muss leider dabei gewesen sein...;-)

Hoffen wir mal auf ein wenig weniger matsch und ein bißchen mehr Winter, bis es wieder Zeit für Tulpen ist!:-)

2017-01-14

Nachholbedarf: Deadpool

Feiertagzeit war in diesem - bzw. im letzten Jahr;-) - vor allem Kinofilm Nachhol Zeit, von daher müssen wir in den nächsten Wochen so einige Rezis durchnudeln, die da noch aufgelaufen sind.
Das Problem mit Filmen - man konsumiert sie viel schneller als ein Buch oder gar ein Spiel, aber der Blogeintrag dauert genauso lange...;-)

Um mal reinzufinden, fangen wir doch mit was lustigem an: Deadpool oder auch - der Film, über den so viele Leute so viele böse Dinge gesagt haben, dass ich am Ende etwas entäuscht war.;-)

Nein, mal im Ernst, es hieß überall "haltet Kinder fern", "exessive Gewaltdarstellung", "ständiges, übelstes Gefluche", "unerträgliche Brutalität", blablabla...und dann habe ich diesen Film gesehen und die ganze Zeit quasi nur darauf gewartet, dass jetzt aber doch gleich irgendwann irgendwas passieren muss, dass diese ganzen "Warning Offensive!" Reaktionen irgendwie rechtfertigt. Und es passiert...öhm naja nichts eigentlich.

Ok, geflucht wird viel, aber fuck und shit waren jetzt so das schlimmste und selbst das kommt nicht annährend an In Bruge ran. Und die Gewaltdarstellung? Die Anfangsszene ist wohl eher over the top slapsticky gedacht und danach wird irgendwann mal ein Böser mit dem abgetrennten Kopf eines anderen Bösen abgeschossen - an schlimmere "Exzesse" erinnere ich mich jetzt nicht und Tarantino würde da nur müde lächeln.
Bleibt also festzuhalten: Ja, der Film ist nicht passend für Menschen, die einen Saubermann-Marvel-Superheldenfilm erwartet haben. Was auch schon auf dem Etikett steht. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, dann muss man sich nicht so offended aufführen.;-)

Ansonsten mag ich (manchmal) Protagonisten, die mit der 4. Wand spielen und der Film macht das eigentlich sehr charmant. Ich ziehe nur einen ganz subjektiven Punkt dafür ab, dass Ryan Reynolds auch nach seiner furchtbaren "Entstellung" irgendwie ziemlich normal aussieht - Help, he is slightly unattractive, ruuuuunnnn!! war schon beim Phantom der OperFilm irgendwie albern und wird hier nicht besser dadurch, dass eine leichte Skin Condition in meiner Welt in keinster Weise rechtfertigt, die angebliche Liebe seines Lebens JAHRElang glauben zu lassen er hätte sie verlassen und wäre gestorben. Damit diese Geschichte funktioniert, muss man seinen Partner eigentlich für ziemlich oberflächlich halten und/oder ein massives Selbstwertproblem haben. Beim Phantom ist das so. Bei Deadpool...hmmm lernen wir dazu nichts, also erklärt es sich nicht. Großes Nope.

Bleiben aber immerhin noch 4 von 5 Kugeln übrig, also genug für mindestens 12 Schergen.;-)

2017-01-07

Nachtrag: Adventbasteln 2016

Zu meinen improvisierten Feiertagen 2016 gehört irgendwie auch, dass sich der vorweihnachtliche Bastelexzess erst spontan und kurzfristig einstellte...

Aber auch was kurz währt, kann ja noch gut werden, daher teile ich kurz die Weihnachtssterne 2016 - Weihnachten ist ja schließlich jedes Jahr, kann man also alles in 2017 auch noch wiederholen. ;-)



Und wie man unten sehen kann, passen Sterne einfach zu allem - zum Buchgeschenk als Lesezeichen und als Geschenk- und Baumanhänger zu allem anderen auch.:-)

2016-12-31

Berühmte letzte Worte 2016


Was lange währt und so, aber bis Mitternacht ist ja noch etwas hin, hier also just in time, der Jahresrückblick 2016!:-)
 
Vorherrschendes Gefühl für 2017?
Eine Mischung aus Motivation und Müdigkeit - ja klingt komisch, ist aber so.;-) 2016 war das Jahr der "Dinge, die erledigt wurden", viele Termine, viele wichtige abgehakte To Do Listen, aber auch viel Terminstress, viele Sorgen und Gedanken, mentale und körperliche Energie, die in alle möglichen Richtungen fließen musste. Mit diesem Rückblick kommt die Motivation "was jetzt noch übrig ist, schaffen wir auch noch", aber auch die, ich sage mal, rechtschaffende Erschöpfung dass es danach bitte wieder etwas ruhiger werden darf an der "langweilige Dinge, um die man sich als Erwachsener leider kümmern muss" Front.;-)

2016 zum ersten Mal getan?
Das ist so das Problem wenn zu viele langweilige Erwachsenendinge zu erledigen sind, oder? Kreative und andere Abenteuer bleiben auf der Strecke. *sfz* Ich vergebe den Punkt mal an meine Fantasy Karte - sowas habe ich (zumindest in digitaler Form) noch nie vorher ausprobiert und bin immer noch ein ganz klein wenig stolz drauf. Merkt man kaum, oder?;-)

2016 nach langer Zeit wieder getan?
Gassi gehen! Viele bestehen ja darauf, dass es Katzen-Menschen und Hunde-Menschen gibt, aber ich bin ganz froh, dass wir uns diesem Trend widersetzen. Wenn man eine schnurrende Wärmflasche braucht, ist keine Katze super, aber am Strand spazieren gehen, kann man eben mit dem Hund besser.;-)

2016 leider nicht getan?
Irgendwie auch ein wiederkehrendes Thema: Elysion rechtzeitig fertig bekommen, als das ich das Weihnachtsgeschäft noch hätte mitnehmen können.;-) Ich versuche das aber wie bei den B(r)uchstücken schon positiv zu sehen - die 2-3 Monate, die ich länger gebraucht habe, als geplant, um den Text fertig zu stellen, sind in viele kleine und große Änderungen geflossen, die hoffentlich am Ende eine bessere Geschichte ergeben. Es dauert eben solange wie es dauert.:-)

(Un)wort des Jahres?
Post-Faktisch. Ja, ich weiß was es meint und nein, mir fällt auch kein besseres, nicht-konfrontationales Wort dafür ein, aber manchmal möchte ich einfach mal auf Non-Konfrontation scheißen und es "Dummheit" oder "Flasch aber Lauter als Du" nennen, das käme dem eigentlichen Problem näher.

Allgemeinzustand?
Es gibt ja Menschen, die denken genug Bewegung an frischer Luft heilt so ziemlich alles von Depressionen bis Krebs - das ist natürlich großer Mumpitz, aber ich muss sagen das mit dem flauschigen Personal-Trainer funktioniert schon auch irgendwie. Gut, dafür musste ich mir orthopädische Einlagen machen lassen, weil meine Knie die 10km Laufen zusätzlich pro Woche echt schmerzhaft übel genommen haben, aber man kann nicht alles haben.;-)
Trotz diesem kleinen Return of the Zipperlein kann ich mich im Großen und Ganzen nicht beschweren.

 
Partys?
In einem Jahr, dass mit langweiligen Erwachsenendingen vollgestopft war, sind die großen Parties leider sehr zu kurz gekommen. Dafür gab es allerdings viele kleine, gemütliche Abende, Pizza auf der Terasse, Feierabend Bier und/oder Sushi und gemeinsames Gassi Gehen (bei Kälte, Sturm, Hitzegewitter und brennender Sonne, man hat von allem was;-). Und natürlich ein sehr stimmungsvolles Halloween, das wollen wir mal nicht vergessen!:-)

Haare länger oder kürzer?
Kürzer! Man glaubt es kaum, aber zu den vielen "Dingen, die erledigt wurden" gehörte auch einen neuen Friseur zu finden und endlich, endlich, endlich mal wieder sowas wie eine Frisur zu haben (und nicht nur Haare;-). Der erste Termin war daher quasi eine katharsische Erfahrung, über die Hälfte des Kopfgemüses musste weichen und durfte auch nicht mehr in der Form zurückwachsen.
Warum? Weil es mir irgendwann komisch vorkam, so viel Zeit und Mühe in die Maintenance von langen Haaren zu investieren, die in den Längen so angegriffen waren, dass ich sie eigentlich nur noch 24/7 im Zopf tragen konnte. Und wenn man den ganzen Tag mit streng zurückgebundenen Haaren rumläuft, warum sind sie dann lang?


Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Kurzsichtiger tatsächlich, aber ein weiteres Ding, das erledigt wurde - beim Optiker des Vertrauens eine neue Brille gekauft und den Mann gleich beschwatzt sich auch eine zu gönnen. 3 Stunden Familien-Sehhilfen-Shopping, warum auch nicht?;-)

Mehr Kohle oder weniger?
Gleichbleibend, aber irgendwie wird die Liste von Dingen, die ich noch anschaffen will nicht kürzer...;-)

Mehr ausgegeben oder weniger?
Neue Heizung, neue Fenster, neues Gästezimmer, neue Hundekörbchen, neues Sofa...soll ich weitermachen...?;-)

Mehr bewegt oder weniger?
Tja schwierig zu sagen - meine "geplanten" Workouts sind ziemlich zusammengeschrumpft, was daran liegt, dass ich zwar morgens immer noch meine 15Min dafür frei halte, aber trainieren nach DVD wird quasi unmöglich, wenn man sich seine Trainingsmatte mit einer dicken Bulldogge teilen muss, die ab und zu zwischendurch einfach mal gekrault werden muss/will.;-)
Und nachmittags nach 7 Stunden Arbeit und 1-2Std Gassi Gehen nochmal Yoga? Auch eher nicht...
An diesem Punkt will ich noch arbeiten, denn 1 oder 2x Yoga in der Woche fände mein Rücken bestimmt gut, aber noch fehlt mir der Time-Slot wo es hinpassen könnte. Vielleicht wenn die Hundeschule absolviert ist...;-)

Film des Jahres?
An der Stelle hatte ich ja letztes Jahr gemutmaßt, dass wir mal über Star Wars sprechen könnten, aber auch wenn ich Thomas Recht gebe und schon aus Prinzip nicht auf diese ganzen "Brauchten wir den Film jetzt wirklich" Mumpitz einsteigen will, war ders dann einfach doch nicht. Space Action ok, aber mein Film des Jahres geht an Inside Out, weil es der einzige Film ist, an den ich wirklich oft und gerne zurück gedacht habe in diesem Jahr und der zweite Platz geht rein subjektiv an Guardians of the Galaxy - auch Space Action aber witziger.;-)


Buch des Jahres?
Geht in diesem jahr mal wieder an ein Sachbuch, Marie Antoinette - the Journey. Eines der wenigen Sachbücher, die ich ausgelesen, umgedreht und wieder von vorne angefangen habe. Sogar bei fiction passiert mir das eher selten.;-)
Wobei mir dabei auffällt, dass die fiction im Hörbuch Bereich in diesem Jahr quasi nicht stattgefunden hat...jetzt wo das Papierbaby Elysion gewindelt und auf dem Weg ist, müssen wir das mal wieder ändern, aber bis dahin vergebe ich den goldenen Gummipunkt an Mozart, weils dann trotz aller wissenschaftlichen Einwände, doch sehr amüsant war.;-)

Erkenntnis des Jahres?
Es dauert so lange, wie es dauert. Lässt sich in vielen verschiedenen Varianten durchspielen und ist immer wahr.;-)

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ach immer diese Frage, keine Ahnung! In dem Jahr, in dem Dinge erledigt wurden, hatte ich nicht wirklich die Zeit großartige Bastelorgien zu veranstalten. Ich einige mich daher mit mir selbst darauf, dass ich viel Zeit verschenkt habe, was wertvoller wird, ja weniger man davon hat. Und ein bißchen Nostalgie Basteln gab's ja auch noch.;-)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Hmmm schwierig, ich habe wir jedes Jahr viele schöne Dinge geschenkt bekommen... Ich vergebe den Punkt 2016 mal an die überraschendsten Geschenke, die ich bekommen habe: Ein Schimpf- und ein Fiese Sprüche Malbuch. Übrigens unabhängig voneinander und in keinerlei Verbindung Ich fluche eigentlich nicht so viel, aber vielleicht wollen mir Familie & Freunde damit ja mitteilen, dass ich das mal öfter tun sollte, so der emotionalen Körperpflege wegen?;-)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Hmm gerade fällt mir da kein einzelner Satz ein, der herausstechen würde, aber ich habe viele anregende Gespräche mit meinen Betas geführt, die mich alle hocherfreut haben - von Diskussionen zu Einsatzfähigkeiten und anatomischen Eigenheiten von Echsenschwänzen bis zu für und wider von Lawinen war alles dabei und ich bin im Endergebnis sehr dankbar für jede Anmerkung gewesen. :-)

Die größte Enttäuschung?
Trotz unserer besten Bemühungen hat es unser kleiner Russenkater bisher noch nicht wieder nach hause geschafft. Die Ungewissheit ist das potentielle Schicksal jeder Freigänger Katze, aber trotzdem verhindert das nicht, dass Traurigkeit bis Wut manchmal noch hochkommen, je nachdem welches Szenario sich gerade so ausmalt.

Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Das mit dem flauschigen Personal Trainer erwähnte ich schon, no? ;-)


Vorsatz fürs neue Jahr?
Entspannen, Loslassen, Atmen, Kreativ werden. In der Reihenfolge.

2016 war mit einem Wort?
Anstrengend. Im positiven wie negativen Sinn.;-)

So damit wäre das Jahr auch schon wieder gebührend verabschiedet. Ich wünsche ein angenehmes Fressgelage 2.0 und einen Guten Rutsch!

2016-12-24

Fröhliche Fress... ähm Feiertage! ;-)


Irgendwann im Erwachsenenleben muss man sich von der Illusion verabschieden, dass man "um oder zwischen den Feiertagen ja noch XYZ erledigen kann". Meine Erkenntnis dazu erreichte mich glücklicherweise schon im Studium, nachdem ich mehrere Jahre hintereinander feststellte, dass die auf die Feiertage verschobenen Hausarbeiten am 6. Januar immer noch nicht geschrieben, die Notizen für die Klausur nicht einmal angefasst und der Putzeinmer immer noch vereinsamt waren. ;-)

Zwischen "den Tagen" findet also eigentlich nur eines statt: Absolutes Food-Koma. Und eigentlich ist das doch auch mal ganz nett, oder?
Zu meinem favoritisierten Loslassen-Programm gehört es deswegen seit Jahren einfach üüüüüberhaupte keine festen Pläne für die Zeit zwischen den Fressgleagen von Weihnachten und Silvester zu machen. Das muss ja nicht heißen, dass man sich nicht trotzdem spontan zu irgendwas aufrafft, aber man muss eben nicht, wenn man lieber auf der Couch bleiben will und das ist schon mal ein gutes Gefühl!;-)

Die Blog-Posts zu Büchern, Filmen, Hörbüchern und dem All Yules Read - das sind viele Bücher, vielleicht machen wir das in mehreren Etappen...;-) - bleiben daher erstmal auf Halde liegen, auch wenn ich nächste Woche sicherlich die Berühmten letzten Worte zustande bringen werde. Traditionen müssen ja gewahrt bleiben.;-)

Bis dahin erfreue ich euch einfach mit A.'s hübschen Eindrücken von unserem Spaziergang über den Weihnachtsmarkt & wünsche erfolgreiche Fressgelage und entspanntes Uitbuiken danach!

2016-12-17

All Yules Read 2016


In diesem Jahr habe ich es nicht wirklich geschafft etwas zum All Hallows Read beizutragen, was sich nahtlos in meine Improvisierten Feiertage in diesem Jahr einpasst.;-)

Als ich allerdings letztlich in komplettem Grinch-Raaaa-kein Bock auf Weihnachtsbläch-Modus durch die Gegend lief - ja, so geht das meinstens Anfang Dezember, also kommt mir besser nicht schon im November mit "ahhh ich habe schon aaaalleee meine Weihnachtsgeschenke", wenn ihr mir nicht seriously auf die Eier gehen wollt;-) - kam mir die Idee in diesem Jahr einfach meinen eigenen All Yules Read zu veranstalten und einfach mal nur und ausschließlich Bücher zu verschenken.

Eigentlich tue ich sowas nicht, weil ich selber auch in der Hinsicht schwer zu beschenken bin, aber in diesem Fall geht es mir weniger darum Bücher für andere Menschen zu finden, sondern die Hauptidee ist eigentlich eher Bücher zu verschenken, die mir aus verschiedenen Gründen viel bedeuten, oder die mich seit langem begleiten.
Natürlich habe ich trotzdem schon darauf geachtet, dass sie dem angedachten Adressaten auch gefallen könnten. ;-) Aber selbst wenn nicht, wäre es immer noch ein Teil von mir, den ich weitergebe, das macht es leichter, denn selbst wenn dem Beschenkten das Buch überhaupt nicht gefällt, oder er/sie es vielleicht sogar schon hat, wird diese Aussage dadurch nicht geschmälert - ich will mit dem Geschenk etwas über mich erzählen und quasi ein Stück meiner Geschichte in Form einer Geschichte jemand anderem schenken.

Ich hoffe natürlich trotzdem, dass den Beschenkten ihre Bücher gefallen werden, ich habe mir in jedem Fall auch etwas dabei gedacht, aber das erzähle ich dann in einem anderen Post, nach Weihachten!;-)

2016-12-10

Ostsee Feeling und neues Jahr

Ich hatte noch versprochen Ostsee An- und Einsichten nachzuliefern und auch wenn es schon fast wieder Zeit für die nächsten Ferien ist, will ich dem dann doch noch nachkommen. ;-)

An sich gibt es von Urlaub am Meer eigentlich nur das übliche zu berichten: Meine Seele tut einfach weh, wenn ich zu lange keine Wellen gesehen habe. Was das angeht, also ein einfacher und vorhersehbarer Erfolg!;-)

Es lohnt sich aber vielleicht darauf hinzuweisen, dass Herbsturlaub an der Lübecker Bucht wettertechnisch zu empfehlen ist - bisher waren wir ja zu selber Zeit meistens Insel-gebunden auf Fehmarn, aber es hat schon auch etwas Schönes an sich, wenn man nicht gaaaaanz so abgeschieden ist.
So kann man zum Beispiel mal nach Lübeck - eine Stadt, die mir schon wengen Marzipan symphatisch ist, aber ansonsten durchaus Charme hat - und einen neuen Turm der "Aussichts-Liste" hinzufügen. Sogar mit Aufzug diesmal, also keine Panikattacken auf schmalen Mittelalter-Treppen - fast schon langweilig.;-)





Außerdem ist der Herbst weiterhin meine liebste Jahreszeit, bunte Blätter und Wasser passen einfach so gut zusammen und das Licht ist einfach schön. :-)



Und dann musste natürlich unser Hund auch noch das Meer kennen lernen...sie ist eine große Bezwingerin der Wellen. ;-P




Nur einen Vorsatz konnte ich nicht erfüllen - einen Plan fassen fürs neue Jahr. Wie man ja vielleicht weiß, ist Neujahr vor diversen Kalenderreformen eigentlich mal im November gewesen, damit man sich während der dunkelsten Tage neue Vorhaben für die lichteren Monate überlegen kann. Das war auch mein Plan für die Einkehr am Meer - aber die entsprechende Inspiration wollte sich nicht wirklich einstellen. Vielleicht hätte hier die Insel-Abgeschiedenheit doch geholfen, aber eventuell braucht mein Hirn auch einfach noch ein wenig Pause, um wieder mit kreativen Ideen um sich zu werfen.
Momentan ist das große Vorhaben daher einfach mal loszulassen - irgendwie war das letzte Jahr großteilig volgestopft mit Dingen, die zu erledigen waren, um die man sich Gedanken machen musste, die organisiert werden mussten, durchgeprügelt oder aufgegeben, nicht funktioniert haben oder verloren gegangen sind. Vielleicht ist es also einfach mal an der Zeit durchzuatmen und sich wieder Grund-Optimismus und Sorglosigkeit anzugewöhnen, die man in solchen Zeiten schnell mal verliert - und dazu zumindest ist so ein Wellenrauschen genau der richtige Sountrack! :-)

Weitere Ansichten von Strand, Meer und Knautschnase gibt es hier. :-)

2016-12-03

Licht Countdown 2016

Irgendwie entwickeln sich die Feiertage 2016 zum Improvisationsfestival, denn nicht nur hat mich natürlich mal wieder der Advent im November kalt erwischt, nein, ich hatte tatsächlich sogar einen Plan, aber erinnert mich bitte daran nie nie nie niemals wieder an einem Vorweihnachtssamstag in die Innenstadt zu gehen, in der Hoffnung da noch irgendwas spontan auf die Reihe zu kriegen.^^

Ich bin ja sowieso schon unlustig mein Haus zum Einkaufen vor irgendwas zu verlassen, aber Vorweihnachts-Shopping triggert - so wie das Aquis Plaza an jedem Tag übrigens - innerhalb kürzester Zeit alle meine Fluchtmechanismen. Es mag ja sein, dass ich viel Alt-Karton produziere durch Online Shopping, aber ich werde trotzdem lieber die Recycling Queen, als mich dem regelmäßig auszusetzen, ist besser für mein Allgemeinbefinden. ;-)

Anyway, der Plan war jedenfalls die Quadratur des Kreises! Statt einem normalen Adventkranz - oder in unserem Unchristlichen Haushalt einen Sonnenwend-Countdown-Kranz ;-) - wollte ich einen eckigen, am liebsten rechteckigen Teller mit Kerzenhaltern kaufen, der dann die nächsten Jahre über immer wieder mit neuen Tannenzweigen und Dekokram beworfen werden kann.
Eine günstige, Recyclingarme, Haustiersichere Variante, wie mir schien.

Tja und dann war irgendwie schon Advent im November und die Menschenmassen in der Innenstadt haben es innerhalb von unter 2 Minuten geschafft mir jegliche Lust zu vergällen diesen Plan noch spontan umzusetzen. Hmpf. Es ist trotzdem eine gute Idee, ich werde mich das Jahr über mal darum kümmern!;-)

Für den Licht-Rückkehr-Countdown 2016 musste ich aber dann Samstag Spätnachmittags noch eine Lösung finden und so auf eine Variante zurückgreifen, die ich schon ewig nicht mehr bemühen musste: Pimp my Fertigweihnachtskranz...oh well.

Zum Glück war das "Rohmaterial" ganz brauchbar - rot-weiß passend zum Wohnzimmer geht ja auch immer gut - und so musste ich nur das komische Ast-mit-Kunst-Schimmel-Ding (hinterm Schneemann, sah für mich aus, wie die Häufchen von unserem Hund, wenn man 2 Wochen vergisst sie vom Rasen aufzusammeln^^) abmontieren und ein bißchen Deko ergänzen.


Ich will nicht sagen, dass ich 100% zufrieden bin, dazu wars mir dann doch alles etwas übers Knie gebrochen, aber es wird schon gehen.
In diesem Sinne einen schönen Licht-Countdown 2016!;-)

2016-11-26

Listening to: Julius Caesar

Ich gebe zu, ich wollte mal wieder irgendwas außerhalb meiner 3 Lieblingsthemen zur Kenntnis nehmen.;-)
Wie man sich vielleicht noch erinnert, habe und hatte ich große Freude an der Hörbuch-Biographie von Cleopatra, also dachte ich, vielleicht sollte man mal die "Gegenseite" zur Kenntnis nehmen. So kam ich dann zu Julius Caesar von J.F.C. Fuller (so viele Anfangsinitialen...;-)


Since the Renaissance, Julius Caesar has been idolized as a superman. There is no doubt that Caesar was an extraordinary man. But as General Fuller points out, Caesar was more extraordinary for his reckless ambition, matchless daring, and ruthless tyranny than for his skills as a military commander. Caesar continually had to extricate himself from the results of mistaken judgments. His unpremeditated Gallic conquest was just one of Fuller's many examples. In telling Caesar's history, Fuller illuminates a century of Roman history as well, bringing to life Caesar's wars, his armies, his equipment, and his methods. Brilliant in design and impressive in scope, Julius Caesar clarifies how the military, political, and economic aspects of the Roman Republic worked together to produce a man whose name has come down to us as a synonym for absolute authority.
Gut, zugegeben, das Buch ist von 1965, also vermutlich nicht mehr so richtig der Stand der Forschung, aber ich fand den Untertitel irgendwie plakativ, aber reizvoll.;-)
Leider muss ich aber gestehen, dass ich mit der "römischen Perspektive" nicht wirklich warm geworden bin, was allerdings am Schwerpunkt des Themas liegen kann - wenn man einen General über einen anderen General schreiben lässt, kommt halt sehr viel Militärisches Bla dabei heraus, für das ich mich beim besten Willen nicht begeistern kann...ich habe halt auch von Krieg und Frieden nur den Friedensteil gelesen, die Schlachtenbeschreibungen habe ich übersprungen.;-)

Einfach mal was überspringen, ist natürlich schwieriger im Hörbuch, weswegen ich zugeben muss, dass ich Streckenweise ein wenig unaufmerksam war - was aber nicht heißen soll, dass die Passagen, die ich zur Kenntnis genommen habe, nicht gut recherchiert, oder belegt waren! Es war halt nur nicht so mein Themenschwerpunkt.;-)

Ich würde das Buch also Leuten ans Herz legen, die für Militärgeschichte, Strategie und so weiter ein wenig empfänglicher sind - was Quellen und Sachkenntnis angeht, ist man hier mit Sicherheit richtig.
Ich vergebe daher für historische Kompetenz 4 Punkte und lasse meinen subjektiven Abzug einfach mal als persönliche Marotte stehen - ist ja mein Blog zum Glück.;-)

2016-11-19

Wolf Hall

Ich gebe zu, einer der vielen Gründe, warum ich The Creation of Anne Boleyn so mochte, war, dass ich mit der Autorin meine fast schon pathologische Abneigung für Philippa Gregory teile, deren Bücher und Interviews mich als Historiker und Autor auf so viele verschiedene Arten und Weisen beleidigen, dass ich darüber lieber den gnädigen Mantel des Schweigens breite, sonst kommen nur wieder 5000 Zeilen Groll dabei heraus.;-)

Im Gegensatz dazu bin ich allerdings bereit Dingen eine Chance zu geben, von denen man mir an gleicher Stelle positiv berichtet - siehe dazu Anne of a Thousand Days, ein Film dessen Charme sich mir dann im 2. Versuch doch irgendwie erschlossen hat.
Und so komme ich zu Wolf Hall, denn entgegen vorschneller Einschätzungen geht es mir in der Bewertung von historischer Fiktion nicht so sehr darum, ob oder nicht sie historische Figuren, die ich mag, irgendwie positiv darstellt oder nicht, sondern ob sie mir plausibel erscheint.
Das ist natürlich ein schmaler Grad und auch der Grund warum ich bisher nie versucht war irgendwas historisches über reale Personen zu schreiben - entweder man kennt sich mit den historischen Fakten gut aus, dann wird aber evt. ein langweiliges Info-Dump Buch daraus (siehe The Lady Elisabeth) oder man kennt sich mit den historischen Plausibilitäten so gar nicht aus (oder findet sie zu langweilig, kompliziert, was auch immer), dann wird ein furchtbar schlechtes Buch daraus, siehe alles was Ms Gregory je geschrieben hat. Beides kann nicht der Sinn der Übung sein, also lasse ich es lieber.;-)

Kommen wir aber zum eigentlichen Thema, nämlich der historischen Darstellung von Hilary Mantel:
A magisterial new novel that takes us behind the scenes during one of the most formative periods in English history: the reign of Henry VIII. Wolf Hall is told mainly through the eyes of Thomas Cromwell, a self-made man who rose from a blacksmith's son in Putney to be the most powerful man in England after the king. The cast also includes Cardinal Wolsey, Thomas More, Anne Boleyn and Henry's other wives - and, of course, King Henry himself. It was a time when a half-made society was making itself with great passion and suffering and courage; a time when those involved in the art of the possible were servants to masters only interested in glorious gestures; a time when the very idea of social progress, and of a better world, was fresh, alien and threatening. It was a time of men who weren't like us, but who were creating us.
Tatsächlich ist es so, dass die Darstellung der Anne Boleyn bei Ms Mantel mit einiger Berechtigung als "unsymphatisch" gelten kann - das fällt aber weniger schwer ins Gewicht, weil so ziemlich alle anderen Personen des Cast, inklusive des personalen Erzählers Tom Cromwell auch recht unsymphatisch sind.;-)
Das an sich macht das Buch aber nicht weniger lesenswert, denn - und hier kommen wir zur ewigen Vorrede zurück - die Figuren wirken trotzdem plausibel innerhalb der bekannten "Story".
Ich musste mich erst ein wenig an den Schreibstil gewöhnen - am Anfang des Buches hatte ich irgendwann das Gefühl ein Drei-Wort-Satz war eher die überschwengliche Ausnahme.;-)

Wenn man in den Steno-Stil allerdings einmal reingefunden hat - was sich bei 500Seiten wenigstens lohnt;-) -  ist er allerdings ganz reizvoll, durchsetzt mit so einigen Bildern, die mein Autoren-Ich sehr erfreut haben. In einigen Abschnitten hätte ich mir allerdings doch ein wenig mehr Ausschmückung gewünscht, was mich zu einem völlig subjektiven halben Punktabzug bringt.

Mit 4,5 von 5 Tudor-Rosen ist das Buch allerdings als historischer Schmöker mit einigermaßen plausibler - was nicht heißen soll einzig wahrer - Geschichtsinterpretation sehr zu empfehlen. Den Nachfolger Bring Up the Bodies habe ich schon bei Audible vorgemerkt. Mal sehen, ob der Steno-Stil sich vielleicht besser hört als liest.;-)

2016-11-12

Kartographie für Dummies

Ich weiß, eigentlich wollte ich noch Ostsee Fotos posten, aber wie das immer so ist, sind noch nicht alle gesichtet, aussortiert, nachbearbeitet und hochgeladen, also liefere ich mal ein anderes Thema nach, das schon ewig aussteht: Die letzte "Hürde" für Elysion, auch bekannt als "Die Karte" *hier bitte dramatischen Akkord einfügen*

Man erinnert sich ja vielleicht noch daran, dass ich nicht zeichnen kann - das hat mich natürlich nicht davon abgehalten eine furchtbar bunte, nicht immer Maßstabsgetreue Karte zu fabrizieren, um mich zu orientieren. Das ist fein und schön, brachte mir aber für den ganzen Layout Vorgang mal so gar nichts.;-)
Also habe ich lange versucht herauszufinden, ob es nicht aus dem Rollenspiel Bereich eine Software für arme Tropfe wie mich gibt, die gerne eine Karte zeichnen wollen, ohne zeichnen zu können. Die Antwort auf diese Frage ist natürlich: Ja gibt es, aber...

Das Aber in diesem Fall bezog sich auf die Tatsache, dass die Freeware Softwares (macht man davon einen Plural...? Naja egal) sehr eingeschränkt waren - ok um einen Dungeon für ein P&P Abenteuer zu skizzieren, aber nicht geeignet für das was ich wollte. Natürlich gibt es auch Softwares, die die Full Tolkien Mode Karten zeichnen können, aber die kosten dann wieder was und nach allem was ich so gelesen habe, brauchen die meisten auch einiges an Einarbeitungszeit, bis man damit wirklich hochwertige Ergebnisse erzielt.
Weder soviel Geld auszugeben, noch soviel Zeit zu investieren, kam mir nachhalting sinnvoll vor - ich wollte ja erstmal nur eine Karte für eine Geschichte zeichnen, kein Rollenspiel Regelwerk bebildern...

Schließlich und endlich habe ich mich damit abgefunden, dass es wohl Photoshop sein muss - auch eine Software, in die man sich aufwendiger einarbeiten kann und evt muss, aber immerhin habe ich damit schonmal angefangen für die Cover.
Außerdem hatte ich von T. ein Zeichentablett zum Geburtstag bekommen und auch wenn die Software mit Win10 nicht ganz so kompatibel war, wollte ich das dann doch einfach mal ausprobieren - wie gesagt, die Tatsache, dass ich nicht zeichnen kann, hält mich nie völlig davon ab es zu versuchen.;-)

Und dann fand ich im Theater der Wahrheit (aka youtube;-) genau das Tutorial für mich: Eine Anleitung zum Karten zeichnen für Menschen, die weder Zeichnen noch gut mit Photoshop umgehen können. Das war genau mein Ding, Baby!;-)
Ich binde mal den ersten Teil unten ein, wenn man sich ein wenig an den 5 Teilen entlang hangelt, kann man tatsächlich Dinge fabrizieren, die einigermaßen ok aussehen.



Jeder Profi Designer wird sich darüber vermutlich kamputt lachen, aber bis ich reich und berühmt bin und mir Full Tolkien Mode Zeichner leisten kann, bin ich ziemlich stolz auf meinen Selbstversuch. Beim Self-Publishing lernt man halt doch immer wieder was Neues!
Hier geht es übrigens zu den Brushes, die ich benutzt habe, ein sehr hübsches Set gerade für "Berge".;-)



Nun muss "nur" noch die letzte Textversion fertig werden und dann...tja dann weiß ich noch nicht, aber dazu vielleicht demnächst mehr!:-)

2016-11-05

Fundus-Wühlen, vergebliche Haftcreme und All Hallows Read. Oder: Halloween 2016

In diesem Jahr war Halloween ausahmsweise mal eine ziemlich übers Knie gebrochene Affäre, aus dem einfachen Grund, dass wir zu sehr damit beschäftigt waren Herbstluft an der Ostsee zu schnuppern, da blieb wenig Zeit ein Kostüm vorzubereiten.;-)

Ich weiche also an dieser Stelle ein wenig von der Chronologie der Ereignisse ab, spare mir meine Strand&Meer Fotos auf und schiebe kurz die Fotostory zu meinem verunglückten Vampir-Kostüm ein.
Der Vampir an sich ist natürlich ein sehr dankbares Kostüm, weil man entsprechende Geschichten in jede Epoche und Umstand transferieren kann - ich hatte zwischendurch überlegt das Supernatural Outfit wiederzubeleben, oder den Kimono wieder auszupacken.;-)
Aber eigentlich war das mit den Fangzähnen hauptsächlich inpsiriert durch die Tatsache, dass wir in diesem Jahr eine etwas andere Art von All Hallows Read in der Groteque Bar geplant hatten - ein Abend mit Lesungen von Vampirgeschichten in Jahrhundertwende Dekor. Wenn da das Mina Harker Outfit nicht passend ist, wo sonst?!;-)

Im Fundus kam dann "irgendwas das viktorianisch aussieht in schwarz" auch relativ schnell zusammen. Man nehme ein schwarzes Oberteil und den "weichen" Reifrock Ersatz (übrigens zusammen mit der Kleiderpuppe die besten 30€ Anschaffungen, die ich je getätigt habe;-), drapiere dazu den schwarzen Rock von meinem Böse Stiefmutter Kostüm und die Jacke vom Pride & Prejudice Kleid und setze dem ganzen dann noch den Steampunk Zylinder auf, schon hat man was, mit dem man auf die Straße gehen kann - auch wenn man mit der Schleppe aufpassen muss, Leute heutzutage haben verlernt auf sowas Rücksicht zu nehmen.;-P



Soweit so unkompliziert!
Als einzige mögliche Vorbereitung hatte ich mir außerdem ein paar Vampirzähnchen und rote Kontaktlinsen von Amazon nach Hause liefern lassen, während wir noch im Urlaub waren.
Mit den Kontaktlinsen war ich auch sehr zufrieden - lange sollte man sie immer nicht tragen, erfahrungsgemäß, aber für eine Party passt das schon. Wenn man außerdem von Natur aus eher blässlich ist, ist das Vampir Outfit wieder eine ausnehmend gute Wahl - einfach Make-Up wie üblich, nur in 3facher Menge auftragen und schon ist man fertig gepudert und sieht angemessen ungesund aus!;-D
Dann noch ein paar kleine Accessoires ausgraben und schon könnte es eigentlich losgehen, wenn die blöden Zähne nicht gewesen wären...
Nach Packungsanweisung hätte man das beigelegte Thermoplastik schmelzen müssen - schon das hat mein Badezimmer ziemlich versaut - und dann eine quasi Protese daraus formen. Die Anleitung verriet mit leider nicht, wie ich es schaffen soll zwei Plastikzahnhülsen gleichzeitig an meine Zähne zu drücken und gleichzeitig noch eine Brücke zu kleben, die hinter meinen Zähnen entlanglaufen soll und das alles in 2min, länger war das scheiß Plastik nicht warm zu halten.
Außer einem kompletten Chaos im Bad und einem komplett ruinierten Nagellack (natürlich klebt so ein zeug überall wo es nicht soll bombenfest^^) war also nichts zu machen. Ich kaufte dann noch spontan beim Supermarkt um die Ecke die erste Tube Haftcreme meines Lebens, aber außer einem ekligen Belag auf den Zähnen, hatte ich davon auch nichts.
Da war es fast ein Wink des Schicksals, dass sich einer der dummen Zähne irgendwann in den Abfluss verabschiedet hat, dann konnte ich diesen Krampf wenigstens guten Gewissens abbrechen.;-)

Mein Miss Mina Kostüm muss also unvollendet bleiben - wobei in der literarischen Vorlage auch keine Zähnchen erwähnt werden, nehmen wir es also nicht als Versagen, sondern als Treue zur Literatur!
Und es passte gut zum Dekor der Bar, was will man also mehr??;-)


2016-10-29

The Undead & Philosophy

Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erzählt habe, aber ich habe hauptsächlich deswegen einen MA in Philosophie (zweites Nebenfach, aber immerhin;-), weil ich in meinem ersten Semster noch zu überfordert war, um Studienordnungen zu verstehen und mir deshalb am Schreibtisch der netten Mitarbeiterin, die meine Immatrikulation entgegen nehmen wollte ein zweites Nebenfach quasi aus der Luft ziehen musste. Philosophie war meine beste Abi-Note und Voila schon hatte ich ein zweites Nebenfach - das ich dann übrigens im Gegensatz zu Haupt- und Erstem Nebenfach nicht schon nach 2 Wochen wieder gewechselt habe. Irgendwie dachte ich aber auch in meinem ersten Semester noch Germanistik studieren wäre was für mich während ich darauf warte ein Bestseller-Autor zu werden. Hm ja.;-)

Wie dem auch sei, jedenfalls habe ich bis heute ab und zu ein wenig Spaß am Philosophieren an sich und vor allem daran die Hirnwindungen ein wenig auf Dinge anzusetzen, die man im "klassischen" Sinne da nicht findet - mein Lieblingsthema an der Uni war Technik-Ethik und heutzutage erfreue ich mich geradezu diebisch an der Popwissenschaftlichen Serie, XXX and Philosohpy, in der sich namhafte und ernsthafte Akademiker mit Popkulturthemen beschäftigen.

Die Simpsons hatten wir schon und unterm Weihnachtsbaum (jaja, der To Read Stapel mal wieder;-) lag dann selbst geschenkt das nächste, passend zur Jahreszeit und dem All Hallows Read: The Undead and Philosophy

Ich erwähnte schonmal, dass es nicht unbedingt einfach ist ein Multi-Autoren-Gesamtwerk eindeutig zu bewerten, aber ich möchte doch einen goldenen Sonderpunkt für den Untertitel vergeben. Wer auch immer sich die Untertitel für die ganze Serie ausdenkt, hat meine hochempfundene Wertschätzung, es gibt da noch so einige Geniestreiche, dazu dann mehr wenn ich die Bücher gelesen habe.;-)

Ich meine mich zu erinnern, dass ich einige Essays zu den Simpsons zu verwickelt und kompliziert fand - das zumindest passiert einem bei den Vampiren und Zombies nicht und ich glaube ich habe auch nur zwei Kapitel nicht zu Ende gelesen. In dem einen wollte mich die Autorin davon überzeugen, dass ich dringend Vegetarier werden muss, weil ich Vampire "böse" finde - beides haltlose Meinungen;-) - und das andere war von einem Freudianischen Psychoanalytiker geschrieben und soviele Penisvergleiche ertrage ich einfach nicht.^^

Trotzdem vergebe ich 4 von 5 Blutkonserven für ein Buch, das man sich zu Halloween eigentlich mal geben sollte.;-)

2016-10-22

Neue Farbe braucht die Küche

Ich habe erwähnt, dass ich Klebefolien mag, oder?
Und - ohne mich selber loeben zu wollen - den selbstverliehenen Titel Queen of Klebeband habe ich mir bei 35Grad in diesem Sommer wirklich verdient.;-)

Worum ging es?
Man erinnert sich vielleicht noch, dass unsere Alte Küche eine ziemliche Katastrophe war, als wir eingezogen sind? Eigentlich hatte ich angenommen, dass unsere damalige Klebeaktion mehr eine Überganglösung war und dass man (aka ich) sich irgendwann eine neue Küche würde leisten können...
Aber wie das so ist, Leben ist das was passiert während man andere Pläne macht, also ist aus meinem Küchenbudget eine neue Heizung, neue Fenster und ein neues Sofa geworden mit auf absehbare Zeit 0€ übrig für neue Schränke oder Tapeten.
Um mich darüber ein wenig hinwegzutrösten - und dem "Küchen-Dreckloch-Syndrom" entgegenzuwirken, das aus jedem Raum, in dem regelmäßig gekocht wird innerhalb von 5 Jahren eine ziemlich Abgeranzte Angelenheit machen kann - musste also zumindest eine neue Farbe her, damit die alten Schränke wenigstens neu aussehen.

Also musste mal wieder der Klebefolien Shop des Vertrauens (siehe alter Link) herhalten und eine neue Farbe anliefern. Dann "nur" noch Türen aushängen, fett und staubfei putzen, neu bekleben und wieder einhängen, "schon" fertig. Die "" gönne ich mir mal wegen der erwähnten 35Grad, aber verglichen mit dem Stress, den eine neue Küche macht, ist das immer noch ziemlich verkraftbar. 
Und die neue Farbe hat bisher den gewünschten Effekt - man beschrieb es mir als "frische Kombination". Das hört sich gut an!;-)
Und ein bißchen Retro-Charme hat es meiner Meinung nach auch noch. Und das Schönste? Wenn mir das Design in 5 Jahren wieder zum Hals raushängt und immer noch kein Geld da ist, kann ich mir immer wieder neue Klebefolien kaufen. Ich erwähnte, dass ich die mag, oder?;-)
 

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