2017-09-23

Serielle Unfähigkeit: Half-Bad

Ja, wer hier schon länger mitliest, wird es wissen: Serielle Unfähigkeit ist mein Disclaimer für "ich mochte dieses Buch nicht, aber ich glaube ich bin das Problem".;-)

Erstmal, dieser und der Nachfolger-Band wurden mir ausgeliehen mit dem Hinweis, dass der Empfehlende selbst ein paar Schwierigkeiten mit dem Buch hatte, aber dass es sich trotzdem am Ende gelohnt hat...das heißt jetzt entweder ich bin noch unfähiger den flawed content zu würdigen, oder die Dinge, die nicht ausgereift sind, stören mich einfach mehr, denn ich habe im 1. Buch viel weggeblättert und habe nicht vor das 2. überhaupt anzufangen.......im Zweifel bin ich unfähiger, das ist wahrscheinlich...;-)

Aber erstmal: Half-Bad, worum geht es?

He's half White Witch, half Black Witch.
His mother was a healer, his father is a killer.
He's been kept in a cage since he was fourteen.
But if White Witches are good and Black Witches are evil, what happens if you are both?
Wie immer, wenn es um irgendwas mit Evil Governments oder Magie geht, wird es natürlich gemarketed als "the new Hunger Games" (HELL NO!) oder "Harry Potter for grown-ups" (well if you must...) und beides ist kinda bullshit, aber Harry Potter macht schon ein bißchen mehr Sinn.

Wir sind in einer Welt, in der "witches" (steht hier für Männlein, Weiblein und alles dazwischen, warum nicht?) in einer Parallelwelt leben und ihre Existenz vor den "Normalos" geheim halten müssen. Außerdem ist das Ministry of Magic (hier Council of Witches, same shit different day) total restriktiv und irgendwie hauptsächlich damit beschäftigt die "wahren Zauberer" vom magischen RiffRaff zu trennen. Ja, wie bei Harry Potter, anscheinend macht dich Magie+Regierung automatisch zum faschistischen Arschloch, who'd have thought?
Ich bin so überhaupt nicht gegen Ideen Recycling, das ist gar nicht mein Punkt, aber ich wollte das mal erwähnen, weil es mir auffiel.;-)

Aber was war denn nun mein Problem?
Eigentlich waren 2:
1. Personal Tone
Ich stelle fest, dass der Personale 3rd Person Erzähler meine favorisierte Erzählstimme wird. Gerade habe ich ein ganzes Kapitel de-Ich-Erzählert, weil ich keine Ich-Erzähler mehr will, die Perspektive ist mir zu limitiert und ich kann nicht ständig zwischen Figuren und Locations hin und herspringen und who would want that??;-) Ich nenne es gerne die "Gaming-Perspektive", man fliegt halt so hinter dem Kopf der Hauptfigur her, aber man kann auch hinter einer anderen Figur herfliegen, wenn es sein muss.
Dieses Buch verfolgt diese Erzählperspektive, aber leider "klickt" der einzige Charakter, hinter dessen Kopf wir herfliegen, bei mir nicht. Ich finde ihn....teenagegy...langweilig und irgendwie nicht so richtig symphatisch, aber auch nicht unsymphatisch...irgendwie...egal.
Und das ist dann natürlich problematisch, denn wer will schon hinter einem Typen herlaufen, den man ungefähr so interessant findet, wie labberigen Toast? Und nein, seine "oh my god was ist meine Identität???" Krise hilft mir auch nicht wirklich, weil es mir zu teenagegy rübergebracht wird. Vielleicht bin ich einfach nicht die richtige Zielgruppe, wobei ich normalweise in der YA Fiction ganz gut aufgehoben bin...

2. World Building
Hier kommt das Harry Potter Ding nochmal zum tragen. Harry Potters Parallelwelt enthält Hogwarts, Geister, Magic Beasts, magische Terroristen UND ein restriktives, faschistisches Regime. Nathan bekommt Briefe vom Council und irgendwann tauchen ein paar Leute auf, um ihn einzufangen, ansonsten ist seine Parallelwelt ein ziemliches Wasteland. Es gibt genau eine andere magische Familie in seiner Umgebung und ab und zu kommen Kommunikationen von einer gesichtslosen Institution, außerdem hasst ihn seine Halbschwester. Hm. Das ist nicht sonderlich bunt und kickt meine Vorstellungskraft auch so gar nicht. Die einzigen Interessanten Begegnungen mit tatsächlich irgendwie interessant magisch Begabten (seinem Vater z.B.^^) sind so kurz und teilweise auch so...konfus?...dass es das für mich nicht rausreißt.

Ich kann nicht mal sagen was ich besser gemacht hätte, ich hätte vermutlich einfach ein ganz anderes Buch geschrieben.;-P

Summary: Not my piece of cake, aber wer es testen will, weil ihm die Prämisse gefällt, lasse sich bitte nicht abhalten!

2017-09-16

Warum eigentlich Self-Publishing? Eine leicht geklaute Argumentation.

Irgendwie befinde ich mich aus gegebenem Anlass mal wieder in den Unterhaltungen dazu wieder, warum ich es eigentlich noch nie bei einem "richtigen Verlag" "geschafft" habe - Disclaimer: Vorsicht Sarkasmus "" könnten inflationär zunehmen!;-) - oder auch warum ich es nicht "endlich mal versuche".
Vielleicht war es unvermeidlich, dass Elysion diese Fragen wieder aufwerfen würde, denn "Fantasy verkauft sich doch so toll, Verlage nehmen vermutlich alles was sie kriegen können".
Ich halte mich für ein well-balanced Individuum und werde daher einfach mal annehmen, dass damit gemeint ist: Dann müsste es doch einfach sein für eine wundervolle Geschichte wie deine. Und nicht: Dann müsste doch selbst für dich was drin sein.
Ich möchte nur darauf hinweisen, dass der Ausgangskommentar diese Interpretationstür weeeiiiit offen lässt.;-)

Und damit ich in Zukunft immer wieder auf diesen Artikel verweisen kann, klaue ich jetzt einfach mal den Vlog von Jenna und schreibe selber was dazu.


Generell muss man gar nicht soviele Einzelpunkte aufführen, denn eigentlich kocht es ein zu:
1. Control. I like it.
und
2. Authority. I mistrust it.;-)

Fangen wir mal an mit Punkt 2, weil es der Grund für Punkt 1 ist:
Ich mißtraue "Authorität". Aus Prinzip. Immer. Ohne Ausnahme. Man muss sich wirklich Mühe geben mir zu beweisen, dass man ein "Experte" in irgendetwas ist, bevor ich das sein lasse. Hat ein Hirnchirurg mehr Ahnung davon, wie man Operationen am lebenden Gehirn durchführt, als ich? Ohne jeden Zweifel!
Hat irgendein Lektor/Marketer/Publisher mehr Ahnung davon wie meine Geschichte sein sollte, oder wie man sie vermarktet....Hmmmm ich glaube nicht zwingend, nein.

Und das bringt uns nahtlos zu Punkt 1:
Ich will die Kontrolle über alles. Ich persönlich möchte bestimmen welche Kommentare, Verbesserungsvorschläge und Änderungen in mein Manuskript einfließen. Und ja, ich bin bereit die Konsequenzen zu tragen.
Ich hoffe, dass meine Betas und Kritikpartner bestätigen können, dass ich konstruktiver Kritik gegenüber völlig aufgeschlossen bin. Wenn es einen mir einsichtigen, validen Grund gibt einen Subplot, eine Szene oder auch eine Figur zu begraben, dann gut. Aber ich habe kein Vertrauen dazu, dass ein "hergelaufener" Lektor oder Marketer in einem Verlag bereit sein muss auf diese Art mit mir zusammen zu arbeiten.
Du denkst, dass sprechende Drachen dumm sind, weil sie niemand für wahrscheinlich halten wird? Find someone who cares, why don't you?
Du denkst, dass sich eine Fantasy Geschichte voller Frauen nicht verkaufen wird, oder als "Fantasy für Frauen" oder "Feministische Fantasy" gemarketed werden sollte, mit einem Glitzercover und Girls Night Events? Go AWAY!

Ehrlich, ich habe mir dieses Beispiel nicht aus den Fingern gesogen, das sind tatsächlich Dinge, die mir schon vorgeschlagen wurden. Ich bin eine Frau, meine Protagonistin ist eine Frau. Also sollte "Fantasy für Frauen" auf meinem Cover auftauchen? Ähm nein. Ich denke, du hast es vermutlich gut gemeint, aber der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten, also nein. Neinneinneinnein!
Man mag mir jetzt unterstellen, dass ich mich "anstelle", aber mich beleidigt diese Vorstellung...50% der Weltbevölkerung sind Frauen. In Elysion sind es evt. sogar 60%, weil Drachen=Weiblich (und sprechend, live with it). Also ja, es ist wahrscheinlich, dass 50-60% meiner Figuren Frauen sein werden. Das ist nicht "feministisch", das ist Realität, bitch.
Steht auf dem Herr der Ringe Cover irgendwo der Disclaimer "Fantasy für Männer", weil die Quote Männer-Frauen so schätzungweise 98 zu 2% ist? Dachte ich mir.^^

In Zusammenfassung:
Ich bin nicht bereit die Oberhohheit über iiiiiirgendeine essentielle Entscheidung die mein Manuskript oder mein Cover betreffen an iiiiiirgendwen zu delegieren. Ich verbringe Jahre meines Lebens mit diesem Zeug und niiiiiemand bekommt den Global-Control-Switch von mir.

Sollte es irgendwann mal einen "echten" Verlag geben (jetzt sind wir fast durch mit den Sarkasmus "";-), der damit leben kann. Wohoo. Fein. Ich beschwere mich sicher nicht über ein professionell gestaltetes Layout oder Cover und ein paar organisierte Promotion Events.

Aber wenn nicht? Who cares?
Wie Jenna so richtig sagt: Wenn du schreibst, weil du reich und berühmt werden willst, hast du eine furchtbar schlechte Entscheidung getroffen und solltest lieber ganz schnell bei irgendeiner Reality Show anheuern, das geht schneller.

Also ja, ich bin nicht zufällig beim Self-Publishing gelandet, weil mich niemand wollte, ich mache den Shit freiwillig selber und finde es super. Kein Mitleid notwendig.;-)

2017-09-09

On the Map

Ich hatte ja von meinen Do-it-yourself-Kartographie Erlebnissen berichtet.
Fakt ist aber, dass ich Karten und die Geschichte der Kartenerstellung immer schon irgendwie spannend fand. Im Studium habe ich mich mal freiwillig mit einem 2,5Std Referat rumgeschlagen zum "Mind Mapping", was in dem Fall das Phänomen beschreibt, dass man im 18.Jhd immer noch der Meinung war, ein Konflikt zwischen Polen und Russland sei ein "nordischer Krieg", weil es auf der inneren Landkarte der Menschen noch nicht angekommen war, dass beide Länder eigentlich eher östlich liegen. Diese Art von "Umkippen" einer inneren Orientierungsvorstellung hat bestimmt jeder schonmal erlebt, der sich verlaufen hat und plötzlich eine Karte zu sehen bekommt, aber dazu musste man damals ja erstmal eine erstellen, so bevor es GPS und Satelitenfotos gab.;-)


Maps fascinate us. They chart our understanding of the world and they log our progress, but above all they tell our stories. From the early sketches of philosophers and explorers through to Google Maps and beyond, Simon Garfield examines how maps both relate and realign our history. With a historical sweep ranging from Ptolemy to Twitter, Garfield explores the legendary, impassable (and non-existent) mountains of Kong, the role of cartography in combatting cholera, the 17th-century Dutch craze for Atlases, the Norse discovery of America, how a Venetian monk mapped the world from his cell and the Muppets' knack of instant map-travel. Along the way are pocket maps of dragons, Mars, murders and more, with plenty of illustrations and prints to signpost the route. From the bestselling and widely-adored author of Just My Type, On The Map is a witty and irrepressible examination of where we've been, how we got there and where we're going.
On the Map fängt genau da an, bei den ersten Straßenkarten für Truppenbewegungen oder Pilgerwege und hört dann irgendwann bei TomTom und Google Earth wieder auf. Zwischendurch lernt man so ziemlich alle wichtigen Karten kennen, von der Mappa Mundi, über die London Metro Map, bis zur Marauder's Map und den Landkarten, über die das Flugzeug von Indiana Jones fliegt.;-)
Außerdem kann man sich fragen warum eigentlich immer Drachen auf irgendwelchen blinden Kartenflecken auftauchen, warum mitteralterliche und neuzeitliche Copy-und-Paste Fehler dafür sorgen, dass Menschen von nicht existenten Kontinenten und Berghängen ausgehen und ob ein metergroßer Globus wirklich gut zur Inneneinrichtung passt.

Ich gebe zu, es ist ein spezielles Thema - ein weiteres Buch des Autors auf meiner Wunschliste befasst sich mit Schriftarten, dann wird's glaube ich wirklich geeky;-) - aber ich finde eigentlich es lohnt sich mal darüber nachzudenken wann wir uns welche Vorstellung der Welt gemacht haben. Eine Karte sagt ja auch immer etwas über ihren Zweck aus - und zumindest bei Google Earth ist die Diskussion dazu ja auch noch nicht zuende.

Ich habe mich jedenfalls die meiste Zeit sehr gut unterhalten gefühlt und das ist ja wohl jeden Tag 4 von 5 Tube-Tickets wert.;-)

2017-09-02

Elysion Clean-Up. Oder: Wie war das mit dem Prozess?

Ich glaube, ich habe es in letzter Zeit merhfach erwähnt, aber da ist dieses Buch, das ich geschrieben habe und man kann es jetzt im Laden kaufen, es ist fertig und ich bin nur ganz unwesentlich glücklich darüber. So ungefähr halbgares Sojaschnitzel auf LSD Modus oder so.;-)

Nun ist es Zeit für die dunkle Phase zwischen Ideen - ich bin (in meiner kreativen Existenz) bekanntlich nicht gut darin mehrere Dinge gleichzeitig zu verfolgen, es ist also so, dass ich noch keinen halbfertigen neuen Roman auf der Festplatte habe und mir jetzt was ausdenken muss bzw. darf.

Und während ich so herumsaß und Einflüsse aufsaugte, schickte mir Tine den Link zum Vlog von Jenna Morenci, die sich auf Videos mit Schreibtipps verlegt hat. Nun kennt man meine Einstellung zu Schreibtipps, aber andererseits liebe ich es zu hören wie andere Autoren arbeiten und so habe ich mir 3 Themen angeschaut, die für meine Nachreflektion zu Elysion und für ein potentielles neues Projekt wichtig sein könnten:

Elysion war, wenn man so will, mein erster "erwachsener" Roman - also das erste große Projekt, das ich angefangen und beendet habe seit dem Rosenfriedhof, an dessen Anfänge in meiner zum Glück vergessenen Teenagerzeit ich mich kaum noch erinnere. Das "Elfen und Drachen Ding" muss sich also irgendwie schon daran messen lassen was ich in den letzten 15 Jahren gelernt habe - but no pressure.;-)

Als solches "Neu-fund-land" habe ich natürlich auch viel über Arbeitsprozesse gelernt. Einiges wusste ich schon von den B(r)uchstücken, aber eine große zusammenhängende Geschichte entwickelt, schreibt und überarbeitet sich eben doch nochmal ganz anders als eine mehr oder minder zusammenhanglose Reihe von überschaubaren Kurzgeschichten.

Und somit kommen wir zu Punkt 1: Was haben wir aus der Geschichte gelernt?
Ich bin mit Jennas Eingaben zum Beta-Leser Prozess nicht an allen Stellen einverstanden, aber immerhin sind wir beide der Meinung, dass es ein es wichtiger Part des Prozesses ist. Das ist ja schon mal was.;-)
Die Aufgabe 20 oder mehr Leute mit seinem Kram zu belästigen und dann noch deren ganzes Feedback auszusortieren, kommt mir unnötig kompliziert vor. Zum einen will ich meine Freunde gerne behalten und nicht jeder liest gern, oder lässt sich gern vorschreiben was er wann zu lesen hat - daher hab ich's auch nicht so mit festen Deadlines, aber darüber könnte man evt. nochmal reden;-) - aber zum anderen brauche ich als Betas Menschen, die ich a) gut kenne, damit ich weiß wie wir am besten zusammen arbeiten und b) denen ich vertraue, denn ja, ich bin extremst paranoid und vertraue mein Work in Progress nicht jedem an.^^
Und außerdem: Was hat man am Ende von 20 divergierenden Meinungen? Sowas mag zielführend sein, wenn man es auf größtmögliche Mainstream-Tauglichkeit anlegt - woran ja nichts auszusetzen ist - aber mir wäre das zu anstrengend. Ich nehme die Eingaben meiner Betas ernst und denke über jeden Kritikpunkt ausführlich nach, bevor ich ihn annehme oder (und das kommt auch vor, nur nicht so sehr im Vlog^^) ihn verwerfe, weil ich der Meinung bin, das mein Ding mir besser gefällt. Mein Baby, meine Entscheidung.;-)
Ich bin allerdings interessiert bis erleuchtet von der Unterscheidung zwischen Betas, Kritikpartnern und Lektoren, die alle einen anderen Fokus haben und haben sollten. Dieser Prozess hat sich für Elysion mehr oder minder automatisch eingestellt dadurch dass die Beta im Laufenden Schreibprozess "nebenherlief", die Textliche Neufassung danach kam (als durch meine fleißigen Betas alle groben Schnitzer schon raus waren;-) und das Lektorat natürlich zum Schluss, wobei ich gestehen muss, dass ich hier noch einige Änderungen nachträglich eintragen musste, weil das zeitlich alles nicht so hinkam wie gedacht...sollte nicht passieren, weiß ich, aber ich hoffe es war geringfügig genug, dass es nicht weiter auffällt...

Für mein nächstes Projekt würde ich versuchen diese Abfolge noch feinzutunen, von meinen Betas wesentlich weniger Kleinarbeit zu verlangen und ein umfangreicheres Questionaire anzulegen - ich denke dann liest es sich auch angenehmer, wenn man sich auf die großen Zusammenhänge konzentrieren kann...) - und die Kritikarbeit wirklich komplett abzuschließen bevor das Ding ins Lektorat geht.

Vielleicht muss ich auch an meinem Self-Editing ein wenig mehr arbeiten, damit andere nicht soviel Arbeit damit haben.
Ich könnte zwar nie einfach mal 5 Kapitel - oder auch ein ganzes Buch^^ - schreiben, ohne zwischendurch mal zu überarbeiten (meistens lese ich das letzte Kapitel oder die letzte Szene nochmal drüber, um "reinzukommen", bevor ich irgendwas Neues mache), aber ich fürchte, ich bin schon sehr ein "Fuck It Autor"... Vielleicht zu sehr, irgendwann hab' ich einfach so keine Lust mehr auf Überarbeiten, damit ich endlich mal fertig werde, dass es vielleicht dem Projekt nicht so ganz gut tut...Asche auf mein Haupt ich gelobe Besserung!;-)

Punkt 2: Und was bringt das jetzt?
Akkut erstmal natürlich nicht so viel, bis der nächste Plot soweit ist, dass man an irgendwas wie Überarbeiten oder Betas auch nur denken kann, wird es noch dauern, aber zum Glück gibt es auch da ein hilfreiches Vlog: Wie man sein nächstes Projekt findet.;-)

Ich denke in meines Fall ist die Entscheidung gelaufen und sie ist - lustigerweise - wieder in ein Genre gefallen, das ich eigentlich nicht gerne lese. Soviel also zu "Schreib was du gern liest" - klappt bei mir nicht, obschon ich zugeben muss, dass sowohl im Fantasy, als auch im Supernatural Thriller/Crime Bereich (ja, kryptischer Hint *muahahaa*) schon eine Motivation war, Dinge mal anders zu machen. Hat ja vermutlich einen Grund warum man manche Bücher einfach nicht gerne liest, no?;-)

Die Eingabe man möge doch bitte nicht schreiben was man gerne schreibt, sondern was man gerne liest, muss ich also hier ein wenig beiseite schieben - wobei ich glaube, dass das auch wieder mal einer von diesen Schreibtipps ist, die einfach viel zu missverständlich verallgemeinert sind.
Natürlich sollte man unnötige oder wenig zielführende Dinge aus seiner Story streichen, auch wenn man sie unheimlich gerne schreiben würde oder sie unheimlich toll findet (es sei denn man findet eine Möglichkeit das abzuändern und irgendwie was Relevantes einzubauen, auch schon vorgekommen;-), aber wenn mans wörtlich nimmt, müsste ich hauptsächlich Geschichts-Sachbücher schreiben, die lese ich nämmlich am liebsten. Und das ist natürlich bullshit, genau wie dieses "Schreib was du kennst" auch nicht meint, dass man nur über den Alltag einer Lehrerin schreiben sollte, wenn man zufällig Lehrerin ist, aber das wird ja auch immer falsch verstanden. *sfz*
Aber hey was solls, ich habe ein neues Mind-Baby gefunden und langsam stellt sich auch die entsprechende Begeisterung ein - am Anfang kann man ja vor lauter Plotlöchern den Wald immer nicht sehen...;-)

Wie man Inspiration aus sich selbst schöpft, geht mir meistens auch ein bißchen ab, ich sauge in der Ideen-Findungs-Phase eigentlich lieber Eindrücke auf. Das ist so die Phase in der ich Filme, Bücher, Serien konsumiere, die ich noch nicht kenne, während ich in der Abschlussphase eines Projekts neue Eindrücke meistens nur ganz schlecht ertragen kann.
Und ich sehe mir Dokus an. Viele, viele Dokus. Es hilft natürlich, wenn man kaum ein Thema wirklich uninteressant findet, aber wieviele Ideen ich schon aus Dokus gezogen habe, die zufällig grade im Fernsehen liefen, ist echt erstaunlich.
Die Welt ist ziemlich voll von weird shit, das braucht man sich gar nicht auszudenken.;-)

Und wenn das kein gutes Wort vom Sonntag ist, weiß ich auch nicht...
Demnächst dann irgendwann wieder Zwischenstände. Exiting!;-)

2017-08-26

Listening to: Winter King

Das mit der Inspirationssuche ist ja so eine Sache. Bisher hatte ich ja bekanntlich bei den Büchern, die ich mir einfach mal so zur Ideengenerierung runtergeladen hatte, wenig Glück, auch wenn interessante Geschichtchen dabei waren.
In meinem letzten Fangirl-Auswuchs dagegen waren gleich mehrere spannende Ansätze versteckt, die allerdings alle eher fürs Fantasy-Geschichts-Recycling geeignet sind und von daher auf eine eventuelle Fortsetzung von Elysion warten müssen. Aber immerhin.;-)

Aber worum geht es denn nun im Winter King? Ein Tipp: Winter is coming, ist hier nicht gemeint.;-)

A fresh look at the endlessly fascinating Tudors - the dramatic and overlooked story of Henry VII and his founding of the Tudor Dynasty - filled with spies, plots, counter-plots, and an uneasy royal succession to Henry VIII.
Near the turn of the sixteenth century, England had been ravaged for decades by conspiracy and civil war. Henry Tudor clambered to the top of the heap, a fugitive with a flimsy claim to England's crown who managed to win the throne and stay on it for 24 years. Although he built palaces, hosted magnificent jousts, and sent ambassadors across Europe, for many Henry VII remained a false king. But he had a crucial asset: his family - the queen and their children, the living embodiment of his hoped-for dynasty. Now, in what would be the crowning glory of his reign, his elder son would marry a great Spanish princess.
Thomas Penn re-creates an England that is both familiar and very strange - a country medieval yet modern, in which honor and chivalry mingle with espionage, realpolitik, high finance, and corruption. It is the story of the transformation of a young, vulnerable boy, Prince Henry, into the aggressive teenager who would become Henry VIII, and of Catherine of Aragon, his future queen, as well as of Henry VII - controlling, avaricious, paranoid, with Machiavellian charm and will to power.
Tatsächlich wußte ich bisher über Heinrich 7 relativ wenig, außer eben Bosworth Field, Richard III, mein Königreich für ein Pferd, Blabla was man eben so mal gehört hat.
Die "Vorgeschichte" zu Heinrich 8 war tatsächlich spannender als gedacht, vor allem weil es mich ungemein fasziniert, dass in den langen, langen, langen Jahren dieser Regierungszeit viele Dinge passieren, die erst viel später interessant oder relevant werden.

Ich denke, man kann hier auch seine Freude an Machiavellianischem Intrigen- und Königtum finden, wenn man mit Team Tudor sonst nichts am Hut hat, manchmal kamen mir die Zeitsprünge allerdings etwas krass vor. Mehr als ein halbes Pünktchen würde ich dafür aber nicht abziehen wollen - es war ja auch eine lange Zeit zu "besprechen" - also sind 4,5 von 5 Tudor-Rosen ja gar nicht verkehrt.

2017-08-19

The Hanging Tree

Ich hatte ja angekündigt, dass Finishing School nicht die einzige Serie ist, deren letztes verfügbares Installment ich noch auf meinem To Read Stapel hatte, also kommen wir gleich mal zu Buch Nummer 6 aus der Rivers of London Reihe: The Hanging Tree

Suspicious deaths are not usually the concern of PC Peter Grant or the Folly, even when they happen at an exclusive party in one of the most expensive apartment blocks in London. But Lady Ty's daughter was there, and Peter owes Lady Ty a favour.
Plunged into the alien world of the super-rich, where the basements are bigger than the house and dangerous, arcane items are bought and sold on the open market, a sensible young copper would keep his head down and his nose clean. But this is Peter Grant we're talking about.
He's been given an unparalleled opportunity to alienate old friends and create new enemies at the point where the world of magic and that of privilege intersect. Assuming he survives the week . . .
Meine Serielle Unfähigkeit bezieht sich ja glücklicherweise nicht auf Bücher, die in sich eine abgeschlossene Story erzählen, wobei das nach 6 Büchern einer Reihe langsam schwierig wird - zumindest hatte ich oft keine Ahnung wovon die Rede ist, wenn wieder auftauchende Nebenfiguren und "weißt du noch damals" Momente aufploppten, dazu habe ich vermutlich die anderen Bücher der Reihe nicht mehr präsent genug, aber das ist ja nicht der Autor Schuld.;-)

Ansonsten gefällt mir die Erzählstruktur und Grundprämisse der Serie weiterhin, der Hauptcharakter geht mir manchmal auf die Nerven, aber ist wenigstens konsequent erzählt und die ständigen Ausweicher in moderne Polizeitaktik sind mir manchmal ein wenig viel, werden aber wenigstens mit Charme und Selbstironie vorgetragen. Und Leuten, die über sich selbst Witze machen können, höre ich immer gerne zu, sogar wenn sie fiktional sind.;-)

Mein einziger wunder Punkt an der ganzen Geschichte - wobei hier der übergreifende Storyarch gemeint ist - ist allerdings, dass nach sehr langer Vorrede, mich der Showdown etwas unterwältigt zurückgelassen hat, weil dann plötzlich alles sehr schnell ging und dann gab's plötzlich keine weiteren Seiten mehr und viele, viele offene Fragen und lose Enden.
Das an sich wäre ja noch nicht das Schlimmste, aber soweit ich recherchieren konnte, hat noch niemand eine Ahnung wann Band 7 und/oder Band 8 erscheinen könnten, alles was ich herausfinden konnte, war, dass es jetzt einen (neuen) Verlagsvertrag für die beiden Bücher gibt, was erstmal ziemlich wenig heißt...

Für eine interessante Entwicklung und nette Nebenfiguren vergebe ich daher mal 4 von 5 Partyschirmchen und darf mich jetzt fragen wie lange es wohl dauert, bis die ganzen losen Erzählstränge mal aufgesammelt werden. Ich hoffe der Autor hat einen Plan...;-)

2017-08-12

Reparieren, Restaurieren Teil 1

Unser Kleinhund und ich sind gerade gut darin die Wohnung zu demolieren- er, weil seine neuen Zähne ihn zwicken und er daher jedes billige Holz- oder Plastikteil in der Wohnung systematisch mit Zahnabdrücken "verziert". Ich, weil ich einfach verpeilt bin und manchmal statt dem Febreeze die "niemals unter keinen Umständen bleichen" Sofakissen mit Chlorbleiche einsprühe, weil ich die grade noch in der anderen Hand hatte...

Zum Glück konnte man das Sofakissen umdrehen und die ausgebleichten Stellen nach unten drehen, aber für manche anderen unserer Ausfälle gibt es leider keine ganz so einfache Lösung. Ich habe daher ein paar Reparatur- und Restaurierungsprojekte aufgemacht und mal mit dem nächst-einfacheren angefangen: Billige, angefressene Kommodenknöpfe durch hochwertigere aus Keramik oder Edelstahl ersetzen.

Bei Ikea Möbeln ist das meistens besonders einfach, weil die natürlich alle schön genormt sind was Lochweiten usw angeht, aber auch andere Schränke lassen sich so bestimmt aufhübschen, man muss nur evt etwas länger suchen, bis man etwas passendes findet - wobei Schrankknöpfe statt Griffe sind Bohrloch-Abstand-unabhängig, wenn sonst gar nichts geht.

Vielleicht ist unser Hund einfach ein kleiner Snob, der uns auf die billigen Ausführungen aufmerksam machen wollte, denn ich muss schon sagen, mit Keramik- und Metallgriffen sehen die billigen Kommoden gleich irgendwie viel schicker aus....;-)

Das wars schon für die Kommode in der Küche. Die Flurkommode hatte allerdings auch damit zu "kämpfen", dass ich mal unseren Werkzeugkasten drübergezogen habe, was 2 seeeehr unschöne Kratzer im weißen Funier hinterlassen hat. Mit weißem Edding ausbessern hat leider nicht annährend so gut geklappt wie schwarzes Funier mit schwarz abzudecken, daher habe ich hier zu Template Lösung Nummer 2 gegriffen: Klebeband. Bzw in dem Fall Klebe-Tattoo, eigentlich für die Wand gedacht, aber wen stört das schon.
Ich wollte erst was in Silber oder Schwarz machen, so als Kontrastfarbe, aber bin im Nachhinein sehr froh mich für die weiß-auf-weiß Variante entschieden zu haben. Die Maße passen zur Platte und das Motiv wurde nach Großflächigkeit (schönes Wort...) ausgesucht.
Deckt die Kratzer nicht ganz ab, aber lenkt erfolgreich den Blick davon ab (der Schraubenzieher zeigt auf die noch "sichtbaren" Stellen) und sieht eigentlich Ton in Ton edler aus als gedacht.:-)

Dann gab's Geburtstagsgeld und davon nach einer kurzfristigen Eingebung endlich mal ein paar von den "Todesstern" Lampen, die ich bei Ikea immer schon wollte.
Schon sieht der Flur schonmal wieder stylisch aus. Den etwas mehr mitgenommenen (und nicht Ikea) Wohnzimmerschrank muss ich dann demnächst mal mit einer größeren Palette Farbe und Werkzeug bearbeiten. Fotos folgen. :-)

2017-08-02

Schamlose Eigenwerbung 2017: Elysion ist da!

Die Seitenleiste hat es eventuell schon verraten: Es ist Zeit für schamlose Eigenwerbung, denn endlich, endlich, endlich ist Elysion im Druck!!! :-)

Ich glaube das waren die längsten 3 Wochen meines Lebens - wie man am Erscheinungsdatum im Shop sehen kann, habe ich schon Mitte Juli (am 12. um genau zu sein...^^) die Druckfahne und das fertige Cover hochgeladen, aber es hat tatsächlich bis heute gedauert, bis mein erstes gedrucktes Exemplar endlich in meiner Hand war.
Und ich weiß nicht, wie es anderen Autoren so geht, aber bis ich das Ding nicht in den Fingern habe, glaube ich nicht wirklich daran, dass alles gut gegangen ist...
Ich hatte in der Zwischenzeit sogar schon Alpträume, in denen im Druck etwas so furchtbar schief gegangen war, dass ein anderes Buch zur Hälfte "untergemischt" worden war, oder alle Kapitelüberschriften verschoben waren...
Ich gebe zu, das hatte auch damit zu tun, dass die letzten Layout Tage einfach ätzend waren - meine ellenlange Open Office Datei war so zerschossen durch copy und paste, dass ich das Programm ungefähr 4 Tage lang nicht mehr schließen konnte, weil sonst immer wieder irgendwelche Grafikelemente verschwunden oder Leerseiten eingefügt waren. Der Horror...
Und ja, mir ist bewußt, dass ich das selber Schuld bin und OO keine geeignete Software ist, vielen Dank, man spare sich die Schadenfreude und habe etwas Mitleid mit dem emotionalen Stress des Autors, der nach 3,5 Jahren sein Baby endlich gedruckt sehen will!;-)

Das Druckergebnis jedenfalls sieht (wie ich finde) sehr gut aus! Die Matt-Auführung des Covers dämpft etwas die Farben, aber wirkt irgendwie "tiefer" als das reine Foto und ich habe mir sogar gegönnt die Karte in bunt drucken zu lassen...nach der ganzen Arbeit sahen die Graustufen so traurig aus...;-)


Und da ein Buch auch (oder vor allem?) im Self-Publishing nicht ohne viel Hilfe entsteht, ist es natürlich höchste Zeit sich nochmal bei meinen Beta-Lesern und Helfern zu bedanken!
Das Impressum gibt schonmal einen Eindruck davon wieviel Hilfe ich hatte...man kann sich glücklich schätzen und das tue ich auch!:-)

© 2017 Manuela Sonntag
Coverdesign: Manuela Sonntag, C. Schuhmann
Korrektorat: J. Dietrichs, E. Presse, M. & O. Schönen, C. Schuhmann
Lektorat: Thomas Michalski
Herstellung und Verlag:
BoD – Books on Demand, Norderstedt

Da das "Personenaufkommen" im Impressum schon so groß war, habe ich darauf verzichtet die Internetquellen aufzuführen, die mir bei der Kartenerstellung geholfen haben, aber auch hier möchte ich nochmal auf die großartigen Tutorial Videos und die schönen Photoshop Extensions von Jessica Khoury und calthyechild hinweisen!
Genaueres findet ihr im How To Post zur Karte.:-)


Ich hoffe jedenfalls, dass sich all die Arbeit gelohnt hat - ich bin mit der letzten Textversion sehr zufrieden und mal gespannt was mein Korrektorat dazu sagt, der Unterschied zu Version 1 ist doch ziemlich groß...:-)

Alles in allem ist es immer ein großartiges Gefühl ein neues Buch ins Regal zu stellen - vor allem wenn man das nur so selten tut...;-) - und jetzt muss ich dringend mal drüber nachdenken was als nächstes kommt.

Bis dahin wünsche ich viel Spaß mit dem "Elfen und Drachen Ding" (Arbeitstitel)!!!;-)


2017-07-30

Fantastic Beasts and Where to Find Them

Ich weiß nicht, ob ich es schonmal erwähnt habe, aber aus den Harry Potter Verfilmungen bin ich in Teil 5 ausgestiegen, weil es mir seltsam vorkam einen ziemlich hektischen, schlecht gepacten Film zu drehen, in dem nicht einmal erwähnt wird, was die blöde Prophezeiung eigentlich tut - aber wen interessiert auch warum Sauron deinen Einen Ring haben will, Hauptsache wir haben die dunkelhäutige Darstellering von Lavender Brown noch schnell gefeuert, damit Ron einen weißen Love Interest haben darf (und komme mir jetzt keiner damit, das wäre keine Absicht gewesen).^^

Wie dem auch sei, es sind nicht alle Verfilmungen gelungen und mache verhunsten Ver-Filmungen werden nicht mal ein guter Film Nach Motiven Von, das mag man im Fall von HP jetzt als persönliches Werturteil begreifen, das ich niemandem aufdrängen will, der die Filme mochte (ich mochte auch der 5. Buch nicht wirklich, vielleicht lags also doch an Harry;-).
Fakt und Zweck der langen Vorrede ist daher: Ich wollte nichts filmiges mit Harry Potter mehr wahrnehmen.
Daher hat es auch ein wenig gendauert, bis ich mich von diversen Trailern davon habe überzeugen lassen, dass Fantastic Beasts nichts, wirklich gar nichts, mit den ursprünglichen Filmen zu tun hat. Den Hauptausschlag dem Film eine Chance zu geben, hat allerdings gegeben, dass ich die 20er Jahre Ästhetik immer schon mochte, egal ob mit oder ohne Zauberer.;-)


Ich habe mal ausnahmsweise keinen Honest Trailer verlinkt, weil ich ihn auch in diesem Fall wieder zu hart argumentiert fand...ja es gibt definitiv Kritikpunkte, wie z.B.
- Wie kann man behaupten die Viecher in dem Koffer wären harmlos, wenn man ständig damit beschäftigt ist sie wieder einzufangen, bevor sie noch mehr kauptt machen?
- Warum kann man keinen Viecher-sicheren Koffer zaubern?
- Warum funktioniert Accio immer dann nicht, wenn es aus dramatischen Gründen notwendig ist, dass irgendwer beim Werfen ganz doll zielen muss?

Alle diese Punkte haben aber mit der Grundprämisse zu tun: Magie in die Realität einzubauen ist verdammt schwierig. Ich weiß das aus eigener Erfahrung.;-)
Es ist zwingend notwenig magischem Can-Do irgendwo strenge Grenzen zu setzen, denn sonst hat man es mit lauter Halbgott-Figuren zu tun, die alle Probleme mit einem Fingerschnippen lösen können. Und das ist? Laaaaaangweilig!;-)
Ich verstehe also das Prinzip, kann aber den Einwand nachvollziehen, dass die Grenzen, die man hier dem Can-Do gesetzt hat, teilweise etwas willkürlich und merkwürdig wirken.

Meine Kritikpunkte an FB sind daher andere, nämlich 1) es ist ein Prolog Film zu einer Reihe und die sind meistens voll von Exposition und haben selten eine überzeugende Spannungskurve und 2) daraus ergibt sich, dass 2 scheinbar gleichberechtigte Handlungsstränge nebeneinander herlaufen - der Exposition-Strang, der sich mit dem Einfangen der Viecher beschäftigt und uns den Hauptcharakter schmackhaft machen soll, aber eigentlich 0 mit dem 2. Strang zu tun hat, der uns die neue Dunkle Bedrohung aufzeigen soll.

Das führt leider dazu, dass beides für mich ein wenig zu kurz kommt, der Hauptcharakter bleibt ein murmelnder Nerd, der Muggle ist die einzige wirklich witzige Figur und die beiden Mädels bleiben so ein wenig in ihren Stadt- und Landmaus Klischees stecken.
Die Dunkle Bedrohung währenddessen soll von Menschen wie der amerikanischen Präsidentin eingedämmt werden, deren größtes Achievement es zu sein scheint nutzlos restirktive Authorität auszustrahlen. Zitat: Warum haben Sie uns nicht schon vor 24 Stunden von dieser Bedrohung erzählt?
Woraufhin meine Antwort als weibliche Hauptfigur gewesen wäre:
Weil du mich vor 24 Stunden mit völlig hirnloser Arroganz aus deinem Büro geworfen hast, als ich dir davon erzählen wollte.
Leider wird es danach nicht besser, auch wenn ich es schade finde, dass Colin Farell nicht weiterhin den Bösewicht spielen kann. So wird nur wieder eine weitere Variante des Verrückten Hutmachers draus und das braucht inzwischen keiner mehr, oder?

Ich mag Prolog Filme nicht sonderlich, sogar der erste LotR ist mir zu langatmig, daher sollte man das im Hinterkopf behalten, wenn man meine 2,5 von 5 Glühwürmchen als Bewertung liest, just in case, dass man mit Einleitungen nicht so viel Probleme hat, dann kann man den Film vielleicht mehr wertschätzen.;-)

2017-07-22

Manners & Muntiny (The End of Finishing School)

Wenn man unter seriellen Unfähigkeit leidet, ist es immer wieder nett zwischendurch auch mal die eine oder andere zu finden, die ohne ewig langatmige Plots und Telefonbuchdicke Castlisten auskommt - und deren Bücher in sich zumindest soweit abgeschlossen sind, dass man sich nicht die Kugel geben will, wenn das eine Buch zuende ist, bevor der Postbote das nächste gebracht hat.;-)

Trotzdem muss ich zugeben, auf Manners & Mutiny war ich unheimlich neugierig, ich finde es heutzutage fast schon innovativ, wenn man seine Serien innerhalb von 3 oder 4 Büchern zuende bringt, die nächste Serie, die noch ansteht macht es da leider anders...aber dazu dann mehr wenn es soweit ist. Bis dahin - worum geht es? Außer um die richtige Auswahl von farblich passenden Bonnets und Ribbons.;-)

If one must flirt...flirt with danger.

Lessons in the art of espionage aboard Mademoiselle Geraldine's floating dirigible have become tedious without Sophronia's sweet sootie Soap nearby. She would much rather be using her skills to thwart the dastardly Picklemen, yet her concerns about their wicked intentions are ignored, and now she's not sure whom to trust. What does the brusque werewolf dewan know? On whose side is the ever-stylish vampire Lord Akeldama? Only one thing is certain: a large-scale plot is under way, and when it comes to fruition, Sophronia must be ready to save her friends, her school, and all of London from disaster--in decidedly dramatic fashion, of course.

Ich weiß, vermutlich wird man mich wegen Inkonsequenz ohrfeigen wollen, aber ich fand es fast schon ein bißchen schade, dass der "andere Verehrer" der Hauptfigur schon in Band 3 aussortiert wird. Emotionale Verstrickungen oder auch nicht, die Figur hatte was und wie ich schon sagte - eine gut gemachte Dreiecks-Geschichte hat auch ihre interessanten Seiten.;-)

Ansonsten hatte das Finale alles was ich mir erhofft hatte, ein paar nette Ideen, Charakterdinge und explodierende Luftschiffe. Und ein Happy End, das fast schon zu süßlich ist, aber was soll ich sagen? Manchmal mag ich einfach, wenn alle am Ende glücklich sind, zumindest wenn sies sich vorher mit Narben und Schmerz verdient haben.;-P Und hier kann man der Autorin wirklich nicht vorwerfen, dass sie ihre Hauptheldin schont - gebt ihr eine Glatze und ein dreckiges Unterhemd und das letzte Kapitel ist Die Hard in Krinoline. Me like!

Ein winzig kleines Minihalbes Pünkchen ziehe ich dafür ab, dass der tolle, böse Plan am Ende irgendwie ein bißchen antiklimaktisch stümperhaft zu sein scheint, wenn man sieht wie er vereitelt wird...die großen Oberbösewichte in Teenager Plots haben oft das Problem, dass sie am Ende erstaunlich einfach aufzuhalten sind *husthustVoldemorthust*, aber das macht es ja nicht besser.^^

4,5 von 5 Mechanimals sind aber ja schon genug für ein kleines Rudel, klar Empfehlung also für die Sommer-Urlaubslektüre!

2017-07-15

Angehört: Mordspuren. Oder: Titel und Sprecher haben ihren Sinn.

Gut, ich habe es ein wenig herausgefordert. Wenn man sich nach dem Seredipity Prinzip neue Bücher aussucht, kann das super werden oder auch nicht.
Die historischen Indi Jones Geschichten waren kurzweilig und spannend, Buch 2 aus der Reihe kann da nicht mithalten, was aber auch an der vom Titel (Mordspuren)  geweckten Erwartungen liegt und der Tatsache, dass der Autor sein Werk selbst vorträgt.

Aber der Reihe nach, worum geht es (angeblich):

Das Warten hat sich gelohnt: Der bekannteste Kriminalbiologe der Welt präsentiert eine neue Sammlung mit Mordfällen, die die Öffentlichkeit in Atem hielten. Sein Spezialgebiet ist die Kriminalistik unter besonderer Berücksichtigung von Maden, Larven und Insekten, die Entscheidendes über Todeszeitpunkt, Tatort oder Täteridentität verraten können. Wenn man die entsprechenden Hinweise deuten kann! Dies ist aber kein wissenschaftliches Buch. Mark Benecke rollt Kapitalverbrechen neu auf, trägt Fakten, Indizien, Aussagen, frühere Bewertungen zusammen und öffnet dem Leser die Augen für die oft vertrackten Fälle. Dabei liefert er dank seiner genauen Recherchen viele neue Informationen. Fesselnd und minutiös werden wahre Begebenheiten nacherzählt und ausgebreitet. Oft genug gibt es überraschende, manchmal tragikomische Wendungen, spannender als jede Fiktion!
Ich hätte mir jetzt gewünscht, dass man mir mal erklärt, wie SpuSi Arbeit tatsächlich funktioniert - dass sie nicht so funktioniert, wie bei CSI zu sehen, dafür hätte ich jetzt die Eingabe des Autors nicht wirklich gebraucht.;-)

Was aber passiert, ist, dass mir Fälle beschrieben werden - und zwar "nur" die Fälle, was wann wo untersucht wurde, wie die Hinweise zustande kamen und wann welche Untersuchungen angeordnet wurden. Das gibt einem zwar schon einen Einblick in das teilweise recht konfuse bis frustrierende Bürokratiewesen, in das Kriminalistik scheinbar eignebettet ist, aber WIE das alles mit den Larven und Käfern jetzt wirklich funktioniert, weiß ich immer noch nicht.
Entgegen der Behauptung des Klappentextes (und des Titels!) geht es aber auch gar nicht um Spurenanalyse, sondern der Autor möchte Kriminalfälle vorstellen, die sich "am Rand des Randes" der Gesellschaftlichen Vorstellungskraft bewegen.

Wie er die entsprechenden Fälle ausgesucht hat, erschließt sich mir dabei jetzt nicht so ganz, aber Pädophile, Kannibalen und Serienmörder hatte man nach der Aufnachung irgendwie schon erwartet.

Schlimmer bis unerträglich wird das für mich dadurch, dass der Autor sein Buch selber vorliest. Man mag jetzt einem Kriminalisten verzeihen, dass er nicht schreibt wie ein Romanschriftsteller, ein gewisser kurz-nüchtener Stil hat schon auch etwas für sich, aber leider kann Herr Benecke bei all seiner sicherlich profunden wissenschaftlichen Qualifizierung einfach nicht vorlesen, es ist tatsächlich einfach so schlimm.
Ich musste deswegen immer wieder Pausen machen, weil kurz angebundener Hauptsatz-Stil gepaart mit einer Vorlesestimme, die mich an die krampfigen abgelesenen Referate aus meiner Oberstufenzeit erinnert hat, war einfach zu viel für meine Konzentration...

Ich würde mir ja evt noch den ersten Band zulegen, aber leider hat der Verlag auch da (ich möchte mal nicht unterstellen, dass der Autor selber unbedingt Sprecher sein wollte, das würde mich doch sehr wundern...) den Profi eingespart und noch so eine Erfahrung brauche ich nicht wirklich.

Wer sich also für die schlimmen Dinge interessiert, die Menschen sich so antun können und/oder die verschlungenen Pfade, die so eine Ermittlung manchmal nehmen muss, der kaufe sich vielleicht das gedruckte Buch, denn für das Hörbuch kann ich mir mehr als 1,5 von 5 Mistkäfern wirklich nicht abringen.
Schade, aber manchmal muss man einfach einsehen, dass man irgendwas einfach nicht kann und das dann auch durchziehen...

2017-07-08

Schreibferien

Jaja eigentlich sollte man ja meinen, dass Ferien Zuhause der perfekte Vorwand wären mal die 3, 4, 7...? Blogeinträge aufzuholen, die ich noch so rumliegen habe.

Das wäre vermutlich auch so, wenn es sich nicht so ergeben hätte, dass pünktlich zum Ferienbeginn die letzten Beta-Kommentare und die Lektrorierte Textversion von Elysion "reingekommen" wären...
Mein Dank an der Stelle and Tine und Thomas, die sich von den heißen Sommertemperaturen nicht haben abhalten lassen Winterkrieg mit Elfen und Drachen zu lesen.;-)

Meine Urlaubstage teilen sich also gerade angenehm zwischen Textarbeit und Waldspaziergängen mit den Hundeviechern auf, wenn mir vom Sitzen der Hintern weh tut, aber fürs Bloggen bleibt da leider nicht so viel Zeit...

Ab Ende nächster Woche schlägt ja dann aber der Arbeitsalltag wieder zu, dann sollte hoffentlich die letzte Änderungs-Orgie am Text überstanden sein (wird ja mal Zeit!;-) und dann kann ich auch wieder was von Büchern, Hörbüchern, Filmen und sonstigem Kram erzählen.

In der Zwischenzeit wünsche ich schöne Sommertage!!:-)

2017-07-01

Rogue One. Oder: Füllen wir ein Plothole.

Ja, es war mal wieder Mittwoch und ich durfte noch keine weiteren lustigen Plotfreien Kinderfilme aussuchen, also haben wir einen nicht so sonderlich lustigen, ziemlich Plotfreien Actionfilm gekukt...hmm merkt man schon, dass ich meine Auswahl besser fand?;-)

Naja sagen wir mal zuerst was Nettes:
Rogue One sieht echt gut aus! Also so richtig, Shots mit und one Todestern, ikonisch platzierte Raumschiffe, ohne diese ständigen Lens-Flares von Star Trek benutzen zu müssen und Planeten wie aus dem Katalog von Magrathea.;-)


Damit habe ich denselben positiven Punkt abgearbeitet, den Honest Trailers auch erwähnt, wobei der ständige und stetige Fan Service, den der Film scheinbar betreibt und der hier als positiver Punkt 2 aufgeführt wird, an mich natürlich verschenkt ist, weil äh keine Ahnung. Mir ist nicht mal aufgefallen, dass die Milch blau ist und selbst wenn, rettet das keinen Film.;-)



Und das ist dann auch Teil des Problems: Dafür, dass der Film irgendwie nicht so richtig viel Story hat, außer uns zu erklären wie es eigentlich sein kann, dass ein komischer dahergelaufener Typ wie Luke Skywalker mal eben die größte Massenvernichtungswaffe des Universums zerstören kann (2x, wenn ich mich richtig erinnere?), ist er unfassbar laaaang. Vielleicht konnte man den Fan Service nicht anders unterbringen...?
Außer wenig Story, hat der Film nämlich auch keinen einzigen Charakter, der vernünftig ausgearbeitet ist - die Einzigen, denen man ein bißchen (ein ganz klein wenig bißchen) Backstory gönnt, sind Rebel Girl, die von der Rebellion bis gefühlt 5Min vor 12 nichts wissen will, aber sobald sie beschlossen hat (oder ihr Vater ihr gesagt hat) dass das alles total wichtig ist, trotzdem auf einem ziemlichen High Horse reitet, weil plötzlich das was sie wichtig findet, kein anderer so richtig wichtig findet. Und dann Rebell Guy, den man zuerst einen Kontaktmann erschießen sieht, den er in die Scheiße geritten hat. Meine Theorie war, dass der nur da war, um uns zu zeigen, dass Rebellen nicht zwangläufig gute Menschen sind - ein völlig valider Punkt, aber ein Charakterkonzept ist das nicht wirklich.

Das ist dann aber auch das Ding: Keiner von diesen Figuren hat entweder einen ernstzunehmenden Charakter und/oder kommt irgendwie symphatisch an.
Ich bin völlig damit zufrieden, wenn mir Märchen-Plots und Archetypen Figuren auf eine plausible Art und Weise präsentiert werden, deswegen mochte ich auch den ersten "neuen" Star Wars, aber hier gibt man sich einfach keine Mühe, vielleicht auch weils sich nach dem Armageddon Ende eh nicht lohnt...?
Dazwischen gibt es viel Iwojima-eskes Kriegsfilmgedöns, was mal so gar nicht mein Ding ist, auch nicht mit Aliens. Irgendwann beim Gefecht um den Strand war ich schon dabei mich Bettfertig zu machen und musste dann feststellen, dass der Film noch fast eine Stunde läuft - aber das kann daran liegen, dass ich momentan einfach sehr müde bin und deshalb schnell gelangweilt.;-)
Eine Stunde weniger Laufzeit, hätte aber vielleicht nicht geschadet, ich hatte so ein Hobbit Deja-Vu...

Irgendwie wirkt das auf mich alles ziemlich lieblos als Geld-Kuh hingerotzt, wobei kann man bei soviel Budget von rotzen sprechen...?
Naja ich bin jedenfalls nicht sehr traurig das Geld fürs Kino hier gespart zu haben und ringe mich mal zu 3 von 5 Lichtschwertern durch, weil Darth Vader schon eine coole Sau ist, wenn man aktiv ausblenden kann, dass er irgendwas mit Anakin zu tun hat, das zieht einen nur runter.;-)

2017-06-24

Waistcoats & Weaponry (Finishing School III)

Eigentlich wollte ich ja sehen, ob das dritte Buch von Ms Schwab mich weniger ärgert, als das zweite, aber aus verschiedenen Gründen bekomme ich momentan nicht genug Schlaf und auch wenn das bedeutet, dass meine Lese-Geschwindigkeit drastisch zugenommen hat, sinkt meine Gedult mit unzufriedenstellend umgesetzten Ideen meist rapide, wenn ich müde bin.;-)
Aus diesem Grund habe ich mich für eine Nervenschonendere Variante entschieden und erstmal eine der anderen Serien weiterverfolgt, die grade so offen sind: Finishing School Teil 3

Sophronia continues her second year at finishing school in style--with a steel-bladed fan secreted in the folds of her ball gown, of course. Such a fashionable choice of weapon comes in handy when Sophronia, her best friend Dimity, sweet sootie Soap, and the charming Lord Felix Mersey hijack a suspiciously empty train to return their chum Sidheag to her werewolf pack in Scotland. But when Sophronia discovers they are being trailed by a dirigible of Picklemen and flywaymen, she unearths a plot that threatens to throw all of London into chaos. With her friends in mortal danger, Sophronia must sacrifice what she holds most dear--her freedom.
Und was soll ich sagen? Die Entscheidung war goldrichtig, denn sie hat meinen Glauben an die schreiberische Menschheit insofern wieder hergestellt, als dass es eben auch immer wieder mal Serien gibt, die besser werden, je länger sie laufen.;-)

Man mag sich ja erinnern, dass meine Einschätzung der Serie "nett, spannend, nur nicht besonders tiefsinnig" sich eigentlich kontinuierlich fortgesetzt hat. Und dann natürlich die Frau zwischen 2 Männern - ehrlich manchmal muss man denken, dass es keine anderen Plotpoints mehr gibt...

Trotzdem muss ich meine eigenen Worte insofern fressen, als dass in Teil 3 von Finishing School diese Dreiecks-Geschichte mir dann doch plötzlich wieder Spaß gemacht hat, was aber auch daran liegt, dass die Autorin sich in diesem Fall wirklich was dabei gedacht hat.

Sophronia ist auch eine Heldin, der vieles gelingt, aber das liegt daran, dass sie talentiert ist und clever und gut in der Ausbildung, die sie unterläuft und nicht einfach nur daran, dass sie sich irgendwas in den Kopf gesetzt hat. Außerdem sind ihre beiden Männer mit ihr in einem Beziehungsgeflecht verwickelt, das Dinge mit ihr macht, pendelnde Loyalitäten, Unsicherheit bezüglich der eigenen Gefühle und diverse komplizierende äußere Einflüsse inklusive.
Sowas finde ich dann wieder spannend, denn es trägt zur Entwicklung des Hauptcharkters bei, was der Tiefe der Geschichte hilft und es hat tatsächlich Auswirkungen und Wechselwirkungen auf die Figurenkonstellation.
Es ist nicht einfach nur ein dummer Plotpoint, der dem leser hingeworfen wird, weil man zu faul ist sich eine vernünftige Backstory auszudenken...aber ich meckere schon wieder.;-)

Bleiben wir mal beim eigentlichen Thema und halten fest: Je länger die Autorin in diesem Fall Zeit hat ihre Figuren zu entwickeln, desto mehr Spaß machen sie mir und desto weniger kommt das "ist platt, aber nimmt sich halt auch nicht so furchtbar ernst" Thema zum Tragen.

Ich fühle mich daher völlig wohl damit 4 von 5 Brieföffner zu vergeben. Teil 4 habe ich mir schon geordert und bin sehr gespannt auf das Finale!:-)

2017-06-17

Sing

So Film 2 aus dem Film Mittwoch und wie ich schon sagte, kann man sich vermutlich schon irgendwie denken wer welchen Film sehen wollte...;-P

Ich muss gestehen, ich wollte den Film vor allem deswegen auf meiner Watchlist, weil ich es lustig fand, dass der Gorrilla Panzerknacker Gang-Leader einen so fetten britischen Akzent spazieren führt. Keine Ahnung warum, aber ich fand das schon großartig lustig...rettet sich vermutlich nur nicht in die deutsche Synchro...



Trotzdem fand ich Sing sehr unterhaltsam, auch wenn alle Rezis, die ich so konsumiert habe, in dem Punktabzug "platte Story" vermutlich Recht haben. Ja, die Geschichte Theater pleite, richtet Gesangwettbewerb aus, läuft etwas aus dem Ruder, lässt sich tatsächlich in so wenigen Worten zusammenfassen und die Figuren sind auf ihre Art natürlich auch die typischen Casting-Show-Archetypen, aber irgendwie hat mich das überhaupt nicht gestört.

Eine rudimentäre, aber wenigstens glaubhafte Story ist ja besser als 95 Twists, die nur da sind, damit sie da sind, oder Logikkrater aufreißen, wo keine sein müssten.;-) Und ansonsten geht's eben vor allem darum dass lustige animierte Tiere Pop-Songs zum Mitswingen zum Besten geben und das funktioniert für mich total. Habe mir gleich am nächsten Tag den Soundtrack runtergeladen und auf meine Playliste gepackt für den garantierten Gute Laune Faktor.

Hier zu sehen im Trailer:


Ich denke ein Film der Gute Laune herstellt, muss schon einen goldenen Gummipunkt bekommen und deshalb komme ich trotz überschaubarem Plot und Figuren-Reichtum auf 4 von 5 Tintenfische. Für die Background Beleuchtung sollte das reichen.;-)

2017-06-10

Norse Mythology

Ich hatte ja schon angekündigt, dass zu meiner Serendipity Inspirationsauswahl für ein eventuelles neues Projekt auch Mythologie gehört, auch wenn ich noch nicht so genau weiß, was man damit anfangen könnte. Tatsächlich habe ich mir Norse Mythology aber vor allem wegen dem Cover gekauft, das mal wieder großartig ist.;-)

Introducing an instant classic master storyteller Neil Gaiman presents a dazzling version of the great Norse myths. Neil Gaiman has long been inspired by ancient mythology in creating the fantastical realms of his fiction. Now he turns his attention back to the source, presenting a bravura rendition of the great northern tales. In Norse Mythology, Gaiman fashions primeval stories into a novelistic arc that begins with the genesis of the legendary nine worlds; delves into the exploits of the deities, dwarves and giants; and culminates in Ragnarok, the twilight of the gods and the rebirth of a new time and people. Gaiman stays true to the myths while vividly reincarnating Odin, the highest of the high, wise, daring and cunning; Thor, Odins son, incredibly strong yet not the wisest of gods; and Loki, the son of giants, a trickster and unsurpassable manipulator. From Gaimans deft and witty prose emerges the gods with their fiercely competitive natures, their susceptibility to being duped and to dupe others, and their tendency to let passion ignite their actions, making these ancient myths breathe pungent life again.
Ich muss gestehen, dass ich mir ein dickeres Buch vorgestellt hatte, was aber vor allem daran liegt, dass ich auch die Erwatung hatte, dass hier die einigermaßen (zumindest im "schon mal sowas ähnliches gehört") bekannten Edda Sagen irgendwie fiktionalisiert als tatsächliche Kurzgeschichten umgestaltet werden würden.
Irgendwie passiert das aber nicht, der Text liest sich sehr wie typische Märchen, inklusive des Abriss von Ragnarok "Dann kamen A, B und C zum Schlachtfeld und kämpften, am Ende waren alle tot". Hm. Ja, im Märchen erzählt man das so und Mythologie ist der Sage und damit den Märchen natürlich eng verwandt.
Ich kann mir nicht helfen, aber ich war trotzdem irgendwie ein bißchen enttäuscht. Märchen sind zum 99% Tell, weil halt Erzählungsüberlieferung und so bleiben die Geschichten (für mich) immer ein wenig platt und eindimensional, es gibt wenig Spannungsaufbau oder sowas wie Atmosphären- oder Charakterentwicklung. All das hatte ich mir jetzt mal einfach so versprochen, wenn man Neil Gaiman bittet Mythen "umzuschreiben". Ohne jetzt andere Übersetzungen und Neuinterpretationen der Edda zu kennen, kann ich jetzt nicht unbedingt sagen wo hier der einzigartige Stil des Autors durchschlagen soll...

Trotzdem sind die Geschichten an sich natürlich - wie viele Märchen - trotz aller "das muss man halt einfach mal so hinnehmen" Elemente und Dinge, die einfach mal in einem Nebensatz passieren, ohne irgendwie erklärt zu werden, an sich unterhaltsam.
Vor allem das Dreieck Odin-Thor-Loki ist hier um einiges interessanter als in der heute gängigeren  Marvel-Variante. Odin als weiser, gütiger König, Thor als der starke Held und Loki als Proto-Bösewicht ist eben doch eine sehr stark vereinfachte Vision von Göttern, die im Altertum erfrischend menschlich mehrdimensional sein durften, was die Dynamik viel spannender macht.;-)

Unterm Strich hat man hier einen netten Schmöker mit dem man ein sonniges Wochenende im Strandkorb verbringen kann - länger als 2 Nachmittage hält das Buch nicht, ich lese nicht sooo schnell;-) - und sich dabei bestimmt nicht langweilt. Nett, aber ich hatte mir mehr davon erhofft, ergibt also mal solide 3 von 5 Schachfiguren - das Wikingergötter schon Schach gespielt haben, war mir z.B. neu, man lernt also doch nie aus.;-)

2017-06-03

Mass Effect Andromeda. Oder: Time for a new type of hero.

Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz der modernen Technologie zu sein: Never buy a game on bug-day. Will sagen, neu auf den Markt kommende Titel sind heutzutage oft noch so Feintuning Bedürftig, dass man zumindest den ersten oder zweiten Patch abwarten sollte.

Ich möchte jetzt mal nicht in die Diskussion verfallen, ob das eigentlich nur heißt, dass Entwickler-Studios sich heute auf der Tatsache ausruhen, dass es die Technologie gibt noch "nachzubessern", was vor Internet und Always-On halt auf Anhieb fertig sein musste, oder ob es einfach mit immer komplexeren Spielen, immer besserer Grafik, immer mehr von allem einfach unvermeidbar ist, dass auch die Fehleranfälligkeit steigt. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen und ohne irgendeine Ahnung vom Programmieren, Spiele-Entwickeln etc. fühle ich mich nicht berufen da Stellung zu beziehen.

Fest steht aber, dass es schon ganz gut war, dass ich bei meinem ersten Durchlauf von Mass Effect: Andromeda noch nicht so wirklich weit gekommen war, bis der erste Patch die teilweise echt unfreiwillig komischen "Gummi-Gesichter" Effekte behoben hat.
Es mag Leute geben, die das anders sehen, aber für mich sind die Figuren und Interaktionen beinahe das spannendste an Rollenspielen, da kann die Land-Map noch so toll aussehen, wenn meine Figur aussieht als wäre sie aus irgendeinem Igor Labor entkommen kann ich mich da nicht so ganz drauf einlassen.;-)
Berechtigte Beschwerden wegen unreifer Grafik aber mal außen vor gelassen (Patch 2 soll das noch ein wenig verbessert haben, ich bin auf den 2. Durchlauf gespannt!:-), sind die Land-Maps schon großartig. Man hat sich hier ausnahmsweise mal was Gutes bei Skyrim abgekukt, ohne dass der Wandersimulator Faktor zu schlimm wird, weil man ja wieder Panzer (sorry Erkundungsfahrzeug;-) fahren darf.
Ich kann zwar das Ding immer noch nicht steuern und denke eigentlich wäre es lustig, wenn die Insassen ab und zu ein paar Kotzgeräusche machen würden, wenn so Deppen wie ich fahren, aber vielleicht kommt das ja noch...;-)
Ansonsten ist für jeden Geschmack was dabei, Urwald, Wüste, Arktis und was alles dazwischen:
Jetzt macht eine super Grafik noch kein gutes Spiel, aber ich finde es einigermaßen atmosphärisch gelungen, wenn man nicht (siehe ME 1) immer durch dieselben 3 Hintergründe läuft.;-)

Das einzige, was für mich leider ein wenig hinter den Vorgängern zurück bleibt, ist der Soundtrack. Es gibt in dem ganzen Spiel nicht einen Track, der sich mir auf Anhieb eingeprägt hätte und meistens hab ich gar nicht gemerkt, dass da irgendwelche Untermalung ist. Das mag jetzt soweit ok sein, man muss ja nicht immer den Mega Bombast und die Lady of Soundtrack Sorrow rausholen, aber es wundert mich ein wenig, denn die letzten Bioware Installments ME3 und DAI sind da ganz weit vorne dabei und als Soundtracks fast zur Gänze auf meiner Playlist gelandet. Und wenn der Shuffel diese Tracks auswirft, dann weiß ich genau wo die herkommen und es entstehen sowas wie Erinnerungen, Emotionen und so ein Gedöns. Man kann also mit ein bißchen Musik viel machen, tut MEA aber nicht...schade!

So jetzt bin ich auf den Gummi Gesichtern rumgeritten und auf der fehlenden Musik und das einzige was dem bisher entgegen steht ist ein netter Umgebungs-Look. Muss ja trotzdem einen Grund haben, dass ich das Ding nochmal spielen würde, nicht?;-)

Und da muss ich sagen, ich bin wirklich tief beeindruckt von der Grundidee einen kompletten Bruch mit Allem Was Vorher War zu vollziehen. Wirklich, komplett, eigentlich beinahe alles (ein paar dünne Informations Ausläufer werden gestreut, vielleicht für die Fortsetzung) was in den ersten 3 Spielen lief, ist sowas von egal, dass es egaler beinahe gar nicht geht.
Das ist nich nur im Zeitalter von Fan-Rage ziemlich mutig, sondern für mich funktioniert es auch gut.

Dazu trägt auch mein Haupt-Lob-Punkt bei: Ryder ist ein völlig anderer Typ Held als Shepard es jemals war. Das muss man nicht mögen, aber es passt einfach nahtlos in die Wir Machen Alles Anders Philosophie und ich stehe ja bekanntlich auf stringente Story und Charakterentwicklung.;-)
Statt militärisch-strammer Typen trifft sich hier ein Sammelsurium an "Abenteurern" im tatsächlichen Rollenspiel Sinn. Menschen ohne Plan und eigentlich auch ohne so furchtbar festgelegte Kommando-Struktur landen in der Scheiße und müssen improvisieren.

Mir hat das sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wieder alle (ein bißchen nachvollziehbarer Weise) darüber meckern, dass der Ich Will Das Ganze Universum Beherrschen Bösewicht ein wenig altbacken daherkommt.
Ich kann Bösewicht-Meckerei fast immer nachvollziehen, aber hier spare ich mir mein endgültiges Urteil mal auf, bis man evtl. im nächsten Teil rausgefunden hat, ob diese ganze Böser Kult statt Imperiale Armee Idee vielleicht noch ein paar nette Ausläufer in Petto hat.

Alles in Allem wird es schwer ME3 für mich zu toppen, aber das sollte (siehe Wir Machen Alles Anders und so) vielleicht auch nicht der Maßstab sein. Der fehlende Soundtrack ist mir allerdings sehr wichtig und daher ziehe ich mal für kleinere WehWehchen, nicht so ganz großartigen Bösewicht und den Punkt Musik einen ganzen Punkt ab.
4 von 5 Makos ist für ein Bioware Spiel schon fast eine schlechte Bewertung von mir, aber es kann ja wieder aufwärts gehen, DLC kommt ja vielleicht auch noch. Wir werden es erleben! :-)

2017-05-27

Team Stuart 2: King Charles II

Ich musste mich nach meinem Ausflug in mir ungenügend gut umgesetzte Fiction mal entspannen, also habe ich mir das dickste Sachbuch auf den Nachttisch gelegt, das ich gerade verfügbar hatte.;-)

Natürlich fehlen mir ein paar Stuarts zwischen Mary und King Charles II und Cromwell könnte man sich Biographiemäßig vielleicht auch noch mal genauer ansehen, aber ich war sehr neugierig in diesem Fall, denn bisher beschränkte sich mein gesamtes Vorwissen auf den Inhalt des Horrible Histories Songs...der allerdings auch ziemlich großartig ist...;-)



Das Buch ist nicht ganz so lustig, was allerdings auch zu erwarten war... ;-)

Following a youth of poverty and bitter exile after his father's execution, the ousted king first challenged, then made his magnificent escape from, Cromwell's troops before he was eventually restored to his throne in triumph in 1660. Spanning his life both before and after the Restoration, Antonia Fraser's lively and fascinating biography captures all the vitality of the man and the expansiveness of the age.
 Ich muss sagen, ich bin mit diesem Team Tudor Kandidaten nicht ganz so warm geworden, wie mit seiner illustren Vorfahrin, was aber auch einfach daran liegen kann, dass Sex, Intrigen und Mord ein wenig spannender zu erzählen sind als die Ausformung der Parlamentarischen Monarchie...

Man kann es dem Buch also eigentlich nicht wirklich zum Vorwurf machen, dass es sich ein wenig in Politik und Argumentationen verliert, denn das scheint einfach das Thema der Zeit gewesen zu sein.

Ich werde es bei Gelegenheit sicherlich noch mal lesen und mir die Feinheiten der politischen Auseinandersetzungen antun, bei denen ich jetzt immer mal wieder abgedriftet bin, aber für den spannenden Lesespaß würde ich dann doch eher Mary Stuart oder Marie Antoinette empfehlen.

3 von 5 Spaniel ist das aber immer wert und das reicht ja schonmal für ein kleines königliches Rudel.;-)

2017-05-20

Movie Mittwoch: Dr. Strange

Wir stellten letztlich fest, dass unsere Watchlist von Filmen, die wir im Kino mal wieder verpasst haben, leider nicht kürzer wird, also versuchen wir jetzt einen Abend in der Woche dem gepflegten Heimkino zu widmen. Teil des Plans ist auch, dass wie abwechselnd wöchentlich die Filme aussuchen, was uns hoffentlich um das Problem herumbringt, dass wir uns nicht entscheiden können...;-)

Ich verrate jetzt einfach mal nicht wer welche Filme aussucht, ich denke leider wird das selbsterklärend, aber unser erster Movie Mittwoch (Denglische Alliteration anyone?;-) verlief bis auf ein paar Probleme mit dem Internet Streaming recht erfolgreich und zeigte uns Dr. Strange, oder auch Sherlock mit Superkräften.;-)

Das klingt jetzt evt ein wenig despektierlicher als es gemeint ist, aber man kann schon irgendwie sehen warum sie Sherlock Cumberbatch besetzt haben. Zumindest vor dem New Age Selbstfindungstrip ist der Charakter so nah an Cumberbatch Sherlock, dass man eigentlich nur durch das OPoutfit merkt welchen Film man grade sieht.
Das ist jetzt ein bißchen Jammern auf Hohem Niveau, ich hoffe halt nur, dass dem armen Mr. Cumberbatch diese Art von Type Casting jetzt nicht ewig hinterherläuft (Khan in Star Trek ging ja auch schon so in Richtung Soziopath und das mit dem langen Mantel gab's da auch schon mal...).

Ansonsten entwickelt der Film vor allem das Set von Inception nett weiter und es gibt von mir einen ganz subjektiven goldenen Gummipunkt für Tilda Swintons Energie-Kampf-Fächer-Technik. Very nice, auch wenn sie vermutlich vor allem deswegen kein alter Tibeter ist, weil die Produzenten den Film auch in China zeigen wollten...

Der Bösewicht ist auch recycelt - abtrüniger Schüler wird von Angst vor der Sterblichkeit auf die Seite eines dunklen Overloards gezogen, nur leider ohne Lichtschwert diesmal - aber hatte wenigstens ein kleines bißchen mehr Charisma als Anakin...gut, aber Hefe hat mehr Charisma als Anakin, also auch egal.;-P

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und fand die Bilder und Sets recht beeindruckend. Für das Thema und Plot recycling ziehe ich daher nur ein kleines Pünktchen ab, denn immerhin sucht sich der Film funktionierende Ideen zusammen und meine vielzitierten Boy-Meets-Girl Filme werden ja auch immer noch produziert, obwohl da seit Jahren dieselbe Grütze gerührt wird.;-)

Mit 4 von 5 Teetassen kann man also den Start vom Movie Mittwoch als gelungen bezeichnen. mal sehen was wir nächste Woche als Kontrastprogramm auflegen.

2017-05-13

Die Freuden von Packpapier ;-)

Bekanntermaßen habe ich ja diverseste Buntstifte zu Weihnachten bekommen, zusammen mit netten Ausmalbildchen für den Frustabbau.;-)

Man mag es jetzt für Faulheit, oder aber für ein gutes Zeichen halten, aber bisher hielt sich meine Motivation zum künstlerisch vorgegebenen Frustabbau in Grenzen, weswegen ich auch noch keine netten Beileidigungskunstwerke vorzuweisen habe...
Andererseits kam ich letztlich zu einer fast vollen Rolle Packpapier und habe wieder festgestellt, dass Packpapier eigentlich mein liebstes Geschenkpapier ist.

Gut, gekauftes Papier hat sattere Farben und Muster und glitzert und glänzt evt auch, aber für den individuellen Touch und die Zenhafte Freizeitbeschäftigung geht nichts über Packpapier!;-)

Und mit sehr wenig Aufwand macht so ein "langweiliges" Buchpaket gleich viel mehr her.;-)

Vielleicht verlege ich mich zum Adventbasteln dieses jahr auf Geschenkpapier Design...mal sehen ob ich mir die Idee bis zum Winter merken kann...

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